Kurz und knapp – darum geht’s
Mit einer großen Feier in seinem Haus will Professor Wolf Harms Abschied vom Berufsleben nehmen, doch für den herzkranken Mediziner wird es die letzte Nacht seines Lebens. Oberleutnant Peter Fuchs und Leutnant Vera Arndt ermitteln in einer Familie, in der es hinter der bürgerlichen Fassade gewaltig brodelt. Carolin, die junge und unzufriedene Ehefrau des Professors, hat eine Affäre mit dem Schauspieler Hendrik Grabeleit. Sohn Günter, ebenfalls Arzt, hat betrunken einen Mann angefahren und den Unfall vertuscht. Sein Vater wusste davon und drängt ihn, sich zu stellen. Schwiegertochter Irene wiederum muss den gesamten Haushalt allein stemmen. Jeder im Hause Harms könnte etwas mit dem Tod des Professors zu tun haben …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Der Tod des Professors“
Eine Nacht, ein paar Gläser zu viel, ein Moment der Unachtsamkeit: Dr. Günter Harms fährt angetrunken von einer privaten Feier nach Hause, als plötzlich ein Mann auf die Straße tritt. Der Arzt erfasst ihn, und sein Wagen kommt erst in einer Baustelle zum Stehen. Das Opfer, Herr Kiefholz, erkennt in dem Fahrer ausgerechnet den Mediziner, der einst seine Tochter operiert hat. Zunächst scheint Kiefholz glimpflich davongekommen zu sein. Als ihn dann aber ein Schwindelanfall packt, bringt Günter ihn doch ins Krankenhaus. Dort tischen die beiden eine Version auf, auf die sie sich zuvor verständigt haben: Kiefholz sei unglücklich auf einer Treppe gestürzt.
Zu Hause beichtet Günter den Vorfall seinem Vater. Wolf Harms ist leitender Professor an dem Klinikum, an dem auch sein Sohn arbeitet, und er macht ihm schwere Vorwürfe. Für ihn ist das eine Frage der Moral, und Günter soll sich der Polizei stellen. Der Sohn kontert mit beißender Ironie. Ausgerechnet in diesem Haus von Moral zu reden, sei wenig überzeugend. Der Professor ahnt nämlich sehr wohl, dass seine 24 Jahre jüngere Frau Carolin ein Verhältnis mit dem Schauspieler Hendrik Grabeleit hat.
Wolf Harms leidet an Diabetes und Angina Pectoris und steht kurz vor dem Ruhestand. Bevor es so weit ist, will er in seinem Leben endlich reinen Tisch machen. Zur großen Abschiedsfeier lädt er deshalb neben Freunden und Bekannten auch Grabeleit ein, um sich mit ihm auszusprechen. Unterdessen zeigt sich, dass Kiefholz schwerer verletzt ist als gedacht. Seine Milz muss entfernt werden, und der Professor nimmt den Eingriff selbst vor – es ist die letzte Operation seiner langen Laufbahn. Noch einmal redet er seinem Sohn ins Gewissen, endlich zur Polizei zu gehen.
Auch Kiefholz’ Arbeitskollegen werden stutzig. Die baufällige Treppe am Wasserturm, von der er gefallen sein will, existiert schon länger nicht mehr. Einer von ihnen wendet sich an Oberleutnant Peter Fuchs, und so kommen die Kriminalisten im Polizeiruf 110 „Der Tod des Professors“ ins Spiel. Fuchs und Leutnant Vera Arndt wissen ohnehin bereits von den Unfallspuren, die Günters Wagen an der Baustelle hinterlassen hat.
Im Hause Harms leben Vater und Sohn mit ihren Ehefrauen unter einem Dach, und dort wächst derweil die Anspannung. Irene, Günters Frau, will um jeden Preis verhindern, dass ihr Mann sich stellt. Der Professor lässt dagegen keinen Zweifel daran, dass er den eigenen Sohn notfalls selbst anzeigen wird.
Dann ist der Abend der Feier gekommen, und er endet mit einem Todesfall. Kurz nach Mitternacht findet Wolfs Freund Dr. Ewald Mersburg den Professor leblos im Gartenhaus. Bei der Befragung der Anwesenden stoßen Fuchs und Arndt auf ein Familiengefüge, in dem Liebe, Eifersucht und Schuld eng miteinander verwoben sind. Die unglückliche junge Ehefrau, ihr Liebhaber, der Sohn mit dem vertuschten Unfall und die Schwiegertochter, die mit dem Haushalt allein dasteht – sie alle geraten im TV-Krimi „Der Tod des Professors“ ins Blickfeld der Ermittler. Doch wer von ihnen hat in dieser Nacht tatsächlich etwas mit dem Tod des alten Mannes zu tun …
Hinter den Kulissen
„Der Tod des Professors“ ist die 28. Folge der Reihe Polizeiruf 110. Oberleutnant Peter Fuchs (Peter Borgelt) ermittelt hier in seinem 19. Fall, Leutnant Vera Arndt (Sigrid Göhler) in ihrem 23. Für DEFA-Star Erwin Geschonneck, der den Professor Wolf Harms verkörpert, blieb es der einzige Auftritt in der Krimireihe. Zur Familie Harms gehören außerdem Carolin Harms (Jessy Rameik), Dr. Günter Harms (Wolfgang Dehler) und Irene Harms (Friederike Aust), den Schauspieler Hendrik Grabeleit spielt Volkmar Kleinert.
Der Schwarz-Weiß-Film entstand vom 7. Mai bis zum 26. Juni 1973 in Stralsund und Umgebung, zunächst unter dem Arbeitstitel „Tod im Gartenhaus“. Eine längere Sequenz wurde auf der Volkswerft Stralsund gedreht. Regie führten Hans Joachim Hildebrandt und Thomas Jacob. Die Kostüme stammen von Christel Richter, die Filmbauten von Manfred Glöckner.
Bei der Erstausstrahlung erreichte der Film eine Zuschauerbeteiligung von 60,5 Prozent.
Besetzung
Oberleutnant Peter Fuchs – Peter Borgelt
Leutnant Vera Arndt – Sigrid Göhler
Prof. Wolf Harms – Erwin Geschonneck
Carolin Harms, Ehefrau des Professors – Jessy Rameik
Dr. Günter Harms, Sohn des Professors – Wolfgang Dehler
Irene Harms, Günters Ehefrau – Friederike Aust
Hendrik Grabeleit, Schauspieler – Volkmar Kleinert
Dr. Ewald Mersburg, Freund des Professors – Fred Mahr
Werner Lehmbruck – Gerd Blahuschek
Eva Lehmbruck – Brigitte Scholz
Heinz Sänger – Dieter Jaßlauk
Herr Kiefholz – Werner Röwekamp
Herr Huber – Hermann Matt
Herr Poeschel – Albert Zahn
Dr. Endershagen – Peter Köhncke
Marianne – Gertraude Schwarzer
Lampenwärter – Paul Knopf
u. v. a.
Stab
Regie – Hans Joachim Hildebrandt, Thomas Jacob
Drehbuch – Hans Joachim Hildebrandt, Gerhard Jäckel
Produktion – Hans W. Reichel
Musik – Peter Gotthardt
Kamera – Walter Laaß
Schnitt – Brigitte Bergmann
Kostüme – Christel Richter
Filmbauten – Manfred Glöckner
Produktionsunternehmen – Fernsehen der DDR



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