Kurz und knapp – darum geht’s

Endlich: Bundespolizist Thorsten Falke und seine Kolleg*innen Mario Schmitt und Lynn de Baer haben den vermissten Carsten Kellmann gefunden. Doch kann der verdeckte Ermittler, der als „Joe Glauning“ in der Drogenszene operierte, ihnen wirklich bei der Jagd auf die Mocro-Mafia helfen? Schließlich steht Kellmann nun selbst unter Mordverdacht. Und zu allem Überfluss scheint er sein Gedächtnis verloren zu haben. Währenddessen tobt in der grenzüberschreitend agierenden Drogenmafia ein brisanter Generationenkonflikt, bei dem das deutsch-niederländische Ermittlerteam zwischen alle Fronten zu geraten droht …

„Schwarzer Schnee“, der zweite Teil des neuen Bundespolizei-Tatorts, ist direkt im Anschluss an den ersten Teil „Ein guter Tag“ zu sehen, also am 21.12.2025 um 21:45 Uhr im Ersten.

Inhalt der Tatort-Folge „Schwarzer Schnee“

Für Falke ist die Sache klar: Kellmanns Fingerabdrücke auf der Tatwaffe, Kellmanns Blutspuren am Tatort, und wahrscheinlich auch Kellmanns DNA an der Leiche. Alles deutet darauf hin, dass Carsten Kellmann seinen alten Freund und Partner Karel „Käte“ Dulfer in dessen Haus ermordet hat. Jener Kellmann, der als verdeckter Ermittler des niedersächsischen LKA unter dem Namen „Joe Glauning“ die „Mocro-Mafia“ infiltrieren sollte, eine dezentral organisierte Drogenbande, die mit brutalen Methoden nicht mehr nur in Metropolen wie Rotterdam und Antwerpen agiert, sondern mittlerweile auch im beschaulichen deutsch-niederländischen Grenzgebiet, dort, wo die Welt noch in Ordnung zu sein scheint.

Unter ominösen Umständen verschwand Kellmann von einem Campingplatz bei Delfzijl, nun ist er wieder aufgetaucht – und dringend des Mordes verdächtig. Doch der gewiefte Kriminalist lässt sich nichts entlocken. Oder kann er nicht anders? Carsten Kellmann wirkt nicht nur äußerlich lädiert, sondern auch innerlich traumatisiert. Als Bundespolizist Thorsten Falke seinen Kollegen im Tatort „Schwarzer Schnee“ mit den schwerwiegenden Vorwürfen konfrontiert, reagiert dieser mit einer Panikattacke. Ist Kellmann noch Herr seiner Sinne? Oder verrückt, wahnsinnig, unzurechnungsfähig? Kurzerhand wird der verdeckte Ermittler in die Psychiatrie eingeliefert, Diagnose: plötzlicher Gedächtnisverlust. Jedenfalls behauptet Kellmann, sich an nichts mehr erinnern zu können, seit er sich in seinem Camper mit Alkohol zugedröhnt habe. Danach: Filmriss. Doch Falke wäre nicht Falke, wenn er Kellmann nicht weiter hartnäckig bearbeiten würde. Schließlich ist Karel Dulfer nicht der einzige Tote. Zwei Männer, die am helllichten Tag mitten in Delfzijl in ihrem Auto mit einer Handgranate in die Luft gejagt wurden, dazu die komplette Familie des zwielichtigen Ervin Zoric, der in illegale Drogengeschäfte verwickelt war: brutale Morde in hoher Schlagzahl beiderseits der Grenze, da kann kein Polizist einfach tatenlos zusehen, und Falke erst recht nicht.

Was aber tun? Mit Kellmann ist vorerst nicht viel anzufangen, außer dass er ständig von einer „großen Sache“ faselt, die kurz bevorstehe. Außerdem scheint er selbst innerlich zerrissen zwischen seinen zwei Identitäten als „Carsten“ und „Joe“. Also geht Lynn de Baer, Falkes Kollegin von der niederländischen Polizei, einer anderen Spur im TV-Krimi „Schwarzer Schnee“ nach. Sie ist sich sicher, dass der Teenager Sami Bakker mehr über den Handgranaten-Anschlag weiß, als er zugibt. Schließlich wurde der Mord direkt vor dem Schnellimbiss verübt, in dem Sami jobbt. Oder hat er das Verbrechen gar selbst begangen? Mit einer Mischung aus Erpressung und großen Versprechungen versucht Lynn, den verunsicherten Jungen zur Kooperation zu bewegen – doch wird er sich der Polizei anvertrauen? IT-Experte Mario Schmitt nutzt seine hochspeziellen technischen Fähigkeiten derweil, um die nicht minder speziellen Verbindungen des Emder Stadtdirektors Sönke Kraaks (von Schmitt „die Krähe“ getauft) zu Zoric zu ergründen.

Alle Ermittlungsstränge laufen am Ende bei einer Figur zusammen: Karim Saidi, Sohn von Ahmed Saidi, des Drogenkönigs der Niederlande. Der sitzt zwar im Gefängnis, doch es scheint, als wolle der Filius die Geschäfte des Vaters auf seine ganz eigene Weise fortführen – und sogar noch auf den riesigen deutschen Markt ausdehnen. Hier bahnt sich ein brisanter Generationenkonflikt der besonderen Art an, und das deutsch-niederländische Ermittlerteam im NDR-Tatort „Schwarzer Schnee“ läuft Gefahr, mitten hineinzugeraten …

Hinter den Kulissen

„Schwarzer Schnee“ ist der zweite Teil der Doppelfolge des Bundespolizei-Tatorts, die als deutsch-niederländische Koproduktion vom 15. Oktober bis zum 18. Dezember 2024 entstand. An der Seite von Kommissar Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) ermitteln der nerdige IT-Spezialist Mario Schmitt (Denis Moschitto) und die niederländische Polizistin Lynn de Baer (Gaite Jansen).

Ausgestrahlt wird „Schwarzer Schnee“ direkt im Anschluss an den Tatort „Ein guter Tag“, den ersten Teil der 180-Minuten-Doppelfolge. Sendetermin ist also Sonntag, der 21. Dezember 2025, ausnahmsweise um 21:45 Uhr (!) im Ersten.

Tatort-Kritik

Die Redaktion von Tatort-Fans meint:
Die Mafiajagd geht weiter, wenn auch mit weniger Tempo und Dynamik als im ersten Teil. Das Ermittlungsteam ist miteinander warmgeworden, nun steht mehr die kleinteilige Polizeiarbeit im Zentrum. Schauspielerischer Höhepunkt ist eindeutig Andrei Viorel Tacu, der den verdeckten Ermittler in seiner ganzen Undurchschaubarkeit und inneren Zerrissenheit grandios verkörpert.

Freuen wir uns also auf drei Stunden beste Krimiunterhaltung auf höchstem Niveau mitsamt einem spektakulären Finale, das geradezu nach einer Fortsetzung schreit. Gerne mehr davon!

Besetzung

Kommissar Thorsten Falke – Wotan Wilke Möhring
Kommissarin Lynn de Baer – Gaite Jansen
IT-Spezialist Mario Schmitt – Denis Moschitto
Dr. Nadolny – Samia Chancrin
Roland Krebcke – Matthias Lier
Joe Glauning / Carsten Kellmann – Andrei Viorel Tacu
Ervin Zoric – Sascha Geršak
Karim Saidi – Yasin El Harrouk
Ahmed Saidi – Yousef Sweid
Karel „Käte“ Dulfer – Nico Ehrentreit
Sami Bakker – Hamza Iallouchen
Sönke Kraaks – Sebastian Hülk
Karen van den Berg – Nazmiye Oral
Momodou – Amer El-Erwadi
Balou – Mo Issa
u. v. a.

Stab

Drehbuch – Alexander Adolph, Eva Wehrum
Regie – Hans Steinbichler
Kamera – Alexander Fischerkoesen
Schnitt – Patrick Wilfert
Kostümbild – Martina Fehmer
Maskenbild – Scarlett Kraidy, Samantha Davies
Casting – Anja Dihrberg
Szenenbild – Thomas Freudenthal
Ton – Siegfried Fischer
Musik – Matthijs Kieboom
Produktionsleitung – Wouter Bijl, Frederik Keunecke
Herstellungsleitung – Saskia van der Tas
Produktion – Katinka Seidt, Wiebke Andresen (beide Nordfilm, D); Leontine Petit, Julian Haisch (beide Lemmingfilm, NL)
Redaktion – Christian Granderath (NDR), Patrick Poch (NDR)