Kurz und knapp – darum geht’s
Willkommen im Gruselkabinett von Münster: Wenn einer der besten Anwälte der Stadt tot im Haus seiner Mandantin gefunden wird, brutal aufgespießt von einer exotischen Kriegerwaffe, dann ist alles bereitet für den neuen Fall von Hauptkommissar Frank Thiel und seinem wie eh und je besserwisserischen Compagnon Prof. Karl-Friedrich Boerne. Der muss sich diesmal von seiner Assistentin Silke Haller eine „handfeste“ Lektion erteilen lassen, während Thiel versucht, die völlig verstörte Hausbesitzerin zu verstehen, die den Mord miterlebt hat, sich aber an nichts erinnern kann. Ist sie tatsächlich das hilflose Opfer, als das sie sich ausgibt – oder eine durchtriebene Täterin? Antworten gibt’s am 15.12.2024 um 20:15 Uhr im Ersten.
Inhalt der Tatort-Folge „Man stirbt nur zweimal“
Als Hauptkommissar Frank Thiel zu einem Einsatz im Anwesen von Doreen Prätorius gerufen wird, ahnt er noch nicht, welch schauerlich-bizarre Situation ihn dort erwarten wird: In jeder Ecke der in die Jahre gekommenen Villa mit ihrem morbiden Charme stehen exotische Skulpturen, Masken, Gewänder, man wähnt sich in einem Museum für indigene Kunst. Und an zentraler Stelle im ausschweifenden Wohnraum findet sich das Corpus Delicti: ein furchteinflößender Kriegerspeer, daran aufgespießt das Mordopfer: Oskar Weintraub, ein stadtbekannter Advokat, der den Besuch bei seiner letzten Mandantin nicht überlebt hat.
Und die Frage nach dem Warum ist ebenso drängend und rätselhaft wie die gruselige Auffindesituation im Tatort „Man stirbt nur zweimal“. Denn gerade erst hat Oskar Weintraub einen großen juristischen Erfolg für Frau Prätorius, die Hauseigentümerin, erzielt: Endlich wird ihr die Summe aus der Lebensversicherung ihres seit drei Jahren verschollenen Ehemanns Jonas ausgezahlt: stattliche 3,5 Millionen Euro. Jonas Prätorius war leidenschaftlicher Expeditionsreisender und hat von seinen Touren in ferne Länder stets ausgesuchte Artefakte mit in seine westfälische Heimat gebracht – daher rührt die exotisch-museale Anmutung des Wohnhauses. Doch von seiner letzten Reise nach Paraguay ist er nicht zurückgekehrt und wurde mittlerweile für tot erklärt. Seine Witwe kann mit dem Geld aus der Lebensversicherung endlich ihre Schulden begleichen, denn ihr Haus gehört mittlerweile der Bank.
Weintraub und Prätorius hätten also ihren Sieg vor Gericht feiern und sich glücklich in die Arme fallen können – warum also dieses Blutbad im TV-Krimi „Man stirbt nur zweimal“? Die einzige Zeugin, die Licht ins Dunkel bringen könnte, ist die Hausherrin selbst, doch die steht komplett neben sich und ist überhaupt nicht vernehmungsfähig. Im Gesicht und an den Händen ist Doreen Prätorius schwer verletzt, aber ins Krankenhaus will sie nicht. Das Einzige, woran sie sich erinnern kann, ist, dass Weintraub sie nach dem Prozess nach Hause gebracht hat – dann setzt ihre Erinnerung aus. Aber was ist danach wirklich passiert im „Horrorhaus“ von Münster?
Kommissar Thiel legt sich die Theorie zurecht, dass es einen Streit zwischen Doreen Prätorius und Weintraub gegeben haben könnte. Vielleicht wollte Weintraub sich einen Teil der Versicherungssumme in die eigene Tasche stecken? Oder hat der Advokat seine Mandantin gar körperlich bedrängt? Schließlich ist der erfahrene Kripobeamte schon einigen Gewaltopfern begegnet und weiß, dass viele unmittelbar nach der Tat traumatisiert sind. Auch das Schicksal der schwach und zerbrechlich wirkenden Doreen lässt Thiel nicht kalt. Dabei muss der Ermittler selbst aufpassen, dass er sich von der gespenstisch-düsteren Atmosphäre des Hauses nicht überwältigen lässt: Ganz schön unheimlich, wenn man die Nacht zwischen all den finster dreinblickenden Statuen verbringt …
Professor Boerne hingegen, der ständig an allem zweifelt – außer an sich selbst –, ist skeptischer: Er nimmt der Witwe ihre vermeintliche Amnesie nicht ab. Und ob so eine zierliche Person sich gegen einen gestandenen Mann wie Oskar Weintraub rein körperlich überhaupt zur Wehr setzen könnte? Na, das ist für Silke Haller eindeutig zu viel patriarchales Geschwafel: Eben erst musste sie dem prolligen, nicht gerade sprachsensiblen Thiel das Unwort „Indianer“ austreiben, und nun widerlegt die kleinwüchsige Pathologin die penetrant wiederholten Vorurteile ihres Chefs mit vollem Körpereinsatz, den „KF“ am eigenen Leib zu spüren bekommt. Von wegen, Frauen hätten keine Kraft zum Morden … Aber: Leichen lügen nicht. Und die von Oskar Weintraub weist zwar eine Wunde am Hinterkopf auf, sonst jedoch gar keine Kampfspuren, nicht mal an seinen Händen. Sieht also schlecht aus für Thiels Theorie.
Und tatsächlich: Auch der brummelig-gemütliche Kriminalist findet immer mehr Ungereimtheiten in Doreens Verhalten: Obwohl sie offensichtlich einen heftigen Streit mit dem Todesopfer hatte, bezeichnet sie Weintraub ständig als „guten Menschen“. Und auch ihrem verstorbenen Mann fühlt sie sich innerlich immer noch sehr verbunden – vielleicht gar zu sehr? Merkwürdig, dass sich in der großen Prätorius-Villa überhaupt keine persönlichen Gegenstände von Doreen finden – oder sie fallen zwischen den überbordenden Exponaten ihres Göttergatten gar nicht auf. „Diese Frau lebt im Horror-Mausoleum ihres Ehemanns, er hat absolute Macht über sie“ – so die steile These Boernes im WDR-Tatort „Man stirbt nur zweimal“. Doch wie soll ein Toter Gewalt über eine Lebende ausüben können?
Für Thiel und Boerne ist klar: Wenn sie wissen wollen, wer Oskar Weintraub umgebracht hat, müssen sie zuerst das große Rätsel namens Doreen Prätorius entschlüsseln – eine Frau, die womöglich selbst nicht weiß, ob sie Opfer oder Täterin ist – oder beides zusammen?
Hinter den Kulissen
„Man stirbt nur zweimal“ ist der erste Münster-Tatort aus der Feder von Sascha Arango, der bereits mehrere Drehbücher u. a. für Borowski-Tatorte geschrieben hat. Am Duo Thiel und Boerne gefällt ihm vor allem „der Humor und die Originalität des Gegensatzes“ der beiden Protagonisten. Schauspielerin Cordelia Wege interpretiert ihre Episodenhauptrolle, die mysteriöse Doreen Prätorius, so: „Der spannende Punkt bei dieser Figur ist, dass sie anfangs nicht einmal wahrnimmt, dass sie eigentlich auch – und überhaupt – Opfer ist. Sie bemerkt das gar nicht. Das tritt ihr über die Dauer des Films mehr und mehr ins Bewusstsein. Sie handelt dann und verändert damit ihren Status. Sie übernimmt (am Ende) Verantwortung für ihr eigenes Handeln. Mit allen Konsequenzen.“
Die Szenen für den 46. Fall des eingespielten Ermittlergespanns Frank Thiel (Axel Prahl) und Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) entstanden vom 20. Februar bis zum 20. März 2024 in Münster und Köln. Alle Fans des Münster-Tatorts können sich auf die TV-Erstausstrahlung der WDR-Produktion am Sonntag, den 15. Dezember 2024 freuen, natürlich um 20:15 Uhr im Ersten.
Dieser aktuelle Münsteraner Episodentitel erinnert mich spontan an den 1967er James Bond – Klassiker „You Only Live Twice“ (Man lebt nur zweimal) …
Humoristisch war es okay, für mich gehört zum Handwerk aber auch, dass die Handlng realistsch ist. Das war sie an unendlich vielen Stellen leider gar nicht.
Sorry, falcher Bezug!
Ich wollte sagen, dass das Wortspiel wohl beabsichtigt war. Keine Neuheit, im Tatort-Universum. ;-)
Stimmt, da mußte ich auch sofort dran denken!!!
Man darf gespannt sein auf den neuen Münsteraner Tatort. Vor allem auf die Szene, in welcher Frau Haller, die kleine Frau mit dem großen Herzen und Verstand, dem geschniegelten Professor-Doktor-Doktor beweist, daß Frauen durchaus die Kraft zum Morden haben… ;)
Ich kann mir nicht helfen, aber der Krimi langweilt mich genauso wie Bremen letzte Woche.
Ein Drama nach dem Anderen, jetzt auch Münster. Das gleichen auch die üblichen Frotzeleien nicht heraus.
Ein bis zwei Sterne.
Der Täter stand fest, doe Ermittlung langweilig, die Handlung träge, die Witze fade. Hat mir nicht gefallen. Und das steht für mich 10 Minuten vor dem Schluss fest.
Noch nie einen Howcatchem-Krimi gesehen (Columbo, wobei der einen Riecher für die Täter zu haben scheint)? Ich freue mich, sowas ansatzweise auch mal beim Tatort zu sehen!
Diesmal konnte ich mich nicht wirklich auf die Folge einlassen – vermutlich war ich auch zu abgelenkt. Die wenigen guten Sprüche waren für meinen Geschmack zu wenig, der Rest wirkte einfach zu künstlich. Dass die Frau nie bemerkte, dass er immer nur Souvenirs aus den Touristenläden mitbrachte, fand ich unglaubwürdig. Am Ende war es dann doch nur ein Unfall. Insgesamt gebe ich nur 3 von 10 Punkten
Münster-typischer Mix aus schrägem Humor und ernsten Elementen.
Habe mich gut unterhalten gefühlt.
7 von 10 Punkten.
Naja, heute zumindest nicht so gut wie sonst. Der übliche Klamauk, quasi die Hauptzutat des Tatortes aus Münster, ist wohl zur Neige gegangen…
Absolut top – ich gebe eine glatte Eins! Humorvoll und gleichzeitig überraschend ernsthaft. Die beiden Hauptfiguren sind einfach unschlagbar und haben mir den Abend richtig versüßt. Besonders die Sprüche
Ich bin etwas enttäuscht… das hätte ein richtig tolles Ding werden können. Ein von langer Hand geplanter Versicherungsbetrug, der Anwalt, der zur falschen Zeit am falschen Ort ist und somit zu einem gefährlichen Zeugen wird. Leider ließ die Spannung kontinuierlich nach. Ein einziges gefaktes Video bringt die Ermittler darauf, daß der Totgeglaubte noch lebt??? Am Ende bleibt nur zu sagen, schade um den wunderschönen alten Mercedes…
Die Darsteller blieben seltsam blaß und lustlos. Auch die Darstellerin der Doreen Prätorius wirkte in jeder Hinsicht ziemlich blutleer auf mich…
Ich vergebe leider nur zwei Sterne. Einen für die Idee mit dem Versicherungsbetrug, einen für den schönen Mercedes.
Ja, der Mercedes hat auf jeden Fall einen verdient!
😉
Hat der WDR wirklich den schönen Mercedes geschrottet?
Mit etwas Glück war das Wrack, welches da am Baum klebte, ein kunstvoller Nachbau aus Pappmaché.😉
Da es mein Wagen war, kann ich aus erster Hand mitteilen, dass es dem
Wagen gut geht. Alles sind liebevoll damit umgegangen. Danke an das ganze Team vom
Münster Tatort
Hallo Herr Krieger! Ich war mir auch ganz sicher, dass ein so schöner mittleblauer W108 in so einem Zustand nicht geschrottet wird. Mit Behr-Klimaanlage, sicherlich US-Reimport oder ursprünglich Spanien. 5 Sterne auch für Ihren Benz!⭐⭐⭐⭐⭐
Glückwunsch zu diesem tollen Auto und noch viel Freude damit!
(Sollten TV-Produktionsmitarbeiter am Ende gar keine Barbaren sein, die Hunde, Katzen, Eichhörnchen und wunderschöne Autos töten?) 😇
Was sollte das? Von einem Münsterkrimi erwartet man was anderes! Kein Witz, schwache Story! Ich bin enttäuscht.
Die Folge war okay, aber vieles erinnerte stark an Vorbilder wie Columbo. Spannender wäre es gewesen, wenn der Betrug nicht von Anfang an klar gewesen wäre. Wenn der Tathergang schon bekannt ist, braucht es einen anderen Spannungsbogen – der hat hier aber leider gefehlt. Immerhin gab es einige gelungene Sprüche, die so manche logische Schwäche wettgemacht haben.
Beim Münster-Tatort steht die Komik oft über der Logik – was bedeutet, dass der Humor besonders treffsicher sein muss. Leider passiert dieser Humor inzwischen weniger aus der Dynamik zwischen den Figuren wie Thiel, Boerne, der Staatsanwältin, Faddern und Alberich heraus, was ich sehr bedauerlich finde.
Trotzdem fand ich die Folge gelungen. Die Geschichte war gut aufgebaut und bot einige spannende Wendungen. Die Dialoge hatten ihre Höhen und Tiefen: Manche passten perfekt, andere wirkten eher aufgesetzt, wenn der Klamauk nicht organisch aus den Charakteren entstand. Hier hätte es durchaus noch mehr Esprit geben können.
Insgesamt war es aber eine unterhaltsame Folge, die mich nicht gelangweilt hat. Handwerklich war alles top.
Humoristisch war es okay, für mich gehört zum Handwerk aber auch, dass die Handlng realistsch ist. Das war sie an unendlich vielen Stellen leider gar nicht.
Wie üblich. Münster ist immer sehenswert. Wer mehr erwartet, soll auf ARTE umschalten. 😇
Von mir ein kleiner Sternenhimmel.
Cordelia Wege spielte die nette, aber sehr ’naive‘ Ehefrau glaubwürdig.
Das zeigte auch ihr Verhalten in der Bank, als sie dachte, sie könnte eine solch große Summe ohne Voranmeldung in bar abheben.
Das war auch mein Gedanke 😎
Ich bin bisher ziemlich alleine, aber mir hat es gefallen.
Es war nicht so absurd, wie einige Münsteraner Falle, war eigentlich gut aufgebaut, logisch. Ja, vielleicht, das Boerne vom Vogelsang das Fake-Video erkennt, war ein bisschen übertrieben, aber sonst war es OK.
Wir haben zwar von Anfang an gewusst, was passiert war, und in diesem Sinne war es nicht spannend, aber Columbo war auch sehr beliebt.
Und Cordelia Weges schauspielerische Leistung hat mir auch gefallen.
Der Vergleich zu „Colombo“ wurde hier erwähnt, und ja, bei den meisten Fällen des kultigen Trenchcoat-Inspector stand schon früh fest, wer wen wie und warum ermordet hat… aber funktioniert das auch in einem Münsteraner Tatort? In diesem Fall hat es m.E. nicht funktioniert. Schade um das Potential!!!
Spannender Tatort mit unterhaltsamen satirischen Anklängen. Dass der Ehemann im Geheimen so lange im Keller wohnen kann erfordert viel Planung. Gleichzeitig erhöht sich mit der Zeit die Wahrscheinlichkeit, dass alles doch mal auffliegt und den Zufall kann man nicht vorhersehen. Diese Planungen und Installationen in dem Haus fand ich dann doch unrealistisch und machte den Film etwas künstlich. Deshalb nur 4 von 5 Münstersterne.
Für mich einer der besten Münster-Tatorte! Besonders die Szene, in der Alberich Boerne über den Tisch wirft, war herrlich komisch. Ein echter Lacher!
Allerdings wirklich schade um den wunderschönen Mercedes – das tat weh beim Zuschauen.
Gute Nacht!
Kein absolutes Highlight aber es geht doch wieder etwas mehr“back to the roots“. Das war zumindest mein erster Gedanke nach Sendeschluss. Keine Fantasiegeschichte, kein erhobener Zeigefinger, weder in politischer Richtung noch in andere ideologischen Gefilde. Auch der Klamauk war dieses mal bei den Münsteraner ziemlich eingebremst. Das brauche ich auch nicht zwingend, denn der TO soll als Krimi in erster Linie gut unterhalten. Und das hat er über 90 Minuten getan, selbst wenn der Täter schon früh bekannt war. Dabei waren doch die Zutaten recht simpel – Versicherungsbetrug und Mord – fertig. Ich hoffe andere Sender besinnen sich wieder auf die Einfachheit solcher Fälle wie sie auch real in unserer Nachbarschaft vorkommen können, und unterlassen ihre künstlerisch durchgeknallten Experimente. Weniger ist halt manchmal einfach mehr.
100%-Zustimmung! 😀
Kennt jemand mehr Details zum Haus?
Thiel und Börne kommen in die Jahre.
Und erst Recht die Leute, welche die Drehbücher schreiben.
Klamauk und Sprüche mag ich gerne, wenn beides in Maßen bleibt.
Was mir an diesem Münster Kriminalkomödienstadel nicht gefallen hat, war die fehlende Rolle von jemandem welcher die Versicherung vertritt.
Das hätte eine Anwältin und / oder Privatermittler sein können.
Die dem Team zuspielen und die Truppe sowie die Handlung auch sonst kräftig aufgemischt hätten. Aber bitte nicht die Truppe um Wilsberg. 😄 Frischer Wind und neue Figuren hätten der Erzählung gut getan.
Ich habe das Gefühl, dass den Drehbuchschreibern mit dem weglassen der Versicherungsseite der Handlungsstrang leichter fiel.
Was Schade ist.
Über die üblichen Unlogischen Details aus Münster schaue ich schon lange hinweg.
⭐️⭐️⭐️
Und zwei Tiefkühlpizzen mit Dosenananas für das Drehbuch.
Sowie Danke an alle und ein frohes Weihnachtsfest.
Danke, aber ein neuer TO kommt ja noch vor Weihnachten! 😉
Hier leiden wohl viele schon unter Prä-Verabschiedungsschmerz bezüglich der Klemm im nächsten Jahr…? Es nimmt einem vorab schon irgendwie die Vorfreude am Gucken – oder ist wirklich einfach nur die Luft raus?
Versicherungsbetrug von einem Pärchen… ein ähnliches Thema hatten wir vor nicht allzu langer Zeit schon bei „Ein Freund, ein guter Freund“ – da war es eine fingierte Entführung. Und da hat die Story auch von Anfang an nicht richtig gezündet –
Ein trotz allen „nur“ mittelmäßiger Münsteraner mit einer „Bio-Luxus-Hütte“ mit Pool vorm Wohnzimmerfenster. Schick – und eine Rolle rückwärts vom Karl-Friedrich gab’s obendrein…
Und mehr war diesmal einfach nicht drin –
Die Story zog sich etwas, da schnell klar war, dass der offiziell tote Ehemann am Ende wirklich sterben würde – nur das ‚Wie‘ blieb offen.
Der absichtlich herbeigeführte Unfall, der keine Tötungsabsicht verfolgte, aber die Rettung der Hauptcharaktere ermöglichte, wirft die Frage auf: Könnte die Ehefrau doch noch die Lebensversicherung einfordern? Der Versicherungsfall trat schließlich ein, auch wenn Zinsen und Prozesskosten wohl abgezogen würden.
Die Frau müsste sich zwar wegen Falschaussagen und Versicherungsbetrugs verantworten, könnte sich aber als Opfer eines manipulativen Mannes präsentieren. Der Unfall selbst ließe sich möglicherweise auf Unzurechnungsfähigkeit schieben. Ein kleines Happy End wäre ihr zu gönnen!
Das würde mich auch interessieren. :-)
[Edit by Gerald Zeilenabstand angepasst]
Genrehybridität und Dekonstruktion im Münster-Tatort „Man stirbt nur zweimal“
1. Genrekonventionen und ihre Brechung
Der vorliegende Tatort spielt bewusst mit verschiedenen Genrekonventionen und deren Dekonstruktion. Besonders auffällig ist die Verschränkung von:
– Film noir-Elementen (Versicherungsbetrug, moralisch ambivalente Protagonisten)
– Splatter-Horror (spektakuläre Todesfälle, körperliche Gewalt)
– Komödie (Situationskomik zwischen Boerne und Thiel)
Diese Genrehybridität führt zu einer interessanten Spannung zwischen Ernst und Ironie, die charakteristisch für den Münsteraner Tatort ist.
2. Intertextuelle Bezüge
Bemerkenswert sind die vielfältigen intertextuellen Verweise:
– Der Titel „Man stirbt nur zweimal“ referenziert den James-Bond-Film
– Die Sammlerfigur Jonas Prätorius erscheint als parodistische Version von Indiana Jones
– Die Grundkonstellation des Versicherungsbetrugs verweist auf James M. Cains „Double Indemnity“
3. Narratologische Besonderheiten
Die Erzählstruktur weist einige Besonderheiten auf:
– Die frühe Offenlegung der Täterschaft verschiebt den Fokus von der Whodunit-Struktur zur Frage des „Wie werden sie überführt?“
– Die Perspektivierung aus Sicht der Täter erzeugt eine komplexe Zuschauerbindung
– Der Wissensvorsprung des Publikums wird gezielt für Spannungsaufbau genutzt
4. Sozialkritische Dimensionen
Der Film verhandelt verschiedene gesellschaftliche Themen:
– Hochstaplertum und soziale Täuschung
– Toxische Beziehungsdynamiken
– Die Problematik des „political correctness“-Diskurses im historischen Wandel
5. Ästhetische Gestaltung
Die visuelle Umsetzung zeigt eine bewusste Auseinandersetzung mit Genrekonventionen:
– Die „gemäldehafte“ Inszenierung des ersten Mordes
– Die klaustrophobische Atmosphäre in den Kellerszenen
– Der Einsatz von überspitzter Gewaltdarstellung als Stilmittel
6. Kritische Würdigung
Der Film zeigt Stärken in der originellen Ausgangssituation und der genrehistorischen Reflexion, verschenkt jedoch Potential in der zweiten Hälfte. Die charakteristische Münster-Tatort-Formel mit dem Fokus auf das Konfliktpaar Boerne/Thiel überlagert teilweise die interessanten noir-Elemente.
Die dramaturgischen Schwächen im letzten Drittel – insbesondere die wenig elegante Auflösung – mindern den Gesamteindruck. Dennoch bleibt der Versuch bemerkenswert, verschiedene Genrekonventionen in einem zeitgenössischen Krimi zu verschmelzen.
Mit besten KI Grüßen
Dr. Best
Wäre ja nie aufgefallen, wenn day KI in der Signatur gefehlt hätte… ;-)
Klingt wie etwas vom Deutsch Leistungskurs.
auch der heutige TO hatte wieder alles was , zu einem gut gemachten Münsteraner dazugehört – hat mir gut gefallen – die Wortspielchen sind diesmal auch nicht zu kurz gekommen – gut gespielt seitens der Stammbesetzung – Christian Erdmann in seiner Rolle als Jonas Karl Prätorius fand ich ebenfalls sehr überzeugend
Vieles war so unrealistisch.
Wie writ sicv ein Gerichtsmediziner in kriminaltechnusche Ermittlungen einklinkt und dass immer „Vaddern“ der Taxifahrer ist, kann ich ja noch als „running gag“ durchgehen lassen.
Aber zu zweit und ohne Absicherung in den Keller zu gehen und sich einsperren zu lassen, ist grotesk.
Ebenso, dass die Frau nie gemerkt hat, dass die Sammlerstücke billiger Ramsch waren und ständig zwischen hörigem, verängstigtem Mäuschen und eiskaltem Vamp hin- und herswitchte, wäre psychopathologisch nur mit einer multiplen Persönlichkeitsstörung erklärbar.
Und dass das Opfer keine Hautschuppen o.ä. Abwehrspuren unter den Fingernägeln hatte, also Frau Prätorius nie angelangt oder verletzt hat, hätte auch schneller geklärt werden können.
In der obigen Beschreibung steht, der Mann sei in Paraguai zuletzt lebend gesehen/ gefilmt worden, im Film erwähnt Boerne aber mehrfach in betont gekünsteltem Spanisch: Venezuela.
Und dass die Dialoge ernsthafter und „der Stimmung würdig“ gewesen sein sollen, ist auch ein Gerücht. Thiel und Boerne frotzeln andauernd in altbekannter Manier.
Alles in allem dennoch ein unterhaltsamer Krimi.
Nur die vielen Fehler, die es bei jedem Tatort gibt und die auch der kriminalistisch ahnungsloseste Laie mitbekommt, empfinde ich als anstrengend, wenn nicht gar unnötig und unprofessionell, weil unsauber recherchiert.
Ich fand es sehr spannend und habe um Doreen und ihr Wohlergehen gebangt. Allerdings habe ich mich auch gefragt, was sie wohl arbeitet.
Warum? Ihre Arbeit hat doch keine Rolle gespielt. Der Film setzte ein, als der Millionengewinn da war und sie sich absetzen wollten. Daher ist sie nicht mehr auf Arbeit gegangen.
Ein weiterer Volltreffer aus Münster! Die Mischung aus Realität, Wahnsinn und Humor hat perfekt gepasst. Besonders spannend, wie das Thema Narzissmus sicher bei vielen Erinnerungen geweckt hat. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall! ❤️👍🏻
P.S.: Diese Pizza – wer isst sowas?! 😖
Na, Thiel trinkt ja auch Rotwein mit Cola… 😉
Endlich mal wieder ein richtig guter Münster-Tatort! Statt dem üblichen Klamauk gab’s diesmal eine spannende Story mit überraschenden Wendungen. Klar, ein bisschen Boerne-Humor muss sein (die Szene wo er über den Seziertisch fliegt war schon witzig), aber die Geschichte rund um die Witwe hat echt gefesselt.
Cordelia Wege spielt die Doreen Prätorius super überzeugend – erst die trauernde Witwe, dann diese Entwicklung… will nicht zu viel verraten, aber ihre Verwandlung im Lauf der Geschichte ist echt sehenswert!
Die klassische Kombi Thiel/Boerne funktioniert auch prima: Der eine sympathisiert mit der Witwe, der andere wittert gleich Betrug. Dass wir als Zuschauer mehr wissen als die beiden, macht’s noch spannender.
Kleiner Minuspunkt: Das Ende hätte ruhig noch einen Tick cleverer sein können. Und schade, dass Thiels Vadder so wenig zu tun hatte – seine Szenen sind doch immer ein Highlight.
Fazit: 8,5/10 – einer der besseren Münster-Tatorte der letzten Zeit. Gute Mischung aus Krimi, Drama und einem Hauch Comedy. Gerne mehr davon!
Sorry… aber Doreen Prätorius hat den ganzen Betrug mit ihrem Mann zusammen ausgeheckt, von trauernder Witwe kann da kaum die Rede sein… und als er dann zum Schluß bei dem von ihr herbeigeführten Autounfall tatsächlich um’s Leben kam, wirkte sie auf mich auch nicht gerade traurig…
Bei so einem Tyrannen zum Mann wäre ich wahrscheinlich auch nicht traurig. Wer seine Frau verprügelt, um einen Mord zu vertuschen, hat nichts anderes verdient.
»als er dann … bei dem von ihr herbeigeführten Autounfall tatsächlich um’s Leben kam, wirkte sie auf mich auch nicht gerade traurig«
An dieser Stelle war sie ja bereits desillusioniert. Nebenbei wurde sie gewürgt und entführt. Zu letzterem durfte sie fraglos durch verfügbare Mittel Abhilfe zu schaffen versuchen. Immerhin zu dem Preis unabwägbarem eigenen Risikos.
Ich gebe Ihnen natürlich Recht, @fa66 und@Bine. Aber sie wußte die ganzen dreieinhalb Jahre, daß ihr Mann noch lebt, und zwar im Keller. Der Mord an ihrem Anwalt war das einzige, was nicht geplant war. Falsche Pässe hatten sie und ihr Mann auch schon. Sie wußte also von vorne bis hinten Bescheid. Und ob sie ihrem Anwalt gegenüber eine trauernde Witwe gemimt hat, das wissen wir ja auch…
*nicht. Zu früh abgeschickt. Sorry!
☹️ Ganz, ganz schwacher Plot ala Wapo Bodensee. Nehmen wir mal die Schwachmaten-Witze raus, die einfach nur noch peinlich sind, und achten wir mal nicht auf gestelzte Spielwiese der Protagonisten:
Dann haben eine schwache Geschichte, bei der man als Zuschauer von Anfang an weiß, wer der bose Bube ist. Auch die angedeutete persönliche “Entwicklung“ der Frau, die das wahre Gesicht ihres Mannes erkennt, reißt das nicht raus.
Wollte man eine spannende Geschichte in dieser Konstellation kreieren, müsste schon viel mehr kommen.
Diesen Tatort kann man sich getrost sparen!
Sie sind auch immer am Meckern, wenn ein TO aus Münster kommt. Wahrscheinlich gehen Sie auch zum Lachen in den Keller.
Herzallerliebste Bina,
da komme ich gerade vom Keller rauf, wo ich nachgeschaut habe, ob all meine Leichen noch da sind, und denke mir: Schauste noch mal rein zu den Tatort-Freunden …
Was muss ich da lesen?
Woher wissen Sie, dass ich bei den Münsteranern immer am Meckern bin?
Kennen Sie all meine Kommentare?
Es nun einmal so, dass mir diese Art von Unterhaltung wenig zusagt. Aber, es gibt auch viele, denen das gefällt. Und das ist auch gut so.
“Dem en sin Nachtigall is dem anern sin Uhl!“
Gute Nacht. 😎
@HerrBert:
“Dem en sin Nachtigall is dem anern sin Uhl!“
*lol* –> genau so ist es!
Und, alle Leichen noch an Ort und Stelle??? Und hoffentlich ausreichend Gemüsekonserven? 😉
Einen schönen guten Morgen Herr Bert,
ja, ich lese Ihre Kommentare und das schon seit Jahren. Aber nicht nur Ihre, sondern auch alle anderen.
Es gibt sogenannte „Münsteranerhasser“ – ich zähle Sie aber nicht dazu, weil soweit ist es (noch) nicht mit Ihnen, aber es wird sich grundsätzlich dagegen ausgesprochen, ganz egal, ob die Folge gut ist oder nicht. Typisch deutsche Miesmacherei.
Dabei ist dieser Tatort in den Einschaltquoten und positiven Kommentaren immer ganz vorne dabei, so viele Menschen können sich nicht irren.
Es wäre nett, wenn Sie dahingehend etwas wohlwollender urteilen und nicht immer alles gleich in der Luft zerreißen.
Die gestrigen Folge hatte Tiefgang und Wortwitz und das könnte man anerkennen, auch wenn man kein Fan ist.
Mahlzeit Frau Bina!
Nun habe ich versucht, Ihnen den Sinn und Zweck eines Forums darzulegen. Offensichtlich haben Sie es nicht verstanden.
Es geht hier darum, seine eigene Meinung kundzutun. Es geht hier nicht darum, eine andere Meinung, gar eine gegenteilige, zu bewerten. Und das tun Sie – fortwährend.
Dennoch möchte ich auf Ihren Betrag eingehen:
Danke erstmal, dass ich in Ihren Augen noch kein „Münsteranerhasser“ bin. Ich bin auch kein halber. Wie käme ich denn dazu, den einen oder anderen Tatort zu hassen? Da hätt‘ ich aber viel zu tun, wenn ich alles hassen würde, was mir nicht gefällt.
Ich bin auch kein typisch deutscher Miesmacher. Beispielsweise sehe ich mir gern Filme an, wie z. B. „Sauerkrautkoma“ und dergleichen. Das sind auch Kriminalfilme, die spielen in einem bewusst komödiantischem Grundstock. Ich möchte so etwas lediglich im Kontext eines Tatorts nicht sehen, weil hier (für mich) eine unbedingte Ernsthaftigkeit zugrunde liegen muss.
Ja, der Münsteraner Stil gefällt vielen, es gibt hohe Einschaltquoten und viele positive Kommentare. Aber es geht nicht darum, ob sich jemand irrt (wie Sie schreiben). Es gibt halt verschiedene Geschmäcker.
Demnach muss ich auch nicht „wohlwollend und nett“ bewerten. Sondern ich bewerte nach meiner Empfindung. Und, genau das tue ich und werde es auch in Zukunft tun.
Wenn Sie auf diesem Forum sind, dann müssen Sie auch eine andere Meinung „aushalten“. Wenn Sie das nicht können, bleiben Sie fern.
Es steht Ihnen jedenfalls nicht zu, meine Meinung (und die anderer) zu diskreditieren, oder gar in eine Schublade zu werfen. Bitte unterlassen Sie das.
Mit freundlichen Grüßen!
Wer ein bisschen zwischen den „Zeilen“ liest, bzw. geschaut hat, der hat sich doch sicher folgende Fragen gestellt: 1. Warum bekommt sie die „lächerlichen“ 20.000 extra unten im Tresorraum? Die hätten auch am Schalter ausbezahlt werden können. 2. Warum steigt sie nicht bei Vaddern wieder ins Taxi und verschwindet durch die Hintertür und geht zu Fuß nach hause?
Da drängt sich mir der Verdacht auf, dass sie ihr 4 Mio Schäfchen schon im Trocknen hat.
Wenn sie überhaupt eine Gefängnisstrafe bekommt, hat sie nach den paar Jährchen aber sowas von ausgesorgt.
Liebe/r @A.C.K., die erste Frage kann ich aufgrund eigener Erfahrung beantworten: Summen in vier- bis fünfstelliger Höhe werden von beinahe jeder Bank im Tresorraum oder einem vergleichbaren Raum ausbezahlt, aus Diskretionsgründen! Damit nicht jede/r, der gerade am Kassenschalter steht, davon etwas mitkriegt und evtl. auf dumme Gedanken kommt…
Thiel fragt: „Karten? Wer geht denn freiwillig mit Ihnen in die Oper?“
Boernes Antwort, mit dem gewohnt trockenen Humor: „Wir sind zu dritt, der Karl, der Friedrich und der Boerne.“ 🤪😁😉
Großartig, ich liebe den Münsteraner Tatort, großartiger Humor und heute ein Fall, der es in sich hatte. Sehr spannend. Für mich 5 ⭐⭐⭐⭐⭐
Der Tatort mit der Nummer 1284 aus Münster und am besten fand ich, dass das gesamte Ensemble wieder auf den Bildschirm zu sehen war. Der Ermittlungsablauf der Krimigeschichte ging so daher und etwa in der Mitte des Spielfilms hatte ich an einen anderen weiteren Verlauf gedacht. Wenn zwei Personen über Jahre so ein Verbrechen planen, sind auch beide Haupttäter und darum wohl die überstürzte Abreise mit den vermeintlich aufgeteilten vier Millionen Euro, die aber noch von der Bank gezählt werden mussten. Zum Schluss ist ein Täter tot, die Beweiskraft des zweiten wird wohl etwas schwierig werden. Man braucht einen guten Anwalt. Gute sonnabendliche Krimiunterhaltung aus Münster und gestern in Erstsendung in der ARD, wie immer um 20:15 h. Diesen Tatortfilm schaue ich mir in absehbarer Zeit sicherlich noch einmal an.
Versicherungsbetrug trifft auf Lebenslüge.
Diese Münster-Folge verlässt für einen Sonntagabend mal die eingetretenen Pfade des Whodunnit und kehrt zu einem Strickmuster zurück, das die älteren Fans eigentlich noch aus den frühen Tatort-Jahren kennen sollten: In diesem Ganovenfilmchen dürfen wir zwei Kriminellen, deren Tat uns bekannt ist, dabei zuschauen, wie sie sich im Verlauf der Handlung zunehmend gegenseitig belauern und sich selbst immer tiefer in die Grütze reiten.
Cordelia Wege spielt die Ehefrau, der allmählich ein Licht aufgeht, wie sie von ihrem Masterbrain-Ehemann, der in Wahrheit nur ein kleiner mieser Trickser und Manipulator ist, seit Jahren über den Tisch gezogen wird, so wundervoll, dass selbst der grobe Klotz Thiel von ihr bezaubert ist und man Ende ratlos über der Frage zurückbleibt, wann genau denn aus der verhuschten Ehefrau die Femme fatale wurde und was sie denn nun eigentlich „verdient“ hat.
Wenn man nicht gerade darauf bestehet, dass jeden Sonntagabend die gleiche Fertigpizza mit Rotwein-Cola aufgetischt werden muss, kann man aus dieser tiefgründigen (da bin ich mal ganz der Meinung der Tatort-Fans-Redaktion) schwarzen Komödie jede Menge Genuss ziehen. Nach „Unter Gärtner“ ein weiterer sehr feiner Münster-TO in diesem Jahr. Danke dafür!
⭐⭐⭐⭐⭐
Ein guter Münster Tatort. Unterhaltsam und ulkig,wobei die Witze wie oft teils flach, teils gut sind. Das passt schon. Die Darstellung der Frau Prätorius durch Wege war gut und trug den Film, denn ansonsten war er nicht richtig spannend. Am Ende schon noch, wegen der Frage, wie geht es aus ? Aber als Krimi war das zu wenig..Warum wusste man gleich, wer der Mörder war ? Da hätte mehr Spannung aufgebaut werden können. Es hätte gereicht, uns irgendwann zu zeigen, dass der Prätorius noch lebt. Insgesamt aber gute Unterhaltung.
Mir hat der Tatort gut gefallen, ich bin halt Fan der Truppe. Man muss nicht alle zweimal sehen, aber gelangweilt habe ich mich noch nie. Die Erfindung in irgendwelchen Foren die Meinungen und Kommentare der Zuschauer abzufragen gehört für mich zu den negativen Seiten der Digitalisierung und des Internets. Das Ergebnis ist eher verstörend genau wie Umfragen auf der Straße, man stellt dann doch mit Erschrecken fest wer da mit einem Fernsehen kuckt und wie viel davon hängen bleibt.
@Peawe („Die Erfindung in irgendwelchen Foren die Meinungen und Kommentare der Zuschauer abzufragen gehört für mich zu den negativen Seiten der Digitalisierung und des Internets“):
Und warum genau schreiben Sie dann hier? 😉
klasse Antwort 😁
@Der Fremde – Diese neueste „Erfindung“ des Internets nennt sich REACTION ! Also nicht auf das Ursprungsthema direkt einzugehen, sondern auf die „schrecklichen“ Kommentare und Weissheiten anderer Mitmenschen dazu, mit dem Ziel diese bunte Vielfalt abzuwürgen bzw. zu diskreditieren. Schliesslich ist es für manche dieser Spezies (vor allem auf You-Tube) nahezu unerträglich, das ausserhalb ihrer eigenen Welt auch noch andere Meinungen existieren.
Früher ein Privilleg der Zeitungen – inzwischen in der digitalen Welt angekommen
Als Drehbuchautor fungierte der Stammschreiber der Borowski -Tatorte, der auch Borowski und der Wiedergänger mit ebenfalls Cordelia Wege geschrieben hat, den Tatort fand ich zwei Klassen besser. Mann hatte diesmal das Gefühl die Späße seien etwas aufgesetzt, weil diese im Münster Tatort erwartet werden. Wie oft bei den Münsteranern ist das letzte Drittel schwächer als die anderen Teile.So auch schon beim besten Münster Tatort Unter Gärtnern der letzten Jahre. Die sehr guten esamtSchauspieler waren etwas verschenkt. Insgesamt eine mittelmäßige Folge, bei das Potential nicht genutzt wurde.
Recht unterhaltsam und in der Tat, wie es ein Forist schon genannt hat, ein wenig von „back to the roots“. Münster hatte ja eine (zu) lange Phase, in der es sich in Sachen Klamauk und Flachwitz immer noch einmal selbst übertreffen wollte, und das wurde naturgemäß öde. Insbesondere auch die Figur Boerne hatte zwischendurch jegliches scharf konturierte Rollenprofil verloren. Nichts gegen eine ordentliche Brise Klamauk hie und da, aber wenn’s nur noch quälend ist …
Gestern hat man sich wohl wieder etwas besonnen, und siehe da, es hat gut funktioniert irgendwo im Dreieck zwischen schwarzer Komödie, Groteske und leicht tragischen oder zumindest melancholischen Anklängen. Ein Sonderlob an Cordula Wege, die ihren Part beeindruckend gespielt hat (übrigens: ein ganz wunderbarer kleiner Schlenker ist doch der pompös-anmaßende Name Prätorius für diesen kleinen Gauner und Schmarotzer). Vier Sterne glatt.
****
Den Film fand ich irgendwo zwischen tragischem Realismus und schwarzer Komödie und war gut gemacht! Stimme auch @Hanz W. zu, dass der Klamauk reduziert war, so wie in früheren Zeiten. Die Witze dürfen auch mal dümmlich sein, aber nicht zuviel davon. Also die Witzigkeit sollte wohlaustariert sein. Und das war sie hier. Ein Schmunzelkrimi war der Tatort nicht, dafür war er zu tragisch und traurig.
Laut Quotenmeter und DWDL hat diese Folge mit glatt 40 Prozent die bislang zweitbeste Tatort-Einschaltquote des Jahres (hinter der Folge „Unter Gärtnern“ vom Frühjahr) erzielt. Besonders erfreulich ist der hohe Marktanteil (32,4 Prozent) in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen.
@alle
Den Münsteranern darf man nicht mit Logik beikommen!
Belege für Verstöße gab’s auch diesmal wieder genügend:
– „Haus der offenen Tür“ gleich doppelt (dann hätte die fatale Begegnung nie stattgefunden),
– Warum hat der Mann die Schilder an den „Artefakten“ drangelassen und nur übermalt statt sie abzumontieren etc. pp.
Bildet auch nicht die Realität ab, sondern ist Fiktion, nennt sich Film (Rubrik Schmunzelkrimi) und war solide Krimikost, auch diese Folge bot allweil gute Unterhaltung – ⭐️⭐️⭐️, was die Einschaltquoten belegen.
PS: Der Mercedes W109 hatte ein H-Kennzeichen, der wird mitnichten verschrottet worden sein!
> (Rubrik Schmunzelkrimi)
Neudeutsch auch Cozy (oder Cosy) Crime, seit einiger Zeit der Hit in den Buchhandlungen…
Ich bin gegenüber dem Münsteraner Duo skeptisch und befinde mich damit in der Fan-Familie in der Minderheit. Die insgesamt positiven Vorabkritiken veranlassten mich, diesen Tatort anzusehen. Meine Vorbehalte haben sich bestätigt. Ich habe nichts gegen Klamauk, aber in der Dauerschleife gewinnt er mir nur ein müdes Lächeln ab. Senioren-Einsatz-Kommando und Tischkunststücke tragen keinen Film. Eine Auseinandersetzung mit genremäßigen Konventionen oder der Problematik des „political correctness“-Diskurses (Dr. Best) vermochte ich nicht zu erkennen. Ich mag schwarzen Humor, Humor darf gern bissig sein und auch mal albern Was ich gesehen habe, war zu großen Teilen dümmlich-albern und platt. Warum soll denn arte ein Vorrecht haben, Krimi-Humor auf gutem Niveau zu liefern?
Ich zähle auch zur Minderheit derer, welche dem Humor (bzw. Klamauk) des Münster-Teams der letzten Jahre nicht so viel abgewinnen.
Aber wie User @HerrBert heute treffend formulierte: “Dem en sin Nachtigall is dem anern sin Uhl!“. Geschmäcker sind eben verschieden (und das ist m.E. auch gut so)!
Die Münsteraner waren übrigens nicht immer so flapsig unterwegs wie die letzten Jahre. In den Anfangsjahren haben sie durchaus auch Qualitätsprodukte geliefert (z.B. Folge „Wolfsstunde“ mit Katharina Lorenz).
Da kann ich nur zustimmen. Mir liegt der Münsteraner Klamauk auch nicht. Aber da sind ja nun mal,wie so oft im Leben die Geschmäcker halt verschieden. 😉
zu 1:
Hosen kann man runterziehen und Nachthemden hoch…
einfach mal ausprobieren!😜
Mag Münster nicht! Zuviel Klamauk. Nonstop Nonsense.
Diesmal angenehm überrascht.
Elemente eines Film Noir mit Columbo.
Feine Ironie (Indianer…) statt plumper Gags.
Super nat. der W108, aber auch der Range Rover LM/L322 der 3. Generation.
Sehr gute Unterhaltung diesmal, so noch nie aus Münster erlebt. 5 Sterne⭐
@Bina „…so viele Menschen können sich nicht irren.“ Diese Aussage finden sich oft in Sendern, die ihr Geld verdienen, indem sie massenhaft Waren verkaufen. Als Argument in einer vernünftigen Diskussion hält es einer Überprüfung nicht stand. Geschichte und Gegenwart liefern dafür Beispiele.
So ganz nebenbei: Sie behaupten, wer nicht Meinungsmehrheit teilt, liegt automatisch falsch. Zu Ende gedacht bedeutet das das Ende jeder Diskussion.
Habe ein paar mal herzlich gelacht, das war es doch schon wert. Deutlich lustiger als die letzten Münster Tatorte.
Von mir⭐⭐⭐
Ein Stern davon allein für Boernes Nachahmung des balzrufs.
Schade, dass man den Täter von vornherein kannte.
Die Opernkenntnisse des Professors Börne bzw. des Drehbuchautors halten sich in gewissen Grenzen. Madama Butterfly hat gar keine Ouvertüre.
Die Perplexity-KI empfiehlt Ihnen heute:
(Zitat)
Es gibt zahlreiche Aufnahmen der „Madama Butterfly“ Ouvertüre, darunter:
# Eine Aufführung des Rome Opera House Orchestra unter der Leitung von Erich Leinsdorf
# Eine Interpretation des Royal Scottish National Orchestra
# Eine Darbietung des Donetsk National Academic Opera and Ballet Theatre
(Zitate Ende)
Und natürlich passt die Geschichte von der naiven Frau, die für einen zynischen Lebemann ihre ganze Identität aufgibt, und drei (!) Jahre vergeblich auf ihn wartet, wie die Faust aufs Auge.
Habe bei „Gute Frage“ nachgeschaut
ob Die Oper Madame Butterfly eine Ouvertüre hat. Hier die Antwort: „Nein, nicht jede Oper hat eine Ouvertüre oder auch ein sogenanntes Vorspiel, bei einigen geht die Handlung auf der Bühne sofort los, Zbsp bei Salome oder Elektra von Richard Strauss, bei einigen ist sie auch so kurz, dass es nur ein paar Takte einleitender Musik sind, die man als Ouvertüre im eigentlichen Sinn nicht bezeichnen kann, (von Puccini, zbsp: La Boheme, Madame Butterfly, Turandot)“
Unglaublich gute Folge. Die Hauptdarstellerin war eindeutig die Frau des Täters, sehr beeidruckende schauspielerische Leistung. Sehr gut gefallen hat mir, wie Thiel und Börne mehrmals überlegt haben, wie es denn gewesen sein könnte, und dies dann – am Tatort – von den Protagonisten vorgeführt wurde. Es war weniger Klamauk als sonst, aber das ist ja auch nicht verkehrt. Einziger Kritikpunkt von meiner Seite: Die anderen Charaktere, egal ob Staatsanwältin Klemm, „Vaddern“ oder Assistent Schrader, hatten fast überhaupt keine Bildschirmzeit. Nicht mal die Ermittlungsergebnisse betreffend des angeblichen Archäologen (keinen Schulabschluss etc.), die ja vermutlich Schrader herausgefunden hat, durfte er selbst vortragen, sogar das hat Börne gemacht.
@Sepp: Da bin ich ganz bei Ihnen. Vor allem fand ich es schade, daß „Schraderchen“, der in den letzten Münsteraner Tatorten einige gelungene und sehr sympathische Szenen hatte, und mittlerweile super in das Team integriert ist, wieder zum schusseligen „Dummdödel“ degradiert wurde, der sich vor einer Gipsfigur dermaßen erschrickt, daß er fast seinen Chef erschießt…
Die Villa, in der gedreht wurde, befindet sich in Burscheid.
@Burkhard Bader
Besten Dank für den Hinweis, ist ja schnell gefunden!
Im BILD-Artikel zum identischen Drehort der Folge «Made in China» stand ja nur „nahe Köln“.