Kurz und knapp – darum geht’s
Ein Streit auf einer Party, eine überstürzte Abfahrt, ein tödlicher Unfall: Ruth Baselitz, Mitarbeiterin einer pharmazeutischen Firma, kommt ums Leben, kurz nachdem sie sich mit ihrem Chef und Lebensgefährten Dr. Helmut Merten heftig überworfen hat. Die halleschen Kommissare Schmücke und Schneider müssen klären, ob hier ein Unglück, ein Suizid oder ein Verbrechen vorliegt. Für Ruths Kinder Lena und Robert gibt es dagegen nur einen Schuldigen – sie belasten Merten schwer, der sich längst der jüngeren Kollegin Kerstin Paslak zugewandt hatte. Und je genauer die Ermittler hinsehen, desto klarer wird, dass der Wissenschaftler in seinem Labor an etwas forscht, das es so gar nicht geben dürfte …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Der schlanke Tod“
Eben wurde noch gefeiert, wenige Stunden später ist Ruth Baselitz tot. Nach einer lautstarken Auseinandersetzung mit Dr. Helmut Merten hat sie dessen Party wutentbrannt verlassen und ist mit dem Auto davongefahren – eine Fahrt, die in einem tödlichen Unfall endet. Weil an der Unfallstelle keinerlei Bremsspuren zu finden sind, liegt für die Polizei zunächst der Schluss nahe, dass die Frau ihrem Leben selbst ein Ende setzen wollte. Ganz so einfach machen es sich die Kommissare im Polizeiruf 110 „Der schlanke Tod“ aber nicht: Für Schmücke und Schneider bleibt vorerst offen, ob sie es mit einem Unglück, einer Verzweiflungstat oder mit Mord zu tun haben.
Den schwersten Gang haben die beiden Ermittler gleich zu Beginn vor sich, denn sie müssen Lena und Robert Baselitz die Nachricht vom Tod ihrer Mutter überbringen. Die Geschwister trifft der Verlust mit voller Wucht, und an einen Suizid wollen sie partout nicht glauben – depressiv sei Ruth nie gewesen. Ihr Misstrauen richtet sich stattdessen gegen den Mann, mit dem die Mutter seit Jahren zusammenlebte und für den sie zugleich arbeitete. Merten habe sich von ihr trennen wollen, weil er sich mit seiner jungen Kollegin Kerstin Paslak eingelassen habe. Kurzum: Die beiden lassen kein gutes Haar an dem Wissenschaftler.
Dann macht Lena im Nachlass ihrer Mutter einen Fund, der dem Fall eine ganz neue Richtung gibt. Sie stößt auf einen Brief, der Merten in ein äußerst zweifelhaftes Licht rückt und auf Machenschaften hindeutet, die mit einer zerbrochenen Liebesbeziehung nichts mehr zu tun haben. Was als private Tragödie begonnen hat, bekommt plötzlich eine zweite, weit brisantere Ebene.
Also nehmen sich die Kommissare den Ort vor, an dem Ruth und Merten Tag für Tag Seite an Seite gearbeitet haben: die pharmazeutische Firma, in der Merten als Chef das Sagen hat. Dort treffen sie auf dessen Kollegen Pönitz, der ihnen einiges anzuvertrauen hat. Nach und nach gewinnen die beiden Kriminalisten einen Eindruck davon, woran Merten tatsächlich forscht – und das hat es in sich. Ohne jede Genehmigung entwickelt er ein Präparat zur Gewichtsreduktion, das mit einem verlockenden Versprechen auf Kundenfang gehen soll: „Abnehmen und trotzdem essen, was man will“.
Ein Wundermittel, das die Sehnsucht unzähliger Menschen bedienen soll, ein Forscher, der sich über Vorschriften hinwegsetzt, und eine Familie, der von einem Tag auf den anderen der Boden unter den Füßen weggezogen wurde: Im MDR-Polizeiruf „Der schlanke Tod“ fügen sich die Teile nur mühsam zu einem Bild. Während Lena und Robert weiter fest von Mertens Schuld überzeugt sind, merken Schmücke und Schneider, dass ihnen die Zeit davonläuft – und dass hinter Ruths letzter Fahrt mehr steckt, als auf den ersten Blick zu erkennen ist …
Hinter den Kulissen
Mit „Der schlanke Tod“ lösen die Kriminalhauptkommissare Herbert Schmücke (Jaecki Schwarz) und Herbert Schneider (Wolfgang Winkler) ihren dritten gemeinsamen Fall; innerhalb der Reihe Polizeiruf 110 ist es die 183. Folge. Das Duo aus Halle teilt sich nicht nur den Dienstgrad, sondern auch den Vornamen – beide Ermittler heißen Herbert.
In den Episodenrollen sind unter anderem Dieter Wien als Wissenschaftler Dr. Helmut Merten, Petra Kelling als Ruth Baselitz sowie Julia Richter und Florian Lukas als deren Kinder Lena und Robert zu sehen. Heidrun Welskop spielt Kerstin Paslak, Holger Schwiers ist als Mertens Kollege Pönitz besetzt.
Regie führte Thomas Jacob, das Drehbuch schrieb Axel Götz. Hinter der Kamera stand Wolfram Beyer, für die Musik war Arnold Fritzsch verantwortlich. Produziert wurde der Krimi von Stallion Film und der TNF Tele-Norm-Film GmbH im Auftrag des MDR.
Besetzung
Kriminalhauptkommissar Herbert Schmücke – Jaecki Schwarz
Kriminalhauptkommissar Herbert Schneider – Wolfgang Winkler
Dr. Helmut Merten, Wissenschaftler – Dieter Wien
Dr. Pönitz – Holger Schwiers
Edith Reger – Marita Böhme
Kerstin Paslak – Heidrun Welskop
Frau Körner – Ellen Schwiers
Lena Baselitz – Julia Richter
Robert Baselitz – Florian Lukas
Ruth Baselitz – Petra Kelling
Frau Kessler, Laborantin – Jany Tempel
Herr Winter, Patient – Eckart von der Trenck
Gefreiter Schöne – Eduard Burza
Hauptmann – Bodo Krämer
u. v. a.
Stab
Regie – Thomas Jacob
Drehbuch – Axel Götz
Produktion – Matthias Deyle, Oliver Hengst
Musik – Arnold Fritzsch
Kamera – Wolfram Beyer
Schnitt – Brigitte Hujer
Produktionsunternehmen – MDR





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