Kurz und knapp – darum geht’s

Bei Familie Tetzlaw herrscht dicke Luft: Schäferhund Olf, der seit einiger Zeit zur Familie gehört, soll zum Polizeihund ausgebildet werden. Für Leutnant Klaus Tetzlaw, den Abschnittsbevollmächtigten des Dorfes, ist das reine Dienstsache – für seinen Sohn Bernd dagegen eine Katastrophe. Der Junge will sich um keinen Preis von seinem vierbeinigen Freund trennen und greift zu einer heimlichen Lösung, die beinahe böse ausgeht. Doch kaum hat Olf seine Ausbildung hinter sich, ist seine Spürnase gefragt: Erst gilt es, die Fährte eines Einbrechers aufzunehmen, dann wird kurz vor Weihnachten die sechsjährige Nicole Cofalla vermisst – und eine bitterkalte Frostnacht steht bevor …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Unsichtbare Fährten“

Tiefer Winter liegt über dem Dorf am Waldrand, in dem Leutnant Klaus Tetzlaw als Abschnittsbevollmächtigter – kurz ABV – für Recht und Ordnung zuständig ist. Seit einiger Zeit lebt bei den Tetzlaws der Schäferhund Olf, ein kluges Tier, aus dem nun ein richtiger Diensthund werden soll. Schon am nächsten Tag muss Tetzlaw mit ihm zu einer Weiterbildung aufbrechen, denn in der Hundeschule soll Olf im Polizeiruf 110 „Unsichtbare Fährten“ noch gezielter auf seine künftigen Aufgaben vorbereitet werden.

Was für den Vater eine Selbstverständlichkeit ist, bricht Sohn Bernd beinahe das Herz. Der Junge hängt an Olf wie an keinem anderen und denkt gar nicht daran, ihn einfach ziehen zu lassen. Also schleicht er sich nachts mit dem Hund davon und versteckt ihn im Schuppen von Opa Schmidt. Der allerdings hat ganz eigene Sorgen: Er ist überzeugt, dass sich ein Fuchs an seinen Hühnern vergreifen will, und zieht kurzerhand mit dem Luftgewehr los. Dass Olf bei dieser nächtlichen Jagd mit heiler Haut davonkommt, verdankt er allein einem glücklichen Zufall.

Lange hält Bernds Plan ohnehin nicht, und so tritt der Schäferhund seine Ausbildung doch noch an. Nach ausgiebigem Training kehrt Tetzlaw mit ihm ins Dorf zurück, und es vergeht nicht viel Zeit, bis der frischgebackene Polizeihund zeigen kann, was er gelernt hat: Olf nimmt die Fährte eines Einbrechers auf und beweist, dass auf seine feine Nase Verlass ist.

Zu Hause wird derweil weitergeübt, und zwar auf höchst vergnügliche Weise. Kurz vor Weihnachten versteckt Kerstin Tetzlaw Nikolausstiefel im verschneiten Wald, und Olf führt Klaus und die Kinder geradewegs zu den verborgenen Schätzen. Ein heiteres Familienspiel – doch schon bald wird aus dem Fährtenlesen bitterer Ernst.

Eigentlich will Tetzlaw an diesem Abend nur noch ausspannen, als ein Einwohner des Dorfes vor seiner Tür steht: Die sechsjährige Nicole Cofalla ist verschwunden. Für die Nacht ist strenger Frost angekündigt, jede Stunde zählt. Zusammen mit Olf und Nicoles Vater macht sich der ABV sofort auf die Suche. Die Spur führt hinaus in den Wald – und verliert sich dort.

Nun rückt im TV-Krimi „Unsichtbare Fährten“ ein Großaufgebot der Polizei an. Suchhunde werden eingeflogen, die das Waldstück Meter für Meter durchkämmen sollen, auch das Grundstück der Cofallas wird gründlich unter die Lupe genommen – vergeblich. Ein Polizeipsychologe befragt behutsam Nicoles kleinen Bruder Maikel, in der Hoffnung, dass der Junge etwas weiß, das die Suche voranbringt. Während draußen die Kälte immer weiter zunimmt, ahnt Klaus Tetzlaw noch nicht, dass bald auch sein eigenes Leben auf dem Spiel stehen wird …

Hinter den Kulissen

„Unsichtbare Fährten“ ist die 129. Folge der Krimireihe Polizeiruf 110. Für Oberleutnant Lutz Zimmermann (Lutz Riemann) ist es der 19. Fall, für Oberleutnant Thomas Grawe (Andreas Schmidt-Schaller) der 20. Im Zentrum der Geschichte stehen jedoch der ABV Leutnant Klaus Tetzlaw (Peter Reinhardt), seine Familie und Schäferhund Olf. Bernd Tetzlaw spielt André Schulz, Opa Willi Schmidt wird von Georg Leopold verkörpert.

Regie führte Hans Werner, das Drehbuch schrieb Horst Ansorge. Produziert wurde der Film von der DEFA im Auftrag des Fernsehens der DDR. Hinter der Kamera stand Hans-Jürgen Kruse, für den Schnitt war Brigitte Krex verantwortlich, die Musik komponierte Conrad Aust. Die Kostüme entwarf Ulrike Stelzig, die Filmbauten stammen von Hans Jürgen Deponte.

Gedreht wurde vom 26. Oktober bis zum 28. Dezember 1988, unter anderem in Luckenwalde und Pretzsch. Bei der Erstausstrahlung lag die Zuschauerbeteiligung bei 38,4 Prozent.

Besetzung

Oberleutnant Lutz Zimmermann – Lutz Riemann
Oberleutnant Thomas Grawe – Andreas Schmidt-Schaller
Leutnant Klaus Tetzlaw – Peter Reinhardt
Mitarbeiter – Willi Schrade
Kerstin Tetzlaw – Constanze Roeder
Anette Cofalla – Viola Schweizer
Gerhard Cofalla – Gerd Blahuschek
Paul Halbritter – Peter Bause
Herr Rost – Hartmut Beer
Oberleutnant Schwanitz – Michael Berger
Verkaufsstellenleiter Delikatessenladen – Hans-Joachim Brieske
Lutz Hausmacher – Peter Cwielag
Rita – Gerlinde Bölke
Hauptwachtmeister – Jörg Kleinau
Opa Willi Schmidt – Georg Leopold
Gerold Rolke – Bert Löper
K-Techniker – Olaf Müller
Hauptmann Schulte – Joachim Nimtz
Dr. Harger – Jörg Panknin
Georg Winter – Horst Rehberg
Oma Schmidt – Eva Schäfer
Frau Rolke – Christa Scheuner
Manfred Rost – Peter Trillhose-Splitt
Denise Witte – Diana Urbank
Oberstleutnant Kriesberg – Erik Veldre
Tierarzt – Wolfgang Winkler
Andrea Tetzlaw, Kind – Fritzi Eichhorn
Nicole Cofalla, Kind – Floriane Eichhorn
Bernd Tetzlaw, Kind – André Schulz
Maikel Cofalla, Kind – Paul Werner
Förster – Hans-Jürgen Kruse
Freddy Kleiber – Heiko Sassenberg
u. v. a.

Stab

Regie – Hans Werner
Drehbuch – Horst Ansorge
Produktion – Hans-Uwe Wardeck
Musik – Conrad Aust
Kamera – Hans-Jürgen Kruse
Schnitt – Brigitte Krex
Kostüm – Ulrike Stelzig
Filmbauten – Hans Jürgen Deponte
Produktionsunternehmen – DEFA im Auftrag des Fernsehens der DDR