Kurz und knapp – darum geht’s
In der brandenburgischen Provinz plündert eine Bande Dorfkirchen, und die Polizei tappt im Dunkeln. Kommissar Jürgen Kochan kommt bei seinen Ermittlungen keinen Schritt voran. Das ist kein Wunder, denn seit er vor drei Jahren einen Mann in Notwehr erschossen hat, sucht er Halt im Alkohol. Als Kommissarin Tanja Voigt den Fall übernimmt, trifft sie in Kochan nicht nur einen früheren Kollegen wieder, sondern auch eine alte Liebe. Währenddessen entdeckt Kochans Sohn Martin, dass die Diebe aus seinem nächsten Umfeld stammen: Bandenchef Witte ist mit ihm in der Lehrlingsgruppe, und Yvonne, in die Martin heimlich verliebt ist, gehört ebenfalls dazu. Der junge Mann fasst einen folgenschweren Entschluss …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Opfergang“
Stille Dorfkirchen, kostbare alte Gemälde – und eine Bande, die genau weiß, wo etwas zu holen ist: Seit einiger Zeit verschwinden in Brandenburg Bilder aus der Cranach-Werkstatt aus den Gotteshäusern, ohne dass die Täter die geringste Spur hinterlassen. Bei einem ihrer nächtlichen Beutezüge werden die Einbrecher von einem Mann überrascht, den sie kurzerhand niederschlagen. Weil nun wegen versuchten Totschlags ermittelt wird, schaltet sich die Kriminalpolizei aus Potsdam ein. Kommissarin Tanja Voigt und ihr Kollege Jens Hoffmann machen sich auf den Weg aufs Land.
Dort wartet auf Tanja eine Überraschung: Der zuständige Kommissar ist Jürgen Kochan, mit dem sie früher in Potsdam zusammengearbeitet hat. Vor drei Jahren erschoss er dort in Notwehr einen Mann und kam mit dieser Tat nie zurecht. Er ließ sich in die Provinz versetzen, doch der Ortswechsel hat nichts geheilt. Kochan trinkt, und seine Familie, die ihm aus der Stadt gefolgt ist, droht daran zu zerbrechen. Bei der Jagd nach den Kirchenräubern ist er bislang völlig erfolglos geblieben.
Für Tanja Voigt ist die Begegnung mehr als ein dienstliches Wiedersehen. Schon in Potsdam war sie heimlich in den Kollegen verliebt, und die alten Gefühle sind im Polizeiruf 110 „Opfergang“ schnell wieder da. Ein verlässlicher Partner für eine schwierige Ermittlung ist der angeschlagene Kochan allerdings kaum.
Am meisten leidet Martin unter dem Absturz seines Vaters. Ausgerechnet er stößt durch einen Zufall auf die Spur der Täter: In den ersten Untersuchungsergebnissen liest er, dass einer der Einbrecher beim Kampf mit dem Zeugen verletzt wurde. Martin muss nicht lange überlegen. Witte aus seiner Lehrlingsgruppe hat eine frische Wunde am Rücken und hat ihm schon von Diebstählen erzählt. Zu allem Überfluss gehört auch Yvonne zur Gang, das Mädchen, für das Martin insgeheim schwärmt – sie ist Wittes Freundin.
Martin schlägt im ORB-Polizeiruf „Opfergang“ einen gefährlichen Weg ein: Er bietet sich Witte, Yvonne und ihrem Komplizen Sascha als neues Mitglied an. Er habe Informationen aus erster Hand, so sein Argument, und könne die anderen rechtzeitig warnen. Die drei trauen dem Neuen zunächst nicht über den Weg; erst nachdem Martin zur Probe einen Wagen gestohlen hat, nehmen sie ihn auf. Insgeheim verfolgt er einen eigenen Plan: Er will die Drahtzieher hinter den Kirchendiebstählen überführen.
Doch der Vater wird an diesem Vorhaben keine Freude haben. Der nächste Coup führt die Clique nach Prettin, und als sich ihnen der Pfarrer bei der Abfahrt in den Weg stellt, wird er überfahren. Am Steuer sitzt Martin …
Hinter den Kulissen
„Opfergang“ ist die 166. Folge der Reihe Polizeiruf 110 und der dritte Fall für Kommissarin Tanja Voigt (Katrin Saß). An ihrer Seite ermittelt diesmal Jürgen Kochan (Michael Greiling), der nur in dieser einen Folge auftritt. Jens Hoffmann (Dirk Schoedon), der sonst gemeinsam mit Voigt auf Spurensuche geht, ist hier lediglich in einer Nebenrolle zu sehen. Kochans Sohn Martin wird von Marco Hofschneider verkörpert, Witte und Yvonne spielen Johannes Brandrup und Andrea Brose.
Die Geschichte hat einen realen Hintergrund: 1992 kam es im Land Brandenburg tatsächlich zu einer Reihe von Kircheneinbrüchen. Regie führte Carlo Rola, das Drehbuch schrieben Michael Illner und Jürgen Pomorin. Produziert wurde der Film von der UFA-Fernsehproduktion im Auftrag des ORB.
Gedreht wurde überwiegend in den Kreisen Oberhavel und Havelland, außerdem in Wustermark, auf dem Flugplatz Werneuchen und in der ehemaligen Kaserne Dallgow. Die Innenaufnahmen des ersten Einbruchs entstanden in der Dorfkirche Falkenhagen. Der Film zeigt sie noch vor ihrer umfassenden Sanierung, die 1994 begann. Die Filmbauten stammen von Frank Hein. Bei der Erstausstrahlung lag die Zuschauerbeteiligung bei 14,4 Prozent.
Besetzung
Kommissarin Tanja Voigt – Katrin Saß
Kommissar Jürgen Kochan – Michael Greiling
Jens Hoffmann, Tanja Voigts Kollege – Dirk Schoedon
Martin Kochan, Kochans Sohn – Marco Hofschneider
Witte, Anführer der Gang – Johannes Brandrup
Yvonne, Wittes Freundin – Andrea Brose
Sascha – Zacharias Preen
Behrend – Thomas Bestvater
Herzig – Wolfgang Hosfeld
Trauwein – Lutz Mackensy
Veit Schubert
Pannach – Erich Schwarz
u. v. a.
Stab
Regie – Carlo Rola
Drehbuch – Michael Illner, Jürgen Pomorin
Produktion – Norbert Sauer, Laila Stieler
Musik – Georg Kleinebreil
Kamera – Peter Ziesche
Schnitt – Friederike von Normann
Produktionsunternehmen – UFA-Fernsehproduktion, im Auftrag des ORB





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