Kurz und knapp – darum geht’s
Feuer im Haus von Medizinalrat Dr. Loewen: Während die Familie verreist ist, wütet der Brand vor allem im Erdgeschoss, und ein Unbekannter in Ledermontur bricht von innen eine Tür auf, stürmt an Nachbar Exner vorbei und flieht. Oberleutnant Peter Fuchs und Leutnant Vera Arndt haben bald Gewissheit, dass jemand das Feuer gelegt hat – und ebenso schnell einen Verdächtigen: Hanno Hecht, den früheren Freund von Loewens Tochter Ulrike, von dem sie sich auf Drängen ihrer Mutter trennen musste. Die wertvolle Grafiksammlung des Hausherrn scheint restlos zerstört. Doch dann tauchen ausgerechnet bei einem Hehler in Berlin Blätter aus genau dieser Sammlung auf …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Verbrannte Spur“
Die Hausherren sind weit weg, das Haus müsste eigentlich verwaist sein – und doch brennt es plötzlich bei Medizinalrat Dr. Loewen. Nachbar Exner entdeckt das Feuer und will es auf eigene Faust löschen. Doch kaum ist er zur Stelle, wird von innen eine Tür aufgebrochen: Ein Mann in Ledermontur stürzt heraus, hastet an dem überrumpelten Nachbarn vorbei und ist im nächsten Augenblick verschwunden. Zurück bleiben ein verwüstetes Erdgeschoss und ein Zeuge, der kaum fassen kann, was sich da vor seinen Augen abgespielt hat.
Wenig später nehmen Oberleutnant Peter Fuchs und Leutnant Vera Arndt den Fall auf. Spurensicherung und Brandermittler lassen keinen Zweifel: Das Feuer ist kein Unglück, hier hat jemand gezündelt. Von den Bewohnern ist niemand greifbar. Das Ehepaar Loewen verbringt seinen Urlaub im Ausland, Tochter Ulrike erholt sich mit ihrem gut situierten Verlobten, dem Textilingenieur Achim Raschke, in einem Hotel in Thüringen. Besonders schwer wiegt, was im Wohnzimmerschrank lag: Dort bewahrte der Medizinalrat seine Grafiksammlung auf, von der offenbar nichts als Asche übrig ist.
Lange müssen die Ermittler im Polizeiruf 110 „Verbrannte Spur“ nicht nach einem Verdächtigen suchen. Der Name, der schnell fällt, gehört Hanno Hecht – jenem jungen Mann, mit dem Ulrike einst zusammen war, bis ihre Mutter Beate Loewen auf ein Ende der Beziehung drängte. Ein abgewiesener Verehrer, der sich rächen will: Die Überlegung liegt nahe. Hanno fährt Motorrad, und als dann auch noch seine Fahrtmontur mit Brandlöchern im Müll auftaucht, scheint sich das Bild zu einem Ganzen zu fügen. Für den jungen Mann sieht es alles andere als gut aus.
Und doch will am Tatort nicht alles zusammenpassen. Da ist zum Beispiel das eingeschlagene Badfenster, das auf den ersten Blick wie der Weg des Brandstifters ins Haus aussieht – bei näherem Hinsehen aber mehr Fragen aufwirft, als es beantwortet. Und weshalb hat sich der Unbekannte gewaltsam durch eine verschlossene Tür ins Freie gekämpft, statt das Gebäude auf demselben Weg zu verlassen, auf dem er hereingekommen war? Fuchs und Arndt beginnen zu ahnen, dass der Fall verzwickter ist, als es zunächst schien.
Dann kommt aus Berlin eine Nachricht, die die Ermittlungen im TV-Krimi „Verbrannte Spur“ endgültig durcheinanderwirbelt: Bei einem Hehler sind Stücke aus Dr. Loewens Grafiksammlung aufgetaucht – Blätter, die nach allem, was man bisher weiß, in jener Nacht verbrannt sein müssten. Wenn aber nicht die gesamte Sammlung den Flammen zum Opfer gefallen ist, stellt sich eine ganz neue Frage: Was ist in dem verlassenen Haus wirklich geschehen …
Hinter den Kulissen
„Verbrannte Spur“ ist die vierte Folge der Reihe Polizeiruf 110 und zugleich der vierte gemeinsame Fall von Oberleutnant Peter Fuchs (Peter Borgelt) und Leutnant Vera Arndt (Sigrid Göhler). Neu ist dabei ein kleines Detail: Zum ersten Mal duzen sich die beiden und reden sich mit Vornamen an. Regie führte Heinz Seibert, das Drehbuch stammt von Hans Lucke.
Lucke baute zahlreiche humorvolle Momente in die Geschichte ein und schrieb sich dabei selbst eine komische Nebenrolle auf den Leib: Er spielt den Portier des Thüringer Hotels, der sich einen ausgedehnten Wortwechsel mit Oberleutnant Fuchs liefert.
Gedreht wurde der Schwarz-Weiß-Film vom 6. Dezember 1971 bis zum 25. Januar 1972 unter anderem in Potsdam, damals noch unter dem Arbeitstitel „Brandnacht“. Für die Kostüme war Ruth Karge verantwortlich, die Filmbauten stammen von Klaus Poppitz. Produziert wurde die Folge vom Fernsehen der DDR.
Besetzung
Oberleutnant Peter Fuchs – Peter Borgelt
Leutnant Vera Arndt – Sigrid Göhler
Hanno Hecht – Eckhard Becker
Hildegard Exner – Carola Braunbock
Textilingenieur Achim Raschke – Klaus Gehrke
Beate Loewen – Maria Rouvel
Ulrike Loewen – Uta Schorn
Kollege Barsch – Rainer Adler
Medizinalrat Dr. Loewen – Kurt Jung-Alsen
Portier Chemin-Petit bzw. Kleinweg – Hans Lucke
Nachbar Exner – Werner Senftleben
Brigadier Grabow – Günter Wolf
Frau Hecht – Gaby Jäh
Frau Schmidt-Geiersfeldt – Jutta Klöppel
Unterleutnant – Freimut Götsch
Oberärztin – Anneliese Müller
Assistenzarzt – Jürgen Rummel
Nachbarin – Charlotte Worgitzky
Sekretärin – Margitta Lüder-Preil
Krankenschwester – Anne Wollner
Hauptwachtmeister – Rüdiger-Hubertus Gumm
Brandermittler – Thomas Kästner
Abschnittsbevollmächtigter – Günter Maass
Eule – Klaus Bergatt
u. v. a.
Stab
Regie – Heinz Seibert
Drehbuch – Hans Lucke
Produktion – Hans W. Reichel, Gerd Klisch
Musik – Wolfgang Pietsch
Kamera – Tilmann Dähn
Schnitt – Margrit Schulz
Kostüm – Ruth Karge
Filmbauten – Klaus Poppitz
Produktionsunternehmen – Fernsehen der DDR










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