Kurz und knapp – darum geht’s

Opa Hoppe, wie ihn alle im Haus nennen, ist ein großzügiger Mann – aber einer, der nach ein paar Gläsern zu viel redet. In seinem Stammlokal lässt der Rentner und frühere Schneidermeister durchblicken, dass er sein Erspartes nicht bei der Bank, sondern in den eigenen vier Wänden aufbewahrt. Am nächsten Morgen wird er tot aufgefunden. Oberleutnant Peter Fuchs, Leutnant Vera Arndt und ihr neuer Kollege Lutz Subras haben es bald mit mehreren Verdächtigen zu tun: allen voran Hausmeister Uhlig, der kurz zuvor heftig mit dem Alten aneinandergeraten ist. Doch auch in der Gaststätte haben etliche Ohren mitgehört. Die Krux: Für die Tatnacht kann jeder, der in Frage kommt, zumindest ein halbes Alibi vorweisen …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Ein bisschen Alibi“

Hinter den Wohnungstüren eines Mietshauses in einem Berliner Vorort bleibt kaum etwas unbemerkt – dafür sorgt schon Frau Verchow, die stets hilfsbereite Nachbarin, die über jeden Bewohner bestens Bescheid weiß. So wird sie auch Zeugin, als es eines Abends zwischen dem Hausmeister und Wilhelm Hoppe zum heftigen Streit kommt. Der ehemalige Schneidermeister ist gerade auf dem Weg zu seinem wöchentlichen Skatabend, als ihn Uhlig im Hausflur abpasst und um Geld bittet. Der Rentner gilt als vermögend und durchaus spendabel – doch diesmal bleibt sein Portemonnaie zu.

Seine Gründe nennt Hoppe ohne Umschweife: Uhlig behandelt seine Frau schlecht, die die drei kleinen Kinder praktisch allein großzieht, während er selbst das Haushaltsgeld in der Kneipe verjubelt. Statt Bargeld gibt es deshalb ein paar gut gemeinte Ratschläge mit auf den Weg – und die bringen den Mann erst recht auf die Palme. Wütend ruft er dem Alten hinterher, dem sollte man mal ein paar Tausender klauen.

Den Ärger spült Hoppe anschließend in der „Klause“ hinunter, wo er sich wie jede Woche mit seinen Skatbrüdern Tanne und Frosig trifft. An diesem Abend trinkt er mehr als üblich, wird redselig und lässt eine Runde nach der anderen springen. Und dann plaudert er etwas aus, das er besser für sich behalten hätte: Ein Sparbuch oder ein Konto besitze er nicht, weil er auf diese Weise schon einmal viel Geld verloren habe. Seine Ersparnisse, so viel ist damit klar, liegen in seiner Wohnung. Erst spät verlässt er zusammen mit Frosig als Letzter das Lokal.

Am nächsten Morgen sieht Frau Verchow nach ihrem Nachbarn und macht eine grausige Entdeckung: Opa Hoppe liegt tot in seiner Wohnung – jemand hat ihn erschlagen. Im Polizeiruf 110 „Ein bisschen Alibi“ übernehmen Oberleutnant Peter Fuchs und Leutnant Vera Arndt die Ermittlungen. An ihrer Seite steht ein Neuer: Lutz Subras, der in diesem Fall seine ersten Schritte im Team macht.

Für die Kriminalisten liegt ein erster Verdacht nahe. Nicht nur hat sich Uhlig am Abend vor der Tat mit dem Opfer angelegt, auch seine wütenden Worte im Hausflur erscheinen nun in einem ganz anderen Licht. Doch so einfach ist die Sache nicht. Von Hoppes Barvermögen wusste spätestens seit seinem Auftritt am Stammtisch eine ganze Reihe von Leuten – Gäste, Kartenrunde, Personal. Wer von ihnen hatte ein Motiv, und wer die Gelegenheit? Für Fuchs, Arndt und Subras beginnt im TV-Krimi „Ein bisschen Alibi“ ein zähes Puzzle aus Befragungen und Überprüfungen. Denn wen auch immer sie sich vorknöpfen, jeder hat für die fragliche Nacht irgendeine Erklärung parat – nur wirklich wasserdicht ist keine davon …

Hinter den Kulissen

Mit „Ein bisschen Alibi“ ging der Polizeiruf 110 in seine achte Runde. Für Oberleutnant Peter Fuchs (Peter Borgelt) und Leutnant Vera Arndt (Sigrid Göhler) ist es bereits der siebte gemeinsame Fall, während Kriminal-Wachtmeister Lutz Subras (Alfred Rücker) hier seinen Einstand im Ermittlerteam gibt. Erstmals in der Geschichte der Reihe geht es um einen Raubmord. Das Opfer Wilhelm „Opa“ Hoppe spielt Friedrich Richter, in der Rolle der Frau Uhlig ist Helga Hahnemann zu sehen.

Der Schwarz-Weiß-Film entstand beim Fernsehen der DDR unter der Regie von Hans-Joachim Hildebrandt. Gedreht wurde vom 24. April bis Anfang Juni 1972 in Berlin und Umgebung. Eine Szene entstand in einem Freibad im Dynamo-Sportforum Hohenschönhausen, das sich neben der dortigen Schwimmhalle befand. Die Kostüme schuf Ruth Karge, die Filmbauten stammen von Christoph Lindemann.

Besetzung

Oberleutnant Peter Fuchs – Peter Borgelt
Leutnant Vera Arndt – Sigrid Göhler
Kriminal-Wachtmeister Lutz Subras – Alfred Rücker
Wilhelm „Opa“ Hoppe – Friedrich Richter
Hermann Stelter, Wirt – Hans-Joachim Hanisch
Anette Fleck, Kellnerin – Jutta Liebster
Bodo Wendler – Heinz-Uwe Haus
Angelika Melzer – Evelin Heidenreich
Peter Geisig, Kind – Andreas Schlarmann
Kind, Freundin von Peter – Andrea Bogacz
Herr Uhlig, Hausmeister – Gerhard Rachold
Frau Uhlig – Helga Hahnemann
Herr Tanne, Skatbruder – Axel Triebel
Herr Frosig, Skatbruder – Otto-Erich Edenharter
Herr Lang, Gast – Siegfried Seibt
Herr Ulrich – Albert Zahn
Herr Arlt, Schuhmacher – Frank Michelis
Frau Verchow – Liselott Baumgarten
Frau Geisig – Hannelore Steiner-Freudenberger
Friseurin – Brigitte Scholz
ABV – Ingolf Krüger
u. v. a.

Stab

Regie – Hans-Joachim Hildebrandt
Drehbuch – Tom Witgen, Hans-Joachim Hildebrandt
Produktion – Uta Rabenalt
Musik – Wolfgang Pietsch
Kamera – Tilmann Dähn
Schnitt – Marion Fiedler
Kostüme – Ruth Karge
Filmbauten – Christoph Lindemann
Produktionsunternehmen – Fernsehen der DDR