Kurz und knapp – darum geht’s
Für seine Freundin Bibi würde Atze Pöhlein alles riskieren: Die junge Frau ist noch minderjährig, heroinabhängig und schwanger, doch für einen Entzug in einer verschwiegenen Schweizer Klinik reicht das Geld nicht. Als Atze bei seinem Kompagnon Richie ein Kilo Heroin entdeckt, nimmt er es ihm mit Gewalt ab und will den Stoff selbst an die Dealer verkaufen. Die Übergabe endet jedoch im Zugriff der Polizei – und Heiner Speth, Assistent von Kommissarin Vera Bilewski, erkennt in dem Flüchtigen einen alten Freund. Er lässt ihn entkommen und gerät damit in einen Gewissenskonflikt, der ihn Stück für Stück zu zerreißen droht, während die Dealer längst nach dem verschwundenen Heroin suchen …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Kleine Dealer, große Träume“
Mitten in der Nacht läuft eine junge Frau nackt über die Straße, benebelt vom Heroin. Es ist Bibi, und es ist nicht das erste Mal, dass ihr Freund Atze Pöhlein sie in diesem Zustand auflesen muss. Dabei haben die beiden große Pläne: Bibi ist in der neunten Woche schwanger, sie will endlich von den Drogen loskommen, und gemeinsam träumen sie davon, ihr Kind irgendwo weit weg von allem großzuziehen. Der erste Schritt wäre ein Entzug in einer Schweizer Klinik, in der niemand nach dem Alter der Patientin fragt. Doch genau daran hapert es – das Geld fehlt.
Atze ist Geschäftsführer der Diskothek Roxi, ein Chaot mit großem Herzen, der für die Menschen, die er liebt, bis zum Äußersten geht. Reich wird er mit dem Job allerdings nicht. Und er ahnt, woher Bibi ihren Stoff bekommt: Sein Kompagnon Richie versorgt sie immer wieder heimlich damit. Als Atze ihn zur Rede stellen will, erwischt er ihn mit einem Kilo Heroin, das Richie noch am selben Abend an eine Dealerbande übergeben soll. Atze zückt eine Waffe und nimmt ihm die Ware ab. Zunächst will er sie vernichten, dann reift ein anderer Gedanke: Warum nicht selbst den Boten spielen und mit dem Erlös Bibis Therapie bezahlen? Dass er Richie damit in höchste Gefahr bringt, kommt ihm nicht in den Sinn.
Ein einziger Deal soll alle Probleme lösen – doch in der Tiefgarage, wo die Übergabe stattfinden soll, wartet die Polizei. Kommissarin Vera Bilewski und ihr Assistent Heiner Speth greifen ein, Atze sprintet mit dem Heroin davon. Erst nach einer langen Verfolgungsjagd bringt Heiner ihn zu Fall. Doch der Mann am Boden ist im Polizeiruf 110 „Kleine Dealer, große Träume“ kein Unbekannter für den Beamten.
Die beiden Männer verbindet eine schmerzhafte Vergangenheit: Atze war einst mit Heiners Schwester zusammen. Auch sie war heroinabhängig, und sie nahm sich das Leben, als sie noch minderjährig war. Völlig überrumpelt von dem Wiedersehen lässt Heiner den alten Freund laufen. Eine Entscheidung im Affekt, die weitreichende Folgen hat: Um Atze zu schützen, beginnt der Polizist, die Arbeit seiner Vorgesetzten zu sabotieren – und verstrickt sich dabei immer tiefer in ein Dilemma zwischen Freundschaft und Dienstpflicht.
Unterdessen zieht sich die Schlinge zusammen. Die Dealer wollen ihr Heroin zurück und kennen dabei keine Skrupel, die Polizei sucht fieberhaft nach dem Mann aus der Tiefgarage. Für Richie, der die Ware verloren hat, geht es plötzlich um Leben und Tod, für Atze und Bibi um die vielleicht letzte Chance auf ein anderes Leben. Und Heiner muss sich im SDR-Polizeiruf „Kleine Dealer, große Träume“ fragen, wie lange er sein doppeltes Spiel noch durchhält, ohne als Polizist und als Mensch alles zu verlieren …
Hinter den Kulissen
Für Kommissarin Vera Bilewski (Angelica Domröse) ist es der zweite Fall, an ihrer Seite ermittelt Heiner Speth (Dominic Raacke). Das junge Paar im Zentrum der Geschichte spielen Jürgen Vogel als Atze Pöhlein und Nadja Uhl als Bibi Dinkel – für Uhl war es eine ihrer ersten Rollen.
Der Fernsehfilm ist die 182. Folge der Reihe und wurde vom SDR produziert. Regie führte der Schweizer Urs Odermatt, das Drehbuch stammt von Klaus-Peter Wolf und Friedhelm Zündel. Gedreht wurde in Heilbronn und Umgebung sowie in Stuttgart. Für die Kostüme war Annette Schaad verantwortlich, die Filmbauten entwarfen Klaus-Peter Platten und Regine Witzig. Über Vor- und Abspann läuft der Song „Zombie“ von The Cranberries.
Bei der Erstausstrahlung lag die Zuschauerbeteiligung bei 21,2 Prozent.
Musik
The Cranberries – Zombie
Besetzung
Kommissarin Vera Bilewski – Angelica Domröse
Heiner Speth, Assistent von Vera Bilewski – Dominic Raacke
Atze Pöhlein, Geschäftsführer einer Diskothek – Jürgen Vogel
Bibi Dinkel, Atzes Freundin – Nadja Uhl
Anja, Richies Ex-Freundin – Kathrin Angerer
Richie Becker, Atzes Kompagnon – Götz Otto
Schramm – André Jung
Frau Pöhlein, Atzes Mutter – Marie Anne Fliegel
Frau Speth, Heiners Mutter – Rosemarie Fendel
Nachbar des Roxi – Richard Beek
Dealer – László I. Kish
Dealer – Ueli Jäggi
Dr. Weihrauch – Andreas Grothgar
Özdemir – Wolf-Dietrich Sprenger
Frauenarzt – Gottfried Breitfuss
Portier – Martin Horn
Polizeitechniker – Walter Hess
Polizeitechniker – Peer-Uwe Teska
Polizist – Siggi Schwientek
Kriminalmediziner – Henning Peker
Stripperin – Alexandra Schild
u. v. a.
Stab
Regie – Urs Odermatt
Drehbuch – Klaus-Peter Wolf, Friedhelm Zündel
Produktion – Ulrich Bendele
Musik – Norbert J. Schneider
Kamera – Fritz Moser
Schnitt – Christiane Krafft
Kostüm – Annette Schaad
Filmbauten – Klaus-Peter Platten, Regine Witzig
Produktionsunternehmen – SDR






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