Kurz und knapp – darum geht’s
Ein angolanischer Häftling bricht tot vor dem Hamburger Polizeipräsidium zusammen – vergiftet mit einer tödlichen Dosis Aconitin. Kommissar Eduard Holicek ist schockiert: Er erkennt in dem Toten den kenianischen Studenten Winston Miller wieder, der sich vor 20 Jahren mit Holiceks Dienstwaffe das Leben nahm. Während Holicek verzweifelt versucht, seine Theorie zu beweisen, stößt Jan Casstorff auf illegale Medikamententests im Gefängnis. Doch als die Ermittler tiefer graben, geraten sie in ein gefährliches Netz aus Lügen und Vertuschungen …
Inhalt der Tatort-Folge „Schattenspiele“
Die Nacht über Hamburg ist feucht und kühl, als Jonathan Waputo, ein angolanischer Abschiebehäftling, vor dem Polizeipräsidium zusammenbricht. Sein Tod wirft Fragen auf, die Kommissar Eduard Holicek bis ins Mark erschüttern. Für ihn ist der Tote kein Unbekannter: Er glaubt, in ihm Winston Miller zu erkennen, einen kenianischen Studenten, der sich vor zwei Jahrzehnten mit Holiceks eigener Waffe das Leben nahm. Die Erinnerungen an diesen Vorfall, der Holicek bis heute verfolgt, brechen mit unerbittlicher Wucht zurück.
Während Holicek sich in seine Theorie verbohrt, stößt sein Kollege Jan Casstorff auf eine andere Spur: Im Gefängnis, in dem Waputo inhaftiert war, werden offenbar illegale Medikamententests durchgeführt. Ein Pharmaunternehmer hat den Häftlingen angeblich „Vitaminpräparate“ verabreicht, die sich als unzugelassene Rheumamedikamente entpuppen. Doch die Obduktion ergibt, dass Waputo nicht durch die Medikamente starb, sondern durch eine gezielte Überdosis Aconitin.
Holiceks Behauptungen stoßen bei der Hamburger Polizei auf Skepsis, selbst Casstorff zweifelt zunächst. Doch als Holicek vom Dienst suspendiert wird und sich immer tiefer in seine Vergangenheit gräbt, findet Casstorff in den Unterlagen seines Kollegen Hinweise, die den Fall in ein neues Licht rücken. War Waputo wirklich Winston Miller? Und was hat der Gefängnisdirektor Lambertz mit all dem zu tun?
Die Ermittlungen führen die Kommissare in ein Labyrinth aus Vertuschungen und alten Geheimnissen. Während Holicek mit seinen Dämonen kämpft, ahnt Casstorff, dass sie einer Wahrheit näherkommen, die gefährlicher ist, als sie es sich je hätten vorstellen können …
Hinter den Kulissen
Der Tatort „Schattenspiele“ wurde vom Norddeutschen Rundfunk produziert und am 20. August 2006 erstmals im Ersten ausgestrahlt. Regie führte Claudia Garde, das Drehbuch stammt von Thorsten Wettcke und Christoph Silber. Gedreht wurde der Film in Hamburg, wobei die düstere Atmosphäre der Hansestadt die Handlung perfekt untermalt.
Robert Atzorn und Tilo Prückner spielen erneut das Ermittlerduo Casstorff und Holicek, wobei diesmal Holicek im Mittelpunkt steht. Seine zerrissene Figur und die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit geben der Folge eine besondere Tiefe. Die Folge erreichte bei ihrer Erstausstrahlung 6,67 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil von 20,5 Prozent.
Ein besonderes Detail: Die Handlung wirft nicht nur ein Licht auf die Situation von Abschiebehäftlingen, sondern thematisiert auch die ethischen Grenzen der Pharmaindustrie – ein Thema, das bis heute aktuell ist.
Sehr guter und gelungener Tatort!
Ich würde mich riesig freuen, wenn ich diesen guten Tatort doch nochmal schauen könnte….
Der Tatort mit der Nummer 637 aus Hamburg mit einem der damaligen besten Tatortteams. Die Hauptkommissare Casstorff und Holicek von der Mordkommission der Hansestadt. Sie ermitteln in einem mysteriösen Fall, kommen illegalen Medikamentenversuchen auf die Spur, begangen an nichts wissenden Gefängnisinsassen sowie einen Mord, schamlos durchgeführt im Zeitraum der durchgeführten verbotenen Medikamentengabe und mit einer Überdosis desselben. Schaurig genial, wäre da nicht Holiceks famoses Gedächtnis, Casstorffs Glaube an den jahrelangen Kollegen und ein guter Gerichtsmediziner. Gut gedrehter Tatort-Streifen, durchaus sehenswert und interessant zu schauen.
Würde mich sehr freuen wenn ich diese tatort wiedersehen könnteSchattenspiel . LG Cristina
Richtig guter Tatort. Tolle Stimmungen werden in diesem Krimi aufgefangen. Tilo Brückner lustig mit Toupet. Alles super.