Kurz und knapp – darum geht’s

In einer beschaulichen Kleinstadt in Sachsen-Anhalt wird die achtjährige Sandy ermordet, und mit der Ruhe ist es schlagartig vorbei. Kommissar Günter Beck und seine Kollegin Kleinert reisen aus Halle an, geraten aber prompt mit dem örtlichen Polizisten Großkopf aneinander. Der erste Verdächtige, ein Mann namens Förster, muss wegen eines Alibis wieder gehen. Die verängstigten Eltern verlieren daraufhin das Vertrauen in die Polizei und gründen eine Bürgerwehr, die bald selbst zur Bedrohung wird. Als dann auch noch der Bauarbeiter Hartmann unter Verdacht gerät und sich der Befragung durch Flucht entzieht, steht die aufgeheizte Stimmung im Ort kurz vor dem Kippen …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „… und tot bist du“

Ruhig, ja geradezu idyllisch geht es in dem Städtchen in Sachsen-Anhalt zu – bis die achtjährige Sandy tot aufgefunden wird. Ihre Leiche liegt in einem Wohnhaus mitten im Ort. Mit dem Fall werden die Kommissare Günter Beck und Kleinert aus Halle betraut. Mit offenen Armen empfangen werden sie allerdings nicht: Der örtliche Polizist Großkopf hat bereits eigene Ermittlungen aufgenommen, und zwischen ihm und den Kollegen aus Halle kracht es. Bis die drei an einem Strang ziehen, vergeht einige Zeit.

Einen Schuldigen scheint es da längst zu geben. Kaum sind Beck und Kleinert angekommen, wird ihnen Herr Förster als Täter präsentiert, und die Indizien wiegen schwer: Er hat im Ort Kinder fotografiert, Sandy vom Spielplatz weggelockt und mit ihr ein Eis gegessen. Außerdem wurde er vor der Tat in jenem Haus gesehen, in dem später das tote Mädchen lag. Für das Lokalblatt ist die Sache klar. Doch ausgerechnet Försters Kamera entlastet ihn – die Aufnahmen belegen, dass er sich zur Tatzeit nicht in der Nähe des Tatorts aufhielt. Die Ermittler im Polizeiruf 110 „… und tot bist du“ müssen ihn laufen lassen.

Für die Einwohner ist das kaum zu begreifen. Die Angst um die eigenen Kinder sitzt tief, der Glaube an die Fähigkeiten der Polizei schwindet zusehends. Also beschließen die Bürger, selbst für Recht und Ordnung zu sorgen, und gründen eine Bürgerwehr, die über die Sicherheit der Kleinen wachen soll.

Beck und Kleinert verfolgen derweil eine neue Spur. Ein Zeuge hat am Tattag beobachtet, wie der Bauarbeiter Hartmann vom Dachboden des Hauses rannte, in dem Sandy gefunden wurde. Als das Duo ihn befragen will, sucht Hartmann das Weite – und was die Kommissare über ihn herausfinden, lässt ihn nicht in besserem Licht erscheinen: Er saß wegen Exhibitionismus vor Kindern im Gefängnis und war vor anderthalb Jahren in einem bis heute ungeklärten Kindermord verdächtig, ohne dass man ihm damals etwas nachweisen konnte. In seinem Keller taucht zudem ein Fernrohr auf, das einem Hausbewohner aus dem Spind auf dem Dachboden gestohlen worden war.

Die Zeitung macht Hartmann umgehend zum Serienmörder, und die Bürgerwehr bedroht seine Frau und sein Kind. Dann verschwindet erneut ein Mädchen und wird wenig später tot gefunden. Spätestens jetzt steht fest, dass im MDR-Polizeiruf „… und tot bist du“ ein Serientäter sein Unwesen treibt, der Mädchen sexuell missbraucht und anschließend ermordet. Angst und Hysterie greifen im Ort um sich, und die Lage droht endgültig zu eskalieren …

Hinter den Kulissen

Für Kommissar Günter Beck (Günter Naumann) ist es der siebte Fall, an seiner Seite ermittelt Kleinert (Arianne Borbach). Mit Beck griff der federführende MDR auf ein Gesicht zurück, das das Publikum bereits aus DFF-Zeiten kannte. Anders als später ist der Kommissar hier noch an keine feste Stadt gebunden, sondern im gesamten Sendegebiet des MDR im Einsatz – diesmal in einem nicht näher bezeichneten Ort in Sachsen-Anhalt.

„… und tot bist du“ ist der erste Polizeiruf, den nicht der Deutsche Fernsehfunk, sondern der MDR produziert hat. Nach dem Ende des DFF war die Zukunft der Reihe zunächst ungewiss: 1992 setzte der MDR auf den westdeutschen Tatort und strahlte zwei noch vom DFF gedrehte Filme mit den Kommissaren Ehrlicher und Kain nicht als Polizeiruf aus. Weil unter anderem die Folge „Mit dem Anruf kommt der Tod“ auch beim gesamtdeutschen Publikum gut ankam und die Reihe bei der Abwicklung des DFF als bewahrenswert eingestuft worden war, fiel 1993 die Entscheidung für eine Fortsetzung. Die Titelmusik von Hartmut Behrsing stammt noch aus DFF-Zeiten, der Vorspann zeigt jedoch Actionszenen aus den Polizeiruf-Filmen des Jahres 1993.

Seinen ungewöhnlichen Titel verdankt der Film einem Abzählreim, den die Kinder darin aufsagen: „Ene mene muh, und tot bist du“. Gedreht wurde größtenteils im brandenburgischen Luckau in der Niederlausitz und Umgebung. Die Erstausstrahlung erreichte eine Einschaltquote von 16 Prozent.

Besetzung

Kommissar Günter Beck – Günter Naumann
Kommissarin Kleinert – Arianne Borbach
Polizist Großkopf – Manfred Gorr
Hempel – Werner Tietze
Peter Hempel – Marco Hofschneider
Udo – Joachim Zschocke
Förster – Carl Heinz Choynski
Frau Schiffer – Karin Düwel
Frau Hartmann – Heidrun Welskop
Hartmann, Bauarbeiter – Gert-Hartmut Schreier
Karin Gentz – Rita Feldmaier
Gentz – Günter Junghans
Oma Rapsch – Annelise Matschulat
Opa Schimpf – Fred Delmare
Glawatty – Eberhard Mellies
Ulrike (Kind) – Maxi Zimmermann
Kind – Stefanie Klauck
Kind – Mareen Laqua
Kind – Daniela Rehor
Kind – Steffen Schumann
Kind – Henning Tölpe
Kind – Claudia Töpfer
u. v. a.

Stab

Regie – Thomas Jacob
Drehbuch – Barbara Schön, Thomas Jacob
Produktion – Werner Uwe Kraft
Musik – Arnold Fritzsch, Hartmut Behrsing
Kamera – Werner Helbig
Schnitt – Silvia Hebel
Produktionsunternehmen – MDR