Kurz und knapp – darum geht’s
Fast ein halbes Jahr lag die Mittzwanzigerin Nelly Schlüter tot in ihrer Wohnung – ohne dass es jemand bemerkt hätte. Zwar hatte Nelly Familie und Freunde, doch richtig vermisst zu haben scheint sie niemand, nicht mal ihre beste Freundin Fine. Die Stuttgarter Kommissare Thorsten Lannert und Sebastian Bootz fragen sich, woher diese Gleichgültigkeit in Nellys Umfeld rührt und wer ihr etwas angetan haben könnte. Vielleicht einer der Männer, die Nelly beim Onlinedating kennengelernt hat? Aber wurde die junge Frau überhaupt ermordet? Oder wusste sie keinen anderen Ausweg aus ihrer Einsamkeit als den Suizid? Für Lannert und Bootz tun sich menschliche Abgründe auf …
Der neue Tatort Stuttgart „Überlebe wenigstens bis morgen“ ist am Sonntag, den 23.11.2025 um 20:15 Uhr im Ersten zu sehen.
Inhalt der Tatort-Folge „Überlebe wenigstens bis morgen“
Rauschschwaden, Brandgeruch in der ganzen Wohnung. Und Fliegenlarven. Überall Fliegenlarven. Mittendrin die bereits halb verweste Leiche von Nelly Schlüter, mit einem Strick um den Hals. Es ist ein grauenhaftes Bild, das sich den Kommissaren Thorsten Lannert und Sebastian Bootz von der Kripo Stuttgart bietet. Wäre der Wohnungsbrand nicht gewesen, die tote Nelly wäre immer noch unentdeckt geblieben. Dabei muss die junge Frau schon vor einem halben Jahr gestorben sein – anhand der Larvenpopulation kann Rechtsmediziner Vogt sogar das Todesdatum relativ genau bestimmen: zwischen dem 9. und dem 11. Juni. Als Todesursache nennt der erfahrene Pathologe „atypisches Erhängen“ – was sowohl auf einen Suizid als auch auf Fremdverschulden hindeuten kann.
Warum bloß hat niemand die junge Frau vermisst? Zu den Nachbarn hatte sie keinen Kontakt, und Nellys Eltern wohnen in Ulm, nicht gerade um die Ecke. Ohnehin hätten sie sich eigentlich nur noch zu Weihnachten und Ostern gesehen, erklärt Nellys Mutter Yasemin der Polizei, sichtlich bestürzt. Doch auch Nellys soziales Umfeld scheint sie nicht vermisst zu haben: weder ihr Ex-Freund Felix noch ihre beste Freundin Fine. Die hat sich gerade mit Ehemann Niklas und ihrer kleinen Tochter das perfekte Familienglück aufgebaut – fast wirkt es, als hätte Nelly dort ohnehin nur gestört. Oder trügt die Harmonie etwa? Ein Foto macht die Ermittler Lannert und Bootz im Tatort „Überlebe wenigstens bis morgen“ stutzig: Es zeigt Nelly in trauter Zweisamkeit mit Niklas – lief da etwas zwischen den beiden? Dann hätte Fine ein klares Motiv.
Allerdings gibt es genügend andere Verdächtige, denn mit ihrer bisweilen aufdringlichen Art hat Nelly ziemlich angeeckt. „Süß, aber wahnsinnig anhänglich“, „eine richtige Klette“ – so beschreiben sie die Männer, die Nelly beim Onlinedating kennengelernt hat und die offenbar so gar nicht an einer festen Beziehung interessiert waren – im Gegensatz zu Nelly. Hat deshalb auch ihr Ex Felix irgendwann die Reißleine gezogen? Zwar behauptet er gegenüber Lannert und Bootz, ihre Trennung sei friedlich und einvernehmlich verlaufen, doch Sebastian Bootz, selbst erfahren in Scheidungsfragen, bleibt skeptisch. Tatsächlich zeigt die Handyauswertung der Toten, dass Felix auch nach der Trennung weiterhin mit Nelly in Kontakt stand und sie offenbar auch regelmäßig getroffen hat. Seine Erklärung, dass das alles von Nelly ausgegangen sei, würde zumindest in das Bild der einsamen Frau passen, die mit allen Mitteln nach einer festen Beziehung sucht – oder an einer gescheiterten festhalten will. Doch ausgerechnet auf der Hochzeit von Fine und Niklas hat Nelly gefehlt, dabei waren die beiden für sie immer das Traumpaar schlechthin. Oder war sie da etwa schon tot? Fine wirkt ziemlich ratlos und verzweifelt, zumal zwischen ihr und Nelly zuletzt auch Funkstille herrschte.
War also doch alles ganz anders? Ist dieser Todesfall im SWR-Tatort „Überlebe wenigstens bis morgen“ gar kein Fall für die Kripo – weil Nelly sich selbst getötet hat? Weil sie keinen anderen Ausweg aus ihrer sozialen Isolation wusste als den Suizid? Kommissar Lannert recherchiert in Einsamkeitsforen im Web und stößt dabei auf eine „Solitüde“ – Nellys Nickname beim Onlinedating. Offenbar hat sie dort nach professioneller Hilfe gesucht und diese auch gefunden – doch zu welchem Preis?
Hinter den Kulissen
Vom 7. November bis zum 9. Dezember 2023 fanden die Dreharbeiten statt für den 35. Fall der „Schwaben-Sheriffs“ Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare). Eine besondere Preview konnten Fans schon am 25. September 2025 erleben, als der neue Tatort Stuttgart erstmals öffentlich vorgeführt wurde, und zwar im Konzertsaal „Prediger“ in Schwäbisch Gmünd im Rahmen der SWR-Regiotour.
Im TV wird der Kriminalfilm erstmals am Sonntag, den 23. November 2025 ausgestrahlt, wie gewohnt um 20:15 Uhr im Ersten.
Übrigens: Der Titel des Tatorts nimmt Bezug auf die erste Zeile des fast gleichnamigen Liedes („Wenigstens bis morgen“) des legendären DDR-Musikers und Liedermachers Gerhard Gundermann (1955–1998).




























Du sind nicht allein – Unterstützung in schwierigen Lebenslagen
0800 111 0 111
Damen hoch für den Tatort! Zwei Daumen hoch für Bayan Layla als Nelly. Ich kannte die Schauspielerin nicht, werde sie mir aber merken. Wie ich fand, hat sie eine ganz ausgezeichnete und facettenreiche Leistung abgeliefert. Und Richy Müller ist sowieso immer super! ⭐⭐⭐⭐
Jetzt erst einmal den Film sacken lassen.
Daumen runter aber für das humorbefreite und kommentarlose Löschen der Vorabkommentare durch @Gerald. So kann man aufkommende gute Laune im Forum natürlich auch kaputt machen, bzw. im Keim ersticken … Wenn das so gewollt ist, wäre das aber ziemlich arm …☹️
Danke fürs Feedback und keine Sorge, den Humor habe ich nicht absichtlich an der Tür abgegeben. 😉
Ich verstehe den Ärger über die gelöschten Vorabkommentare. Lass mich kurz erklären, warum ich das gemacht habe und wie ich mir die Nutzung der Kommentarspalte vorstelle.
1. Wozu die Kommentare eigentlich gedacht sind
Es gibt im Grunde zwei Gruppen, für die die Beiträge hier wertvoll sind:
• Zuschauer*innen, die sich ein Bild vom Tatort machen wollen – sei es vor einer Wiederholung oder einfach aus Interesse. Viele stöbern auch Jahre später noch durch alte Threads. Da finde ich persönlich spannend, ob ein Kommentar aus 2006 oder 2007 heute überhaupt noch so von mir käme.
• Die Tatort-Macher*innen, die direktes Feedback aus der Community bekommen sollen: Was hat funktioniert? Wo war etwas unklar? Wo hätte man das Publikum stärker mitnehmen können?
2. Warum ich die Vorabkommentare entfernt habe
Beiträge, die vor der Ausstrahlung entstehen, sind in diesem Fall für beide Gruppen wenig hilfreich – weder für diejenigen, die sich informieren wollen, noch für die Produktion. Deshalb habe ich mich für das Entfernen entschieden, aber offenbar ohne genug Erklärung – und das nehme ich auf meine Kappe.
Mir ist wichtig, dass hier weiterhin gute Stimmung herrscht und man Spaß am Austausch hat. Die Rassel wollte ich niemandem wegnehmen – höchstens verhindern, dass sie zu früh rasselt. 😉
Ich hatte was von „wann fängt es an“ gelesen und das kann man wirklich löschen.
Dass Vorabkommentare gelöscht werden, finde ich gut.
Danke an Gerald für seine Arbeit.
Daumen hoch für Bina. Ich hätte auch nichts dagegen, würde die Kommentarfunktion erst Sonntagabend um 21:45 freigeschaltet.
Die Mediathek-Kommentatoren nerven eher.
@Bruno:
Wo wäre das Problem, erst um 21:45 auf die Seite zu gehen und dann die Kommentare zu lesen, die NACH dem Filmende eingestellt wurden? Das Filmende ist ja deutlich durch den Strich markiert. Die Kommentare davor kann man also sehr einfach ignorieren.
ich denke man versteht ganz gut „was Gerald damit meint“
so stand schon vor 3 Wochen hier:
„ich freue mich auf den neuen Stuttgarter TO … bin gespannt
ebenso könnte ich für den 28.12. schreiben:
„ach Murot der Spinner …. schau ich mir nicht an
BEIDES sind völig irrelevante Kommentare die hier nicht hin gehören
Hab´s diesmal vorab in der Mediathek gesehen und bin nun schon durch.
Nach dem gestrigen Live-Rätsel-Krimi war eines sicher; dieses Niveau zu unterbieten ist beim heutigen Fersehabend nahezu unmöglich. Zudem ist man ja von Lannert und Bootz bis auf sehr wenige Ausnahmen eigentlich immer recht „Gutes“ gewohnt.
Dennoch hat mich das Drehbuch das man den Beiden heute übergestülpt hat etwas genervt.
Melancholie und Depressionen statt Krimi – Schwermut statt solider, guter Ermittlungsarbeit.
Die meisten Hintergründe + Hinweise kamen im heutigen Fall auch ausnahmslos von der sehr motivierten Kommissarin Elvira Möbius.
Ob die gut gemeinte Botschaft, man solle übermäßigen Konsum von sozialen Medien meiden
und nicht in dieser Bubble leben, sondern lieber eine gute Nachbarschaft und ein ordentliches Familienleben pflegen, beim Publikum ankommt wage ich zu bezweifeln. Ich denke da sind wir schon „over the top“ um das noch nachhaltig auszubremsen.
Ebenfalls stellt sich die Frage ob der Fersehabend vor der Flimmerkiste für derartige Kritik der richtige Ort ist und nicht sogar ein gewisses Paradoxum darstellt.
Zu guter Letzt braucht man ja am Ende noch einen Täter. Und da bei diesem Beziehungsdrama
mit Suizid irgendwie alle und eigentlich doch niemand so recht Schuld hatten, musste eben die „bösartige“ Betreiberin eines Forums für den Gang in den Knast herhalten.
Naja, …. wenn einem sonst nichts mehr einfällt, muß man wohl auch damit leben. Wie gesagt –
Stuggi´s Fälle waren schon wesentlich besser ! Bin gespannt wie das die anderen hier sehen.
@Manne:
„Ob die gut gemeinte Botschaft, man solle übermäßigen Konsum von sozialen Medien meiden und nicht in dieser Bubble leben, sondern lieber eine gute Nachbarschaft und ein ordentliches Familienleben pflegen, beim Publikum ankommt wage ich zu bezweifeln.“
Ich habe da tatsächlich keine „gut gemeinte Botschaft“ gesehen, sondern empfand es eher als schlichte Tatsachenbeschreibung. So (einsam) sieht es heute in Teilen der Gesellschaft aus.
„Erzieherische Hinweise“ habe ich nicht gesehen und würde sie mir auch verbitten.
Betreutes Denken mit (politisch „korrektem“) Erziehungsziel haben wir mittlerweile auch in Krimis viel zu oft. Hier gab es aber allenfalls Denkanregungen zu eigenen Standortbestimmung. So habe ich es jedenfalls empfunden.
@Schatz
kann man so sehen, aber du relativierst nur meine Aussage😉
– wenn du den Leuten vermitteln willst: „geht raus in die Natur, und hinein ins wahre Leben“
– aber gleichzeitig steigen bei Netflix die Abozahlen 2025 auf ein neues Rekordhoch an
dann klafft die Schere zunehmend immer weiter auseinander
und ob das nun Tatsachenbeschreibung, erzieherischer Hinweis oder Denkanregung ist spielt dabei keine Rolle
Es gibt ja im Netz reichlich fragwürdige Einflussnahme-Absichten durch „windige“ Personen/Foren. Nicht nur Jugendliche (z.B. Verherrlichung der Magersucht bis zum Tod ect.) lassen sich steuern.
Menschen, die in Krimis Erziehungsabsichten sehen, kenne ich nicht. Es könnte allenfalls der (vielleicht wünschenswerte) Gedanke entstehen, dass sich Verbrechen nicht lohnt (was ja in der Realität leider nicht immer zutrifft).
Soweit gut nur die Tonqualität ist mal wieder sehr schlecht…gekuschelt…warum…☹️
🤓 du meinst sicher „genuschelt“, bin ganz bei dir! Die Tonqualität in deutschen Produktionen wird immer mieser.😠
Ich bin nicht einverstanden, in den letzten Tatort-Folgen (also in den letzten vor dem heutigen) war die Tonqualität OK.
Stimmt, Bildqualität HD; Tonqualität MC.
Wobei es auch an der Aussprache der Kommissarin lag, die teilweise kaum verstehbar war.
Oft sind diejenigen, die ein High-End-Top-TV-Gerät besitzen, nicht in der Lage, gar überfordert, den Sound vernünftig einzustellen.
Dann klingt es entsprechend.
Ihr habt es immer noch nicht mitbekommen, daß auch der „Tatort“ inzwischen im Zweikanalton ausgestrahlt wird?
Wie oft muss man euch das eigentlich noch an den Kopf werfen? Kanal 1: normal, Kanal 2: mit hervorgehobener Sprache. Lässt sich alles auf der Internetseite der ARD nachlesen. Aber stattdessen wird dann lieber hier in einem Forum jeden Sonntag herumgejammert.
Versuche bitte freundlicher zu sein.
1. Gibt es klare Sprache für diesen Tatort nicht, wenn man den Film zeitversetzt in der Mediathek schaut oder ihn sich von dort herunterlädt.
2. Mag es für manch einen nicht einsehbar sein, dass man bei einem Barnaby immer alles versteht und bei einem Tatort manchmal nur sehr wenig. Warum technische Abhilfen für die Hörer-Seite progagieren, wenn man das Gefühl hat das Problem sitzt auf der anderen Seite?
Ich kann da ein gewisses Verständnis für aufbringen.
3. Das Verfahren, dass in der Erklärung zu Klare Sprache beschrieben wird, lässt sich grob so umschreiben: sie machen etwas, das eigentlich nicht sinnvoll ist („Musik und Hintergrundgeräusche sind zu laut“) und was die Verständlichkeit erschwert und dann machen sie es mit technischen Hilfsmittel wieder rückgängig. Gleich auf die Verständlichkeit zu achten, wäre doch sinnvoller.
4. Ich habe bei dem Schauspieler, der den Ex-Freund (Felix?) spielt sehr große Verständnisprobleme. Der hat in meinen Ohren extrem genuschelt. Genau das Nuscheln wurde moniert. Es gab dabei keine Hintergrundgeräusche und auch keine Hintergrundmusik. Es war ein Artikulationsproblem, das man bei den anderen Schauspielern nicht hatte und bei dem auch Klare Sprache nicht helfen würde. Insofern schließe ich mich dem Herumgejammere an.
Allgemein zum Ton: Wenn man die entsprechende TV-Ausrüstung (Lautsprecher usw.) hat, dann ist der Ton super, wie im Kino. Beispielsweise hört man dann räumlich wie ein Auto „von links hinten nach rechts vorne“ fährt. Auch die Schauspieler versteht man dann besser. Wenn man aber nur einen einfachen Fernseher hat, muss man „Klare Sprache“ einstellen. Jedoch hilft auch das nicht immer. Deshalb plädiere ich dafür, die Schauspielerinnen und Schauspieler darauf hinzuweisen, dass sie deutlich sprechen sollen und nur mit Andeutungen von Dialekt, wie im Theater! Das wäre eine umweltfreundliche und kostengünstige Lösung.
Warum.immer nur kranker Scheiss im Tatort.
Wo sind die Fälle von damals.
Bankraub
Raubmord.
Wer wiill das sehen.
Gute Schauspieker die für Drehbuchschreiber missbraucht werden die psyschich krank sind.
Tatort kotzt einen nur an seid 5 Jahren
Ein sehr starker Auftritt von Lannert und Bootz!!! Und die eindringliche Erkenntnis, daß nicht nur „alte Menschen“ einsam sein können und erst Monate nach ihrem Versterben gefunden werden.
Tatsächlich hat vor einigen Jahren eine sehr geschätzte Kollegin von mir Suizid begangen und alles in die Wege geleitet, nicht noch rechtzeitig gefunden zu werden…
Ich kann alle nur aus tiefstem Herzen bitten, sich im Ernstfall Hilfe zu holen und aufeinander aufzupassen!!! In diesem Zusammenhang habe ich Nellys Eltern nicht verstanden…
Ein Tatort, der mich noch lange beschäftigen wird. 5 Sterne.
Danke für den Hinweis. Ich habe einen Verweis auf die Telefonseelsorge als erstes Kommentar eingefügt.
Danke, Gerald! 😊
Bei schweren Depressionen würde ich trotzdem empfehlen, sich an einen Arzt oder eine Ärztin zu wenden. Muß im Notfall kein Psychiater sein, aber ein Profi.
@Imki: Antwort zu „schweren Depressionen“: Echt schwieriger Gemütszustand. Man könnte sagen man liegt auf dem Boden wie ein „gefällter Baum“. Ich kenne das. Im Nachhinein kann ich nicht sagen, was der Funke war, der einen wieder aufrichtete…
@Garbak: Ich leide schon mein ganzes Leben lang an schweren Depressionen und bin froh, daß es Selbsthilfegruppen gibt und mein Hausarzt diese Erkrankung ernst nimmt. 👍
Top!👍🏻
Das war ein guter, spannender, etwas anderer Tatort! Ohne überflüssige Nebenschauplätze.
“Herb und streng ist die Großstadt gegen die gestaltlosen Massen, die aus dunklen U-Bahn-Tunneln strömen.“
Selbst den Sonnenschein misst sie einem kärglich zu.
Die junge Nelly Schlüter spiegelt – freilich tränenselig überspitzt – Einsamkeit und Ablehnung, die dort durch den Paradoxismus der vielen Menschen bei gleichzeitigem Mangel an tiefen sozialen Bindungen, fehlender sozialer Infrastruktur und hohem Tempo entstehen können.
Da passt es doch ganz gut, dass die sozialsympathischen Lannert & Bootz zusammen mit der muckischen Frau Möbius quasi die Rollen von Prahl, Liefers & Kaulitz aus dem gestrigen ARD-Live-Krimi-Dinner [= ernüchternd, wie aufgeschmissen preisgekrönte Schauspieler dabei ohne Textvorlagen wirken] übernehmen und sich durch dieses Trauerspiel buddeln …
@ Nelly Schlüter:
»I’m walking down the line / That divides me somewhere in my mind /
On the borderline / Of the edge and where I walk alone«*
﴾* ♪ Green Day – Boulevard of Broken Dreams﴿
verstehe diesen Kommentar nicht
Kein Mord sondern Suizid, aber eine Menge unsensibler Leute, die irgendwie daran etwas Schuld haben. Und ein übersensibles Opfer, das sich schwertut in unserer abgebrühten Gesellschaft. Alles das ist nicht neu sondern gab es schon immer. Sehr gute Schauspielerinnen und Schauspieler, gute Kamera, Ton manchmal etwas undeutlich, gute Regie und Drehbuch, 4 von 5 Sterne.
Sehr gut gemachtes Sozialdrama … aber eben kein Tatort. Da bin ich Purist. Die Darstellerin der Nelly war erste Sahne; absolute Spitzenleistung. Ihre Gefühle absolut nachvollziehbar.
Aber Spannung, wie ich sie bei einem TO erwarte, kam zu keiner Minute.
Da gibt es diverse andere Formate (im ZDF) die mehr bringen.
Darf ich fragen, warum das für Sie „kein Tatort“ war? Weil es am Ende Suizid war und kein Mord?
Ich bin zwar kein Bruno, für mich ist aber ein zentrales Merkmal des Tatorts, dass die Ermittlung im Mittelpunkt stehe.
Die fehlende Spannung ist doch voll mit Ekelinsekten ausgeglichen worden….
Tatort zeigt vielfältige „Spielarten“, das ist die spezielle Anlage dieser Reihe.
Eine gut dargestellte, aber stark überkonstruierte Geschichte. Die Mehrheit der Ermittlungsergebnisse kam eigentlich von M., deren vollständigen Namen wir nur von der Besetzungsliste kennen. Und, der größte Wendepunkt ist mit dem Video gekommen, das man rein zufällig in Darknet gefunden hat – und noch dazu wird sofort klar, dass der von der Psychotherapeutin benannte Mitarbeiterin selber „Der Fischer“ ist. Was für ein Glück, was allerdings wenig mit Ermittlungsarbeit zu tun hat. Und am Ende, mit Nellys Tot? Die Dame gesteht alles ohne Not, nur so. OK, die Polizei hätte wohl die Videoaufnahmen auf ihrem Rechner gefunden.
Mehr Film Noir als Tatort für mich. Aber als solcher eigentlich ganz OK.
Die Tonqualität war wieder erbarmlich, manchmal hätte ich zwei, drei Sätze im Folge nicht verstanden.
Interessant übrigens, dass dieser Tatort vor zwei Jahren gedreht wurde. Eine so lange wartezeit ist nicht üblich.
@Attila:
Ja, das mit der langen ‚Liegedauer‘ habe ich auch in einem Vorab-Kommentar geschrieben (der leider – neben anderen – von @Gerald gelöscht wurde; es gibt übriges auch noch andere als die 2 genannten Gruppen von Nutzern der Kommentarfunktion!🧐). Vielleicht, weil sich in den letzten Monaten schon mehrere Tatorte oder Polizeirufe auf das Thema ‚Depressionen‘ bzw. ‚Suizid‘ bezogen?
Für mich ist das im heutigen TO gezeigte eine nur schwer nachvollziehbare ‚fremde Welt‘. Ja, es gibt offenbar Leute, die sich freiwillig auf derartige Foren begeben. Das sind aus meiner Sicht PSYCHISCH SCHWER KRANKE PERSONEN, für die ich hoffe, dass sie rechtzeitig in geeignete ärztliche Behandlung kommen (es gibt für diesen Bereich sehr wirksame und gut verträgliche Arzneimittel!)
Für mich stellt sich bei derartigen Filmen auch immer die Frage: bringt man derart Gefährdete nicht durch solche Inhalte erst auf die Idee, sich auf solch perverse Foren zu begeben ???
Fazit: mein Fall war der heutige Tatort nicht!
@Der Fremde:
Sie sagten: „…bringt man derart Gefährdete nicht durch solche Inhalte erst auf die Idee, sich auf solch perverse Foren zu begeben ???“
Meine Meinung: Dann dürfte es überhaupt keine Filme und keine Bücher mehr geben, die Suizide, Verbrechen und Morde schildern!
Hervorragend, realistisch, todtraurig und ganz klasse gespielt. 5 von 5, hat mich sehr bewegt und nachdenklich gemacht. Auch Bootz und Lahnert wie immer gut. Gute Unterhaltung mit ziemlich Tiefgang. Wie gehen wie mit dem anderen, der neben uns lebt?
🤓 du meinst sicher „genuschelt“, bin ganz bei dir! Die Tonqualität in deutschen Produktionen wird immer mieser.😠
Dieser Satz hat mich nachdenklich gemacht: „Einsamkeit ist kein Privileg der Alten mehr“.
Ja, das ist wohl wahr, seit Corona leiden viele Jugendliche und junge Erwachsene unter Einsamkeit, dazu gibt es auch mehrere Studien. Bayan Layla in der Rolle der Nelly Schlüter hat diese Rolle, meines Erachtens, sehr gut umgesetzt.
„Überlebe wenigstens bis morgen“ ist nicht nur nach einem bekannten Gundermann-Song, sondern auch nach einem (fiktiven) Einsamkeitsforum benannt, um das sich in diesem Tatort vieles dreht: Suizidgefährdete können sich dort online über ihre Nöte austauschen und werden dabei offenbar schamlos ausgespäht.
Drehbuchautorin Katrin Bühlig sensibilisierte uns bereits im grandiosen Frankfurter Niemand-hat-hingeschaut-Tatort Unter uns, im Berliner Corona-Tatort Die dritte Haut und im Kieler Tatort Borowski und das hungrige Herz fürs Hinsehen, wenn es anderen nicht gut geht, und rückt die Welt der Isolierten nun erneut in den Blickpunkt (Quelle: wiewardertatort.de)
Mit der Leiche hatte mein Magen so seine Probleme, aber ich fand die Erklärung der Fliegen, Käfer und Larven, die die verschiedenen Verwesungsstadien aufzeigen können, so spannend, dass ich meinen Ekel tapfer hinuntergeschluckt habe.
Des Weiteren ist das Auftreten von M, wie Lannert sie nennt (ich musste sofort an „M“ aus James Bond denken, war wahrscheinlich beabsichtigt 😁), der neuen Chefin interessant.
Kleiner Dialog:
MÖBIUS:
Die Deppen dort sind mal wieder heillos überfordert.
LANNERT:
Geht’s vielleicht auch mal ohne Beleidigung?
MÖBIUS:
Beleidigungen sind wichtig. Weil wir sonst in kaltem Respekt aneinander vorbeileben.
Man darf gespannt sein, wie sich das entwickelt.
Alles in allem ein guter Tatort aus Stuttgart. ⭐⭐⭐⭐
Das Forum „Überlebe wenigstens bis morgen“ hatte übrigens ein Design wie in den Nullerjahren. Aus heutigen Sicht sah es ehct komisch aus. :-)
Ein großartiger Film – die Stuttgarter gehören zu den besten Tatort-Teams.
Der Film behandelte 2 Themen:
1.) Die Einsamkeit vieler Menschen trotz vielfältigster Möglichkeiten der Kontaktsuche.
2.) Online-Portale, deren Betreiber versuchen, Menschen in den Selbstmord zu treiben.
Diese Themen gehören zwar einerseits nicht zwingend zusammen, und andererseits hätte jedes dieser Themen einen eigenen Tatort-Film verdient gehabt.
Dennoch war die gemeinsame Behandlung dieser Themen keine Überladung, sondern ein geschickter Kunstgriff der Drehbuchautoren, weil dadurch gezeigt werden konnte, wie einsame Menschen gleich doppelt scheitern können:
Zum einen werden sie bei ihrer Kontaktsuche nicht fündig, zum anderen fallen sie aus Verzweiflung über ihre Einsamkeit Menschen in die Hände, die diese Verzweiflung instrumentalisieren und sie in den Selbstmord treiben wollen. Das ist leider keine Film-Phantasie – solche Fälle gibt es in der Realität.
Natürlich sind solche Internet-Portale ein äußerst finsteres, menschenverachtendes Geschäft, das mit allen Mitteln der Strafverfolgungsbehörden bekämpft gehört.
Dennoch werden wohl nur wenige Menschen sich auf diese Weise in den Tod treiben lassen. Klar – jeder Fall ist einer zuviel, aber das Problem der Einsamkeit scheint mir das wesentlich weiter verbreitete zu sein.
Seit längerem gibt mir folgendes Paradoxon zu denken:
Die Möglichkeiten der Kontaktsuche waren wahrscheinlich in der ganzen vieltausendjährigen Geschichte der Menschheit noch nie so vielfältig wie heute. Da sollte man doch meinen, „Einsamkeit“ sei ein historischer, uns Heutigen unverständlicher Begriff. Aber nicht nur, dass dem nicht so ist: Die Einsamkeit scheint so relevant zu sein wie eh und je, eher sogar noch mehr als früher – und zwar in allen Altersklassen. Fast scheint es, als hätte es in früheren Zeiten, in denen Kontaktsuche und Eheschließung strengen gesellschaftlichen Konventionen unterworfen waren, weniger Einsamkeit gegeben als heute. Und tatsächlich gibt es schon Stimmen, die nach einer Rückkehr eben jener Konventionen rufen, weil die heutige schrankenlose Freiheit die Menschen überfordere.
Ich schließe mich dem nicht an, sondern bin der Meinung, dass die Menschen mit der Freiheit umzugehen lernen können und sollen. In jedem Fall wäre dieses Paradox – beispiellos viele Kontaktmöglichkeiten und gleichzeitig immer stärkere Vereinsamung – ein äußerst wichtiges und komplexes Thema. Wenn heute über Einsamkeit gesprochen wird, dann kommen oft nur hilflose Angebote wie Singlereisen oder Einladungen zu Kaffeekränzchen, bei denen man sich kennenlernen soll. Aber die tieferen Ursachen für Einsamkeit werden kaum zu ergründen versucht.
10 von 10 Punkten.
KI-unterstützter Text? Nur so aus Interesse.
„… In jedem Fall wäre dieses Paradox – beispiellos viele Kontaktmöglichkeiten und gleichzeitig immer stärkere Vereinsamung – ein äußerst wichtiges und komplexes Thema.“
Vor allem ist Einsamkeit ein schleichender Prozeß. Dieser Prozeß ist in 90 Minuten „Tatort“ natürlich schwer darzustellen. Aber durch die kurzen Rückblenden gut nachvollziehbar.
ich würde noch folgendes Erlebnis als Erklärung dran hängen:
eine Bekannte zeigte mir stolz das sie jetzt 550 Freunde auf facebook hat.
„Wow“ sagte ich „und wie viele davon kommen zu dir und kochen dir einen heißen Tee wenn du mit Grippe im Bett liegst“ ?
….. langes Schweigen ……….. noch Fragen ?
…oder helfen beim Umzug??? Sehr richtig!!! 👍
Sehe ich genauso. 👍
weitere Erklärung evtl.:
500 Möglichkeiten und keine ist heutzutage gut genug.
Wie immer ein top Tatort aus Stuttgart – der Name steht für uns einfach für Qualität! Ich kann die anderen Kommentare verstehen, dass es kein „richtiger“ Tatort war aber dafür ging es halt echt ans Eingemachte (s. Gläser in der Pathologie) und das ist ja auch wichtig. Oft greift ja der Tatort gesellschaftlich relevante Themen auf und das war hier ganz stark fanden wir. Man muss es eben echt erst mal sacken lassen, wie schon andere gesagt haben. Jedenfalls DANKE an das ganze Tatort Team für die tolle Arbeit und dass ihr euch nicht davor scheut solche Themen anzusprechen!
Weil es noch nicht die entsprechende Würdigung fand:
Die Musikauswahl fand ich super!
Die ungewöhnliche Erzählweise des ganzen Films (Gegenwart, Vergangenheit, schnell geschnittene Erinnerungsschnipsel) hat mir ausgesprochen gut gefallen. Das hätte auch arg in die berühmte Hose gehen können, hier waren aber für meinen Geschmack Leute am Werk, die ihre Arbeit beherrschen!
Ergänzung:
Richtig gut fand ich auch, wie der Todeszeitpunkt nach und nach eingegrenzt wurde: Einerseits durch die verschiedenen Viecher und ihre Vermehrungsgewohnheiten und andererseits durch die Aussagen, wann wer Nelly zuletzt gesehen, gesprochen hat.
Guter Film. Tragische Hauptrolle, die ungewollt immer mehr Zurückweisung erreicht. – Warum die besondere Maden/Fliegenart aus Afrika da war, hat sich aber nicht geklärt, oder?
Das würde mich auch interessieren.
Ich habe es so verstanden, daß es sich um eine invasive Art handelt, die sich nur bei konstant über 21°C hoher Temperatur vermehren kann. So konnte der Gerichtsmediziner den Todeszeitpunkt ziemlich exakt bestimmen.
Ja, die Antwort fehlte mir auch, denn zum Vermehren müssen ja eigentlich erstmal ein paar Würmer da sein.
…Fliegen.
Erst Fluege, dann Ei, dann Made. 😉
Fluegen können tatsächlich Tausende von Kilometern zurücklegen.
*Fliege, natürlich. 🪰
Oder die Maden werden mit Transportkisten aus Afrika ‚eingeschleppt‘ … 😖
@Der Fremde: So kommen tatsächlich viele invasive Arten nach Europa, das stimmt. Meistens als Puppen, deshalb werden sie beim Zoll leicht übersehen.
Der Tatort war super.
Ja, war er! Das Team hat mich (fast) noch nie enttäuscht.
Thema zwar traurig, aber auch traurige Realität.
Ich oute mich jetzt mal als Person, die diese Folge NICHT gut fand.
M ist die neue Chefin? Da habe ich wohl irgend etwas nicht erinnert. Die Rolle kommt jedenfalls sehr unpassend patzig daher. Grade bei Lannert und Bootz mehr als unnötig.
Die Einsamkeit der Nelly so traurig realistisch, dass es einem beim Zuschauen würgt.
Und doch nicht als Film spannend genug, dass ich nicht mehrfach weggenickt wäre.
Der für mich interessanteste Satz des Films wurde hier schon
zitiert:
„Beleidigungen sind wichtig, weil wir sonst in kaltem Respekt an einander vorbeileben.“
Nein. Man kann auch einfach ehrlich sein.
An einander vorbeileben tun vor und hinter dem Forum, vor und hinter diesem Fall, vor und hinter wo auch immer viele Menschen auch ganz ohne Beleidigungen.
@Gerald: Das Forum dient tatsächlich auch als Kontaktstelle der Forianer untereinander. Kleine Scherze, die evtl jemand, der zum ersten Mal hier mitliest, nicht versteht, versüßen das Lesen und Gestalten.
Nur weil diese TO Folge so bitter ernst war, hätten die Vorabkommentare nicht gelöscht werden müssen.
Konsequent wäre ein Löschen jedweder Kommentare vor Ende der Ausstrahlung oder wie schon mehrfach angeregt eine Freischaltung der Kommentarfunktion erst ab dem Zeitpunkt des Abspanns.
Da bin ich ganz bei @Schauinsland … und als „Silberrücken-Lannert“ dieser „Schimpfansin“ in bester „Liebling-Kreuzberg“-Manier gekontert:“ War das jetzt eine Beamtenbeleidigung??“
Du findest eine psychologische Thematik langweilig? Dann wäre vielleicht ein Rambo-Film was für dich.
Obwohl ich sonst sehr gerne Fälle dieses „Stuggi“-Teams sehe, fand ich diese TO-Folge heute einfach nur nicht spannend (evtl. tagesformabhängig??). Langweilige Filme schaue ich mir hingegen gar nicht bis zum Schluss an.
Bei „Rambo“ finde ich die übrigens die Musik spannend (zumindest den „First Blood“-Soundtrack) 😉
Naja, wenn sich hier, wie jüngst, die Foristen tagelang über Tobler – Toblerone und Ritter – Ritter Sport beömmeln, hoho, denke ich auch, das kann weg. Wenn Gerald stattdessen aber als erstes eine Hotline für verzweifelte Menschen setzt, ist das genauso inadäquat bzw. peinlich, denn ein Tatort-Forum dient nicht der Lebenshilfe, oder? Dann müssten demnächst auch Adressen für Suchthilfe, Kinder in Not, Weißer Ring usw. vorgeschaltet werden.
Zur Folge selbst: Gut & solide inszeniert, geradezu wohltuend – nach den Schreiorgien letzter Woche. Alternativtitel: „Mit ruhiger Hand“.
Diese Hinweise sind (zum Glück) inzwischen in/an allen möglichen Kommunikationsstellen, wenn entsprechende Inhalte Thema sind. Und ich finde es hier am Anfang absolut angebracht.
@Schauinsland:
„Kleine Scherze, die evtl jemand, der zum ersten Mal hier mitliest, nicht versteht, versüßen das Lesen und Gestalten.“
So sehe ich das auch. Und das war für mich auch immer ein Punkt, der das Forum menschlich und lebendig machte.
Eine Seite, die irgendwann nur noch aus KI-unterstützten „Abhandlungen“ besteht, wäre nicht meine Vorstellung eines Forums.
P.S.: Kann es sein, dass sich Anna Krechtel aus dem Forum zurückgezogen hat? Das letzte, was ich von ihr gelesen habe, war die durch @Gerald redigierte (!) Fassung ihres Textes. Früher war Anna hier Kult, jetzt sind ihre Texte, so wie sie nun einmal schreibt. nicht mehr gut genug?
@Schatz:
Ich glaube, Anna (Krechel) schreibt ausschließlich zu Kölner Folgen und da ist die letzte ja jetzt schon eine Zeit lang her …
@Der Fremde:
Stimmt. Krechel nicht Krechtel. Und als größter Fan der Kölner schreibt sie tatsächlich nur/fast nur? zu diesen Folgen.
Ist das wirklich schon so lange her??
Das wäre natürlich eine Erklärung.
Naja, vielleicht haben sich ihre persönlichen Lebensumstände geändert? (jedenfalls „1000 Sterne“ für Anna!😉)
Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil …😔
Da war ich wohl etwas vorschnell und hatte etwas falsch gespeichert. Tatsächlich ist der letzte Kölner Tatort „Colonius“ schon ein Weilchen her (März 2025) und da hat Anna kommentiert.
Ich geh jetzt mal ein Händchen Asche für mein Haupt suchen …
(Murmel, murmel, Mensch, Schatz, erst recherchieren, dann etwas behaupten oder mutmaßen, murmel, murmel …)
Die Thematik finde ich auf jeden Fall interessant, aber die Protagonistin ist viel zu flüchtig dargestellt. Warum ist eine attraktive junge Frau einsam und traurig? Gibt es familiäre Vorgeschichten oder ist sie depressiv veranlagt? Dass sie sich an oberflächliche Typen aus einem Dating-Portal klammert, denen sie dann zu viel wird, ist keine Erklärung. Warum hat sie keine anderen Interessen, welchen Job macht sie, wie sieht es in der Familie aus? Suizidgedanken entstehen aus komplexen Gründen. Auch die Eltern lernt man nicht wirklich kennen. Ich traue dem Tatort schon zu, so etwas darzustellen. Dass Dating- und schlimmere Webseiten keine Hilfe sind, wurde gut thematisiert. Lannert-und-Bootz-Folgen mag ich alle, da sehr gute Schauspieler, es gab aber schon besser charakterisierte Figuren als in dieser Folge.
Sind Sie der Meinung, Einsamkeit und Attraktivität ständen in einem Kontrast?
Wirkliche Freundschaften machen sich nicht an Frisur und Bekleidung fest.
Die Rolle Nelly wurde als übergriffige, klugsch.. , klettige Person dargestellt.
zB, als sie ihre Mutter anweist, das Kind ihrer Schwester nicht zu küssen, da sie evtl ein Herpesvirus übertragen könnte.
Dies wäre Sache der Schwester gewesen.
Obwohl sie eigentlich alles gut meinte, stieß sie mit Vielem nicht auf Gegenliebe und verschlimmerte ihre Situation somit noch.
So traurig, so dramatisch.
Und auch ohne suizidalem Ende in der Realität sicherlich -zigfach vorhanden. Ein Lebensdrama.
Aber keine Unterhaltung für mich zum Sonntagabend.
Sehr berührender, eher stiller, konzentrierter Tatort mit der einen oder anderen konzeptionellen Schramme … für mich übrigens tatsächlich ein Tatort als Krimi, da (zumindest wiederum für mich) Täter (oder Nicht-Täter) bis zum Schluss im Nebel blieben, da wären ja tatsächlich viele infrage gekommen. Ich hatte sogar kurz jene Psychologin in Verdacht. Aber sei’s drum.
Weniger gut fand ich diese Darknet-Geschichte: gruselig und effektvoll zweifellos, aber eben dann auch ein wenig zu viel des Guten, das hat der bedrückenden, realistischen Wucht der Erzählung doch ein wenig an Eindrücklichkeit genommen. Ansonsten hat die leichte Zuspitzung, das an den Rändern manchmal Klischeehafte der Figuren die Problematik doch sehr gut herausgearbeitet. Die Protagonistin aus lauter Verzweiflung zunehmend übergriffig und klammernd (was nie förderlich ist), die Umwelt gedankenlos bis abweisend-egoistisch … das war so schon stimmig. Wie meistens in Stuttgart gutes, zurückgenommenes, souveränes Team, diesmal mit „M.“ als besonderes Schmankerle, schade, dass das wohl ein einmaliger Auftritt blieb. 4 Sterne glatt.
****/5
@Gerald („Die Rassel wollte ich niemandem wegnehmen …“):
Ich bin gespannt, in welche Richtung sich dieses Forum weiter entwickelt. Es war schön, dass ‚lebendige Diskussionen‘ hier bisher möglich waren. Dazu zählte bisher auch, seine Erwartungshaltung zu einer von der TO-Redaktion angekündigten Episode mit anderen zu teilen. (Das muss in Zukunft natürlich nicht sein, man hätte diese Haltung m.E. aber auch anders – und früher – kommunizieren können)
Es war mir bisher nicht bewusst, dass unsereiner hier als ‚Kleinkind mit Rassel‘ wahrgenommen wird, der man die Rassel erst zum richtigen Zeitpunkt überreichen darf!
Wenn es hier schon seit einiger Zeit eine ‚NETTIQUETTE‘ gibt, in welcher der respektvolle Umgang gefordert wird, dann sollte das m.E. für alle Seiten gelten!
Des Weiteren hoffe ich, dass sich dieser Umgangston in Zukunft nicht fortsetzen wird!😏
@Der Fremde:
Ich stimme dir voll und ganz zu!
So unterschiedlich unser Filmgeschmack auch oft ist, so einig scheinen wir uns in anderen Belangen zu sein.
@Schatz:
Danke!😊
(seh‘ ich auch so!)
Ich begruesse es sehr, dass die Vorabkommentare geloescht wurden. Hoffentlich bleibt es dabei. Ich moechte die Meinungen zum Tatort lesen, nicht die Erwartungen und Wuensche…
@M.S.:
„Ich moechte die Meinungen zum Tatort lesen, nicht die Erwartungen und Wuensche…“
Und andere möchten NICHT NUR die Meinungen zum Tatort lesen, sondern AUCH die Erwartungen und Wünsche.
Und jetzt? 🤨
@Schatz:
immer mit der Ruhe…
Ich moechte einfach vorab keine Erwartungen und Wuensche lesen.
In eine Bewertung oder Kritik eingebaut stellt das Ganze ja kein Problem dar. Im Gegenteil! Formulierungen wie z.Bsp. „ich hoffe fuer den naechsten Tatort aus Stuttgart folgendes…“ oder „ich erwarte mir“ … sind doch vollkommen ok!
Habe das Gefuehl, dass hier derzeit wenig Toleranz herrscht, leider 😔
Gruesse aus Virginia
@M.S.:
Ich glaube, das sind einfach 2 konträre Positionen: die eine Gruppe will X, die andere Y.
Letztlich wird die TO-Redaktion in Gestalt von @Gerald entscheiden, wie es in Zukunft gehandhabt wird (er allein hat ja die Lösch-Funktion ‚in der Hand‘).
Derzeit schaut es so aus, dass es in Zukunft keine Vorab-Kommentare geben wird (bzw. nur solche, welche vor Film Beginn gelöscht werden).
Dieses Thema war bis letzten Sonntag nicht eindeutig geregelt. Ich werde daher bis auf Weiteres keine Vorab-Kommentare mehr schreiben (aus jetziger Sicht😏).
Ich wüsste allerdings nicht, was an unserer Position INTOLERANT gewesen sein soll!🧐
@M.S.:
In Bezug auf @Der Fremde: „Ich wüsste allerdings nicht, was an unserer Position INTOLERANT gewesen sein soll!🧐“
Und das sehe ich mal wieder genauso.
Was soll daran intolerant sein, wenn man etwas (z.B. Vorabkommentare) toleriert. Ist es nicht eher intolerant, wenn man existierende Kommentare löscht? Das ist doch ein Zeichen von Intoleranz.
Und übrigens: Ich bin ganz ruhig. Ich verstehe nur manchmal die Verdrehung der Umstände nicht mehr … Hier bitte ein Kopfschüttel-Emoticon dazudenken.
Ansonsten: Viele Grüße nach Virginia!
Stimmt Leute! Intoleranz war hier der falsche Begriff. Akzeptanz passt besser. Meinungsvielfalt möchte ich nicht mehr verwenden…
Freue mich schon auf Eure weiteren Bewertungen der nächsten Folgen!
Grüße aus Virginia in die Heimat
Mich hat die Story-Konstrukion null überzeugt. Der ganze „Der Fischer“-Subplot wirkte sehr aufgesetzt, Fine & Niklas waren auch mehr Funktions-Figuren als echte Charaktere, ebenso die Eltern und Felix, wenngleich Malik Blumenthal ihn charismatisch gespielt hat und man durchaus nachvollziehen konnte, warum Nelly ihn anziehend fand trotz seines zweifelhaften Charakters. Es wirkte, als ob man viele Aspekte abdecken wollte, die irgendwie mit dem Thema „Einsamkeit“ zusammenhängen, letzten Endes bleibt es aber bei Boulevardpsychologie und die Details sind unausgegoren. Auf der Habenseite steht die schauspielerische Leistung von Bayan Layla. Sie hat einige Unebenheiten des Drehbuchs grandios überspielen können und dafür gesorgt, dass man nicht ganz unberührt blieb.
Das Drama nicht geliebt zu werden, bzw. nach einiger Zeit unbegreiflicherweise verstossen zu werden, obwohl man im Grunde eine liebe Person ist. Die Versuchung, sich dann in die digitale Traumwelt zu projizieren, das Beduerfnis staendig geliked zu werden und eine ganze Menge „Freunde“ zu sammeln, um schliesslich feststellen zu muessen, dass das Ganze nur fake ist. Datingssites die nur als Vorwand fuer frustierende Onenightstands dienen … Ich fuerchte dass manche Zuschauer(innen) sich mit Nelly haben identifieren koennen. Der einzige bittere Trost: allein sind sie nicht!
Moin,
vielleicht mal als Fun Fact am Rande. Das war mindestens der zweite Tatort, der den Titel eines Songs von Gerhard Gundermann trägt. Folge 904, Leipziger Tatort aus 2014: „Frühstück für immer“ und nun „Überlebe wenigstens bis morgen“, wobei der Song zwar mit dieser Zeile beginnt, eigengtlich aber nur „Wenigsten bis morgen“ heißt.
Gruß in die Runde
Mich hat der Spruch an das Credo der AA (‚Anonyme Alkoholiker‘) erinnert: „Trinke das nächste Glas NICHT“!
Ja, in gewissen Lebensumständen muss man sehr kurze Zeiträume ansetzen, um gewisse Dinge nicht zu tun (dort: nicht wieder zu trinken beginnen, hier: sich nicht umbringen).
Gruß retour!
Beide von der selben Drehbuchautorin geschrieben. Wohl kein Zufall. Ich kenne den Künstler nicht, aber er scheint im Osten der Republik ziemlich wichtig gewesen zu sein. Aber auch wieder ein nicht ganz stimmiges Detail- kennt man den in Stuttgart? Eher nicht, oder?
Gibt ein tolles Biopic zu dem früh verstorbenen Künstler , der hauptberuflich Baggerfahrer im Braunkohlebergbau war und wohl auch mit dem Staat angeeckt ist. Alexander Scheer spielt da die Hauptrolle sehr gut. Richtig guter Film über eine interessante Persönlichkeit.
Korrekt – Nelly war nie berühmt, das war lediglich ein Tagtraum, eine Wunschvorstellung. Bzgl. Nellys Job – in der Tat eine weitere Unebenheit/Ungenauigkeit des Drehbuchs. Details sind so wichtig und werden so oft vernachlässigt. Man muss doch gar nicht alles auserzählen, aber zumindest erwähnen, wovon sie lebt, hätte man können.
Ich schaue momentan die alten Schimanskis chronologisch durch und merke, wie stark die gerade in den Details sind. Da stimmt alles, die Sprache, die Alltagsgesten, das Szenenbild (war gestern auch extrem clean und katalogmässig alles). Da ist immer was los, auch im Hintergrund. Wie im wahren Leben. Da werden doch auch nicht einfach Dialoge ausgetauscht vor perfekt eingerichteten Wohnkulissen. Ich bleibe bei meinem Appell an alle für den „Tatort“ verantwortliche Filmschaffende: Macht euch mehr Gedanken über das WIE als über das WAS.
Realismus
Bei Durchsicht ihrer Kontoauszüge durch die Kommissare war mal die Rede davon, dass sie als freiberufliche Lektorin, hie und da in in einem Co-Worker-Space, gearbeitet hat. Aber es stimmt: Die gezeigten Wohn- und Arbeitssituationen (Büro der Psychologin!) waren schon arg clean und hochwertig.
Ich stimme Ihnen zu, empfand die Kulisse allerdings als sehr passend…
Oberflächlich eben! Clean, hochwertig, nah an der Perfektion, ordentlich, gestylt. Aber eben ohne Wärme, Liebe oder persönliche Kleinigkeiten.
Genau DAS ist es ja, was bei den Drehbüchern seit Jahren so katastrophal vernachlässigt wird: Detail, Stimmigkeit, Motivation (das, was den TO vor Jahrzehnten mal stark machte). Es wird behauptet, nicht entwickelt. Ein Foristin bemerkte richtig, wieso eigentlich in den Suizid?? ‚Objektiv‘ hat Nelly ja gar keinen Anlass, jung, attraktiv – Klette, nun ja. Aber was ist schon objektiv bei Depression? Da sagen die Wohlmeinenden (= Ahnungslosen): Geh mal an die frische Luft, unter Leute. Super Ratschlag. Dennoch, irgendwelche Begründungen/Herleitungen wurden ja in die Black Box ausgelagert.
Dahinter steht natürlich auch Erziehfernsehen: Seht ihr, selbst hübsche junge Frauen haben’s schwer, Einsamkeit, o weh, dann daddeln im bösen Internet, nix gut!
Kleist schreibt in seinem Abschiedsbrief: „Die Wahrheit ist, daß mir im Leben nicht zu helfen war.“
Sowas gibt es.
Ich fand’s dennoch eine stimmige Etüde und schaue sie mir nochmal an, allein wegen des Horrorkabinetts der Typen, mit denen sie zu tun hatte. Groß!
Horrorkabinett der Typen trifft es ! Die Männer kamen da gar nicht gut weg. Zum Ausgleich waren die wirklich „bösen“ der Geschichte dann Frauen (Nellys Exfreundin und „der“ (!) Fischer.
Nun Schimanski war toll!
Aber als „Realitätsmaßstab“ taugt das Action-Spektakel (trotz stimmiger Rundum-Kulisse) wohl eher nicht.
Nein, natürlich nicht, aber es geht mir ja auch um die Rundum-Kulisse. Die Leute wohnen in Wohnungen, die der Realität entsprechen, sprechen eine authentische Sprache und die Dinge laufen nicht so geordnet und steril ab wie in vielen heutigen Tatorten. Schönes Beispiel z.B. in „Der unsichtbare Gegner“ (einer der allerbesten Schimanskis!), wo Horst während der Besprechung mit dem Chef auf dem Overhead-Projektor herumkritzelt. Da passieren kleine Dinge im Hintergrund, die selbst solche eher zweckmässigen Szenen mit viel Leben füllen. Diese Dinge fehlen mir heutzutage oft. Ausser Dominik Graf scheinen da wenige Regisseur*innen drauf zu achten, aber gerade dadurch entsteht doch eine gewisse Vielschichtigkeit, da ja auch durch diese Details etwas am Rande erzählt wird. In letzter Zeit habe ich stimmige Details und solche Extra-Ebenen z.B. im letzten Frankfurter Tatort gesehen (das Azadi/Kulina-Debüt), also es geht durchaus, wenn man nur darauf achtet. Bin daher sehr gespannt auf den zweiten Streich dieses vielversprechenden Teams!
Neben dem wirklich traurigen Thema, das der Tatort gut transportiert hat, fand ich es sehr wichtig, dass die beiden Kommissare in der ganzen Misere auch den anderen Akteuren durch kleine aber feine Kommentare immer wieder mitgegeben haben, dass es ohne Menschlichkeit nicht geht. Ob zur eigenen kratzbürstigen Kollegin oder dem schmierigen Vermieter…
Der ganze Film war schon schwer genug, jedoch haben sich Lannert & Bootz durch viel Feingefühl dadurch manövriert. Sehr gut gespielt!
volle Zustimmung
⭐⭐⭐⭐ Knappe 4 von 5 Sternen für eine gute Geschichte und einen spannenden Krimi.
Schauspielerisch überzeugend, insbesondere die Protagonistin hat mir in ihrer Rolle sehr gut gefallen. Auch die Erzählweise war anhaltend spannend, wenn gleich die Szenen viele Wiederholungen aufwiesen (30x klingelt das Telefon).
Man hätte sich auch besser auf wenigere Aspekte konzentrieren sollen, und diese dann besser ausarbeiten.
Gerne sehe ich auch die Handlungsstränge, wenn sie sich am Ende schließen, vgl. Fliegen aus Afrika.
Randnotiz: Die Protagonistin hatte ein orientalisches Außeres, ihre Eltern eine mitteleuropäische Erscheinung. ?
Dennoch für mich wieder ein überdurchschnittlicher Tatort aus Stuttgart.
@HerrBert:
„Randnotiz: Die Protagonistin hatte ein orientalisches Außeres, ihre Eltern eine mitteleuropäische Erscheinung. ?“
Das stimmt so nicht. Der Vater sieht sehr mitteleuropäisch bzw. deutsch aus. Der Familienname „Schlüter“ ist ebenfalls typisch deutsch. Die Mutter wurde aber von der (immer wunderschönen) Idil Üner gespielt, einer deutsch-türkischen Schauspielerin, der man (wie ich finde) den türkischen Einschlag auch durchaus ansieht. Ihr Rollenname ist laut Liste „Yasemin“, was auch auf den orientalischen Raum hinweist. Die Tochter kommt also optisch einfach sehr auf ihre Mutter.
Die Mutter von Nelly wurde m.E. durch jene Schauspielerin dargestellt, welche ehemals auch die Ehefrau von Komm. Öztakin von der ‚Mordkommission Istanbul‘ spielte (wenn ich nicht irre) … 😉
@Der Fremde:
Das weiß ich nicht, aber Idil Üner spielt(e) in der Reihe „Nachtschicht“ die Kommissarin (?) Tülay Yildirim.
Was mich wundert, dass man eine Tote nach mehreren Monaten nicht im Treppenhaus riechen kann? Man sah auch in einer Szene, dass die sicherlich nicht massive Holz-Wohnungstür nicht ganz luftdicht ist.
@Ulrich:
Ja, stimmt eigentlich! In Wien werden länger liegende Leichen in Whg. meistens dann gefunden, wenn sich andere Whgs.-Inhaber aufgrund des Gestanks beschweren … 😨
Das ist mir gar nicht aufgefallen, aber stimmt natürlich. Unrealistisches Drehbuch.
Es gab in der Realität aber auch schon Fälle, wo eine Leiche sehr lange in einer Wohnung lag, ohne dass Nachbarn etwas gerochen haben. Hängt wohl von verschiedenen Faktoren ab, wie Jahreszeit, trockene Luft, Heizung, Luftzirkulation usw.
@Adabei:
Ja, Wärme bzw. Hitze verstärken den Vorgang der Verwesung natürlich.
Da Nelly Anfang Juli verstorben ist und wenn – wie @Ulrich sagt – die Whgs.-Tür undicht war, hätte man m.E. relativ bald etwas riechen sollen … 😨
Die Tonqualität war so schlecht, dass wir nach einer halben Stunde umgeschaltet haben. Das ist beim Tatort regelmäßig so.
Ich verstehe nicht, warum die Nachbarn nicht bemerkt haben, dass eine Tote in der Wohnung liegt. Nach so langer Zeit muss der Verwesungsgeruch doch im Treppenhaus zu spüren gewesen sein.
sehr berürende Geschichte – das ganze vom Stiuttgarder Team auch sehr gut umgesetzt – stellenweise leider atwas zu langatmig , was mich leider sehr verärgert hat – der absolut vernuschelte Ton – da hab´ich schon mal ein Soundsystem mit Namen BOSE an meinem TV Gerät ( also an Billigspeaker kanns da nun ,wirklich nicht liegen ) – trotz aller Soundkorrekturen waren ein Großteil der Dialoge einfach schwer verständlich – hab´mir anschließend den neuesten Wilsberg in der ZDF Mediathek angeschaut – da musste ich erstmal sämtliche Toneinstellungen wieder auf “ normal “ drehen . ……………..?????????????
Siebzigjährige sollten nicht mehr ermitteln müssen.
Langer sieht doch keinen Tag älter als 62 aus und damit könnte er doch noch als Polizist in den meisten Bundesländern arbeiten😁.
Lannert natürlich
Heute muss mal ich den Mecker-Man geben:
Dieser TO war gerade knapp nicht schlecht genug, als dass ich ihn ausgemacht hätte.
Insbesondere nervte mich diese zerfetzte Erzählweise mit ständigen Wechseln zwischen Gegenwart und verschiedenen Vergangenheiten, zwischen Realität und Phantasie usw. Da setzt dann irgendwann „mentales Verschwimmen“ ein. Aber vielleicht ist das ja beabsichtigt bei dieser hanebüchenen Geschichte.
Ich stimme den positiven Meinungen zu. Es war gut gemacht und geschnitten. Die Rückblenden, die ich manchmal als störend empfinde, waren hier sehr positiv eingebaut. Das einzig störende war an wenigen Stellen der schlechte Ton. Etwa laute Hintergrundmusik mit flüsternder, dadurch unverständlicher Sprache. (trotz Tonverstellung am TV).
Insgesamt: sehr gut, teils schockiernd (Leiche..) und sehr traurig. Warum musste das der jungen Frau passieren….
Die Aufstellung der Musikstücke ist in einem Punkt nicht ganz richtig. „It’s All Over Now, Baby Blue“ ist in der Version von Cat Power zu hören und nicht das Original von Bob Dylan.
Und diese Version hat mir viel besser gefallen als das Original!
Als nicht ständiger Tatort-Seher sind mir doch zwei Unstimmigkeiten in diesem Film aufgefallen. Einmal die TV-Auftritte von Nelly, anscheinend hat sie ja bei irgend so einer TV-Publikumsshow mitgemacht. Was ist dann daraus geworden? Was hat sie da für eine Rolle gespielt? Auf das wird im Film überhaupt nicht näher eingegangen. Oder war das nur ein Traum von ihr, so ein „Mädchentraum“ sozusagen, endlich berühmt und im Fernsehen zu sein. Das hätte man dann aber auch mehr thematisieren müssen. Dann sieht man in späteren Szenen mal, dass sich in ihrer Wohnung eine große Bibliothek befindet. Das finde ich doch total untypisch für eine so junge Frau, die doch etwas naiv und an sich selbst zweifelnd gezeichnet wird, bitte, das nicht falsch verstehen! Nicht das junge Frauen nicht auch viele Bücher besitzen könnten oder sollten. Aber es hat einfach nicht zu ihrer Figur, so wie sie im Film dargestellt wird, gepasst. Das sind nicht ein paar Bücher, wie sie jeder und jede zu Hause stehen hat. Sondern eine richtige Bibliothek! Wo hatte sie die her? War die schon in der Wohnung, als Nelly sie bezogen hat? Hat sie die Bücher auch gelesen. Der größte Widerspruch für mich aber wäre doch: Eine junge attraktive Frau, die so viele Bücher zu Hause hat, und sie zumindest zum Teil auch gelesen, kann sich nicht uninteressant finden! Da hat sie dann wohl im völlig falschen Partner-Beziehungs-Segment gesucht! Auch ihre große Liebe Niklas wäre doch nicht wirklich der große Gamechanger für sie gewesen, denke ich mal.
Das so mal mein Eindruck, den ich einfach loswerden musste. Und noch etwas finde ich interessant: ich lebe ja in Österreich, da wurde diese Tatortfolge vom ORF nicht ausgestrahlt, ganz gegen die hier sonst üblichen Usancen. War dieses Thema dem ORF zu gefährlich, zu kritisch für die Prime-Time?
Ja, das mit dem Wohnambiente ist in Filmen ziemlich häufig nicht so passend: zu große, zu teure, zu den Personen nicht passende Ausstattung …
Vielleicht gibt es in den Studios „fertig eingerichtete Wohnungen“ für Filmteams? Die Öffis müssen ja auch sparen!
@Antje:
Da stimme ich dir absolut zu.
Riesige Wohnungen in sehr teuren Städten, die dann aber z.B. von ärmlichen Studenten (also ohne stinkreiche Eltern im Hintergrund) bewohnt werden, fallen mir in Filmen auch immer wieder auf.
Dabei hat jede halbwegs gute Produktion extra eine Fachkraft am Set, die ausschließlich dafür verantwortlich ist, dass das Szenenbild zum Inhalt stimmig ist.
Das ist sogar ein eigener Ausbildungsberuf/Studium und nennt sich Szenenbildner oder Szenenbildnerin.
In diesem Tatort war laut Liste oben Anette Reuther für das Szenenbild zuständig.
@Helmut Schiestl:
ORF 2 musste sich zwischen 2 möglichen ‚Premieren‘ entscheiden: ‚Das Traumschiff‘ (von ZDF) oder dem neuen ‚Tatort‘ (von ARD). Sie haben sich für die – quotenträchtigere? – Variante 1 entschieden … 😋
(ich sah beides: zuerst das eine, dann das andere!)
Mit dem Nachsendeantrag macht doch am Ende dann gar keinen Sinn, Nelly wollte doch zeitnah gefunden werden.
@Gregor:
Wenn man zu dieser Folge Logik-Fehler zu zählen begänne, wäre dies durchaus zeitintensiv! 😒
(der markanteste Logik-Fehler ist für mich tatsächlich das über 6 Monate nicht auftretende ‚Geruchs-Problem‘, und das bei Tod im Hochsommer im ‚Altbau‘!)
Das war sowieso obergrob; ja.
Und gleich ganz am Anfang; das wäre eigentlich der richtige Moment gewesen, auszuschalten. So etwas drückt einem Film von vornherein einen Entwertungsstempel auf.
Richtig! Der Punkt war anscheinend noch keinem aufgefallen.
Und obwohl mir persönlich der Tatort insgesamt gut gefallen hat, muss ich allen beipflichten, die zunehmend mangelnde Sorgfalt bei Detailfragen beanstanden.
Dazu gehören z,B. die Frage nach dem anscheinend nicht vorhandenen Verwesungsgeruch und der tatsächlich sinnlose Nachsendeantrag. Gut gemacht, Gregor!
Bin jetzt endlich auch dazu gekommen mir die Folge in der Mediathek anzusehen.
Kurz und knapp: meins war es diesmal nicht! Wirre Story, Sprünge in den Zeitebenen, was war Traum, was Realität? Was sollte der Unsinn mit dem Fischer? Hinzu kam diese Langatmigkeit! Und die Porsche Werbung hat irgendwie auch ausgedient… 😉
Um mich auch noch einzubringen:
Vorab-Kommentare können gerne vollständig entfallen.
Privat-Chat-Geplänkel auch. Bläht alles hier auf.