Kurz und knapp – darum geht’s
Auf dem Betriebsfest war sie noch umschwärmt, am nächsten Morgen liegt Marie-Luise Steger tot an den Bahngleisen. Die Umstände lassen auf ein Sexualverbrechen schließen, und Oberleutnant Peter Fuchs und Leutnant Vera Arndt haben rasch einen ersten Verdächtigen: Rolle, der die junge Frau auf seinem Moped mitgenommen, unterwegs bedrängt und nach einem Streit stehen gelassen hat. Mit ihrem Tod will er jedoch nichts zu tun haben. Bald gerät Bernhard Schramm ins Visier, der in der fraglichen Nacht an der nahen Abzweigstelle Dienst hatte. Ausgerechnet Lus Vater hat ihn einst dorthin strafversetzt, im Dorf wird seit Langem über eine Affäre zwischen Schramm und der Toten getuschelt – und obendrein soll er hinter einer rätselhaften Diebstahlserie im Güterumschlag stecken …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Das Haus an der Bahn“
Die Feier im Klubhaus ist in vollem Gang, als Rolle, schon reichlich angetrunken, die junge Lu so lange bearbeitet, bis sie sich von ihm auf dem Moped nach Hause bringen lässt. Begeistert ist sie nicht – zumal ihre Bekannte Doris nun allein mit dem Fahrrad durch die Nacht fahren muss. Statt den direkten Weg zu nehmen, biegt Rolle ab und hält in der Nähe einer Abzweigstelle der Bahn. In einem leerstehenden Haus an den Gleisen wird er zudringlich, Lu wehrt sich und beißt ihn. Wütend lässt er sie zurück. Was danach in dem verlassenen Gemäuer geschieht, bleibt zunächst im Dunkeln.
Am nächsten Morgen wird Lu tot aufgefunden, und Oberleutnant Peter Fuchs und Leutnant Vera Arndt übernehmen den Fall. Das Wetter macht den Kriminalisten das Leben schwer: In der Nacht ist Regen in Schnee übergegangen, verwertbare Spuren gibt es kaum. Gesichert werden kann lediglich ein Reifenabdruck – und der stammt von Rolles Moped.
Damit steht der junge Mann im TV-Krimi „Das Haus an der Bahn“ ganz oben auf der Liste. Rolle allerdings bestreitet jede Schuld und tischt eine eigene Version auf: Nach dem Streit habe er in einiger Entfernung vom Haus auf Lu gewartet. Weil sie nicht herausgekommen sei, sei er schließlich ohne sie losgefahren.
Bemerkenswert kühl nimmt Lus Vater, Bahnhofsvorsteher Steger, die Todesnachricht auf. Einen Schuldigen hat er dafür sofort parat: Bernhard Schramm, der an der Abzweigstelle als Schrankenwärter arbeitet. Früher war Schramm unter Steger am Stellwerk tätig, doch er fiel in Ungnade. Seine Neuerervorschläge, die die Abläufe im Betrieb effizienter machen könnten, tat der Vorsteher als Spinnereien ab. Offiziell begründete Steger die Versetzung an die Schranke mit Unzuverlässigkeit und Alkohol nach einer Geburtstagsfeier – tatsächlich steckten persönliche Gründe dahinter. Hinzu kommt der Dorfklatsch: Der verheiratete Schramm und Lu waren eng befreundet, und viele sind überzeugt, dass mehr zwischen den beiden lief.
Doch nicht nur der Todesfall bereitet Steger Kopfzerbrechen. Seit einiger Zeit verschwindet in seinem Zuständigkeitsbereich regelmäßig Expressgut, und auch in der Nacht, in der Lu starb, ist wieder eine Kiste Spirituosen abhandengekommen. Auch diese Diebstähle werden Schramm angelastet. Als Fuchs und Arndt ihn im Polizeiruf 110 „Das Haus an der Bahn“ noch einmal an der Abzweigstelle befragen wollen, erwischen sie den Schrankenwärter ausgerechnet mit einem der gestohlenen Kartons in der Hand …
Hinter den Kulissen
In „Das Haus an der Bahn“ lösen Oberleutnant Peter Fuchs (Peter Borgelt) und Leutnant Vera Arndt (Sigrid Göhler) ihren fünften gemeinsamen Fall – zugleich ist es die fünfte Folge der Reihe Polizeiruf 110, produziert vom Fernsehen der DDR. Zum Ensemble gehören unter anderem Bernhard Schramm (Eberhard Mellies), Bahnhofsvorsteher Steger (Bruno Carstens), Marie-Luise „Lu“ Steger (Heidrun Polack) und Rolf „Rolle“ Lüder (Klaus Nietz).
Regie führte Gerhard Respondek, das Drehbuch stammt von Fred Unger. Anders als in den vorangegangenen Fällen steht hier der Dialog im Mittelpunkt; Respondek arbeitet vor allem mit Groß- und Nahaufnahmen.
Gedreht wurde vom 7. Dezember 1971 bis zum 1. Februar 1972, unter anderem in Berlin und im Waldgebiet Wuhlheide. Die Kostüme entwarf Elisabeth Lützkenberg, für die Filmbauten war Christoph Lindemann verantwortlich.
Besetzung
Oberleutnant Peter Fuchs – Peter Borgelt
Leutnant Vera Arndt – Sigrid Göhler
Bernhard Schramm, Schrankenwärter – Eberhard Mellies
Paul Umbreit, Schrankenwärter – Walter Lendrich
Marie-Luise „Lu“ Steger – Heidrun Polack
Rolf „Rolle“ Lüder – Klaus Nietz
Doris Kalikuleit – Madeleine Lierck
Wilhelm Berger – Johannes Maus
Rudi Sasse – Siegfried Seibt
Bahnhofsvorsteher Steger – Bruno Carstens
Leutnant Lorenz – Harry Pietzsch
Frau Beck – Brigitte Lindenberg
Herr Jungk – Harald Warmbrunn
Genosse Schulz – Jürgen Kern
Frau Schramm – Ingeborg Krabbe
Genosse Erp – Günter Schubert
Kriminaltechniker Below – Karl-Maria Steffens
Nachbarin – Trude Bechmann
Fahrer – Peter Heiland
Arzt – Karl-Heinz Weiß
u. v. a.
Stab
Regie – Gerhard Respondek
Drehbuch – Fred Unger
Produktion – Rainer Crahé, Uta Rabenalt
Musik – Wolfgang Pietsch
Kamera – Otto Hanisch
Schnitt – Silvia Hebel
Produktionsunternehmen – Fernsehen der DDR










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