Kurz und knapp – darum geht’s

Seit sein Sohn bei einem Autounfall ums Leben kam, ertränkt Theo Lute seinen Kummer im Alkohol und lässt die Autowerkstatt, die er mit seiner Frau betreibt, mehr und mehr schleifen. Eines Morgens ist er verschwunden. Zurück bleibt nur ein Abschiedsbrief, in dem er gesteht, einen Menschen getötet zu haben, und ankündigt, nicht weiterleben zu wollen. Hauptmann Peter Fuchs nimmt die Suche auf, an seiner Seite ermittelt erstmals Oberleutnant Manfred Bergmann. Doch selbst als der Vermisste wieder auftaucht, bleibt die drängendste Frage unbeantwortet: Wen will Theo umgebracht haben? Die Spur führt zur Datsche seines Freundes Eugen Zoch, wo Theo kurz zuvor einen Abend verbracht hat. Allein waren die beiden Männer dort allerdings nicht – und die junge Frau aus dem nahen Dorf, die ebenfalls dort war, wird wenig später tot aufgefunden …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Der Teufel hat den Schnaps gemacht“

Nach außen ist die Autowerkstatt von Theo Lute und seiner Frau ein ganz gewöhnlicher Betrieb. Dass der Chef ein schweres Alkoholproblem hat, hält das Ehepaar sorgsam unter Verschluss. Doch eines Morgens lässt sich nichts mehr verbergen: Theo ist fort, und auf seine Frau wartet ein Abschiedsbrief. Darin bezichtigt er sich, einen Menschen getötet zu haben, und kündigt an, deshalb seinem Leben ein Ende setzen zu wollen. Frau Lute zögert keine Sekunde und verständigt die Polizei. Den Fall übernimmt Hauptmann Peter Fuchs, gemeinsam mit Oberleutnant Manfred Bergmann – und eine fieberhafte Suche nach dem Vermissten beginnt.

Wie es so weit kommen konnte, liegt Jahre zurück. Seit dem Unfalltod des achtjährigen Sohnes liegt ein Schatten über der Familie. Theo gibt seiner Frau eine Mitschuld an dem Unglück, behandelt sie fortan wie Luft und flüchtet sich immer tiefer in den Rausch. Sie wiederum greift irgendwann selbst zur Flasche – in der verzweifelten Hoffnung, auf diese Weise wenigstens zu verhindern, dass ihrem Mann allzu viel davon bleibt. Ein Teufelskreis, der längst auch die Werkstatt erreicht hat, denn selbst während der Arbeit kann Theo die Finger nicht vom Alkohol lassen.

Während die Polizei nach ihm fahndet, ist Theo im Wald unterwegs, entschlossen, sich an einem Baum zu erhängen. Im letzten Augenblick jedoch verlässt ihn der Mut. Er macht kehrt, tauscht seine Armbanduhr gegen zwei Flaschen Schnaps und wird schließlich in Berlin aufgegriffen – sturzbetrunken und sichtlich angeschlagen. Der Vermisste lebt also. Doch im Polizeiruf 110 „Der Teufel hat den Schnaps gemacht“ ist damit noch längst nichts geklärt: Was steckt hinter der Behauptung, er habe jemanden umgebracht?

Bei ihren Nachforschungen stoßen die Ermittler auf Eugen Zoch. Mit ihm, seinem Freund, hat Theo den Abend vor dem Selbstmordversuch in dessen Datsche am See verbracht. Solche Ausflüge sind Frau Lute schon lange nicht geheuer, und das aus gutem Grund: In Eugens Gesellschaft gerät Theo regelmäßig in ausufernde Trinkgelage, bei denen er jedes Maß verliert.

Und die beiden Männer hatten an jenem Abend Besuch. Auch eine Frau aus dem nahe gelegenen Dorf war in der Datsche – kurz darauf wird ihre Leiche entdeckt. Die Tote ist Hilde Ziehlke, eine junge Mutter, die ihr Kind allein großzieht. Damit rücken im DDR-Krimi „Der Teufel hat den Schnaps gemacht“ gleich zwei Männer ins Visier der Kriminalpolizei: der alkoholkranke Werkstattbesitzer mit seinem verstörenden Schuldbekenntnis und sein Freund Eugen Zoch, in dessen Haus sich alle drei begegnet sind. Was hat sich an jenem Abend am See wirklich abgespielt …

Hinter den Kulissen

„Der Teufel hat den Schnaps gemacht“ ist die 69. Folge der Reihe Polizeiruf 110. Für Hauptmann Peter Fuchs (Peter Borgelt) ist es der 43. Fall, für Oberleutnant Manfred Bergmann (Jürgen Zartmann) dagegen der Einstand: Insgesamt ermittelt Bergmann in vier Fällen. Die zentrale Rolle des alkoholkranken Theo Lute spielt Ulrich Thein, Annekathrin Bürger ist als seine Frau zu sehen, Ezard Haußmann verkörpert Eugen Zoch.

Manfred Mosblech schrieb das Drehbuch und führte Regie; in einer kleinen Rolle als Mann in der See-Gaststätte steht er zudem selbst vor der Kamera. Produziert wurde der Film von der DEFA für das Fernsehen der DDR. Die Dreharbeiten fanden vom 14. April bis zum 3. Juni 1980 in Potsdam und Berlin statt. Für die Kostüme war Lilo Sbrzesny verantwortlich, die Filmbauten stammen von Harald Horn.

Bei der Erstausstrahlung lag die Zuschauerbeteiligung bei 64,3 Prozent. Die FSK gab den Film 2011 ab 12 Jahren frei.

Besetzung

Hauptmann Peter Fuchs – Peter Borgelt
Oberleutnant Manfred Bergmann – Jürgen Zartmann
Theo Lute – Ulrich Thein
Frau Lute – Annekathrin Bürger
Eugen Zoch – Ezard Haußmann
Frau Zoch – Regina Beyer
Hilde Ziehlke – Hildegard Alex
Oma Ziehlke – Marga Legal
Abschnittsbevollmächtigter – Otmar Richter
Verkäufer am Kiosk – Günter Schubert
Rentner mit Strohhut – Arthur Jopp
Angler – Werner Kamenik
Fischer – Roman Silberstein
Paul Rei – Fred Ludwig
Willi, Traktorist – Willi Schrade
Hauptwachtmeister Brendel – Dietmar Obst
Uwe, das Kind – Felix Bellmann
Mann der K – Peter Abramek
Junge – Oliver Breithaupt
Frau im Wald – Gerlinde Bölke
Arzt am S-Bahnhof – Jürgen Hilbrecht
Junger Mann auf Traktor-Anhänger – Ralf-Günter Krolkiewicz
Kaderinstrukteur – Helmut Krätzig
Mann im Wald – Rainer Luhn
Mann in See-Gaststätte – Manfred Mosblech
u. v. a.

Stab

Regie – Manfred Mosblech
Drehbuch – Manfred Mosblech
Produktion – Volkmar Leweck
Musik – Hartmut Behrsing
Kamera – Günter Eisinger
Schnitt – Margrit Brusendorf
Kostüm – Lilo Sbrzesny
Filmbauten – Harald Horn
Produktionsunternehmen – DEFA, für Fernsehen der DDR