Polizeiruf 110: Your Body My Choice

Kurz und knapp – darum geht’s

Der gewaltsame Tod einer jungen Frau erschüttert Magdeburg: Ungebremst stößt Arzthelferin Marwa mit einem Auto zusammen, als sie mit dem Rad auf dem Weg zur Arbeit ist. Schnell ist klar: Es war Mord, denn die Bremsschläuche wurden durchgeschnitten. Marwa arbeitete in einer Frauenarztpraxis, die auch Abtreibungen durchführt. Galt der brutale Anschlag also gar nicht ihr, sondern der Ärztin Dr. Schöller-Hahnfeld? Kommissarin Doreen Brasch ermittelt sowohl im Umfeld der Praxis als auch in der „Lebensschützer“-Szene, die mit rabiaten Methoden und Einschüchterungen Frauen bedrängt, die abtreiben wollen – so auch die junge Polin Dania, die deswegen extra nach Deutschland gereist ist.

War Marwas Mörder auch ein angeblicher „Lebensschützer“? Und was weiß Lara Becker, die als „Abortion Buddy“ arbeitet und Dania praktische Hilfe leistet? Die wiederum fühlt sich inmitten der sich zuspitzenden Konflikte zwischen Abtreibungsgegnern und -befürwortern zunehmend unsicher und bedroht …

Der Polizeiruf 110 Magdeburg „Your Body, my Choice“ ist am 8. März 2026, dem Internationalen Frauentag, um 20:20 Uhr im Ersten zu sehen.

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Your Body, my Choice“

Zunächst sieht alles nach einem tragischen Verkehrsunfall aus: Eine Radfahrerin fährt bei Rot über eine Kreuzung und prallt ungebremst mit einem PKW zusammen. Marwa, das Opfer, stammte aus Libyen und lebte seit sieben Jahren in Magdeburg. Wie jeden Morgen war die Arzthelferin mit dem Fahrrad auf dem Weg zu ihrem Arbeitsplatz: der Frauenarztpraxis von Dr. Doro Schöller-Hahnfeld. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass Marwas Tod kein Unfall war – sondern Mord: Die Bremsschläuche ihres Zweirads wurden durchgeschnitten.

Wer tut so etwas? Wer ermordet auf solch brutale Weise eine junge Frau? Kommissarin Doreen Brasch ermittelt im Umfeld der Arztpraxis und befragt auch Dr. Schöller-Hahnfeld, die bekannt dafür ist, dass sie Abtreibungen durchführt. Immer öfter wird die engagierte Medizinerin im MDR-Polizeiruf „Your Body, my Choice“ deshalb angefeindet, vor allem auf Social Media. Aber auch Drohmails mit Mordaufrufen häufen sich in letzter Zeit. In Brasch keimt ein beunruhigender Verdacht: Galt der Anschlag womöglich gar nicht Marwa direkt, sondern vielmehr ihrer Chefin, der Frauenärztin? Und allen anderen, die für sie arbeiten?

Auf der Suche nach dem Urheber der Hassmails gegen Schöller-Hahnfeld – und dem möglichen Mörder von Marwa – taucht Brasch ein in die Szene der radikalen Abtreibungsgegner, die mit zunehmend rabiaten Methoden und Einschüchterungsversuchen Frauen bedrängen, die Hilfe suchen. Direkt vor der Frauenarztpraxis hat eine kleine Gruppe „Lebensschützer“ Position bezogen, die mit lautstarken Gebeten und frommen Gesängen auf sich aufmerksam macht. Ein typischer Fall von „Gehsteigbelästigung“, durch den potenzielle Patientinnen eingeschüchtert werden sollen.

Zu ihnen gehört auch die junge Polin Dania, die extra nach Deutschland gereist ist, um ihre ungewollte Schwangerschaft zu beenden. Eigentlich dachte Dania, dass sie hier in Sicherheit sei, doch die zunehmenden Anfeindungen und der brutale Mord an Marwa machen ihr Angst. Zwar wird Dania unterstützt von Lara Becker, die ihr als „Abortion Buddy“ zur Seite steht, aber die Studentin, die sich nach außen entschlossen und engagiert gibt, hat selbst mit psychischen Problemen und Aggressivität zu kämpfen. Ausgerechnet zu Ermittlerin Brasch jedoch fasst Lara schnell Vertrauen, als die beiden sich nach Ausschreitungen zwischen Abtreibungsgegnern und -befürwortern zufällig begegnen. Die Kommissarin im TV-Krimi „Your Body, my Choice“ fühlt sich zu der jungen, kämpferischen Aktivistin hingezogen, auch aufgrund ihrer eigenen zwiespältigen Erfahrungen mit dem Thema Schwangerschaft – was Braschs Chef, Kriminalrat Uwe Lemp, mit Misstrauen beobachtet.

Doch dann passiert etwas, das Doreen Brasch und Lara Becker unfreiwillig zusammenschweißt: Laras Schützling Dania ist spurlos verschwunden, kurz vor ihrem Abtreibungstermin. Und Marwas Mörder läuft immer noch frei herum …

Hinter den Kulissen

Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März sendet Das Erste einen Sonntagskrimi, der gesellschaftliche Konflikte rund um das Thema Abtreibung thematisiert. Für Autorin Annika Tepelmann und Regisseurin Franziska Schlotterer ist der Polizeiruf 110 „Your Body, my Choice“ zugleich ein „Statement zum Weltfrauentag“, mit einem Titel, der „bewusst provokant gewählt [wurde]. In diesem radikalen Slogan verdichtet sich der absurde Besitzanspruch über den weiblichen Körper. Wir laden das Publikum ein, sich mit dem Thema aus der Sicht von drei Frauen auseinanderzusetzen.“ Wichtig war den Macherinnen vor allem, zu zeigen, dass solche Konflikte „niemals abstrakt“ bleiben: „Hinter jedem ideologischen Kampf stehen konkrete Frauen mit konkreten Schicksalen. Am Ende müssen sie alleine die Entscheidung über ihren Körper treffen dürfen.“

Abgedreht wurde der 22. Einsatz von Hauptkommissarin Doreen Brasch (Claudia Michelsen) vom 1. Juli bis zum 31. Juli 2025 in Magdeburg. Termin der TV-Erstausstrahlung ist Sonntag, der 8. März 2026, wegen einer verlängerten Tagesschau zur Landtagswahl in Baden-Württemberg um 20:20 Uhr im Ersten.

Videos zur Produktion

ARD Trailer

Polizeiruf-Kritik

Die Redaktion von Tatort-Fans meint:
Keine Frage: Dies ist definitiv ein Film, der aufrüttelt und deutlich zeigt, wie schnell gesellschaftliche Konflikte brutal eskalieren können: Aus frommen Worten und Gebeten erwächst ein gewalttätiger Mob, der das Selbstbestimmungsrecht von Frauen im wahrsten Wortsinn mit Füßen tritt. Ein wertvoller und allein wegen dieser politischen Dimension empfehlenswerter TV-Beitrag zum Weltfrauentag.

Leider kann die Krimiqualität nicht mit der Wucht der politisch-gesellschaftlichen Message mithalten, woran auch der sehr gute Cast nichts ändert: Die Handlung ist allzu vorhersehbar, sodass man am Ende nur noch ungeduldig wartet, wann die Polizei denn endlich den längst identifizierten Mörder zur Strecke bringt.

Musik

– DAM: Al Huriye Unt’a – Freedom for my Sisters
– Katrina and the Waves: Walking on Sunshine
– Billy Idol: Rebel Yell
– DarstellerInnen: Nun danket alle Gott

Die übrige Filmmusik wurde eigens für den Polizeiruf von David Grabowski komponiert und ist nicht im Handel erhältlich.

Besetzung

Hauptkommissarin Doreen Brasch – Claudia Michelsen
Kriminalrat Uwe Lemp – Felix Vörtler
Lara Becker – Luna Jordan
Dania – Nicola Magdalena Lüders
Maik Gerboth – Sebastian Jakob Doppelbauer
Marwa – Melissa Gross
Dr. Doro Schöller-Hahnfeld – Jenny Schily
Thilo Schubert – Mathias Max Herrmann
Natalia – Annett Sawallisch
Frau Liebing – Veronika Nowag-Jones
Kathrin – Eugénie Anselin
Toni – Ruben Sabel
René Metzner – Uwe Fischer
Julian Rose – Marc Benner
u. v. a.

Stab

Drehbuch – Annika Tepelmann
Drehbuchmitarbeit – Franziska Schlotterer
Regie – Franziska Schlotterer
Kamera – Hanno Lentz
Musik – David Grabowski
Casting – Mai Seck
Kostümbild – Manuela Nierzwicki
Szenenbild – Juliane Hoffrecht
Schnitt – Dagmar Lichius
Licht – Michael Beitz
Ton – Benjamin Schubert
Maske – Jana Lindner, Elke Lebender
Herstellungsleitung – Nicole Zscherny, Christoph Kukula
Produktionsleitung – Linda-Katharina Weiß, Jörg Kuhlmann
Producerin – Susanna Enk
Produzenten – Eike Goreczka, Christoph Kukula
Ausführende Produzentin – Iris Kiefer
Redaktion – Denise Langenhan (MDR)

32 Kommentare

  1. vor 1 Monat

    In einem Interview äußerte sich Claudia Michelsen zur Figur Brasch (nicht nur) in diesem Tatort
    Brasch erinnere sich, in welcher Situation sie als junge Frau gewesen sei. Wie frei dürfe, müsse oder solle jede Frau in ihrer Entscheidung sein können, ein Kind in diese Welt zu bringen, mit allem, was dazu gehört? Schaffe man es, diese Verantwortung zu tragen etc.? Sie denke, das sei ein wunder Punkt in Braschs Leben, ein Versagen, mit dem bis heute schwer klarzukommen sei. Das sei das Tolle an Brasch, wir könnten immer wieder auch über sie an Themen und Geschichten, an Figuren emotional herantreten.
    Brasch sei eine Frau, die eher im Fühlen lebe und agiere als im Kopf und im Denken. Da gebe es eine Anziehung, vielleicht sei es die junge Brasch, die sie da spüre oder die Tochter, die sie nie gehabt habe.
    Brasch sei nicht so einfach nur eine Figur, die immer in Situationen geworfen werde, in denen sie Haltung zeigen müsse. Auch dass sie nicht in ein empathisches Verhalten zum Täter verfalle. Da genau den schmalen Grat zu halten sei immer wieder eine Herausforderung.
    Natürlich habe sie immer eine klare Haltung zu den jeweiligen Geschichten, aber manchmal sei es doch besser, wir ahnten diese nur – und im besten Falle dürfe das Publikum sich selbst überprüfen. Und wenn man genau hinhöre und hinschaue, erkennt man Braschs Haltung zu jeder Situation.

  2. vor 1 Monat

    Für alle, die das Interview im Original lesen wollen:
    reportage.mdr.de/mediendossier_pr110_your_body_my_choice#rollenprofile-und-interviews


  3. Ende der Erstausstrahlung

  4. vor 6 Tagen

    Endlich mal wieder ein durchgängig spannender und packender Polizeiruf. Ok, ein Schwachpunkt war, dass er bereits nach 20 Minuten aufgelöst wurde. Aber ansonsten hat mir die Folge gefallen. Und natürlich ist das Thema passend zum internationalen Frauentag.

    Kommissarin Brasch endlich mal wieder eine besonnene Ermittlerin und nicht emotional außer Rand und Band. Und bei Kriminalrat Lemp gefällt mir, dass Felix Vörtler ausnahmsweise mal eine ernsthafte und sympathische Rolle spielen darf.

    Aufgrund von Hörproblemen sind für mich zur Zeit Untertitel wichtig. Leider war diese Funktion nach etwa der Hälfte des Films weg, wodurch ich einige Dialoge nicht komplett mitbekommen konnte.

  5. vor 6 Tagen

    Das war der passende Polizeiruf zum heutigen Weltfrauentag. Ja, diese sogenannten „Lebensschützer“, die können schon wütend machen. Und Verhältnisse bei uns wie z.B. in den USA oder Polen wären gruselig. Jedenfalls war’s spannend und vor allen Dingen nicht verworren wie so oft, so hab ich ausnahmsweise mal nicht den Faden verloren. Meine Wertung ist 4,5 von 5 Sternen.

  6. vor 6 Tagen

    Es war heute anlässlich des ‚Frauentags‘ eher ein frauenspezifisches Thema, ich fand dieses aber dennoch – auch für mich als Mann – recht ansprechend umgesetzt!

    Es wurde zwar jetzt schon öfters (auch von anderen User:innen) angemerkt, aber heute bin ich wieder der Ansicht, dass diese Polizeiruf-Folge qualitativ besser war als die TO-Folgen der letzten beiden Wochen!😌

    Fazit: zwar kein Highlight, aber ein solider, guter Sonntagabend-Krimi!
    (dreieinhalb Sterne)

    1. vor 6 Tagen

      Wobei der Film weniger ‚Krimi‘, als eher Sozial Studie war (da stimme ich User @Adabei zu).

      Meine Partnerin arbeitete früher in der Wiener Innenstadt in der Nähe einer Abtreibungs-Ambulanz. Wenn sie auf ihrem Weg zum Büro dort vorbei musste, wurden ihr immer wieder Plastik-Embryos in die Hand gedrückt und Sachen gesagt wie „Gott sieht, was du tust“. Ist schon ziemlich penetrant, welchen ‚Missionseifer‘ solche pseudo-christlichen Gestalten haben (die Männer waren dabei übrigens fanatischer als die Frauen😒) …

  7. vor 6 Tagen

    [SPOILER] Sowohl die Abtreibungshelferin Lara als auch der Lebensschützer Maik wollen beide Gutes tun, verirren sich aber immer mehr in extreme Gedanken und aggressive Aktionen. So erreichen sie nur das Gegenteil von „gut“.
    Eigentlich weniger Krimi sondern mehr Sozialstudie. Wenig kriminalistische Spannung aber wegen guter Sozialstudie, der guten Schauspieler (m/w), guter Regie und Drehbuch sehenswert. 4 von 5 Sterne.

  8. vor 6 Tagen

    ### Spoiler ###
    Ein spannend gemachter, guter Krimi, zu dem ich allerdings zwei Anmerkungen habe:

    1.) An der Person von Lara sollte gezeigt werden, dass es Abtreibungsbefürworter geben soll, die mit unlauteren Mitteln arbeiten – Schreiben von Hass-Mails in einem gehackten Account und Gewaltbereitschaft. Aus der non-fiktionalen Berichterstattung ist mir das nicht geläufig, von psychischer und physischer Gewalt seitens der Abtreibungsgegner ist dagegen häufig die Rede. Es gefällt mir nicht, dass in dem Film die Abtreibungsbefürworter auf diese Weise ins Zwielicht gerückt werden.

    2.) Dania bedankt sich am Schluss bei der Ärztin für alles. Das sieht danach aus, dass sie letzten Endes die Abtreibung durchführen konnte. Aber ein Hauch von Ambiguität bleibt: Diese Szene könnte auch – obwohl das die weniger wahrscheinliche Variante ist – so gedeutet werden, dass die Polin sich letztlich gegen die Abtreibung entschieden hat und sich nur für die Unterstützung während ihrer Konfliktsituation bedankte. Dies umso mehr, als auch Brasch ja erwähnte, dass sie sich seinerzeit gegen eine Abtreibung entschieden hatte.

    Vor allem Punkt 2 finde ich problematisch: Dadurch, dass die Frage, ob Dania jetzt abgetrieben hat oder nicht, nicht hundertprozentig eindeutig beantwortet wird – wenn auch mit „Schlagseite“ in Richtung der Entscheidung für Abtreibung – wird subtil und subkutan vermittelt, dass die Abtreibungsgegner irgendwo vielleicht doch nicht ganz Unrecht haben.

    Und da ist meine Haltung eindeutig: Eine Frau, die sich zur Abtreibung entschieden hat, sollte in dieser Entscheidung nicht wankend gemacht werden. Ich bin deshalb auch entschieden gegen die im deutschen Recht vorgesehene Pflichtberatung vor dem Abbruch.

    Wären die o.g. 2 Punkte nicht gewesen, hätte es von mir 10 von 10 Punkten und einen Platz auf der Allzeit-Bestenliste gegeben.

    So aber kann ich mich nur für 6 von 10 Punkten entscheiden.

    1. vor 6 Tagen

      ###SPOILER###
      @Der Wanderer:
      Also für mich war Pkt. 2.) eindeutig in der Richtung gelöst, dass Dania die von ihr gewünschte Abtreibung durchführen konnte.

      Hätte sie nicht abtreiben wollen, wäre sie nicht noch einmal zur Ärztin gegangen (m.E.) …

    2. vor 6 Tagen

      ### Spoiler ###
      Hallo!
      Einige interessante Diskussionsanlässe in Ihrer Nachricht.
      zu 1. möchte ich bemerken, dass es nicht Lara war, die Gewaltmails mit einem gehackten Account geschrieben hat, sondern Maik.
      (Das ganze war in meinen Augen unrealistisch dargestellt, denn Maik hat zwar die Drohmails an die Praxis mit falschem Absender geschrieben, aber mit einem normalen Mailprogramm von seinem Rechner, das heißt die IP-Adresse wird seine gewesen sein. Prinzipiell hätte die Polizei – da mehrere Tage Zeit waren – hier erfolgreich ermitteln können. Meine eigene Erfahrung aus der Praxis: man erhält nach ein paar Wochen Post, dass es kein Täter ermittelt werden konnte. Immer nach derselben internen Wartezeit, in der man „intensiv ermittelt hat“.
      [In der Szene gab es übrigens einen Darstellungsfehler: im Mailprogramm obendrüber stand „Posteingang Maik Gerbroth“ geöffnet war aber der Postausgang „Richard@postnetz.com“]
      Also 1. Punkt: ich denke nicht dass Lara die Gewaltmails geschrieben hat, also hat man auch nicht versucht, damit Abtreibungsbefürworter in ein schlechtes Licht zu rücken.
      Der zweite Vorwurf gegen Lara, die Gewaltbereitschaft, ist nachzuvollziehen, ich sehe sie aber eher in der Person als in der Sache begründet. Stichwort „kurze Zündschnur“.

      Ich bin dankbar für die Äußerungen in Punkt 2).
      Ich war beim Sehen der Folge fest davon ausgegangen, dass die Abtreibung durchgeführt wurde. Bei nochmaligem Schauen gibt es dazu tatsächlich keinen Beleg.
      Als die Ärztin Dania alles Gute wünscht, ist diese gerade von einem Hocker aufgestanden, nicht von einem Behandlungsstuhl. Die Liege die dort stand, ist für solche Behandlungen nicht geeignet. Die Ärztin trägt keine Handschuhe, kein Mundschutz. Es gibt keine Anästhesistin (es gibt ja auch kein Personal, wie wir wissen).
      Es spricht also tatsächlich nichts für den durchgeführten Abbruch.
      Es könnte natürlich sein, dass die Szene das Ende der Nachbesprechung darstellt. Die wäre aber eher Sprechzimmer erfolgt als in einem Behandlungsraum.
      Auf dem Tisch lag die Patienentakte mit einem kurzen Eintrag für den Tag, man konnte ihn aber leider nicht lesen.

      Ich finde es nicht kritisch, wenn am Ende offen geblieben ist, ob Dania abgetrieben hat oder nicht, damit zeigt sich für mich nur, dass es ihre innerste Entscheidung war an der sie uns nicht hat teilhaben lassen.
      Die Formulierung, dass die Abtreibungsgegner vielleicht nicht unrecht hatten, finde ich unglücklich, denn die Argumente der Abtreibungsgegner sind ja legitim und nachvollziehbar. Vereinfacht ausgedrückt geht es hier ja nur darum, welches Recht höher zu bewerten ist.
      Aber ich will hier beileibe keine Diskussion dazu lostreten.

      1. vor 6 Tagen

        Was aber offen blieb – und das sehe ich kritischer – das war der Mordfall.

      2. vor 6 Tagen

        ### Spoiler ###
        StefaN:
        Wieso sollte Ihrer Ansicht nach der Mordfall ‚offen‘ geblieben sein?

        Maik sagte ja im Gespräch mit Dania, dass der Tod der Radfahrerin ’so nicht geplant‘ war. Damit gestand er m.E. eindeutig die Manipulation des Bremsschlauchs am Fahrrad. Da man wohl nicht nachweisen kann, dass er den möglichen Tod der Radfahrerin bewusst in Kauf genommen hat (‚bedingter Tatvorsatz‘), wird er wohl wegen ‚(grob) fahrlässiger Tötung‘ bestraft werden!😔

  9. vor 6 Tagen

    was für ein Drama zum Frauentag – der Fall , wie üblich von Frau Brasch im heldenhaften Alleingang und meistens gegen den Willen dieses störrischen übergewichtigen Vorgesetzten gelöst – spannender Showdown – „Your Body, my Choice“ damit´s auch jeder versteht – der nächste PR 110 wird aber hoffentlich nicht zeitgemäß “ Policecall one one zero “ heißen – und noch etwas absurdes : Maagdeburg war bei den gespielten Magdeburgern oft zu hören – eine sprachliche Totsünde in MD – oder ?

    1. vor 6 Tagen

      „… dieses störrischen übergewichtigen Vorgesetzten …“ ist eine völlig unpassende Aussage. Zum einen verhielt sich der Kriminalrat angemessen sachlich zum anderen hat eine abwertende Beurteilung des Körpergewichtes/Aussehens weder bei Schauspielerinnen noch bei Schauspielern etwas zu suchen (es sei denn ein beleibter Mensch spielt eine magersüchtige Person).

      1. vor 6 Tagen

        Also bitte; man kanns echt auch übertreiben mit der woken Correctness.
        „Übergewichtig“ ist ein völlig sachlicher Begriff und keine abwertende Beurteilung.

      2. vor 6 Tagen

        @Antje: …davon abgesehen fand ich es ausgesprochen positiv, daß er sich von Laras absichtlichen Provokationen und verbalen Attacken nicht aus der Ruhe bringen ließ.

  10. vor 6 Tagen

    Glaube, Macht, Ideologie: Frau Brasch versucht den Spagat zwischen sog. „Babyzid stoppen!-Lobby“ und „Pro-Choice-Stakeholdern“ unter dem idealisierten Kompetenzprofil einer modernen Polizeibeamtin mit konsequentem Handeln und bürgernaher Kommunikation (>Freundin und Helferin<) zu meistern.
    Im Vordergrund müsste hier selbstredend der Kriminalfall incl. Plot-Twists und falschen Fährten stehen; einige Szenen sind für erfahrene Zuschauer jedoch auf fast bizarre Weise absehbar.
    Ausklang: Politisch korrekte Krimikost im Würgegriff konformer Haltungsangebote …
    @Doreen Brasch:
    »What if God was one of us / Just a slob like one of us /
    Just a stranger on the bus / Tryin´ to make his way home«*
    (* 🎼 Joan Osborne – One of Us)

    1. vor 6 Tagen

      @Spaceball Ricochet
      He wrote this book here an‘ in the Book He says:
      „He made us all to be just like Him,“
      So… If we’re dumb… Then God is dumb…
      An‘ maybe even a little bit ugly on the side
      |: Dumb All Over – a little ugly on the side :|
      Frank Zappa: „Dumb All Over“
      Album: „You Are What You Is“
      Barking Pumpkin Records 23.9.1981

  11. vor 6 Tagen

    der Film hat uns gut gefallen

  12. vor 6 Tagen

    Fürs Leben zu sein, ist ja nicht verwerfliches. Für mich war das im gezeigten Film zu einseitig. Ja, die Frau soll entscheiden, aber wo sind die Grenzen. Das wurde leider nicht thematisiert.

    1. vor 6 Tagen

      Muss auch nicht, ist längst besprochen. Die Mediatheken haben die entsprechenden Doku-Diskussionen ausgiebig im Netz. Absolute Empfehlung für alle, die entsprechende Erkenntnisse vom heutigen Krimi verlangen!

  13. vor 6 Tagen

    ⭐⭐⭐⭐ Ziemlich gute und spannend erzählte Geschichte. Charaktere plausibel, thematisch breit aufgestellt und nicht allzu einseitig dargeboten.

    Die eingängige Erzählweise hat einen guten Rhythmus. Leider verliert sie auf Höhe der Mitte an Fahrt und geht über in eine komische Verfolgungsjagd. Das ist ein wenig profan, und schon sehr gewollt, als der Rollstuhl mit GPS Tracker ins Spiel kommt.

    Schauspielerisch ist der Psychopath sehr überzeugend, die anderen aber auch.

    Finale Gewalt. Aber, wie wir wissen, ist das keine Lösung. Schließlich nimmt die Story ein ruhiges Ende. Nichts ändert sich und alles bleibt beim Alten. Wie im richtigen Leben.

  14. vor 6 Tagen

    Das war ein guter Krimi zu einem schwierigen und umstrittenen Thema passend zum Weltfrauentag 2026.Bei uns gab es auch vor einigen Jahren militante religiöse Abtreibungsgegner,die vor einer Arztpraxis „Mahnwachen “ abgehalten haben. Sie haben aber mit der Zeit gemerkt,dass sie so nichts verändern können an der Rechtslage und den Abbrüchen in der Praxis und haben ihre Aktionen aufgegeben.

  15. vor 6 Tagen

    ### Spoiler ###
    Ist hier zufällig ein Sachkundiger aus der Film- und Fernsehenbranche anwesend, der mir folgendes in letzter Zeit immer wieder anzutreffendes Phänomem erklären kann:
    Handlungsstrang der zum Showdown führt: Tag / hell
    Showdown: Tag / hell
    Versorgung der Verletzten des Showdowns: Nacht / dunkel

    Diesmal auch wieder.
    Ich versuche eine kurze chronologische Einordnung:
    9:00 Termin bei der Ärztin (wegen Personalmangels abgesagt)
    kurz nach 9:00: Lara legt sich mit den Abtreibungsgegnern an, Dania setzt sich ab.
    10:13 (laut Videoüberwachung) Dania geht mit Maik mit, anschließend bereitet dieser bei sich etwas zum Essen vor (Mittagessen)
    Nach 12:00: Nachbarin hält Mittagsschlaf, ihr Rollstuhl wird gestohlen. Das heißt hier entführt Maik Dania.
    Danach Eskalation in der Waldhütte. Parallel: intensive Täteraufenthaltsermittlung. Die dauert bestimmt keine 8h.
    Danach Polizei und RTW: Plötzlich Nacht.
    Es ist aber Juli. Da ist Sonnenuntergang um 21:20.

    Das fällt mir in so vielen Tatorten/Polizeirufen und anderen Krimis auf, dass es schon auffällig ist :-)

    Neulich in einer älteren Nordnordwest-Folge: Beginn der Eskalationshandlung, Hauke Jakobs: „Ich geh mal Brötchen [zum Frühstück] holen“. Endet dann mit RTW in der Nacht.“
    Ähnliches bei Tatorten – ich glaube zuletzt im Schwarzwald und Stuttgart.

    Dass es oft in Schlussszenen schneit, vorher aber überhaupt keine Schneelage zu sehen war (oder umgekehrt) mag ja noch an verschiedenen Drehtagen liegen, aber dieses Phänomem der contiinuity-verstoßenenden Schluss-Nachtdrehs erklärt sich mir überhaupt nicht.
    Kann man die RTWs nur nachts buchen?
    Will man den Drehtag noch unbedingt abschließen?
    Kann jemand aushelfen? Wäre nett.

    1. vor 6 Tagen

      Vermutlich sind die Schlussdrehs in der Nacht Zufall. Viele Krimis enden auch tagsüber.

  16. vor 6 Tagen

    Absolute Empfehlung und keinesfalls nur für Frauen (wie noch mancher hier es sieht). Sehr gut in Krimifiction verarbeitetes Thema, dass aktueller denn je ist (Zeitpunkt passend gewählt) mit ausgezeichneten schauspielerischen Leistungen. Auch die Kindheitserlebnisse der jungen ehrenamtlichen Helferin passten sehr gut ( zur Schlüssigkeit) in die Story. Ich finde auch keineswegs, dass es Abflachung bzw. Spannungsabfall gab. Und für mich gab es auch keinerlei Ungeklärtes, weder zum Mordfall noch zur Entscheidung Danias.

  17. vor 6 Tagen

    Hier wurden einige Klischees bedient, sodass für mich weder ein besonderer Erkenntnisgewinn entstanden ist, noch irgendetwas überraschendes passiert ist (ausser das Femen-Aktivistinnen neuerdings wohl ihre BHs anlassen). Die Rolle der Lara wurde zwar von Luna Jordan gut gespielt, aber war leider ein wandelndes Aktivistinnen-Klischee und mal wieder der so oft bemühte Typus der wütenden jungen Frau. Etwas mehr Differenzierung hätte ich mir da schon gewünscht. Für meinen Geschmack wurde den selbsternannten Lebensschützern auch ein wenig zu viel Verständnigs entgegengebracht. Insgesamt aber kein Totalausfall, sondern ein okayer Themenkrimi, dem etwas weniger Klischee und etwas mehr individuelles persönliches Schicksal besser getan hätte.

  18. vor 6 Tagen

    „Ungebremst stößt Arzthelferin Marwa mit einem Auto zusammen, als sie mit dem Rad auf dem Weg zur Arbeit ist. Schnell ist klar: Es war Mord, denn die Bremsschläuche wurden durchgeschnitten.“

    Da geht der Schmarrn schon los.
    Man betätigt die Bremse doch bereits beim aufsteigen aufs Radl, damit dieses dabei fest steht. Oder gibts Leute, die das nicht machen?

    1. vor 6 Tagen

      Sehe ich sehe ich auch so. Sind die Bowdenzüge gekappt, baumeln die Bremshebel kraftlos am Lenker, das fällt sofort auf.

      1. vor 6 Tagen

        @Ralph: Dass der Bremshebel am Lenker baumelt wenn der Bowdenzug gekappt ist, fällt auf. Bei einer hydraulischen Bremse ist das vermutlich aber nicht so! Da fällt erst mal nichts auf, wenn die Hydraulikflüssigkeit ausgelaufen ist.

  19. vor 6 Tagen

    Mein Mann und ich haben noch lange nach dem Abspann über das Thema diskutiert… wenn dies die Intention des Polizeirufs gewesen ist, volle Punktzahl, voll in’s Schwarze getroffen!!! 👍
    In unserem Freundes- und Bekanntenkreis treffen wir zwar nicht auf aggressive Abtreibungsgegner*innen, aber durchaus auf kritische Stimmen. Als Frau bin ich naturgemäß der Meinung, daß die Entscheidung für oder gegen ein Kind tatsächlich bei der Frau liegt. Eine Beratung halte ich trotzdem für sinnvoll… durch eine Sozialberaterin oder Ärztin. Gerade sehr junge Frauen sind mit der Nachricht „Sie sind schwanger“ bestimmt emotional total überfordert…
    Abschließend noch eine möglicherweise „ketzerische“ Bemerkung von mir… entschuldigt… aber mir fiel auf, daß viele den „Weltfrauentag“ erwähnten. Meine Meinung dazu: Braucht kein Mensch!!! Solange Frauen immernoch weniger verdienen als Männer, bei gleicher Qualifikation und Leistung, solange Frauen immernoch benachteiligt werden, alleinerziehende Mütter bei der Gestaltung ihrer Arbeitszeit nicht berücksichtigt werden, solange es immernoch hauptsächlich Frauen sind, die den Haushalt am laufen halten und kranke Angehörige pflegen… nichts für ungut, aber ein „Weltfrauentag“ im Jahr ändert daran mit Sicherheit nichts!!!
    Danke für’s Zuhören…

  20. vor 6 Tagen

    Davon abgesehen… superstarker Polizeiruf mit starker Ermittlerin, durch die Bank weg überzeugend und toll gespielt.

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