Kurz und knapp – darum geht’s

Eine Flucht vor der Verkehrspolizei endet tödlich, und auf der Ladefläche des verunglückten Lastwagens liegt gestohlenes Holz. Oberleutnant Peter Fuchs und sein neuer Kollege Leutnant Woltersdorf folgen der Spur bis nach Thüringen, wo jemand den Wald offenbar im großen Stil plündert. Dort ist gerade Jürgen Busse als Revierförster in sein Heimatdorf zurückgekehrt. Mit seiner Heimkehr brechen alte Wunden auf: Brigadier Wilhelm Bronski kann ihm nicht verzeihen, dass er einst dessen Tochter Christine sitzen ließ. Von dem gemeinsamen Sohn erfährt Busse erst jetzt. Bald stößt auch der junge Förster auf Machenschaften im Forst und muss sich entscheiden, wem er die Treue hält …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Holzwege“

Eben noch rollt der Lastwagen mit seiner schweren Fracht Richtung Berlin, da kommt an der Stadtgrenze eine Routinekontrolle der Verkehrspolizei in Sicht. Statt anzuhalten, gibt der Fahrer Gas, und die Flucht mit überhöhter Geschwindigkeit kostet ihn das Leben. Am Steuer des verunglückten IFA W50 saß der Bauunternehmer Willi Vietz. Seine Ladung erklärt schnell, warum er die Kontrolle um jeden Preis vermeiden wollte: Das Holz ist gestohlen.

Der Fall landet auf dem Tisch von Oberleutnant Peter Fuchs, und das zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Sein Kollege Lutz Subras sitzt auf einem Lehrgang, und allein wäre die Arbeit kaum zu schaffen. Also bekommt Fuchs Verstärkung von der Bezirksbehörde der Volkspolizei: Leutnant Woltersdorf. Für die beiden ist es der erste gemeinsame Einsatz, und schon die ersten Schritte im Polizeiruf 110 „Holzwege“ fördern Brisantes zutage. Im Tresor des Toten entdecken sie verschlüsselte Abrechnungen. Daraus geht hervor, dass für die illegalen Holztransporte Geld geflossen ist, unter anderem an Empfänger, die nur als F und B vermerkt sind. Die Spur führt nach Bernroda in Thüringen, zu einem Forstbetrieb, von dem aus offenbar Holz in großen Mengen beiseitegeschafft wird.

Nach Bernroda ist kurz zuvor auch Jürgen Busse heimgekehrt. Fünf Jahre hat er studiert und sich zum Förster qualifiziert. Nun übernimmt er als Revierförster die Aufsicht über den Nordforst, wo unter anderem Stämme für das örtliche Möbelkombinat geschlagen werden. Ein herzlicher Empfang ist ihm allerdings nicht beschieden. Die Brigade im Nordforst leitet Wilhelm Bronski, und der Brigadier hätte den neuen Vorgesetzten am liebsten gleich wieder vergrault. Busse hatte nämlich einst für sein Studium Bronskis Tochter Christine verlassen.

Christine lebt inzwischen mit ihrem Sohn Thomas bei ihrem Vater. Nach Busses Weggang, so wird erzählt, habe sie sich mit anderen Männern und schnellen Motorrädern getröstet. Seit einem Motorradunfall ist ein Bein steif, ohne Krücke kommt sie nicht mehr voran. Was Busse damals nicht ahnte: Christine war schwanger, als er ging. Erst jetzt erfährt er von seinem Freund Palle, dass Thomas sein Kind ist. Die Erinnerung an die gemeinsame Liebe ist noch lebendig, doch zwischen den beiden liegen Jahre des Schweigens.

Fuchs und Woltersdorf sind nicht die Einzigen, die den Holzdieben nachspüren. Auch Busse nimmt die Fährte auf, und je genauer der junge Förster hinsieht, desto deutlicher wird, dass in der Brigade Bronski etwas faul ist. Was er im TV-Krimi „Holzwege“ herausfindet, bringt ihn in eine schier ausweglose Lage. Soll er seine Pflicht tun, auch wenn sie Menschen trifft, die ihm nahestehen? Denn in die Diebstähle verstrickt ist nicht nur der Brigadier, sondern auch die Mutter seines Sohnes …

Hinter den Kulissen

„Holzwege“ ist die 51. Folge der Reihe. Für Oberleutnant Peter Fuchs (Peter Borgelt) ist es bereits der 32. Fall, für Leutnant Woltersdorf (Werner Tietze) dagegen der Einstand. Bis zur 64. Folge wirkt er an insgesamt acht Fällen mit. Einen Vornamen erhält die Figur nicht, sie wird schlicht als Leutnant Woltersdorf geführt. Im Zentrum der Thüringer Handlung stehen Revierförster Jürgen Busse (Jürgen Zartmann), Christine Bronski (Angelika Waller) und Brigadier Wilhelm Bronski (Erik S. Klein).

Regie führte Manfred Mosblech, der gemeinsam mit Fred Unger auch das Drehbuch schrieb. Gedreht wurde vom 28. März bis 13. Mai 1977 in Berlin sowie in mehreren thüringischen Städten und Dörfern, darunter Finsterbergen und Oberhof. Die Kostüme schufen Christel Nowotny und Doris Seifert, die Filmbauten stammen von Günther Möller.

Bei der Erstausstrahlung im 1. Programm des Fernsehens der DDR lag die Zuschauerbeteiligung bei 54,5 Prozent.

Besetzung

Oberleutnant Peter Fuchs – Peter Borgelt
Leutnant Woltersdorf – Werner Tietze
Christine Bronski, Bronskis Tochter – Angelika Waller
Wilhelm Bronski, Brigadier – Erik S. Klein
Jürgen Busse, Revierförster – Jürgen Zartmann
Palle, Busses Freund – Michael Narloch
Alois Huber – Klaus Tilsner
Claudia Freudenberg – Marita Böhme
Hans Freudenberg, Leiter des VEB Möbelkombinat – Hans Lucke
Frau Vietz – Helga Göring
Arthur Zabel – Johannes Wieke
Herr Muschmann – Fred Mahr
Willi Vietz, Bauunternehmer – Dietrich Mechow
Revisor – Siegfried Seibt
Herr Beisel – Werner Kamenik
Betriebsdirektor – Fred Graeve
Genosse Major – Wolfgang Brunecker
Herr Kröllmann – Günter Karstedt
Walter – Raymond Felsberg
Sparkassenangestellter – Wilfried Roil
Frau König – Ilse König
Thomas Bronski, Christines Sohn – Sören Biedermann
Herr Trenkel – Erich Biedermann
u. v. a.

Stab

Regie – Manfred Mosblech
Drehbuch – Manfred Mosblech, Fred Unger
Produktion – Erich Biedermann
Musik – Hartmut Behrsing
Kamera – Walter Küppers
Schnitt – Gerti Gruner, Renate Kucke
Produktionsunternehmen – Fernsehen der DDR