Kurz und knapp – darum geht’s

Alles sieht nach einem tragischen Unfall aus, als Hausmeister Trojanowitz die alte Frau Krüger leblos in ihrer Badewanne findet. Doch Kommissar Henry Koitzsch von der Kripo Halle hat Zweifel: Warum lief die Wanne über, und was hat es mit der vertrockneten blauen Blume am Schlafzimmerfenster der Toten auf sich? Koitzsch fühlt sich an einen alten Fall erinnert, den er nie aufklären konnte – und fürchtet, dass er und sein Kollege Michael Lehmann es mit einem Serienkiller zu tun haben, der es vor allem auf einsame Menschen abgesehen hat. Dabei ahnen die Ermittler nicht, wie sehr sie selbst in Gefahr schweben …

„Der Wanderer zieht von dannen“, der letzte Teil der Polizeiruf-Trilogie aus Halle/Saale, ist am Sonntag, den 15.02.2026 um 20:15 Uhr im Ersten zu sehen.

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Der Wanderer zieht von dannen“

Hausmeister Trojanowitz, die gute Seele des riesigen Plattenbaus am Stadtrand von Halle, weiß genau, was er tut – auch und vor allem in Notsituationen. Geistesgegenwärtig dreht er den Wasserhahn ab, als er die alte Frau Krüger leblos in ihrer Badewanne findet. Nicht, dass nachher noch das ganze Haus absäuft – obwohl das ein Weilchen dauern würde. Dass er durch sein beherztes Eingreifen einen mutmaßlichen Tatort mit seinen Spuren verunreinigt hat, dürfte Trojanowitz nicht bewusst gewesen sein, sehr zum Ärger von Kommissar Michael Lehmann.

Doch haben es die Ermittler im Polizeiruf 110 „Der Wanderer zieht von dannen“ überhaupt mit einem Mord zu tun? Frau Krüger war nicht mehr die Jüngste, sie könnte theoretisch auch beim Baden eingeschlafen und ertrunken sein. Und dann das Radio: Es steht so dicht am Badewannenrand, dass es jederzeit hineingefallen und einen Stromschlag ausgelöst haben könnte. Lauter mögliche Gründe für einen tragischen Unfall. Doch Henry Koitzsch, die graue Eminenz der Hallenser Kripo, hat Zweifel an der Unfalltheorie: Warum wurde der Wasserhahn nicht abgestellt? Und was hat es mit dem möglichen Einbruch in Frau Krügers Wohnung auf sich, von dem der gesprächige Hausmeister berichtet? Nur deshalb wollte er schließlich bei der alleinstehenden Seniorin nach dem Rechten sehen.

Koitzsch sieht sich in der Wohnung um: Alles wirkt sehr ordentlich, aufgeräumt – aber auch merkwürdig steril, wie das Zuhause eines einsamen Menschen. Im Schlafzimmer wird der erfahrene Kriminalist stutzig: Diese vertrocknete blaue Blume dort auf der Fensterbank – sie löst etwas in Koitzsch aus, erinnert ihn an irgendwas – nein, nicht an irgendwas, sondern an einen Mord vor einigen Jahren: Uwe Baude hieß das Opfer, ebenfalls alleinstehend. Der Täter konnte nie gefasst werden. Doch auch in seiner Wohnung fand die Kripo jene blaue Blume, der Koitzsch damals allerdings keinerlei Bedeutung beigemessen hat. Jetzt aber ist der Kommissar im TV-Krimi „Der Wanderer zieht von dannen“ überzeugt: Das kann kein Zufall sein, Frau Krüger wurde ermordet – womöglich sogar von einem Serientäter.

Sucht der sich bereits sein nächstes Opfer? Als Hausmeister Trojanowitz eines Nachts in die leerstehende Wohnung Krüger eindringt, erlebt er eine böse Überraschung: Plötzlich spürt er eine fremde Hand auf seiner Schulter – ein Kapuzenmann mit Messer bedroht ihn. Glück für Trojanowitz, dass Koitzsch und Lehmann rechtzeitig zur Stelle sind und das Schlimmste verhindern können, doch der Angreifer entwischt ihnen – nur das Messer, das schon in der Hand des Eindringlings steckt, musste er am Tatort zurücklassen.

So kann es einem also ergehen, wenn man an die Ersparnisse einer alten Dame kommen will, auch wenn diese verstorben ist. Doch eigentlich muss das Ermittlerduo Koitzsch und Lehmann dem diebischen Hausmeister dankbar sein, denn nun haben sie eine mögliche Tatwaffe mit Spuren – und siehe da: Mit eben jenem Messer wurde Uwe Baude, das erste Opfer des „Blumen-Mörders“ erstochen. Damit ist klar, dass die Mordfälle Krüger und Baude zusammengehören – und dass ein Serienkiller in der Saalestadt sein Unwesen treibt, einer, der es offenbar bevorzugt auf alleinstehende, einsame Menschen abgesehen hat.

Wer wird sein nächstes Opfer sein? Erst kürzlich hat sich Katrin Sommer bei der Polizei gemeldet, die Ex-Freundin des ermordeten Uwe Baude. Koitzsch kennt sie noch von den damaligen Ermittlungen, jetzt behauptet sie, sich verfolgt und bedroht zu fühlen – mehr noch: Sie meint gar, ein Fremder sei in ihrem Apartment gewesen. Koitzsch und Lehmann bleibt nicht viel Zeit, um die Identität des Mörders im MDR-Polizeiruf „Der Wanderer zieht von dannen“ zu enttarnen, denn auch sie selbst sind in sein Visier geraten …

Das Finale der Halle-Trilogie

Mit der Folge „Der Wanderer zieht von dannen“ endet die Halle-Trilogie des Polizeirufs 110, die anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Krimireihe im Jahr 2021 gestartet ist und außerdem aus den Episoden „An der Saale hellem Strande“ (2021) und „Der Dicke liebt“ (2024) besteht. Vom 12. Juni bis zum 11. Juli 2025 entstanden die Filmszenen am traditionsreichen Drehort Halle/Saale und in Leipzig.

Im TV ist die MDR-Produktion am Sonntag, den 15. Februar 2026 erstmals zu sehen, natürlich um 20:15 Uhr im Ersten.

Polizeiruf-Kritik

Die Redaktion von Tatort-Fans meint:

Schade, dass das Gastspiel von Koitzsch und Lehmann zu Ende geht, man hätte den beiden – und vor allem dem alten Haudegen Koitzsch, wunderbar verkörpert von Peter Kurth – gerne noch einige Folgen beim Ermitteln in Halle zugeschaut. Das Finale ist jedenfalls ein würdiger Abschied, mit hochkarätig besetzten Episodenhauptrollen und deutlichen Anklängen an den legendären „stillen Gast“ aus dem Kieler Tatort – dabei aber keine Kopie, sondern ein authentischer Fall mit ganz eigener Dynamik und einer melancholischen Grundstimmung, passend zum Ende der kurzen Reihe.

Besetzung

Hauptkommissar Henry Koitzsch – Peter Kurth
Hauptkommissar Michael Lehmann – Peter Schneider
Gerichtsmediziner Reinhold – Andreas Leupold
Katrin Sommer – Cordelia Wege
Rita Schmidtke – Jule Böwe
Mario Schmidtke – Dirk Martens
Roman Schuster – Thomas Lawinky
Hausmeister Trojanowitz – Henning Peker
Frau Krüger – Sybille Maria Dordel
Frau Fröhlich – Annett Sawallisch
Polizeiobermeisterin Jenny Becker – Ines Göbel
u. v. a.

Stab

Drehbuch – Clemens Meyer
Regie – Thomas Stuber
Buchbearbeitung – Thomas Stuber
Kamera – Nikolai von Graevenitz
Kostümbild – Sonja Hesse, Marie-Luise Wolf
Szenenbild – Jenny Roesler
Montage – Julia Kovalenko
Musik – Bert Wrede
Casting – Maria Rölcke, Cornelia Mareth
Ton – Matthias Richter
Maske – Marika Knappe, Elise Tilmann
Licht – Mathias Beier
Produktionsleitung – Linda-Katharina Weiß (MDR), Jörg Lassak
Herstellungsleitung – Nicole Czerny (MDR), Mathias Mann
Produktion – Iris Kiefer (Produzentin), Eike Goreczka (Producer)
Redaktion – Sven Döbler (MDR), Silke Haverkamp (MDR), Johanna Kraus (MDR)