Kurz und knapp – darum geht’s

Späte Anerkennung mit bitterem Beigeschmack: Kurz vor der Eröffnung seiner ersten großen Ausstellung werden dem Maler Alfred Seebacher fünf Bilder gestohlen – ein Fall für Hauptmann Peter Fuchs und Oberleutnant Thomas Grawe. Doch den Künstler quält noch etwas ganz anderes. Unter den Exponaten hängen Frühwerke, die er in Notzeiten gegen Brot oder Schuhe eintauschen musste und die heute ein Vielfaches wert sind. Vermittelt hatte diese Geschäfte damals sein Vater Alfons, mit dem er sich längst überworfen hat. Der alte Herr, inzwischen im Altersheim zu Hause, will das Unrecht wiedergutmachen. Und weil die Besitzer der Bilder nicht mit sich reden lassen, heckt er mit seinen Freunden Friedrich und Otto einen ziemlich unkonventionellen Plan aus …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Trio zu viert“

Lange hat sich niemand für ihn interessiert, nun wird er endlich gefeiert: Alfred Seebacher, erst in höherem Alter von der Kunstwelt beachtet, steht kurz vor der Eröffnung seiner ersten großen Ausstellung. Doch die Vorfreude bekommt einen empfindlichen Dämpfer, denn noch vor dem Start verschwinden fünf Gemälde – vier aus Seebachers eigenem Besitz und eine Leihgabe. Zusammen haben die Bilder einen Wert von rund 30.000 Mark. Kein Wunder also, dass sich im Polizeiruf 110 „Trio zu viert“ die Kriminalpolizei der Sache annimmt: Hauptmann Peter Fuchs und Oberleutnant Thomas Grawe sollen herausfinden, wer es auf die Werke des spät entdeckten Künstlers abgesehen hat.

Dass seine Arbeiten inzwischen für vierstellige Beträge gehandelt werden, erfüllt den Maler keineswegs nur mit Stolz. Viele seiner frühen Bilder hat er einst hergeben müssen, als die Familie kein Geld hatte – mal gegen ein Brot, mal gegen ein Paar Schuhe. Ausgerechnet diesen Werken begegnet er nun als Leihgaben in seiner eigenen Schau wieder, und die Erinnerung an die damaligen Tauschgeschäfte verbittert ihn zutiefst. Also klappert Seebacher die heutigen Besitzer ab, um ihnen die Bilder wieder abzukaufen: den Arzt Dr. Hausdörfer, die Kammersängerin Bomsberg und den Wirt des Lokals „Zur Linde“. Doch so sehr er sich bemüht – keiner von ihnen will seinen Seebacher wieder herausrücken.

Eingefädelt hatte die Tauschhandel seinerzeit Alfreds Vater Alfons, und genau daran ist das Verhältnis zwischen den beiden zerbrochen. Mittlerweile lebt der alte Herr im Altersheim, wo er seine Tage mit Friedrich Marquart und Otto Knebel verbringt. Von seinem berühmten Sohn hat er den beiden nie erzählt. Als die Freunde ihn einladen, gemeinsam die Ausstellung seines vermeintlichen Namensvetters anzuschauen, kommt die Wahrheit schließlich ans Licht.

Seit er die Bilder wiedergesehen hat, lässt Alfons das schlechte Gewissen nicht mehr los. Auf seine alten Tage wünscht er sich nichts sehnlicher als eine Aussöhnung mit dem Sohn, und dafür will er das alte Unrecht aus der Welt schaffen. Bereichern möchte er sich dabei nicht: Die Gemälde sollen dorthin zurück, wo sie aus seiner Sicht hingehören – zu dem, der sie gemalt hat. Weil die Besitzer sich auf keinen Handel einlassen, bleibt nur ein Weg, und der ist mit dem Gesetz kaum zu vereinbaren.

Also setzt sich Alfons mit Friedrich und Otto zusammen, und die drei Senioren nehmen die Sache mit großer Gründlichkeit in Angriff. Ihr Ziel ist das Museum, in dem die einst für einen Spottpreis abgegebenen Frühwerke hängen. Während Fuchs und Grawe im DDR-Polizeiruf „Trio zu viert“ noch den Dieben der fünf verschwundenen Bilder auf der Spur sind, tüfteln drei Rentner bereits an ihrem ganz eigenen Coup. Fragt sich nur, wer hier wem zuerst in die Quere kommt …

Hinter den Kulissen

In der 130. Folge der Reihe ermittelt Hauptmann Peter Fuchs (Peter Borgelt) bereits in seinem 77. Fall, für seinen Kollegen Oberleutnant Thomas Grawe (Andreas Schmidt-Schaller) ist es der 21. Einsatz. Im Mittelpunkt der Geschichte steht jedoch ein ungleiches Gespann: der Maler Alfred Seebacher (Wolfgang Dehler), sein Vater Alfons (Werner Dissel) und dessen Freunde Friedrich Marquart (Peter Herden) und Otto Knebel (Gerhard Vogt).

Wolfgang Dehler stand dabei nicht nur vor der Kamera – er hat auch das Drehbuch geschrieben. Regie führte Edgar Kaufmann. Gedreht wurde unter dem Arbeitstitel „Der Maler seines Lebens“ vom 5. Januar bis zum 5. März 1989 in Dresden, unter anderem im Leonhardi-Museum in Dresden-Loschwitz. Bei der Erstausstrahlung lag die Zuschauerbeteiligung bei 34 Prozent.

Ein kurioses Detail: In einer Szene spielen die Rentner Monopoly, das in der DDR verboten war und nicht eingeführt werden durfte. Beim Namen genannt wird das Spiel im Film zwar nicht, doch es steht gut sichtbar auf dem Tisch, und von einem Hotel auf der Badstraße ist ebenfalls die Rede.

Besetzung

Hauptmann Peter Fuchs – Peter Borgelt
Oberleutnant Thomas Grawe – Andreas Schmidt-Schaller
Alfred Seebacher, Maler – Wolfgang Dehler
Alfons Seebacher, Alfreds Vater – Werner Dissel
Friedrich Marquart – Peter Herden
Otto Knebel – Gerhard Vogt
Direktor Sauerbrei – Hanns-Jörn Weber
Hugo Schramm – Heinz-Karl Konrad
Dr. Hausdörfer, Arzt – Joachim Zschocke
Käthe Hausdörfer – Gerlind Schulze
Kammersängerin Bomsberg – Lenelies Höhle
Gastwirt – Lothar Krompholz
Siggi Schaffert – Achim Schmidtchen
Frau Schaffert – Helga Werner
Herr Dahlberg – Alfred Woronetzki
Pianist – Hans-Joachim Hutschenreuther
Schwester Monika – Monika Grabs
Ausstellungsbesucherin – Ursula Schucht
Ausstellungsbesucher – Peter Kube
u. v. a.

Stab

Regie – Edgar Kaufmann
Drehbuch – Wolfgang Dehler
Produktion – Hans-Jörg Gläser
Musik – Werner Pauli
Kamera – Michael Albrecht
Schnitt – Marion Fiedler
Produktionsunternehmen – Fernsehen der DDR