Kurz und knapp – darum geht’s
Als die Leiche von Ruben Jovanov am Ufer der Limmat angespült wird, sind die Kommissarinnen Tessa Ott und Isabelle Grandjean von der Kantonspolizei Zürich schockiert über die Brutalität, mit der der junge Mann ermordet wurde. Sie vermuten einen starken emotionalen Background, auch deshalb, weil Ruben ein Sexarbeiter war. Einer, der Rubens Dienste regelmäßig in Anspruch genommen hat, ist der angesehene Richter Dr. Jacobi, der schnell in den Fokus der Ermittlungen gerät. Aber auch zwei vorbestrafte Freunde des Opfers verhalten sich verdächtig. Und dann ist da noch die Kurierfahrerin Moya, die in der Tatnacht eine brisante Beobachtung gemacht hat. Doch der Polizei traut sie nicht, denn Moya lebt ohne Aufenthaltstitel in der Schweiz und fürchtet ihre Abschiebung – eine emotionale Zwickmühle zwischen Gesetz und Moral für Tessa Ott, die beharrlich versucht, das Vertrauen der wichtigen Zeugin zu gewinnen …
Der Tatort Zürich „Könige der Nacht“, die letzte Neuausstrahlung vor der diesjährigen Sommerpause, ist am Sonntag, den 3. Mai 2026 um 20:15 Uhr im Ersten zu sehen.
Inhalt der Tatort-Folge „Könige der Nacht“
Mehrere tiefe Stichwunden, dazu Hämatome, Spuren von Gewalt am ganzen Körper: Ruben Jovanov ist an seinem eigenen Blut erstickt. Nur 22 Jahre alt wurde der junge Mann. Die Kommissarinnen Tessa Ott und Isabelle Grandjean von der Kantonspolizei Zürich sind schockiert, als sie Rubens brutal zugerichtete Leiche am Ufer der Limmat begutachten. Wer ermordet einen Menschen auf solch bestialische Weise? Die erfahrene Profilerin Ott denkt sofort an Übertötung, an einen emotionalen Ausnahmezustand, in dem sich die Tatperson befunden haben muss.
Dass bei diesem Mord starke Gefühle im Spiel waren, liegt durchaus nahe, denn Ruben Jovanov, einst eingewandert aus Nordmazedonien, war Sexarbeiter – ein gefragter Callboy mit einer großen Kundschaft, wie die Aufnahmen einer diskret installierten Videokamera in seinem Schlafzimmer bezeugen. Auch Dr. Urs Jacobi ist darauf zu sehen, ein allseits respektierter und anerkannter Richter am Züricher Obergericht. Seine pikante Affäre mit Ruben sollte eigentlich geheim bleiben, doch nun steht der hochdekorierte Jurist plötzlich unter Mordverdacht im TV-Krimi „Könige der Nacht“, denn auch am Tatabend hat er sich mit dem späteren Opfer getroffen.
Das Ermittlerduo Grandjean und Ott deckt zudem eine brisante Verbindung zu Christian Brock, einem engen Freund von Ruben, auf: Einst hat Richter Jacobi Brock zu einer Haftstrafe verurteilt. Mittlerweile wieder auf freiem Fuß, schnüffelt Brock zusammen mit seinem Kumpel Lukas Keller in Rubens Wohnung herum, was die Kommissarinnen zufällig mitbekommen, als sie selbst vor Ort sind. Was haben Brock und Keller in Rubens Apartment gesucht? Etwa jene Videoaufnahmen, die Ruben und Jacobi in trauter Zweisamkeit zeigen? Der Verdacht der Erpressung steht im Raum. Wollte sich Brock an dem Mann rächen, der ihn in den Knast gebracht hat? Und hat sich der in die Enge getriebene Jacobi nicht anders als durch Mord an seinem Callboy zu wehren gewusst?
Es ist bisher die einzige schlüssige Theorie, die Ott und Grandjean haben, doch richtig überzeugt sind sie nicht. Und bevor sie die Spur weiterverfolgen können, werden die Ermittlerinnen im SRF-Tatort „Könige der Nacht“ zu einem weiteren Mordfall gerufen: Die Fahrradkurierin Sanaa Mukambo wurde von einem schweren SUV überfahren, sie hatte keine Chance. Als Tessa Ott das Handy der Toten untersucht, entdeckt sie darauf das Foto einer Frau, die ihr bekannt vorkommt: Schon am Limmatufer, als sie Rubens Leiche inspiziert haben, war sie ihr aufgefallen, weil sie sehr plötzlich, beinahe fluchtartig weggerannt ist. Und offenbar stand sie mit der zweiten Toten ebenfalls in Kontakt. Ist das Zufall?
Bis tief in die Nacht sammelt Kriminaltechniker Noah Löwenherz – ohnehin gestresst wegen der Vorbereitung seines Sabbaticals – alle Informationen zusammen, die er über die Frauen bekommen kann: Beide stammen aus demselben Dorf in Äthiopien, die tote Sanaa lebte schon länger legal in der Schweiz, während ihre Bekannte Moya Alemu erst vor wenigen Jahren über die berüchtigte Mittelmeerroute nach Europa geflüchtet ist. Dabei hat sie nur knapp ein Bootsunglück überlebt und sich bis nach Zürich durchgeschlagen, wo sie zusammen mit ihrem kleinen Sohn Yaro Unterschlupf bei Sanaa gefunden hat. Weil Moya keinen Aufenthaltstitel hat, darf sie nicht arbeiten, also übernimmt sie gelegentlich Sanaas Schichten beim Delivery-Service, benutzt dafür ihren Ausweis – und ihre Bodycam, die die Kurierfahrer stets bei sich tragen müssen.
Genau deshalb ist Moya offenbar ins Visier des Mörders im Tatort „Könige der Nacht“ geraten, denn kurz bevor Ruben ermordet wurde, hat sie ihm noch eine Pizza geliefert. Moya war also zur Tatzeit ganz in der Nähe des Tatorts – und die Aufnahmen ihrer Bodycam sind womöglich der Schlüssel zur Lösung des Falls. Behutsam versucht Tessa Ott deshalb, das Vertrauen der Geflüchteten zu gewinnen, wohlwissend, dass diese in ständiger Angst vor ihrer Ausweisung lebt. Das aber will die engagierte Kriminalistin auf jeden Fall verhindern – und gibt Moya ein Versprechen, von dem sie nicht genau weiß, ob sie es womöglich noch bereuen wird. Werden Grandjean und Ott die verängstigte Moya vor Rubens Mörder schützen können? Denn der ist ihnen bereits dicht auf den Fersen …
Hinter den Kulissen
Vom 1. September bis zum 1. Oktober 2025 entstanden die Filmszenen für den elften Einsatz des Schweizer Tatort-Duos Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher) und Tessa Ott (Carol Schuler) in Zürich und Umgebung. Zum moralischen Dilemma, das Kommissarin Tessa Ott in diesem emotionalen Fall durchlebt, erzählt Hauptdarstellerin Carol Schuler: „Tessa kann ihre Emotionen nicht abschalten – und sie will es auch nicht. Sie versucht, auch als Polizistin stets Mensch zu bleiben. Aber gerade in dieser Folge wird ihre Menschlichkeit auf die Probe gestellt, als sie in Konflikt mit dem Asylgesetz gerät. Denn für Tessa sind Geflüchtete keine Akten oder Statistiken – es sind Menschen, deren Zukunft von administrativen Entscheidungen abhängt. Für sie ist es ein schmerzhaftes Bewusstsein, dass sie Teil dieser oft ungerechten Struktur ist.“
Mit dem Tatort Zürich „Könige der Nacht“ geht die erste Saisonhälfte 2026 der Sonntagskrimi-Neuausstrahlungen zu Ende. Gesendet wird die Episode 1338 am 3. Mai 2026 um 20:15 Uhr im Ersten. Neue Folgen von „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ werden nach einer ungewöhnlich langen Sommerpause voraussichtlich ab dem 13. September 2026 zu sehen sein.

















Ich freue mich schon auf den neuen „Züri-Tatort“.
Zur Aufklärung: Den Rang des Kommissars bzw der Kommissarin gibt es in der Schweiz nicht.
Die beiden Ermittlerinnen, Frau Grandjean und Frau Ott, sind vom Dienstgrad Feldwebelinnen, was zwar in etwa dem Rang einer Oberkommissarin entspricht, aber eben keine ist.
Das sind sehr grobe Fehler vom Regisseur Herrn Claudio Fäh und dem Drehbuchautor Herrn Mathias Schnelting. Fehler die ich als unverzeihlich bezeichne. Es zeigt, dass sie nich gut bzw garnicht recherchiert haben oder haben lassen, was der Qualität eines Filmes absolut nicht zuträglich ist.
Auch in Österreich gibt es übrigens keine Kommissarinnen und Kommissare bei der Polizei.
Das muste ich jetzt einmal los weden.
Grüße … Franky
Im heutigen Tatort aus Zürich wurden die beiden Ermittlerinnen nie mit dem Rang Kommissarin angesprochen. Auch stellen sie sich nicht so vor. Vielleicht ist das aber nur in der schweizerdeutschen Fassung der Fall und in der in Standarddeutsch synchronisierten Fassung, die bei der ARD und dem ORF zu sehen ist, taucht der Rang auf. In der Schweiz ist meistens nur von Ermittlerinnen und Ermittlern die Rede. Auf Ränge und Titel wird nicht so grosser Wert gelegt wie in den anderen deutschsprachigen Ländern.
@Ruedi:
Scroll nach oben, dort steht: Hauptkommissarin Isabelle Grandjean – Anna Pieri Zuercher. Und so bei vielen anderen TO Folgen.
Grüße … Franky
Ich hasse diese Untertitel . wenn ich lesen will kann ich mir ein Buch kaufen . Ich schalte ab.
In Deutschland leben „Synchronationsverwöhnte“. In vielen anderen Ländern ist es ganz und gar nicht gang und gäbe, alles zu synchronisieren. Aber hier geht es ja zudem um Gespräche von Menschen anderer Muttersprache untereinander, da ist es authentisch, richtig und logisch.
@Antje:
Ja, sehe ich auch so: die Untertitel sind hier berechtigt!👍
Es ist weder „richtig“ noch „logisch“ noch „authentisch“.
Untertitel heißt lesen, lesen und nochmals lesen, und verhindert das gucken.
Gestik und Mimik haben einen entscheidenden Anteil an Kommunikation.
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte 😉
Gäääähn!
Was ein Unsinn.
Ihre Kälte lässt mich frösteln.
Waren die Tatorte aus der Schweiz früher nichtmal stärker im Dialekt gefärbt, und wurden die nicht teilweise sogar noch nachsynchronisiert auf Hochdeutsch? Von den Dialogen her könnte dieser Tatort auch aus Köln sein – da ist ja kaum was Schweizerisches zu sehen/ zu hören.
Ja, die im deutschen Fernsehen ausgestrahlte Version is nachsynchronisiert (ich glaube von den Schauspielern selbst). Mit Ausnahme von Grandjean, die auch im Original Hochdeutsch spricht.
Das Original gibt’s im SRF zu sehen: srf.ch/play/tv/tatort/video/koenige-der-nacht?urn=urn:srf:video:d66ae7a1-fddc-4c87-bc38-26f06aa0bf2c
So ein Durcheinander und voller Klischees. Muß ich nicht weiter ansehen.
Das ist die richtige Entscheidung. Wenn der Geist zu klein ist, kann er nur durch immer neue Herausforderungen wachsen. Deshalb: Nicht aufgeben.
Mit den Schlagworten „Stereotyp“ und „Klischee“ lässt sich nicht alles verleugnen und wegschieben.
Hervorragender, super spannender Tatort. Tolle schauspielerische Leistungen. Hat mir bestens gefallen. Und das will schon was sagen, wenn ich so angetan bin!
Da stimme ich zu! Hatte ich gar nicht erwartet!
@Winfried Vorbeck:
Da stimme ich vollinhaltlich zu: auch für mich eine der besten Folgen dieses Teams!
Dieser Tatort war echt gut und auch interessant aber die Filmmusik ist definitiv zu laut…wenn die Schauspieler reden kann man diese echt nicht gut verstehen.
Also da müssen die Tontechniker noch besser werden.
Mir kommt dieser Tatort sehr bekannt vor.
Endlich mal wieder ein toller und spannender Tatort.
⭐ Maximal 1 Stern für eine theoretisch mögliche Geschichte. Lässt man die Effekte und die aufdringliche Musik weg, bleibt nicht viel übrig.
Der Anfang war noch ganz vielversprechend, danach musste man sich mit dem Trick behelfen, dass der böse Bube quasi „in the House“ ist. Motiv: Einfach nur durchgeknallt. Ist mir zu billig.
Die Background Story einer schicksalbeladenen Asylsuchenden ist menschlich gesehen traurig, für den Krimi leider kein Indiz für einen guten Film.
Zürich ist eigentlich eine schöne Stadt, leider zeigt man nur die Schattenseiten. Da passen die beiden Ermittlerinnen in ihrer spröden Art gut hinein. Ein Funken Sympathie wäre hilfreich. Leider Fehlanzeige. Mit denen werde ich wohl nicht mehr warm.
Der Plot war gut, und auch glaubhaft. Etwas überzogen das Ende.
Was aber bei fadt allen Tatort-Folgen auffällt ist die absolut zu laute Musik, so dass die Sprache in den Hintergrund tritt. Gibt es keine Toningenieure die das besser können. Unglaublich
Sehr fesselnder und spannender, aber auch berührender TO aus Zürich – Thematik, authentische Schauspielleistung, gutes Ermittlerteam – die Mischung hat für mich gepasst, klare Einschaltempfehlung ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Am Anfang des Films detaillierte polizeiliche Untersuchungen mit gelegentlichen satirischen Elementen, in der Mitte recht komplexe Handlung, entwickelte sich der Tatort am Ende zu einem Thriller mit Horrorelementen. Die Verlorenheit der Geflüchteten mit dem Jungen wurde sehr eindringlich und zu Herze gehend dargestellt. Sehr gute Schauspieler (w/m)! Für den Tatort als Krimi 3 von 5 Sterne, für die berührende Schilderung der Not der Geflüchteten 5 von 5 Sterne!
Die Tatorte aus Zürich mit Ott & Grandjean haben bislang wenig gängige Stereotypen über die Eidgenossen ausgelassen: Banken und Geld, Konservatismus und Veränderungsunlust, Spießigkeit und Langweiligkeit, Nuklearbunker und 30 % Waffenbesitz.
Diesmal ist beim Aufeinanderprallen verschiedener sozialer Welten das Misstrauen gegenüber Fremdem auf dem Prüfstand.
Falsche Fährten. Zufälle als Motor. Aufmerksamkeitsverluste in der Erzählstruktur.
Obwohl sich der Showdown als thriller-reif und der Plot-Twist als überraschend einschmeicheln, fixt mich der kriminalistische Kehraus vor der langen Sommerpause nicht mordsmäßig an …
@Justus Reynier:
»Razzle ’n‘ a dazzle ’n‘ a flash a little light / Television lover, baby, go all night /
Sometime, anytime, sugar me sweet / Little miss innocent sugar me, yeah, yeah«*
(* 🎼 Def Leppard – Pour Some Sugar On Me)
BRAVO, für einmal eine grosse Tat aus Zürich, vor allem im Blick auf die Überfremdungsinitiave die sich grösster Propaganda erfreut, war Spitze in jeder Beziehung
Ja, die Schweizer/innen werden immer besser.
Es war auch höchste Zeit, dass in einem Tatort ein für die Gegenüberstellung aufgestellter Polizist der wirkliche Täter ist. Diese Idee sah ich bisher erst in einer Kurzgeschichte, jetzt wurde sie endlich einmal in einem Krimi umgesetzt. Wobei sich die Frage stellt, ob sich in Wirklichkeit der Justus dieser Lage nicht entziehen könnte. Die Face-to-Face-Situation mit Brock hätte die Ermittlerin sich sparen können oder hat sie gedacht, so ein Gewalttäter macht sich dabei in die Hose? Egal: den beiden Kommissarinnen sehe ich gerne bei der Arbeit zu. Sie arbeiten zielstrebig und sind sympathisch dabei. Guter Film!
Meiner Meinung nach ein Film mit großen Stärken und großen Schwächen:
Auf bedrückende Weise wurde hier dargestellt, in welchem Sumpf die Gesellschaft steckt – und zwar in allen Schichten, angefangen von ganz unten (Fahhrradkuriere und Strichjungen) bis ganz oben (die Figur des Richters). Die oben profitieren vom Elend der Ausgebeuteten am unteren Ende der sozialen Leiter u nd verschlimmern dieses Elend. Der Ludwigshafen-Tatort „Leonessa“ aus dem Jahre 2020 hatte eine ganz ähnliche Thematik und Anlage.
Die Auflösung des Falles allerdings hat in mir zwiespältige Empfindungen hervorgerufen:
Letzten Endes war das Tatmotiv nicht Erpressung, sondern Ruben wurde von einem hochgradig psychopathischen Hilfspolizisten, der sich für den Herrn über Leben und Tod seiner Mitmenschen hielt, getötet – „Weil ich es kann“.
Es hat ja durchaus etwas für sich, wenn man darstellt, dass Morde auch von solchen Psychopathen begangen werden – ohne jedes Motiv.
Andererseits war es in meinen Augen keine gute Idee, erst nachvollziehbare Motive darzustellen, um dann eine Auflösung zu liefern, die gar nichts mit diesen nachvollziehbaren Motiven zu tun hat.
Eine Knaller-Auflösung wäre es doch z.B. gewesen, wenn die Frau des Richters den Strichjungen umgebracht hätte.
Nicht minder zwiespältig war in meinen Augen auch de Schluss des Films:
In der Realität wäre wohl kaum denkbar, dass eine Staatsanwältin die Polizistinnen kaum verklausuliert auffordert, ausreisepflichtige Ausländer der Justiz zu entziehen. Und wenn es doch geschähe, wären sowohl die Staatsanwältin als auch die Polizistinnen ihren Job wohl los und kämen wahrscheinlich sogar ins Gefängnis.
Da könnte man jetzt sagen: Arg unrealistisch.
Vor dem Hintergrund der realen Situation von Flüchtlingen und der Abschiebepraxis allerdings fand ich diesen Schluss gar nicht so schlecht:
Ich finde es einfach unmöglich, dass man Menschen, die lebensbedrohlichen Situationen (Krieg, Bürgerkrieg) entronnen sind, kurzerhand zurückschickt und sie vielfach noch in den Generalverdacht stellt, Kriminelle zu sein.
Wahr ist natürlich auch:
Wenn man das Schicksal von Moya und ihrer Tochter weiterdenkt (über das Filmende hinaus), ist es keineswegs gesagt, dass die Organisation, deren Visitenkarte Grandjean und Ott Moya und ihrer Cochter gegeben hatten, helfen kann – sie können durchaus wieder in Situationen kommen wie die im Film gezeigten; insofern ist das Laufenlassen von Moya und ihrer Tochter kein glückliches, sondern ein offenes Ende.
Außerdem hatte der Film aus meiner Sicht 2 dramaturgische Schwachstellen:
Als die Täter Moya entdeckt und angefahren hatten, hätten sie sie doch wohl kaum auf dem Fahrrad entkommen lassen.
Und warum hat Grandjean den auf dem Baugerüst unter ihr liegenden Einbrecher nicht kampfunfähig geschossen? Nachdem er sie so heftig attackiert hatte, hätte sie sich wohl allenfalls wegen eines Notwehrexzesses verantworten müssen.
Klar – der Film sollte weitergehen, aber diese beiden Szenen waren denn doch arg unrealistisch.
Von mir 7 von 10 Punkten.
Es war weder ihr Kind, noch ein Mädchen, oder?
Da haben Sie Recht.
richtig
Da haben Sie aber sehr gut aufgepasst – und dabei einen wichtigen Punkt ausser Acht gelassen: das war reine Fiktion. Geschrieben von zwei Autoren, die sich die Story ausgedacht haben. War keine Dokumentation!
Ich schaue jeweils eher, wie die Story umgesetzt wurde (Schauspieler, Regie, Kamera) und das war hier wieder einmal toll gemacht. Richtiges Handwerk aller Beteiligten!
Ein Blick in diverse True-Crime-Formate belegt doch, dass es für viele grausame Taten kein einfaches, logisch erscheinendes Motiv braucht und dass eine eifersüchtige Gattin den Liebhaber ihres Mannes umbringt, hätte ich weniger spannend gefunden als einen bei der Kantonspolizei Zürich beschäftigten IT-Forensiker mit Gottkomplex.
Gerade dadurch hat sich doch starke Spannung ergeben – ein wirklich gefährlicher Psychopath, der zudem noch im eigenen Haus sitzt!
Das Verhalten der Staatsanwältin und Ermittlerinnen würde ich nicht zu sehr an der Realität messen (hat Schimanski realitätsnäher agiert?), es ist und bleibt Fiktion. Dass Polizist*innen in der Realität mitnichten immer gesetzestreu sind, ist auch bekannt und dass fiktive Kommissarinnen einmal ein gutes Werk tun und in diesem Zusammenhang rechtswidrig handeln, finde ich gut. Auch wenn der Ausgang für Moya und Yaro ungewiss bleibt, haben sie zumindest eine Chance bekommen. Ein schönes, hoffnungsvolles Ende und ein kleiner Sieg der Menschlichkeit. So kann man doch gut in die Sommerpause starten!
So – und jetzt allen eine schöne Sommerpause, mit der Fußball-WM als „Trostpflaster“. Die wird dann wohl hoffentlich Deutschland wieder 7:1 gewinnen – aber diesmal nicht gegen Brasilien, sondern gegen die USA.
Und bevor es am 13.l09. dann wieder losgeht, gibt’s ja eine Woche vorher, am 06.09., den Wahl-Krimi in Sachsen-Anhalt.
Gehabt Euch wohl, bleibt gesund und auf ein frohes Wieder-Lesen am 13. September.
Euer Wanderer
Danke, Wanderer!
Ihren Beitrag fand ich interessant zu lesen.
Dass die Ermittlerinnen Moya nicht laufen lassen dürfen, nennt sich ‚Legalitätsprinzip‘ (jeder Beamte ist verpflichtet, die vorliegenden Rechtsnormen einzuhalten). Lernt jeder Beamte im Zuge der Absolvierung der Dienstprüfung.
Auch ich wünsche Ihnen (und auch den weiteren TO-Fans) eine angenehme ‚Sommerpause‘!🌞
War spannend, aufregend und am Schluss auch was fürs Herz. Kameraführung hat mir auch sehr gut gefallen…Ich finde auch, dass der Schweizer Tatort immer besser wird…
Der Tatort war so gut wie nie. ⭐⭐⭐⭐⭐ Ist mir auch egal ob es in der Schweiz keine Kommisarinnen gibt.
Weiter so!!!!!! Ich gucke jeden Sonntag den Tatort.
Der war Klasse. Gruß Ela
Hat Milan überlebt? Mich hat dieser Tatort absolut mitgerissen. Ich musste teilweise weggucken. Lasst Justus bitte nicht wiederkehren wie Lars Eidinger im Kieler Tatort (auch wenn es unfassbar grossartig dargestellt war).
Sicherlich hat er überlebt. Er hat sich bewegt, der Junge hat ihm geholfen (😉🙃) und er wird in weiteren Folgen „gebraucht“.Wenn er gestorben wäre, wäre das schon deutlich gemacht worden.
Das war ein sehr spannender Tatort mit emotionalem Tiefgang.Den ganzen Film über habe ich mit Moya und Yaro mitgefiebert,dass es für die beiden am Ende gut ausgeht. Ist es ja auch,aber mit Fragezeichen,was die Zukunft angeht. Wie für so viele Flüchtlinge.
Der Umgang mit Geflüchteten ist ist echt widerlich. Und es ist ein Glück, dass nicht nur die Dokus (die sicher oft an Zuschauermangel leiden) davon berichten. Vielleicht fördert ja die Abendunterhaltung für „gesättigte Bürger“ Empathie und Denken.
Die Hoffnung darauf stirbt zuletzt.
@Antje:
Der angebliche ‚widerliche Umgang‘ mit Geflüchteten resultiert daraus, dass das Asylsystem halt von viel zu vielen ausgenützt wird, welche über KEINEN (relevanten) FLUCHTGRUND verfügen und das System der Rechtsstaatlichkeit bis zum allerletzten Instanzenzug ausnützen (oft unter Anstiftung durch einschlägige – nicht selten staatlich subventionierte – NGOs).😫
Meines Wissens gibt es keine belastbare Evidenz dafür, dass so etwas wirklich in relevantem Masse vorkommt, vielmehr handelt es sich um einen typischen rechtskonservativen Talking Point, der dazu genutzt wird, um restriktivere Migrationspolitik zu rechtfertigen.
Dass es passiert, ist sicher richtig, aber selbst wenn wir einige Leute mit durchfüttern, die vielleicht keinen relevanten Fluchtgrund haben, ist das meiner Meinung nach kein Grund, das Recht auf Asyl auszuhöhlen und es kostet das den Staat deutlich weniger als beispielsweise Steuerhinterziehung durch Multimillionäre oder die seit 1997 in Deutschland (unter Kohl) ausgesetzte Vermögenssteuer. Es ist reiner Rechtspopulismus, den Eindruck zu erwecken, Flüchtlinge (oder auch Bürgergeldempfänger) würden dem arbeitenden Durchschnittsbürger etwas wegnehmen.
Ich hab das jetzt dreimal gelesen und jedes Mal hat mein Gehirn kurz geblinkt wie ein Rauchmelder bei Räucherstäbchen.
Also: Menschen, die vor Krieg, Verfolgung oder dem kompletten Zusammenbruch ihres Alltags fliehen, nutzen das Rechtssystem also genau das, was wir als Errungenschaft feiern, solange es uns selbst nutzt. Und das ist dann das Problem. Das Schlimme ist nicht die Not, sondern dass jemand einen Anwalt nehmen darf.
Ich bin Westfale. Wir beschweren uns nicht gerne. Aber wenn ich mir vorstelle, ich müsste mein Leben in einem Wartesaal verbringen, dessen Ausgang ich nicht kenne, und der größte Vorwurf gegen mich ist, dass ich alle Rechtsmittel ausgeschöpft hab dann wär ich froh, wenn’s die gäbe.
Und die NGOs… die staatlich subventionierten… also wenn der Staat etwas subventioniert, ist es meistens weil’s gesellschaftlich sinnvoll ist.
Ich weiß nicht. Ich find’s immer merkwürdig, wenn das Mitgefühl aufhört genau dort, wo ein Mensch anfängt, den man nicht kennt.
@IDdG:
Meine klare Position dazu ist:
Wenn jemand über einen relevanten Fluchtgrund verfügt, soll er/sie rasch Asyl bekommen!
Wenn jemand über keinen relevanten Fluchtgrund verfügt, soll er/sie rasch aus dem Asylsystem herausgelöst werden!
So easy …😏
Ihr verständlicher Wunsch in allen Ehren, aber ich fürchte, daraus wird nichts. Wenn man sich die beängstigenden Wahlergebnisse in Deutschland anschaut.
Die Schweizer, die ich früher eher gefürchtet habe, weil steif und langweilig, werden eindeutig immer besser. Gelungener Abschluss vor der Sommerpause.
Allen TO-Fans alles Gute, schöne Zeit und bis September dann!
Volle Zustimmung, Antje!
@ Antje: Volle Ablehnung deiner undifferenzierten Pauschalaussage.
Warum ist denn seit den letzten drei Zürich Tatorten der O-Ton (Hoch)Deutsch und das Schweizerdeutsch synchronisiert? Das ist ja schrecklich!!!
Ich fand den Film auch richtig gut. Natürlich nicht realistisch, aber das musste hier so sein. Spannend und irre. Da war viel drin, wobei ich nicht mit allem glücklich war. Aber insgesamt sehr ordentlich gemacht.
Mir der tatort sehr gefallen. Er hatte einige Sachen angesprochen die sehr gerne verschwiegen werden.
Schau an, die Schweizer. Wenn man sich an den furchtbar zähen und nervigen Beginn dieses Teams erinnert, kann man erst ermessen, welchen Weg das zurückgelegt hat. Respekt, Respekt, das war nochmal ein ungenierter Schocker vor der Sommerpause. Natürlich hat man sich ohne mit der Wimper zu zucken satt aus der Versatzstückkiste des Thrillers bedient, keine Frage, da hat man wenig ausgelassen. Zudem hatte der Film seine berührenden Seiten, ohne ins sonst unter den Autoren so beliebte Sozialpädagogische abzugleiten, das hat genau die Balance gehalten. Und ich wiederhole mich erneut: Die Tatorte aus Zürich mit diesem Team haben in dem Maße an Qualität gewonnen, als die internen Zickereien keine Rolle mehr gespielt haben, und das trifft (fast) immer zu. Wohl, weil sich die Autoren auf die eigentliche Geschichte konzentrieren müssen, ob sie wollen oder nicht, gelle …
Gute 4 Unterhaltungssterne, aber weil’s Zürich auch einmal verdient hat und weil Sommerpause ist, runde ich glatt mal auf auf 5.
*****/5
@Hanz W.:
Ja, habe mir kürzlich erst wieder die 1. Folge dieses Teams angesehen („Züri brennt“).
Damals: unüberhörbarer Zickenkrieg zw. Grandjean und Ott, massive Synchronisations-Mängel, hölzerne Dialoge. In dieser Hinsicht haben die Zürcher wirklich gut die Kurve bekommen!👍
Die Schweizerinnern werden immer besser. Nach „Fährmann“ und „Rapunzel“ nun schon der dritte ziemlich starke Tatort dieses Teams. Auch wenn nach der starken, mitreissenden ersten Viertelstunde ein bisschen dialoglastige Routine einkehrt, zieht die Spannungskurve spätestens im Schlussdrittel wieder massiv an.
Toll, wie Moyas Geschichte und Lebenssituation als Variation eines sehr klassischen Motivs – Zeugin, die aufgrund persönlicher Umstände sich der Polizei nicht anvertrauen kann (vgl. „Der Mann aus Zimmer 22“ mit Monica Bleibtreu in der Rolle einer solchen Zeugin) – eingewoben wird und Sozialkritik und Krimi-Spannung hier untrennbar miteinander verbunden sind. Mord und Motiv kann man als moderne Variante von Hitchcocks „Cocktail für eine Leiche“ ansehen.
Schön auch das Ende, Ott und Grandjean sowieso in dieser Folge sehr sympathisch.
Ein sehr solides Drehbuch, aus dem Regisseur Claudio Fäh die Spannungsmomente perfekt herausarbeitet. Auf diesem Niveau darf es in der Schweiz gerne weitergehen.
Der Züricher Tatort wird langsam zum Garant eines guten bis sehr guten Tatortes! Von mir 5 Sterne! Spannende Story, gute schauspielerische Leistungen, tolle Kameraführung und kein Ende was man nach 15 Minuten hätte schon gewusst.
Der Tatort Zürich hat mir super, super gefallen. Schauspielerisch top. Einfach alle.Und alles rundherum einfach spitze. Super Team Weiter so. Liebe grüsse aus der Steiermark in Österreich
ich bin ein Fan von euch, Ladys👍
Hatte keine großen Erwartungen, aber wurde angenehm überrascht.
⭐⭐⭐⭐⭐⭐