Kurz und knapp – darum geht’s
Kurz vor Weihnachten wird aus einer feuchtfröhlichen Wette bitterer Ernst: Um vor seiner Clique zu prahlen, steigt der junge Jörg Paulsen beim alten Zierau ein, der drei Flaschen Tokajer im Haus hat. Doch nach dem ersten kräftigen Schluck reißt der Film – und als Jörg wieder zu sich kommt, liegt der Hausbesitzer ermordet neben ihm. Jörg ist überzeugt, mit der Tat nichts zu tun zu haben, auch wenn ihm jede Erinnerung an die fraglichen Stunden fehlt. Seine Freundin Anne verschafft ihm ein falsches Alibi, doch die Oberleutnants Jürgen Hübner und Lutz Zimmermann finden am Tatort handfeste Beweise dafür, dass er in jener Nacht dort war. Für die Kriminalisten scheint der Fall klar zu sein, und nicht einmal Jörgs Freunde glauben ihm noch …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Drei Flaschen Tokajer“
Die Weihnachtszeit steht vor der Tür, doch in der Kneipe „Goldbroiler“ ist von Besinnlichkeit wenig zu spüren. Wie fast jedes Wochenende sitzt hier eine Clique junger Leute beisammen und trinkt: Jörg Paulsen, seine Freundin Anne, Karo, der in der Gruppe den Ton angibt, die junge Nina und ein Kumpel, den alle nur Klette nennen. Es wird gestichelt, angegeben und nachgeschenkt, bis dem Wirt der Geduldsfaden reißt und er die angetrunkene Runde kurzerhand vor die Tür setzt.
Feiern wollen die Freunde trotzdem weiter, nur ist vom Alkohol kaum noch etwas übrig. Da lehnt sich Jörg, längst kräftig angeheitert, weit aus dem Fenster: Er werde dem alten Zierau drei Flaschen Tokajer klauen, tönt er. Die anderen halten dagegen, die Wette gilt. Ganz aus der Luft gegriffen ist Jörgs Angebot nicht, denn er kennt sich in dem Haus bestens aus – bis zu einem Streit hat er dort selbst zur Untermiete gewohnt. Zwar ist das Seitenfenster, das sonst für die Katze nur angelehnt bleibt, in dieser Nacht geschlossen, doch Jörg weiß, wo der Ersatzschlüssel liegt.
Tatsächlich stößt er auf den begehrten Wein, und lange widerstehen kann er nicht: Die erste Flasche entkorkt er gleich vor Ort und trinkt sie leer. Was danach passiert, ist wie ausgelöscht. Als Jörgs Erinnerung wieder einsetzt, liegt der Hausherr neben ihm im Wohnzimmer – tot, ermordet. In Panik flieht der junge Mann aus dem Haus und lässt die Flaschen zurück. Nur in einem Punkt ist er sich im TV-Krimi „Drei Flaschen Tokajer“ ganz sicher: Umgebracht hat er den Alten nicht.
Doch wer sollte ihm das abnehmen? Statt sich der Polizei zu stellen, trommelt Jörg seine Freunde zusammen und bittet sie, für ihn dichtzuhalten. Anne springt in die Bresche und gibt gegenüber den Ermittlern zu Protokoll, Jörg habe die ganze Nacht bei ihr verbracht. Ein Alibi auf tönernen Füßen: Die Oberleutnants Jürgen Hübner und Lutz Zimmermann sichern auf den zurückgelassenen Flaschen Jörgs Fingerabdrücke, im Garten entdecken sie seinen Fußabdruck, und ein Nachbar hat ihn aus dem Haus davonlaufen sehen. Dass er mit dem Toten im Streit auseinandergegangen ist, macht die Lage nicht gerade besser.
Für die Kriminalisten im Polizeiruf 110 „Drei Flaschen Tokajer“ spricht damit alles gegen den jungen Mann. Und auch in der Clique bröckelt der Rückhalt, bis selbst die engsten Kumpel ihm die Tat zutrauen. Jörg steht mit seiner Gedächtnislücke allein da – und kann bald selbst nicht mehr mit Gewissheit sagen, was in jener Nacht in Zieraus Wohnzimmer wirklich geschehen ist …
Hinter den Kulissen
„Drei Flaschen Tokajer“ ist die 131. Folge der Reihe Polizeiruf 110. Oberleutnant Jürgen Hübner (Jürgen Frohriep) ermittelt darin bereits in seinem 57. Fall, sein Kollege Oberleutnant Lutz Zimmermann (Lutz Riemann) zum 20. Mal. Im Zentrum der Geschichte steht der junge Jörg Paulsen (Jörg Schüttauf) mit seiner Clique, zu der Anne (Antje Straßburger), Karo (Sven Martinek), Nina (Gesine Berkholz) und Klette (Bernd Michael Lade) gehören.
Der Fernsehfilm unter der Regie von Udo Witte beruht auf dem gleichnamigen Roman von Klaus Möckel, das Drehbuch stammt von Margot Beichler. Gedreht wurde vom 10. Dezember 1988 bis zum 5. März 1989 in Wismar. Die Kostüme entwarf Joachim Voeltzke, für die Filmbauten war Christa Köppen verantwortlich. Produziert wurde der Krimi vom Fernsehen der DDR.
Bei der Erstausstrahlung lag die Zuschauerbeteiligung bei 33,6 Prozent.
Besetzung
Oberleutnant Jürgen Hübner – Jürgen Frohriep
Oberleutnant Lutz Zimmermann – Lutz Riemann
Jörg Paulsen – Jörg Schüttauf
Anne Amelang, Jörgs Freundin – Antje Straßburger
Peter Hinrich („Klette“) – Bernd Michael Lade
Karo, Anführer der Clique – Sven Martinek
Nina – Gesine Berkholz
Siegfried Müller – Andrej Kaminsky
Wolf-Dieter Kranz – Torsten Spohn
Leo Braun, Kellner – Michael Narloch
Mandy – Marioara Vaidas
Frau Blumenthal – Doris Abeßer
Frau Lüders – Ursula Werner
Frau Dornhoff – Annelise Matschulat
Fischverkäuferin – Jutta Breu
Erika Zierau – Birgit Frohriep
Antiquitätenhändler – Günther Götze
Leutnant Anders – Thomas Harms
Schwester des Antiquitätenhändlers – Rosemarie Herzog
Herr Krüger – Günter Kornas
Lagerarbeiterin – Anke Moll
Genosse der K – Heini Müller
Weihnachtsmann – Anke Neumann
Weihnachtsbaumverkäufer – Peter Reder
Dr. Hansen – Bodo Schielicke
Lagerarbeiterin im Getränkekombinat – Siegrid Schütz
Volkspolizist – Hartmut Tietz
Frau mit Hund – Margot Beichler
Dana – Dana Leciejewicz
2. Lagerarbeiter im Getränkekombinat – Hans Jürgen Plust
1. Lagerarbeiter im Getränkekombinat – Horst Rehberg
u. v. a.
Stab
Regie – Udo Witte
Drehbuch – Margot Beichler
Produktion – Lutz Clasen
Musik – Arnold Fritzsch
Kamera – Rolf Laskowski
Schnitt – Silvia Hebel
Produktionsunternehmen – Fernsehen der DDR









Nächste Kommentarmöglichkeit: Sonntag, 01.11.2026 ab 17:00 Uhr (in ca. 3 Tagen).
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