Kurz und knapp – darum geht’s

Während ein Krankenwagen eine bewusstlose alte Dame in die Klinik bringt, räumt ein Unbekannter in aller Ruhe ihre Wohnung aus. Für Hauptmann Peter Fuchs führt die Spur schnell zu Frank Reiher: Der Name des Krankenwagenfahrers steht in einem Notizbuch, das am Tatort gefunden wurde, und in seiner Gartenlaube stapelt sich Diebesgut. Reiher schwört, von alldem nichts zu wissen, und Kollegen wie Nachbarn halten ihn für unschuldig. Nur seine Frau Anja zweifelt an ihm – schließlich hat er sich schon einmal etwas zuschulden kommen lassen. Als wäre das nicht verworren genug, treibt zur selben Zeit ein Hypnotiseur sein Unwesen, der es auf die Ersparnisse alter Menschen abgesehen hat …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Mit List und Tücke“

Hilfe und Raub liegen im Polizeiruf 110 „Mit List und Tücke“ nur wenige Schritte auseinander: Krankenwagenfahrer Frank Reiher und sein Beifahrer Tiller werden zu Frau Hause gerufen, die bewusstlos in ihrer Wohnung aufgefunden wurde. Dem Krankenwagen folgt ein Kleinwagen, aus dem ein Mann steigt, den die Hausbewohner für einen Arzt halten. Ein folgenschwerer Irrtum – denn während sich die Besatzung um die Patientin kümmert, durchstöbert der vermeintliche Mediziner unbemerkt die Räume und macht sich mit zahlreichen Wertsachen aus dem Staub. Eine aufmerksame Nachbarin kann ihn nicht stoppen, alarmiert aber die Polizei.

Die Ermittlungen übernimmt Hauptmann Peter Fuchs. In der Wohnung stoßen die Kriminalisten auf ein Notizbuch, in dem Reihers jüngste Einsätze akribisch verzeichnet sind, samt Name und Telefonnummer des Fahrers. Mehr noch: Die notierten Termine passen zu weiteren Einbrüchen bei hilfsbedürftigen Menschen. Fuchs trifft den Verdächtigen schließlich an dessen Schrebergarten, wohin ihn ein Gartennachbar gerufen hat – der Mann will gesehen haben, wie ein Fremder aus Reihers Laube kam. Was die Ermittler dort vorfinden, belastet den Fahrer schwer: Die Laube ist mit Diebesgut vollgestellt. Woher die Beute stammt und wie sein Name in das Notizbuch geraten ist, kann sich Reiher nicht erklären.

Wer ihn kennt, will an seine Schuld nicht glauben. Tiller ist von der Unschuld seines Kollegen ebenso überzeugt wie der alte Gartennachbar und Vera, die die Krankenwageneinsätze koordiniert. Einen Diebstahl traut dem hilfsbereiten Fahrer offenbar niemand zu. Doch für Fuchs zählen keine Leumundszeugnisse, sondern Beweise – und die sprechen bislang gegen Reiher.

Ausgerechnet zu Hause findet Frank den wenigsten Rückhalt. Seine Frau Anja glaubt ihm nicht, und dafür hat sie Gründe: In einem früheren Job hat er Kunden übervorteilt und daraufhin von sich aus gekündigt. Eine weitere Straftat würde sie ihm nicht verzeihen. Der Verdacht stellt die Ehe auf eine harte Probe, und Frank sieht keinen Ausweg mehr: In der Gartenlaube schneidet er sich die Pulsadern auf. Nur dank des beherzten Eingreifens seines Nachbarn wird er gerettet. Im Krankenhaus beteuert er gegenüber Fuchs, Opfer eines Komplotts zu sein – jemand wolle ihn und Anja auseinanderbringen.

Mitten in diese Ermittlungen platzt ein weiterer Fall: Ein Hypnotiseur geht um, der alten Menschen ihre Ersparnisse abluchst. Bei Frau Saupe allerdings beißt er auf Granit. Die resolute Rentnerin stammt selbst aus dem Varieté- und Artistikmilieu, widersteht seinen Künsten und jagt ihn kurzerhand in die Flucht. Ihre Beschreibung des Täters ist für die Kriminalisten ein Glücksfall. Und je tiefer sie im TV-Krimi „Mit List und Tücke“ in die Sache einsteigen, desto deutlicher zeichnet sich ab, dass der dreiste Hypnotiseur und die Einbrüche bei Reihers Patienten mehr miteinander zu tun haben könnten, als es zunächst scheint …

Hinter den Kulissen

„Mit List und Tücke“ ist die 102. Folge der Reihe Polizeiruf 110 – für Hauptmann Peter Fuchs (Peter Borgelt) ist es bereits der 60. Fall. In den Episodenrollen sind unter anderem Peter Reusse als Krankenwagenfahrer Frank Reiher und Ute Lubosch als seine Frau Anja zu sehen, außerdem Dieter Wien (Tiller), Barbara Dittus (Vera), Gisela Morgen (Frau Saupe), Otto Mellies (François Bormann) und Henry Hübchen (Dieter „Jimmy“ Klöppel).

Regie führte Helmut Krätzig, der auch das Drehbuch schrieb und selbst als Herr Kneuer vor der Kamera steht. Für die Bilder war Kameramann Walter Laaß verantwortlich, die Musik stammt von Hartmut Behrsing.

Gedreht wurde der Krimi vom 10. Januar bis zum 10. März 1985 in Berlin und Königs Wusterhausen, produziert vom Fernsehen der DDR. Bei der Erstausstrahlung lag die Zuschauerbeteiligung bei 48 Prozent. Bis 1990 sind keine Wiederholungen bekannt, danach wurde die Folge mehr als zwanzigmal erneut gezeigt.

Besetzung

Hauptmann Peter Fuchs – Peter Borgelt
Unterleutnant Goetzsch – Jörg Hengstler
Frank Reiher, Krankenwagenfahrer – Peter Reusse
Anja Reiher, Franks Frau – Ute Lubosch
François Bormann – Otto Mellies
Dieter „Jimmy“ Klöppel – Henry Hübchen
Vera – Barbara Dittus
Tiller, Reihers Beifahrer – Dieter Wien
Frau Saupe, Rentnerin – Gisela Morgen
Frau Weimer – Marga Legal
Verkäuferin – Kristiane Kupfer
Marcanti, Hypnotiseur – Erich Gerberding
Nachbarin – Wera Paintner
Herr Zirbel – Berthold Schulze
Frau Zirbel – Angela Brunner
Arzt im Krankenhaus – Lutz Erdmann
Genosse Mulder – Holger Franke
Betrunkener – Wolfgang Greese
Frau Hause – Anita Herbst
Herr Kneuer – Helmut Krätzig
Notarzt – Hans-Ulrich Lauffer
Herr Böhm – Walter Lendrich
Herr Krahler – Hannes Stelzer
Hauptwachtmeister Oberlaß – Klaus Tilsner
Vorgesetzter der K – Franz Viehmann
Gast bei Zirbels – Astrid Bless
Kundin im Warenhaus – Renate Kaplick
u. v. a.

Stab

Regie – Helmut Krätzig
Drehbuch – Helmut Krätzig
Produktion – Lutz Clasen
Musik – Hartmut Behrsing
Kamera – Walter Laaß
Schnitt – Renate Müller
Produktionsunternehmen – Fernsehen der DDR