Kurz und knapp – darum geht’s
Eigentlich will Kommissar Günter Beck in der Lutherstadt Wittenberg nur ein paar Tage Urlaub machen, doch kaum angekommen, ist er schon sein Gepäck los. Die Diebe: die Brüder Tommy und Ralf Schroth und ihre Kumpel Otto und Leo, vier junge Männer ohne Job und ohne Geld, die davon träumen, mit Motocross-Rennen ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Bis dahin halten sie sich mit dem Verkauf synthetischer Drogen über Wasser, die ihnen der arbeitslose Chemiker Müller liefert. Lange bleibt das Geschäft nicht unbemerkt: Professionelle Rauschgifthändler werden auf die Clique aufmerksam, ein Oberkommissar, der der Quelle des Stoffs bislang vergeblich nachgespürt hat, taucht in der Stadt auf – und auch Beck kann die Finger nicht von dem Fall lassen …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Tod im Kraftwerk“
Ein Unfall, ein Mann, der sofort zur Stelle ist, um zu helfen – und genau in diesem Moment verschwindet seine Tasche. So beginnt der Urlaub von Kommissar Günter Beck in der Lutherstadt Wittenberg. Was der Ermittler zunächst nicht ahnt: Der Unfall war gestellt, und hinter dem Trick stecken die Brüder Tommy und Ralf Schroth sowie ihre Freunde Otto und Leo.
Unterkunft findet Beck im Hotel von Hilde, und für ihn ist das kein Haus wie jedes andere. Hier hat er 1944 die Bombardierung der Stadt erlebt, hier hat er tagelang in einem der Zimmer auf seine Eltern gewartet – vergeblich. Beide kamen bei dem Angriff ums Leben, ihr Grab liegt auf dem Wittenberger Friedhof. Der Aufenthalt im Polizeiruf 110 „Tod im Kraftwerk“ wird für Beck so auch zu einer Reise in die eigene Vergangenheit.
Die vier jungen Männer, die ihn bestohlen haben, haben weder feste Arbeit noch ein geregeltes Einkommen. Tagsüber jagen sie mit ihren Motorrädern durch eine Industrieruine, Anführer der Truppe ist Tommy. Oft mit dabei: die junge Tina, die ihrer Tante Hilde im Hotel zur Hand geht.
Das Geld kommt aus einer trüben Quelle, denn seit einiger Zeit verkauft die Clique synthetische Drogen. Hergestellt wird der Stoff von Müller, einem Bekannten von Vater Schroth. Der Chemiker leitete einst das Labor im Chemischen Kombinat der Stadt, hat nach der Wende jedoch seine Stelle verloren und produziert nun in einem Privatlabor. Auf ihren Maschinen versorgen die Jungs ein Gebiet von rund 40 Kilometern um Wittenberg – ein Radius, der bald auch den Profis der Branche ins Auge fällt. Als die Bande nachts in einer Großdisko dealt, lauern ihr die Rauschgifthändler auf, und nur mit knapper Not kommen die vier davon.
Tina spürt, dass etwas nicht stimmt. Dass die Clique und allen voran ihr Freund Ralf in krumme Dinger verwickelt ist, ahnt sie, nur worum es geht, weiß sie nicht. Am liebsten würde sie sich Beck anvertrauen. Doch damit, so fürchtet sie, könnte sie ihre Freunde ans Messer liefern.
Dann steht eines Tages Oberkommissar Weibrecht bei Beck. Seit Langem ist er dem Hersteller der synthetischen Drogen auf der Spur, in Magdeburg hat er dabei nichts erreicht. Nun setzt er seine Suche in Wittenberg fort, denn bei Veranstaltungen, auf denen reichlich Drogen im Umlauf sind, fallen seit geraumer Zeit Motorräder mit Wittenberger Kennzeichen auf. Doch die Polizei ist nicht allein unterwegs: Auch die Rauschgifthändler wollen den Mann hinter dem Stoff finden und verwüsten dabei Labore in der Stadt. Was für Tommy, Ralf, Otto und Leo als schneller Weg aus der Geldnot begann, droht im MDR-Polizeiruf „Tod im Kraftwerk“ tödlich zu enden …
Hinter den Kulissen
„Tod im Kraftwerk“ aus dem Jahr 1993 ist die 155. Folge der Reihe Polizeiruf 110 und der achte Fall für Kommissar Günter Beck (Günter Naumann), der diesmal in der Lutherstadt Wittenberg ermittelt. Zu sehen sind außerdem unter anderem Michael Pan als Oberkommissar Weibrecht, Stefanie Stappenbeck als Tina, Kai Buth und Robert Gallinowski als Brüder Ralf und Tommy sowie Rolf Römer als Chemiker Müller.
Gedreht wurde zum Teil in Wittenberg, unter anderem auf dem Piesteritzer Friedhof und auf dem Hafengelände mit seinem Getreidespeicher. Sämtliche Hotelszenen entstanden dagegen im ehemaligen „Hotel Aufbau“, früher „Goldene Krone“, in Fürstenwalde an der Spree. Das Haus ist so zu sehen, wie es 1993 tatsächlich aussah: ungeschminkt und gezeichnet von der Enteignung zu DDR-Zeiten, die Besitzverhältnisse waren zum Zeitpunkt des Drehs noch ungeklärt.
Für die Kostüme war Anne-Gret Oehme verantwortlich, die Filmbauten stammen von Wolfram Gast und Lothar Holler. Bei seiner Erstausstrahlung erreichte der Film eine Einschaltquote von 13 Prozent.
Besetzung
Kommissar Günter Beck – Günter Naumann
Oberkommissar Weibrecht – Michael Pan
Tina, Hildes Nichte – Stefanie Stappenbeck
Ralf Schroth – Kai Buth
Tommy Schroth – Robert Gallinowski
Leo – Peter Planitzer
Otto – Alexander Terhorst
Müller, Chemiker – Rolf Römer
Gisela Müller – Renate Krößner
Hilde – Carmen-Maja Antoni
Schroth, Vater von Tommy und Ralf – Wolfgang Winkler
Hausmeister – Harald Warmbrunn
Polizist – Kaspar Eichel
Rauschgifthändler – Leon Boden
Rauschgifthändler – Hans-Dieter Brückner
Rauschgifthändler – Holger Richter
Rauschgifthändler – Bodo Krämer
Trabant-Fahrerin – Katrin Martin
Friedhofswärter – Axel Reinshagen
Disko-Besitzer – Jean-Theo Jost
u. v. a.
Stab
Regie – Michael Knof
Drehbuch – Uwe Petzold, Michael Knof
Produktion – Werner Uwe Kraft, Walter Heigl
Musik – Christoph Schambach, Hartmut Behrsing
Kamera – Thomas Plenert
Schnitt – Renate Schäfer
Kostüm – Anne-Gret Oehme
Filmbauten – Wolfram Gast, Lothar Holler
Produktionsunternehmen – MDR



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