Kurz und knapp – darum geht’s
Auf einem Parkplatz an einer Fernverkehrsstraße liegt eine tote junge Frau. Sie wurde von einem Auto überrollt, dessen Fahrer sich aus dem Staub gemacht hat. Die Spuren am Fundort lassen Oberleutnant Lutz Zimmermann und Leutnant Thomas Grawe an ein Verbrechen denken, ein Sexualdelikt können sie nicht ausschließen. Wer die Tote ist, weiß zunächst niemand. Mit einer groß angelegten Suchaktion spüren die Ermittler zwar den Wagen auf, an dem Blutspuren der Frau haften, doch dessen Besitzer Bruno Handtke bestreitet jede Verbindung zu ihr. Zur selben Zeit wartet der Installateur Steffen Eisermann vergeblich auf seine Frau Lissi. Er ist überzeugt, dass sie ihn wieder einmal betrügt …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Parkplatz der Liebe“
Ein Parkplatz am Waldrand, unweit einer viel befahrenen Fernverkehrsstraße, ist ein Ort, an dem man kurz anhält und rasch weiterfährt. Ausgerechnet hier wird eine junge Frau tot aufgefunden. Schnell steht fest, dass ein Auto sie überrollt hat, und vom Fahrer fehlt jede Spur. Was zunächst nach einem tragischen Unglück aussieht, erscheint bei näherem Hinsehen in anderem Licht: Sowohl die Spuren am Tatort als auch die Befunde der Gerichtsmedizin sprechen für ein Verbrechen. Oberleutnant Lutz Zimmermann und Leutnant Thomas Grawe übernehmen den Fall im Polizeiruf 110 „Parkplatz der Liebe“.
Doch wer ist die Tote? Einen Ausweis trägt sie nicht bei sich. Ein Detail an ihrer Hand gibt den Kriminalisten allerdings zu denken. Am Ringfinger zeichnet sich der Abdruck eines breiten Rings ab, den sie offenbar ständig getragen hat, also muss sie verheiratet sein. Am Tattag aber steckt dort ein schmaler Ring mit Stein. Ob die Frau vor ihrem Tod vergewaltigt wurde, kann die Gerichtsmedizin nicht klären.
Bei ihrer Suche nach dem Fahrzeug nehmen sich die Ermittler auch die Autowerkstätten vor, und die Mühe lohnt sich: Sie stoßen auf den Wagen von Bruno Handtke, an dem Blutspuren der Toten gefunden werden. Ein eindeutiger Fall, so scheint es. Doch Handtke streitet alles ab. Die Frau habe er nie gesehen, mit ihrem Tod habe er nichts zu tun. Zimmermann und Grawe haben im TV-Krimi „Parkplatz der Liebe“ zwar handfeste Indizien in der Hand, ein Geständnis aber nicht.
Ortswechsel: Die Installateure Steffen Eisermann und Jörg Schubke sind sonst bis spät in den Abend mit Feierabendarbeit beschäftigt. Weil ein Termin geplatzt ist, kommen sie diesmal früher nach Hause als gedacht. Die beiden Familien wohnen im selben Haus über den Gang, ihre Frauen Lissi Eisermann und Marita Schubke, beide Hausfrauen, sind eng befreundet. An diesem Abend treffen die Männer jedoch nur Marita an. Sie hält ihnen vor, ständig unterwegs zu sein und selbst beim Ausgehen nur die Arbeit im Kopf zu haben. Da hilft auch die Aussicht auf einen Abend in einer Bar wenig.
Und Lissi? Die bleibt verschwunden. Steffen fühlt sich hilflos, denn er ahnt, dass seine Frau wieder einmal fremdgeht. Zwar reden ihm die Nachbarn gut zu, doch das ändert nichts an seinem Verdacht. Der Gang zur Polizei kommt für ihn trotzdem nicht infrage, Jörg hat ihm davon abgeraten: Mit einer Vermisstenanzeige mache er sich nur lächerlich, seine Eheprobleme werde ihm die Kripo kaum abnehmen. Erst als Tage später in der Zeitung das Foto einer Frau erscheint, die Lissi ähnelt, macht sich Steffen auf den Weg. Bei der Polizei wird aus der bösen Ahnung Gewissheit: Die Tote vom Parkplatz ist seine Frau.
Damit hat das Opfer endlich einen Namen, doch die entscheidende Frage bleibt offen: Was genau ist auf dem Parkplatz geschehen? Als Bruno Handtke schließlich doch zu reden beginnt, fügt sich für die beiden Kriminalisten kein klares Bild zusammen. Stattdessen tun sich ganz neue Fragen auf …
Hinter den Kulissen
In der 104. Folge der Reihe Polizeiruf 110 ermittelt Oberleutnant Lutz Zimmermann (Lutz Riemann) bereits zum achten Mal. Für seinen Kollegen Leutnant Thomas Grawe (Andreas Schmidt-Schaller) ist es erst der zweite Einsatz. In weiteren Rollen sind unter anderem Steffen Eisermann (Joachim Siebenschuh), seine Frau Lissi (Elke Kriwolutzki), Marita und Jörg Schubke (Angelika Perdelwitz und Kaspar Eichel) sowie Bruno Handtke (Dietmar Richter-Reinick) zu sehen.
Regie führte Hans Knötzsch, das Drehbuch stammt von Ulrich Waldner. Gedreht wurde vom 20. Mai bis zum 16. Juni 1985 in Altglienicke, Motzen, Schenkendorf, Ragow und Schmöckwitz. Die Kostüme entwarf Barbara Glöckner, für die Filmbauten war Wolfram Gast verantwortlich.
Bei der Erstausstrahlung im Fernsehen der DDR lag die Zuschauerbeteiligung bei 30,6 Prozent.
Besetzung
Oberleutnant Lutz Zimmermann – Lutz Riemann
Leutnant Thomas Grawe – Andreas Schmidt-Schaller
Marita Schubke – Angelika Perdelwitz
Jörg Schubke, Installateur – Kaspar Eichel
Antje Schubke – Stefanie Külberg
Lissi Eisermann – Elke Kriwolutzki
Steffen Eisermann, Installateur – Joachim Siebenschuh
Bruno Handtke – Dietmar Richter-Reinick
Frau Handke – Helga Korén
Kurt Bornmann – Willi Schrade
Brigadier – Hans-Joachim Leschnitz
Gerichtsmediziner – Wilfried Pucher
Serviererin der Gaststätte – Ingrid Barkmann
Frau Zimmermann – Angelika Lietzke
Frau Schäfer – Susanne Schwab
Fahrdienstleiter – Klaus Bergatt
Arzt an Unfallstelle – Eckhard Bilz
Laborant der K – Peter Groeger
Kfz-Schlosser – Werner Kanitz
Tankstellenwart – Dieter Memel
Landwirt Müller – Michael Telloke
Heizungsinstallateur – Helmut Wenzlau
VP-Genosse – Hans-Jürgen Pabst
Bauarbeiter – Reiner Wolski
u. v. a.
Stab
Regie – Hans Knötzsch
Drehbuch – Ulrich Waldner
Produktion – Erich Biedermann
Musik – Rudi Werion
Kamera – Helmut Borkmann
Schnitt – Renate Müller
Produktionsunternehmen – Fernsehen der DDR





Nächste Kommentarmöglichkeit: Sonntag, 01.11.2026 ab 17:00 Uhr (in ca. 3 Tagen).
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