Kurz und knapp – darum geht’s
Mit 18 Jahren fühlt sich Freddy Zieske von allen unterschätzt: Sein Stiefvater behandelt ihn wie ein Kind, und die Kollegen auf dem Bau spotten über sein Asthma. Freddy träumt von einem eigenen Zuhause, dem kleinen Haus seines alten Freundes Kulle. Kulle ist vorbestraft, hat mit seiner Vergangenheit aber längst abgeschlossen. In dem Haus will Freddy mit seiner Freundin Helga das finden, was ihm daheim fehlt. Das Geld dafür muss er allerdings erst auftreiben, und Kulles Erzählungen aus früheren Zeiten bringen den jungen Mann auf eine riskante Idee. Unterdessen jagen Hauptmann Peter Fuchs und Leutnant Schulz einen Einbrecher, der mit einer erstaunlich altmodischen Methode vorgeht. Freddy plant derweil den ganz großen Coup und ahnt nicht, worauf er sich einlässt …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Inklusive Risiko“
Auf der Baustelle ist Freddy der Mann für die leichten Aufgaben. Wegen seines Asthmas teilt man ihn nur für Handlangerdienste ein, und die Kollegen lassen ihn spüren, dass sie ihn für eine halbe Kraft halten. Dazu kommt, dass er regelmäßig zu spät erscheint. Weil sein Stiefvater Hermann ihm die Stelle im Betrieb verschafft hat, landen sämtliche Beschwerden direkt bei ihm. Freddy selbst hat ohnehin andere Pläne: Er will Journalist werden. Er hält seine Erlebnisse auf Tonband fest und kommentiert sie dabei wie ein Radioreporter.
Zu Hause herrscht Dauerstreit. Hermann Zieske hält wenig von seinem Stiefsohn, der in seinen Augen zu weich für einen richtigen Mann ist, und Freddy hat das Gefühl, dass Hermanns eigener Sohn Max ihm stets vorgezogen wird. Zwischen den Fronten steht Freddys Mutter Traudel. Sie verteidigt ihren Jungen, so gut sie kann, und leidet sichtlich unter der vergifteten Stimmung in der Familie.
Halt findet Freddy nur bei Kulle, einem früheren Kriminellen, mit dem er sich heimlich angefreundet hat. Bei ihm fühlt er sich so akzeptiert, wie er ist. Mehr noch: Kulle will ihm sein Häuschen verkaufen, und die ersten Raten hat Freddy bereits bezahlt. Dort soll ein neues Leben mit Helga beginnen, weit weg vom elterlichen Krach. Woher das Geld stammt, behält Freddy lieber für sich. Ohne es zu ahnen, liefert ihm Kulle mit seinen Geschichten aus alten Ganovenzeiten das nötige Rüstzeug. Freddy hat beschlossen, endlich etwas Großes zu wagen.
Bei der Kripo herrscht derweil Ratlosigkeit. Seit einiger Zeit hält eine Einbruchsserie Hauptmann Peter Fuchs und seinen Kollegen Leutnant Schulz in Atem. Der Täter dringt jedes Mal durch die Decke in die darunterliegenden Räume ein und fängt den herabfallenden Schutt mit einem aufgespannten Regenschirm auf. Das ist eine Vorgehensweise, die man im Polizeiruf 110 „Inklusive Risiko“ eigentlich längst für ausgestorben hält. Die Ermittler wühlen sich durch alte Akten, doch bislang tappen sie im Dunkeln, und der Druck von oben wächst mit jedem neuen Bruch.
Bei den Zieskes versucht Traudel unterdessen zu retten, was noch zu retten ist. Sie redet ihrem Mann ins Gewissen, Freddy nicht länger wie einen Schuljungen zu behandeln, sondern eher wie einen Kumpel. Hermann sträubt sich zunächst, gibt dann aber nach und will mit seinem Stiefsohn ein Bier trinken gehen. Ob ein Abend in der Kneipe genügt, um die verhärteten Fronten im DDR-Polizeiruf „Inklusive Risiko“ aufzuweichen? Freddy jedenfalls hat längst ganz andere Dinge im Kopf …
Hinter den Kulissen
„Inklusive Risiko“ ist die 94. Folge der Krimireihe Polizeiruf 110. Für Hauptmann Peter Fuchs (Peter Borgelt) ist es der 55. Fall, an seiner Seite ermittelt Leutnant Schulz (Hans-Georg Körbel). Im Mittelpunkt steht jedoch der junge Freddy Zieske (Dirk Nawrocki), der sich mit seinem Stiefvater Hermann (Stefan Lisewski) überworfen hat und Unterstützung bei dem ehemaligen Ganoven Kulle (Fred Delmare) findet. Freddys Mutter Traudel wird von Heidemarie Wenzel gespielt, seine Freundin Helga von Petra Dobbertin.
Regie führte Thomas Jacob, das Drehbuch schrieb Hariette Plath. Die Kostüme entwarf Anneliese Pulst, die Filmbauten stammen von Reinhard Welz. Gedreht wurde vom 28. November 1983 bis zum 30. Januar 1984 in Berlin und Umgebung sowie in Erfurt.
Hauptdarsteller Dirk Nawrocki siedelte 1984 in die Bundesrepublik Deutschland über. Im Abspann des Films wird er deshalb nicht genannt. Bei der Premiere im 1. Programm des Fernsehens der DDR erreichte die Folge eine Zuschauerbeteiligung von 52,7 Prozent.
Besetzung
Hauptmann Peter Fuchs – Peter Borgelt
Leutnant Schulz – Hans-Georg Körbel
Freddy Zieske – Dirk Nawrocki
Kurt „Kulle“ Schneider – Fred Delmare
Traudel Zieske, Freddys Mutter – Heidemarie Wenzel
Hermann Zieske, Freddys Stiefvater – Stefan Lisewski
Max Zieske, Hermanns Sohn – Denis Awege
Helga Merten, Freddys Freundin – Petra Dobbertin
Herbert Silbermann – Wilfried Pucher
Frau Silbermann – Margot Busse
Meister Zobel – Berthold Schulze
Kriminaltechniker Lehmann – Hans Klima
Arbeiter Puster – Willi Schrade
Feuerwehrhauptmann Hahn – Hans-Peter Körner
Nossek – Alexander Wikarski
Dr. Linz – Lothar Schellhorn
Erster Pförtner – Günter Drescher
Zweiter Pförtner – Werner Kamenik
Erster Kneipengast – Hans-Edgar Stecher
Zweiter Kneipengast – Richard Schrader
Arzt im Krankenhaus – Hans-Hartmut Krüger
Arbeiter – Uwe Jellinek
Verkäuferin – Gabriele Streichhahn
Kundin – Renate Hundertmark
Verkaufsstellenleiter – Karlheinz Welzel
Arzt am Unfallort – Klaus Grau
Lagerarbeiter – Hans-Gerd Sonnenburg
u. v. a.
Stab
Regie – Thomas Jacob
Drehbuch – Hariette Plath
Produktion – Gabriele Rötger
Musik – Arnold Fritzsch
Kamera – Horst Klewe
Schnitt – Bert Schultz
Kostüm – Anneliese Pulst
Filmbauten – Reinhard Welz
Produktionsunternehmen – Fernsehen der DDR




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