Kurz und knapp – darum geht’s
Susanne und Max kennen sich erst seit Kurzem, doch das frisch verliebte Paar hat schon ein gemeinsames Ziel: nichts wie raus aus Schwerin. Das nötige Startkapital holen sich die beiden kurzerhand bei einer Bank, und zwar ganz bequem mit dem Taxi von Harry Melchior, der vor der Tür auf sie wartet und sie anschließend weiterfährt. Für die Kommissare Kurt Groth und Jens Hinrichs wird der Taxifahrer damit schnell zum naheliegenden Verdächtigen, zumal sein Privatleben einige Fragen aufwirft. Während die beiden Ermittler über seine Schuld uneins sind, macht sich Harry selbst auf die Suche nach dem Pärchen. Und als er es aufspürt, denkt er nicht im Traum daran, die beiden der Polizei auszuliefern …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Taxi zur Bank“
Manchmal reichen zwei Hanfpflanzen, um ein Leben gründlich durcheinanderzuwirbeln: Weil er sie an seinem Arbeitsplatz untergebracht hat, wird der junge Blumenverkäufer Max fristlos vor die Tür gesetzt. Beobachtet wird die Szene von Susanne, die sich auf den ersten Blick in ihn verliebt und ihm kurzerhand nachläuft. Das Gefühl beruht auf Gegenseitigkeit, und auch eine Bleibe ist rasch gefunden. Susannes Freundin Juliane überlässt dem Paar ihre Wohnung und übernachtet so lange bei ihrem Großvater – ausgerechnet bei Kriminalkommissar Kurt Groth.
Susanne und Max, der seine Fender-Gitarre stets bei sich trägt, träumen davon, Schwerin hinter sich zu lassen. Zunächst haben sie es auf ein Postamt abgesehen, doch dort wird gerade renoviert. Also weichen sie auf eine Bank aus, deren unverschlossenen Hintereingang Susanne noch von früher kennt. Für den Weg dorthin nehmen sie sich ein Taxi, lassen Fahrer Harry Melchior kurz warten, erbeuten 35.000 D-Mark und lassen sich danach seelenruhig zum Friedhof bringen. Harry, der bereits den nächsten Fahrgast zugesagt hat, tritt dabei kräftig aufs Gas – und wird prompt geblitzt.
Was Groth und Hinrichs am Tatort vorfinden, spottet jeder Beschreibung: Die Überwachungskamera wurde nie installiert, der Alarm hat versagt, eine Fotokamera war falsch eingestellt, und die Hintertür stand für jeden offen. Die Angestellten können lediglich sagen, dass ein Mann und wohl auch eine Frau am Werk waren, beide verkleidet. Eines aber wissen sie genau: Die Täter sind mit einem Taxi davongefahren. Die Beschreibung des Wagens bringt die Ermittler schnell auf Harrys Fährte. Der Taxifahrer wird festgenommen, nach der Befragung jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt, damit man ihn beschatten kann.
Dabei stoßen die Kommissare im Polizeiruf 110 „Taxi zur Bank“ auf ein bewegtes Doppelleben: Harry ist zwar mit Ursula verheiratet, besucht nachts aber eine ganze Reihe von Geliebten. Seiner Frau ist das längst kein Geheimnis mehr, und so setzt sie ihn schließlich vor die Tür. Von Groth erfährt sie obendrein, dass ihr Mann des Bankraubs verdächtigt wird. Während Hinrichs fest von Harrys Schuld überzeugt ist, hat sein älterer Kollege da so seine Zweifel.
Susanne und Max lassen es sich unterdessen gut gehen. Sie verbringen die Nacht in einem noblen Hotel und schmieden Pläne, über Hamburg in die USA zu reisen. Doch sie haben die Rechnung ohne Harry gemacht. Dem sitzt die Polizei ohnehin im Nacken, also nimmt er die Sache im NDR-Polizeiruf „Taxi zur Bank“ selbst in die Hand und stößt tatsächlich auf das Paar. Statt die beiden auszuliefern, verlangt er seinen Anteil an der Beute – wer schon als Bankräuber gilt, will schließlich auch etwas davon haben. Für Susanne und Max ist das übermütige Spiel damit vorbei, und es wird gefährlich ernst …
Hinter den Kulissen
In ihrem vierten gemeinsamen Fall bekommen es Kriminalkommissar Kurt Groth (Kurt Böwe) und sein Kollege Jens Hinrichs (Uwe Steimle) mit einem jungen Gaunerpärchen zu tun: Susanne (Yasmina Ahcene-Djaballah) und Max (Oliver Böttcher). Zwischen die Fronten gerät Taxifahrer Harry Melchior (Karl Kranzkowski), seine Frau Ursula spielt Hanna Petkoff. „Taxi zur Bank“ ist die 168. Folge der Reihe Polizeiruf 110.
Regie führte Manfred Stelzer, der gemeinsam mit Oliver G. Wachlin auch das Drehbuch schrieb. Produziert wurde der Film von der Polyphon Film- und Fernseh GmbH für den NDR. Die Dreharbeiten fanden von August bis September 1994 in Schwerin statt, als Kulisse diente unter anderem ein Teich vor dem Schweriner Schloss. Die Kostüme entwarf Stephanie Polo, die Filmbauten stammen von Ulrich Isfort.
Bei der Erstausstrahlung lag die Zuschauerbeteiligung bei 18,9 Prozent.
Besetzung
Kriminalkommissar Kurt Groth – Kurt Böwe
Jens Hinrichs – Uwe Steimle
Taxifahrer Harry Melchior – Karl Kranzkowski
Susanne – Yasmina Ahcene-Djaballah
Max – Oliver Böttcher
Juliane, Groths Enkelin – Gabriele Völsch
Ursula, Harrys Ehefrau – Hanna Petkoff
ältere Bankangestellte – Jutta Breu
Bankkassiererin – Birgit Frohriep
jüngere Bankangestellte – Bea Tober
Bankfilialleiter – Peter Groeger
Willy Holz – Hans-Martin Stier
Joe – Jörg Thieme
u. v. a.
Stab
Regie – Manfred Stelzer
Drehbuch – Oliver G. Wachlin, Manfred Stelzer
Produktion – Klaus-Dieter Zeisberg
Musik – Reinhard Schaub
Kamera – David Slama, Jochen Moess
Schnitt – Marion Wille
Kostüm – Stephanie Polo
Filmbauten – Ulrich Isfort
Produktionsunternehmen – Polyphon Film- und Fernseh GmbH, für NDR







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