Kurz und knapp – darum geht’s
Zwei Jahre hat Walter Bartsch im Strafvollzug verbracht, jetzt will er sein Leben in den Griff bekommen. Der Erste, der ihm draußen ohne Vorbehalte begegnet, ist ausgerechnet sein alter Kumpel Kurt Posener – und auf dessen Verlobungsfeier verliebt sich Walter in die junge Sekretärin Anne Keller. Auch Anne mag ihn, doch zwischen Arbeit und ihrer kranken Mutter bleibt ihr kaum Zeit für ihn. Walter fühlt sich zurückgewiesen und lässt sich von Posener zu einem nächtlichen Einbruch überreden, ausgerechnet in das Warenhaus, in dem Anne arbeitet. Als ein Wächter die beiden überrascht, schlägt Posener brutal zu. Von Gewissensbissen geplagt, alarmiert Walter anonym die Polizei, und Oberleutnant Jürgen Hübner und Kriminalmeister Lutz Subras stehen vor einem Fall fast ohne Anhaltspunkte …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Vorbestraft“
Die Gefängnistore öffnen sich, doch die Freiheit hält für Walter Bartsch zunächst nur kühle Blicke bereit. Wer von seiner Vergangenheit weiß, hält Abstand. Umso mehr bedeutet es ihm, dass Kurt Posener, mit dem er früher in einem Haus gewohnt hat, nicht an ihm vorbeigeht, sondern ihn gleich für den nächsten Abend zu sich einlädt. Dort gibt es etwas zu feiern: Kurt verlobt sich mit seiner Freundin Susi Korsner.
Auf der Feier lernt Walter Susis Freundin Anne Keller kennen, und zwischen den beiden funkt es sofort. Auf dem gemeinsamen Heimweg kommen sie sich näher, es gibt einen ersten Kuss, und gleich für den folgenden Tag verabreden sie sich wieder. Für den Haftentlassenen, der lange niemanden hatte, dem er sich anvertrauen konnte, scheint sich das Blatt endlich zu wenden.
Auch beruflich will Walter neu anfangen: Er beginnt in einem Zoo zu arbeiten und hat sich vorgenommen, eines Tages Tierpfleger zu werden. Leicht machen es ihm die neuen Kollegen allerdings nicht, denn einer von ihnen begegnet dem Vorbestraften mit offenem Misstrauen. Da tut es gut, dass wenigstens einer an ihn glaubt – und Kurt, der neuerdings auffallend wohlhabend auftritt, lässt es an Großzügigkeit nicht fehlen.
Annes Leben dagegen ist eng getaktet. Sie arbeitet als Sekretärin beim Chef eines Warenhauses und kümmert sich daheim um ihre Mutter, die gesundheitlich schwer angeschlagen ist. Als Anne die erste Verabredung kurzfristig absagen und am Tag darauf Überstunden machen muss, zieht Walter die falschen Schlüsse. Eine Kollegin, die ihm entgegen den Tatsachen versichert, Anne habe das Haus längst verlassen, bestärkt ihn darin – und Kurt redet ihm ebenfalls ein, dass er versetzt worden sei.
Dabei verfolgt Kurt ganz eigene Interessen. Schon fünfmal sind kurz nach einer Lieferung Luxuswaren aus Kaufhäusern verschwunden, und Oberleutnant Jürgen Hübner und Kriminalmeister Lutz Subras sind dem Dieb seit Längerem auf den Fersen. Nun soll Walter bei einem weiteren Coup mitmachen. Die nötigen Informationen über die Gegebenheiten im Warenhaus beschafft Susi, die ihre Freundin Anne gezielt aushorcht. Der enttäuschte Walter sagt zu.
In der Nacht geht jedoch etwas gründlich schief: Ein Wachmann bemerkt die Einbrecher, und Posener schlägt ihn rücksichtslos nieder. Walter ist entsetzt. Das Gewissen lässt ihm keine Ruhe, und so verständigt er, ohne seinen Namen zu nennen, die Polizei. Für die Einsatzgruppe um Hübner beginnt im TV-Krimi „Vorbestraft“ eine mühsame Suche, denn verwertbare Spuren gibt es kaum. Doch dann legen die Kriminaltechniker ihre Ergebnisse vor, und plötzlich haben die Ermittler eine heiße Fährte …
Hinter den Kulissen
„Vorbestraft“ ist die 17. Folge der Reihe Polizeiruf 110. Für Oberleutnant Jürgen Hübner (Jürgen Frohriep) ist es der fünfte Fall, Kriminalmeister Lutz Subras (Alfred Rücker) ermittelt zum sechsten Mal. Eine Premiere gibt es dennoch: Erstmals untersuchen die beiden einen Fall allein. In den Episodenhauptrollen sind Hans-Peter Reinecke als Walter Bartsch, Klaus-Peter Thiele als Kurt Posener, Olga Strub als Anne Keller und Uta Schorn als Susi Korsner zu sehen.
Regie führte Heinz Seibert, der das Drehbuch gemeinsam mit Rudolf Böhm schrieb. Gedreht wurde der DDR-Polizeiruf „Vorbestraft“ vom 1. März bis zum 29. April 1973 in Berlin, damals noch unter dem Arbeitstitel „Der Aufzug hielt im 3. Stock“. Für die Kostüme war Christel Richter verantwortlich, die Filmbauten entwarf Britta Pelzner. Im Film erklingt das Lied „Geh durch die Türen“, dessen Text von Jens Gerlach stammt und das von Helga Zerrenz gesungen wird. Produziert wurde die Folge vom Fernsehen der DDR.
Musik
Helga Zerrenz – Geh durch die Türen
Besetzung
Oberleutnant Jürgen Hübner – Jürgen Frohriep
Kriminalmeister Lutz Subras – Alfred Rücker
Walter Bartsch – Hans-Peter Reinecke
Kurt Posener – Klaus-Peter Thiele
Anne Keller, Sekretärin – Olga Strub
Susi Korsner, Poseners Verlobte – Uta Schorn
Frau Keller, Annes Mutter – Helga Raumer
Herr Berger – Harald Halgardt
Willi – Hans Hardt-Hardtloff
Ulla – Astrid Much
Werner – Erik Veldre
Albert – Günter Wolf
Betriebsschutzmann – Werner Kamenik
Arzt im Krankenhaus – Erich Haußmann
Leutnant im Strafvollzug – Rudolf Christoph
Warenhausleiter – Wolfgang Sasse
Mädchen – Blanche Kommerell
1. Kriminaltechniker – Manfred Müller
2. Kriminaltechniker – Peter Heiland
Mann – Albert Zahn
u. v. a.
Stab
Regie – Heinz Seibert
Drehbuch – Heinz Seibert, Rudolf Böhm
Produktion – Uta Rabenalt, Hans W. Reichel
Musik – Hartmut Behrsing
Kamera – Günter Heimann
Schnitt – Susanne Carpentier, Angelika Hortscht
Kostüme – Christel Richter
Filmbauten – Britta Pelzner
Produktionsunternehmen – Fernsehen der DDR










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