Kurz und knapp – darum geht’s
Ausgerechnet zwischen den Exponaten des Offenbacher Ledermuseums wird der vorbestrafte Edgar Götz tot entdeckt – erstochen. Für die Kommissare Schlosser, Grosche und Reeding beginnt eine Ermittlung voller offener Fragen: Täschnermeister Rickert, ein enger Freund des Toten, hat Götz als Letzter lebend gesehen, kann aber ein Alibi vorweisen, bestätigt von der Domina Isadora. Und auch im Sportstudio, in dem das Opfer als Bodybuilder trainierte, machen Inhaber Werner Sattmann und sein Mitarbeiter Korneck einen alles andere als vertrauenerweckenden Eindruck. Dumm nur, dass Schlosser ausgerechnet jetzt kaum auf sein Team bauen kann: Grosche und Reeding hadern vor allem mit ihrer Beziehung, die derzeit pausiert …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Bis unter die Haut“
Wo sonst Besucher gemächlich durch die Ausstellung schlendern, hat nun die Kripo das Sagen: Im Offenbacher Ledermuseum wird ein junger Mann tot aufgefunden, getötet mit einem Messer. Ein unbeschriebenes Blatt ist das Opfer nicht – Edgar Götz, der im Museum als Aushilfe arbeitete, hat bereits eine Vorstrafe wegen Diebstahls hinter sich. Ein Kleinkrimineller also, der allerdings einen guten Freund hatte: Mit Täschnermeister Rickert, einem „Babscher“, verband ihn eine enge Freundschaft, und der Meister war für den jungen Mann so etwas wie ein Lehrmeister.
Rickert ist es auch, der Götz als Letzter lebend gesehen hat. Für die Tatzeit allerdings kann der Handwerker ein Alibi vorweisen: Er will bei Isadora Dehrenbach gewesen sein, einer Domina – und die bestätigt Kommissar Rene Schlosser diese Version, als er bei ihr vorstellig wird. Ganz loslassen will Schlosser die Sache trotzdem nicht. Ein Täschnermeister, eine Domina und ein vorbestrafter junger Mann: Was hat diese drei so unterschiedlichen Menschen zusammengeführt, und in welchem Verhältnis standen sie zueinander?
Eine weitere Spur ergibt sich aus Rickerts Aussage: Er erwähnt ein Sportstudio, mit dessen Leuten Götz zu tun hatte. Wie sich zeigt, hat der junge Mann dort als Bodybuilder trainiert. Studiobesitzer Werner Sattmann und sein Mitarbeiter Korneck kommen den Ermittlern von Anfang an nicht ganz geheuer vor. Bald steht der Verdacht im Raum, dass zwischen Hanteln und Kraftmaschinen nicht nur Muskeln aufgebaut werden: Die Kommissare vermuten, dass in dem Studio illegal mit Anabolika gehandelt wird. Welche Rolle Edgar Götz in diesem Umfeld gespielt hat, ist allerdings noch völlig offen.
Erschwerend kommt hinzu, dass Schlosser von seinen Kollegen kaum Rückendeckung erhält. Robert Grosche und Carol Reeding verbindet mehr als der gemeinsame Dienst, doch ihre Beziehung haben die beiden vorerst ausgesetzt – ein Schwebezustand, der sie sichtlich mehr umtreibt, als dem Kommissar recht sein kann. Statt mit voller Kraft an dem Mordfall zu arbeiten, kreisen Grosche und Reeding um ihre eigenen Gefühle. Für Schlosser bedeutet das: Er muss im Polizeiruf 110 „Bis unter die Haut“ nicht nur einen Täter finden, sondern auch mit einem Team zurechtkommen, das gerade ganz andere Sorgen hat.
Um mehr über die Vorgänge im Sportstudio zu erfahren, greifen die Ermittler zu einem heiklen Mittel: Reeding soll sich als verdeckte Ermittlerin in den Club einschleusen. Begeistert ist die Kommissarin von diesem Plan nicht, doch sie fügt sich – und findet schnell Zugang zu Studiobetreiber Sattmann. Ob ihr das die nötigen Antworten bringt, steht im HR-Polizeiruf „Bis unter die Haut“ auf einem anderen Blatt. Denn in diesem Umfeld ist nie ganz klar, wer hier wem etwas vormacht …
Hinter den Kulissen
„Bis unter die Haut“ ist die 226. Folge der Reihe Polizeiruf 110 und eine Produktion des HR. Für das Ermittlertrio Rene Schlosser (Dieter Montag), Carol Reeding (Dennenesch Zoudé) und Robert Grosche (Oliver Stokowski) ist es der vierte gemeinsame Fall – allerdings mit einem neuen Gesicht: Dennenesch Zoudé gibt hier ihren Einstand als Carol Reeding und übernimmt die Rolle von Chantal de Freitas. Zugleich heißt es Abschied nehmen, denn für Oliver Stokowski ist es der letzte Einsatz als Robert Grosche.
In den Episodenrollen sind unter anderem Hermann Lause als Täschnermeister Rickert, Ulrike Kriener als Domina Isadora Dehrenbach, Hansa Czypionka als Studiobesitzer Werner Sattmann und Detlef Bothe als dessen Mitarbeiter Korneck zu sehen. Nina Hoger spielt die Gerichtsmedizinerin Bachmann.
Regie führte Marc Hertel, das Drehbuch stammt von Rudolf Bergmann und Rolf Silber. Hinter der Kamera stand Armin Alker, für den Schnitt war Stefan Blau verantwortlich, die Musik schrieb Stefan Ziethen. Schauplatz der Handlung ist Offenbach.
Besetzung
Kommissar Robert Grosche – Oliver Stokowski
Kommissarin Carol Reeding – Dennenesch Zoudé
Kommissar Rene Schlosser – Dieter Montag
Rickert, Täschnermeister – Hermann Lause
Isadora Dehrenbach, Domina – Ulrike Kriener
Werner Sattmann, Besitzer des Sportstudios – Hansa Czypionka
Korneck, Sattmanns Mitarbeiter – Detlef Bothe
Zeidler – Horst Günter Marx
Bachmann, Gerichtsmedizinerin – Nina Hoger
Violetta – Daniela Hoffmann
Götz’ Tante – Ingrid Domann
Museumsführerin – Karina Huber
Tagesmutter – Susanne Huber
Vermieter – Dieter Junck
Einsatzleiter SEK – Wilhelm Schlotterer
Kriminaltechniker – Jörg Zick
u. v. a.
Stab
Regie – Marc Hertel
Drehbuch – Rudolf Bergmann, Rolf Silber
Musik – Stefan Ziethen
Kamera – Armin Alker
Schnitt – Stefan Blau
Produktionsunternehmen – HR





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