Kurz und knapp – darum geht’s

Eine Serie mysteriöser Überfälle erschüttert Berlin: Dealer und Zuhälter werden gefesselt, erpresst und das Geld anschließend für wohltätige Zwecke gespendet. Die Täter, die sich „Die Prügelknaben“ nennen, handeln wie moderne Robin Hoods, doch Kommissare Till Ritter und Robert Hellmann glauben nicht an deren ehrenwerte Motive. Als sie herausfinden, dass Polizeikollegen hinter den Taten stecken könnten, geraten sie in ein gefährliches Spiel zwischen Gerechtigkeit und Selbstjustiz. Doch als die Ermittler dem Trio näher kommen, droht die Situation zu eskalieren …

Inhalt der Tatort-Folge „Das letzte Rodeo“

Die Nacht über Berlin ist schwül, der Himmel von orangefarbenen Lichtern der Großstadt erhellt. Kommissar Till Ritter sitzt in seinem Büro und starrt auf die Akten der „Prügelknaben“, einer Gruppe, die mit brutaler Präzision Dealer und Zuhälter überfällt. Das erpresste Geld landet bei wohltätigen Organisationen, doch Ritter spürt, dass hier mehr im Spiel ist. Sein Partner Robert Hellmann, stets pragmatisch und mit einem trockenen Humor ausgestattet, teilt seine Skepsis. „Die spielen sich als Helden auf, aber irgendwas stinkt daran“, murmelt Hellmann, während er eine Tasse abgestandenen Kaffee trinkt.

Die Ermittlungen führen die beiden in die dunklen Ecken Berlins: neonbeleuchtete Bordelle, schäbige Hinterhöfe und das Polizeilokal „Bullentrog“, wo frustrierte Kollegen ihren Ärger über die Zustände in der Stadt ablassen. Die „Prügelknaben“ agieren wie Geister – sie hinterlassen keine Spuren, außer einem Notizbuch, das sie bei einem Überfall erbeutet haben. Dieses Buch enthält Namen, Daten und Geschäfte der Berliner Unterwelt, und plötzlich wird klar: Die Täter haben es nicht nur auf Geld abgesehen, sondern auf die komplette Entlarvung eines kriminellen Netzwerks.

Als Ritter und Hellmann den jungen Polizisten Matti ins Visier nehmen, der scheinbar zufällig in die Machenschaften verwickelt ist, spitzt sich die Lage zu. Matti, ein Idealist, der von der Polizeiarbeit desillusioniert ist, gerät zwischen die Fronten. Seine Kollegen Lars und Andy, die ebenfalls im Verdacht stehen, versuchen ihn zu schützen, doch die Kriminellen, die sie bekämpfen wollten, schlagen zurück. In einer nächtlichen Konfrontation im „Bullentrog“ eskaliert die Situation: Schüsse fallen, und die Ermittler stehen vor einem Rätsel, das tiefer reicht, als sie ahnten.

Hinter den Kulissen

Der Tatort „Das letzte Rodeo“ wurde vom Freien Sender Berlin (SFB) produziert und ist der fünfte Fall des Berliner Ermittler-Duos Till Ritter (Dominic Raacke) und Robert Hellmann (Stefan Jürgens). Gedreht wurde die Folge im Sommer 1999 an verschiedenen Schauplätzen in Berlin, darunter das pulsierende Nachtleben rund um den Kurfürstendamm und die düsteren Hinterhöfe Neuköllns. Regie führte Pete Ariel, der mit seiner detailgetreuen Inszenierung des Berliner Milieus überzeugte.

Die Erstausstrahlung am 9. Juli 2000 verfolgten 7,62 Millionen Zuschauer, was einem Marktanteil von 23,05 % entsprach. Besonders hervorzuheben ist die Gastrolle von Rüdiger Wandel, der zur gleichen Zeit in der Serie „Bienzle und der Tod“ mitspielte. Ein kurioses Detail: In einer Szene, in der Kokain mit einer Kreditkarte zerteilt wird, ist der Name des Regisseurs Pete Ariel auf der Karte zu lesen.

Die Folge „Das letzte Rodeo“ bleibt bis heute ein Klassiker der Berliner Tatort-Reihe, nicht zuletzt wegen ihrer düsteren Atmosphäre und der moralischen Ambivalenz, die die Handlung durchzieht. Nach der Ausstrahlung sorgte die Darstellung von Polizei-Notständen und Selbstjustiz für kontroverse Diskussionen – ein Thema, das auch heute noch aktuell ist.

Besetzung

Ina Rudolph · Gunter Berger · Slahedine Ben-Saad · Isam El Masri · Eleonore Weisgerber · Nicole Leon · Lutz Reichert · Rüdiger Wandel · Wolfram Teufel (Thorsten Kemper) · Kai Scheve (Andy Laufer) · Lars Gärtner (Matthias «Matti» Berthold) · Tom Wlaschiha (Lars Kante) · Michael Kind (Ulf Köster) · Caroline Scholze (Steffi Arnold) · Marcel Ickler (Gera Schmettkamp) · Anke Engelsmann · Joachim Kaps · Robert Meller · Rüdiger Rudolph

Stab

Regie – Pete Ariel
Buch – Horst Freund und Thomas Wittenburg
Kamera – Nicolai Kätsch
Schnitt – Kerstin Kexel
Musik – Andreas Bick · >Steve Earle & The Del McCoury
Band – «Texas Eagle»
Produktion – SFB