Kurz und knapp – darum geht’s
Der „Sonnenhof“ ist für seine Bewohner mehr als nur eine Unterkunft – er ist die allerletzte Chance. Wer aus der sozialpädagogischen Wohngemeinschaft für 14- bis 18-Jährige fliegt, landet buchstäblich auf der Straße. Als Einrichtungsleiter David Walcher eines Morgens tot aufgefunden wird, gerät der sensible Betrieb sofort ins Wanken. Der Verdacht fällt auf den 16-jährigen Cihan, der ein einschlägiges Gewaltregister vorweisen kann – und seit der Tatnacht spurlos verschwunden ist. Moritz Eisner und Bibi Fellner stehen vor einem Fall, der von ihnen mehr verlangt als kriminalistisches Geschick: Hier geht es um Menschen, für die unter schwierigsten Bedingungen alles auf dem Spiel steht. Es ist der vorletzte gemeinsame Einsatz des Wiener Duos – und er zeigt die beiden so, wie man sie über all die Jahre liebgewonnen hat: hartnäckig, empathisch, menschlich.
„Gegen die Zeit“, der vorletzte Fall des Wiener Tatort-Duos, ist am Sonntag, den 26. April 2026 um 20:15 Uhr im Ersten zu sehen.
Inhalt der Tatort-Folge „Gegen die Zeit“
Eine Anrainerin macht den grausigen Fund: David Walcher, Leiter des „Sonnenhofs“, liegt unweit der Einrichtung erschlagen auf der Straße. Er wurde in den Nachtstunden niedergeschlagen – und hat den Angriff nicht überlebt. Für die Jugendlichen im Heim, allesamt männlich, zwischen 14 und 18 Jahren alt, bedeutet die Nachricht einen Schock. Für Moritz Eisner und Bibi Fellner bedeutet sie den Beginn eines der schwierigsten Einsätze ihrer Karriere.
Denn im „Sonnenhof“ ist Polizei nicht willkommen. Die Bewohner haben ihre Erfahrungen gemacht – schlechte, fast ausnahmslos –, und das Misstrauen sitzt tief. Auf Kooperation brauchen die Ermittler gar nicht erst zu hoffen. Auch von den Betreuern Femi, Aras und Simon ist kein Entgegenkommen zu erwarten: Sie glauben zwar grundsätzlich an den Rechtsstaat, aber ihre Aufgabe endet nicht mit dem Abschluss der Ermittlungen. Sie müssen auch danach noch für ihre „Buben“ da sein – und können es sich schlicht nicht leisten, das mühsam aufgebaute Vertrauen der Jugendlichen für ein paar Aussagen zu opfern.
Und dennoch beginnen Moritz Eisner und Bibi Fellner im Tatort „Gegen die Zeit“, die Ereignisse der Mordnacht Stück für Stück zu rekonstruieren. Mit Hartnäckigkeit, kriminalistischem Gespür und einer gehörigen Portion Einfühlungsvermögen legen sie dabei eine Vielzahl schwelender Konflikte frei. David Walcher, so stellt sich schnell heraus, war alles andere als ein unumstrittener Leiter. Seine Ex-Frau schwieg über seine cholerischen Ausbrüche nur deshalb, weil eine Anzeige sein berufliches Ende bedeutet hätte. Betreuer Femi ist tief enttäuscht von einem Mann, der ihn nicht gegen rassistische Beschimpfungen in Schutz nahm. Und dann ist da noch der militante Nachbar, der seit Langem im Clinch mit dem „Sonnenhof“ liegt und ebenfalls ins Visier der Ermittler gerät.
Unter den Jugendlichen kristallisieren sich rasch zwei Namen heraus. Der 16-jährige Cihan ist seit der Mordnacht wie vom Erdboden verschluckt – sein Gewaltregister macht ihn zum ersten dringenden Tatverdächtigen. Doch auch der 17-jährige Leon hat gröbere Konflikte vorzuweisen, sowohl mit dem toten Leiter als auch mit den anderen Bewohnern. Allen gemeinsam ist eine alarmierend schlechte Impulskontrolle – und die bittere Erfahrung, dass Erwachsene am Ende doch nicht für sie da sind. Je länger Cihan auf der Straße lebt, desto größer wird zudem die Gefahr, dass er in neue Schwierigkeiten gerät. Die Zeit drängt: Moritz und Bibi müssen den Mörder finden, bevor im „Sonnenhof“ die nächste Katastrophe passiert …
Hinter den Kulissen
Seit Anfang September 2025 standen Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser in Wien vor der Kamera – für ihren vorletzten gemeinsamen Tatort-Fall. Für Krassnitzer ist es der 62. Einsatz als Moritz Eisner, für Neuhauser der 38. als Bibi Fellner. Für die treue Tatort-Gemeinde hat dieser Fall noch eine ganz besondere Dimension: Es ist der vorletzte Auftritt eines Duos, das seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Ermittlerpaaren im deutschsprachigen Fernsehen zählt. Ein Abschied auf Raten – und „Gegen die Zeit“ ist dabei ein treffend gewählter Titel.
Regie und Drehbuch verantwortete Katharina Mückstein, die das Wiener Duo bereits bei „Dein Verlust“ inszeniert hatte. Ihr Anliegen war diesmal ein besonders heikler Balanceakt: die Ermittlungsarbeit so zu erzählen, dass die Würde und die Lebenswirklichkeit der Jugendlichen stets im Mittelpunkt bleiben. Mit dabei sind neben den beiden Publikumslieblingen erneut Christina Scherrer sowie Roland Silbernagl, Augustin Groz, Ayo Aloba, Emre Cakir, Alperen Köse und Tristan Witzel. „Gegen die Zeit“ ist eine Produktion von KGP im Auftrag des ORF.























Kommentare sind derzeit geschlossen (Zeitfenster abgelaufen).
Noch keine Kommentare vorhanden.