Kurz und knapp – darum geht’s
Der brutale Mord an dem Berufsschullehrer Linus Makris treibt die Kölner Kommissare Max Ballauf und Freddy Schenk in ihrem neuen Fall um. Wichtigste Vertrauensperson des Toten war seine Schwester Elara, doch die ist wie vom Erdboden verschluckt. Nach mühsamen Recherchen erfahren die Ermittler, dass Elara sich einer Prepper-Gruppe angeschlossen hat, die an einem geheimen Ort das Überleben unter Extrembedingungen trainiert. Ist auch Linus’ Mörder dort zu finden? Und was hat Birgit Heitkamp, die Cousine der beiden Geschwister, mit dem Fall zu tun?
Der neue Tatort vom Rhein „Die letzten Menschen von Köln“ ist am Sonntag, den 20. September 2026 um 20:25 Uhr im Ersten zu sehen.
Inhalt der Tatort-Folge „Die letzten Menschen von Köln“
Ausnahmezustand in Köln: Eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg muss in der City entschärft werden, die Evakuierung ist bereits in vollem Gange. Eine Mordermittlung mitten in der Sperrzone kommt da mehr als ungelegen. Doch es nützt nichts: Der gewaltsame Tod von Linus Makris muss aufgeklärt werden, schließlich ist die Tat an Brutalität kaum zu überbieten: Mit einem scharfen Messerschnitt hat der Mörder die Kehle seines Opfers durchgeschnitten, die große Blutlache neben der Leiche spricht Bände. Nur 38 Jahre alt ist Makris, ein Berufsschullehrer, geworden. Warum musste er auf so grausame Weise sterben?
Antworten erhoffen sich Max Ballauf und Freddy Schenk, die Ermittler im WDR-Tatort „Die letzten Menschen von Köln“, von Elara Schmidtke, der Schwester des Toten, zu der er in den vergangenen Tagen intensiven Kontakt hatte. Doch die junge Frau ist wie vom Erdboden verschluckt: ihr Handy aus, ihre Wohnung verwaist, keine Spur nirgends. Wobei, eine Spur findet Kommissar Ballauf doch in Schmidtkes Apartment: einen Zettel mit der Telefonnummer von Moritz Zechmann, seines Zeichens „Survivaltrainer“, der Workshops im „Überlebenstraining“ anbietet. Die Website des Preppers strotzt nur so vor Panikmache: Jederzeit könne eine Katastrophe über die Menschheit hereinbrechen, intensive Vorbereitung auf den Ernstfall sei das A und O. Vor allem Freddy Schenk kann diesem Survival-Kram nichts abgewinnen, während Jütte freimütig zugibt, sich schon mit ausreichend Wasser und einem Kurbelradio ausgestattet zu haben …
Hat sich auch Elara Schmidtke der Prepper-Szene angeschlossen und bei Zechmann ein Survivaltraining gebucht? Es ist die einzige Spur, die die Kölner Kripo hat, also statten Ballauf und Schenk ihm einen Besuch ab. Vor dem Wohnhaus der Zechmanns, das wie ein Hochsicherheitstrakt verriegelt und verrammelt ist, treffen die Mordermittler jedoch nur seine Frau Nina an, die abweisend und nervös wirkt. Mit der Polizei stehen viele Prepper auf Kriegsfuß – Zechmann scheint in dieser Hinsicht keine Ausnahme zu sein. Nur widerwillig rückt seine Gattin mit der Teilnehmerliste des Workshops heraus: ein exklusiver Kreis von fünf Personen, darunter Zechmanns Sohn Mats – und Elara Schmidtke. Wo das ganze stattfindet? Weiß Nina Zechmann angeblich nicht.
Den Ermittlern im TV-Krimi „Die letzten Menschen von Köln“ rennt die Zeit davon, denn auch die Vorbereitung der Bombenentschärfung ist in vollem Gange: Ganze Stadtteile müssen evakuiert werden, die Polizei informiert die Anwohner über Lautsprecher. Was ist, wenn der Workshop im Evakuierungsgebiet stattfindet und die Teilnehmer in Gefahr sind? Gewissenhaft checkt Jütte mögliche Locations – verlassene Gebäude, leerstehende Lagerhallen, ehemalige Bunker –, allerdings in seinem ganz eigenen Tempo, auch wenn Ballauf und Schenk noch so sehr drängeln.
Die beiden Hauptkommissare fragen sich derweil, was eigentlich Birgit Heitkamp, die Cousine der beiden Geschwister, mit dem Fall zu tun haben könnte. Seit der Beerdigung von Linus’ und Elaras Vater vor einigen Wochen scheint sie wieder engeren Kontakt zu den beiden zu suchen. Ist sie jetzt sauer, weil Linus sie nicht in seinem Testament berücksichtigt hat? Und was weiß die Pferdewirtin, die auf einem Hof in der Eifel lebt, über die Vergangenheit der Familie Makris? Birgit Heitkamp gibt sich ahnungslos, doch für die erfahrenen Kriminalisten Ballauf und Schenk ist klar, dass sie mehr weiß, als sie zugibt.
Als das Ermittlerteam dann endlich den Standort des Survivaltrainings tief unter der Erde entdeckt, müssen sie alle Kräfte bündeln, um das Schlimmste noch zu verhindern …
Hinter den Kulissen
Ihr 96. Einsatz führt die Kriminalhauptkommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) tief in den Kölner Untergrund: Einer der Drehorte des vom 10. März bis zum 11. April 2025 entstandenen Films war ein ehemaliger Atombunker aus dem Kalten Krieg unterhalb der U-Bahnstation „Kalk Post“, der bis heute im Originalzustand erhalten ist. Im Ernstfall hätten dort etwa 2.000 Menschen zwei Wochen lang überleben können. Im Tatort „Die letzten Menschen von Köln“ hat sich eine Gruppe von Preppern für ein Survivaltraining im Bunker eingeschlossen. Hauptdarsteller Dietmar Bär sieht solche Aktionen äußerst kritisch: „Der Mensch will ewig leben. Und überleben. Auch jede Art von Weltkatastrophe. Seit 2020 sollten alle begriffen haben, dass man sich nirgendwo auf der Welt vor nichts auf der Welt verstecken kann.“ Und auch Klaus J. Behrendt hat sich während der Dreharbeiten im Bunker nicht gerade wohlgefühlt: „Es war sehr beklemmend, sehr kalt und dunkel. […] Ehrlich gesagt will ich gar nicht in so einem Teil landen.“
Erstmals zu sehen ist der neue Tatort Köln am Sonntag, den 20. September 2026 im Ersten. Wegen einer verlängerten Tagesschau zur Landtagwahl in Mecklenburg-Vorpommern und zur Abgeordnetenhauswahl in Berlin startet der Film zehn Minuten später als gewöhnlich, nämlich um 20:25 Uhr.























Hallo, Gerald, hallo, liebe TO-Community! Ich bin auch wieder am Start und hoffe, ihr hattet eine schöne „Sommerpause!?
Nun, nachdem ich von der letzten Folge der Kölner, „Showtime“, so enttäuscht war, hat mich dieser neueste Fall auf ganzer Linie abgeholt. Stark gespielt, vor allem von Katharina Schüttler und Karin Wichmann!
Ich hatte schon Kritiken gelesen, in denen bemängelt wurde, daß es trotz der spannenden Story und der klaustrophobischen Kulisse, zwischendurch zu sehr behäbigen Szenen kam – ich fand gerade das ganz großartig. Der Kontrast zwischen den aktenwälzenden Ermittlern in ihren Büros und der bedrohlichen, gewaltbereiten Atmosphäre im Weltkriegsbunker war einfach klasse!
Ich bin auf eure Meinungen schon sehr gespannt. ☺️
Huhu Imki 😀und hallöchen @alle,
freu mich wieder hier zu sein, die Sommerpause war echt lang.
Bin sehr gespannt auf den heutigen TO, viel Vergnügen und auf Wiederlesen. 😍
Liebe Grüße,
Bina 🥰
@Bina:
Die Gefahr der diesmals besonders langen Sommerpause besteht ja darin, dass man sich in diesen 4 Monaten ein paar der subjektiv besten TO-Folgen nochmals zu Gemüte geführt hat und von den neuen TO-Folgen – im Vergleich dazu – dann enttäuscht sein könnte.😏
Bei mir war das der Fall. Weder der TO letzte Woche noch der heutige TO aus Köln haben mich von der Thematik bzw. dem Tempo der Krimis her ‚abgeholt‘. Bin ich zu verwöhnt?
Grüß Dich, der Fremde,
es freut mich sehr, auch Dich wieder zu lesen. 😉
Verwöhnt vielleicht nicht, denn mir ging es ähnlich. Ich hab aber auch irgendwie schwer in das Thema heute hinein gefunden.
@Der Fremde: Schön, Sie wiederzutreffen!
Ich hatte in der Sommerpause das große Vergnügen, den Herren Schmücke und Schneider beim Ermitteln zuzuschauen!
Nach einer Viertelstunde habe ich geahnt, daß dieser Tatort ziemlicher Müll ist, nach einer halben Stunde war ich mir sicher. Jetzt wird es immer schlimmer, total grotesk. Wer denkt sich so einen Scheiß nur aus?
Ich war mal großer Fan der Kölner. Aber seit einiger Zeit sind die Tatorte aus Köln richtig schlecht.
Was auch super nervt, ist diese bescheuerte Musik. Es ist alles maßlos übertrieben. Schade!
Wow, einfach wow! EIn starker Tatort aus Köln, wir waren restlos begeistert! Man fühlt am Ende einfach so mit, und es ist trotzdem schrecklich, zum Heulen…!
Spannende Story, tolles Schauspiel und ENDLICH ist die Sommerpause rum, wir haben lange genug gewartet, liebe Community!
Auf fröhliches Fernsehvergnügen,
LG in die Runde,
Euer Egon
Etwas zähe Handlung, erst gegen Ende wurde es spannend. Dass der Sohn seinen Vater tötete, fand ich unglaubwürdig. Die Polizeieinsätze wegen der Bombe fand ich überflüssig, das hatte doch nichts mit der Handlung zu tun?! Insgesamt fand ich das Drehbuch etwas zu konstruiert. 2 von 5 Sterne.
@Adabei: Indirekt. Wegen der Weltkriegsbombe waren a) ziemlich viele Polizist*innen mit der Evakuierung beschäftigt und somit schwer beschäftigt. Und b) lag der Bunker innerhalb der Gefahrenzone – wenn dort etwas passiert wäre, hätte das vermutlich niemand schnell genug bemerkt, um eingreifen zu können.
Wenn jemand fest davon überzeugt ist, dass ein Zustand der Anomie im Anmarsch ist, bricht das Fundament des kollektiven Vertrauens weg.
Schenk & Ballauf schleichen hier durch eine düstere, suspense-geladene Atmosphäre, in der Menschen vor den komplizierten Problemen des heutigen Lebens fliehen und stattdessen die einfache Kontrolle in einem großen, klaren Drama suchen.
„Show, don’t tell!“ Der Kölner Prepper-Tatort leidet von Beginn an unter der sogenannten Expositionskeule des öffentlich-rechtlichen Fördersystems und beschreibt ein tief sitzendes kulturelles und psychologisches Paradoxon unserer Gesellschaft …
@Nina Zechmann:
»Ich weiß nicht weiter / ich weiß nicht, wo wir sind /
Ich weiß nicht weiter / von hier an blind / von hier an blind«*
(* 🎼 Wir sind Helden – Von hier an blind)
Was meinen Sie mit „…Expositionskeule des öffentlich-rechtlichen Fördersystems und beschreibt ein tief sitzendes kulturelles und psychologisches Paradoxon unserer Gesellschaft …“?
Ja, das habe ich auch nicht verstanden.
Die KI übersetzt den obigen Satz von @Spaceball Ricochet so:
„Der Film erklärt zu viel und wirkt deshalb von Anfang an etwas didaktisch. Das führt der Autor auf die Produktionsbedingungen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens zurück. Gleichzeitig will der Film einen tieferen gesellschaftlichen Widerspruch über unsere Einstellung zu Krisen und Vorsorge sichtbar machen.“
@Adabei:
Die KI-Erklärung klingt recht intellektuell, bleibt aber inhaltlich noch immer unausgegoren.
Was sicher stimmt: wenn manche Menschen mit schwer greifbaren Problemen überfordert sind, fixieren sie sich darauf, zumindest für sie beeinflussbare/ greifbare Probleme anzugehen (auch wenn diese relativ ‚unwichtig‘ sind). Das ist m.E. psychologisch nachvollziehbar
⭐⭐2 von 5 Sterne für eine doch unterdurchschnittlich mäßig gute Story.
Man war leidlich bemüht, die relativ schnell erzählte, dünne Geschichte auf 90 Minuten auszudehnen. Aber die Effekte in der Unterwelt machen halt die Geschichte nicht besser, allenfalls etwas spannender. Alles in allem: recht langatmig.
Und die Moral von der Geschicht? Traue keinem nicht? Oder so.
Köln war jedenfalls schon mal viel besser.
Schön, Ann-Kathrin Kramer mal wieder gesehen zu haben. Das hat mich sehr gefreut.
Ansonsten die Kölner wieder ätzend überheblich ihrem Jütte gegenüber, obwohl sie es doch besser wissen und können müssten.
Beste ernste Szene war der mini Monolog der Gattin des Survivaltrainers auf die Frage hin, was ihr Mann den Menschen in dem Workshop denn vermitteln würde: „Überleben. Überleben in einer feindlichen Umgebung. – Als wenn wir das nicht jeden Tag tun würden.“
Beste lustigste Szene, als die Cousine von Linus den Kommisaren ihre Erpressermachenschaften darlegt und mit der Bitte schließt: „Ich wäre Ihnen dankbar, wenn das unter uns bleiben könnte.“
😂 LOL
@schauinsland: „Ansonsten die Kölner wieder ätzend überheblich ihrem Jütte gegenüber…“
Aber immerhin nennen sie ihn jetzt bei seinem Vornamen… 😉 …und die Münchner taten sich anfangs mit ihrem Kalli auch schwer…
Hallo alle!
I bin a no do! Ich hoffe ihr alle seid wohlauf!
Mir hat die Folge gut gefallen. So spielt das Leben eben. Jeder von uns denkt richtig zu handeln und Gutes zu tun, so wie es alle in dieser Folge auch gedacht haben. Oft kommt man eben erst später, sehr oft zu spät, dahinter, dass es nicht richtig gehandelt war.
Viele Grüße aus Wien vom Franky
Grüße zurück! ☺️
Wir fanden ihn einfach nur traurig, düster und runterziehend. Wir waren ganz schön down hinterher. Schwere Kost!
Hallo zurück nach der quälend langen Sommerpause – ich hoffe Ihr seid alle wohlauf.
Der heutige Film war meiner Meinung nach leider einer der schlechtesten des ansonsten so guten Kölner Teams.
Ich versuche mal, die Handlung in groben Zügen zusammenzufassen, was mir wahrscheinlich nicht gelingen wird:
Herr Zechmann hat während der Flutkatastrophe im Aartal sein Leben über das einer anderen Frau gestellt und wird seitdem von Gewissensbissen geplagt und von visionären Erscheinungen der Getöteten heimgesucht. Gleichwohl (oder gerade deshalb?) lebt er in einem unterirdischen Bunker seinen Prepper-Wahn aus, geriert sich als Gutu und übt physische und psychische Gewalt gegen andere Menschen aus. Seinen Sohn versucht e, zu einer gewissenslosten Tötungsmaschine abzurichten. Einen Verwandten der von seinem Vater getöteten Frau, Linus Makris, hat dieser Sohn bereits umgebracht. Eine andere Verwandte, Ellara Schmidtke, schleicht sich bei den Preppern ein, um Zechmann senior zur Rechenschaft zu ziehen. Ihre Cousine, Birgit Heitkamp, hat Zechmann senior erpresst und von ihm Geld für ihren Reitstall erhalten. Die Polizei stürmt den Prepper-Bunker, aber Vater und Sohn Zechmann können zunächst entkommen. Zechmann senior will seinen Sohn dazu bringen, sich der Polizei zu stellen und wird darauf hin von seinem Sohn umgebracht. Als Ballauf und Schenk die Leiche von Zechmann senior finden und bald darauf seinen Sohn festnehmen wollen, bedroht dieser die Polzisten mit einem Messer, Diese legen ihre Waffen auf den Boden und können Zechmann junior zur Aufgabe bewegen.
So etwas ist noch nicht einmal Überkonstruktion – das ist einfach ein wirres Nebeneinander verschiedener Handlungsstränge, ohne dass diese zu einem nachvollziehbaren Ganzen zusammengeführt würden.
Die Wandlung von Zechmann senior zum reuigen Sünder wirkt nicht glaubwürdig. Noch viel unglaubwürdiger allerdings ist das Verhalten des Sohnes, der erst seinen Vater umbringt und sich dann von den Polizisten widerstandslos zur Aufgabe überreden lässt, nachdem zuvor die Polizisten ihre Waffen auf den Boden gelegt haben. Unglaubwürdig und unrealistisch auch das Handeln von Ballauf und Schenk: In der Realität hätten Polizisten gegenüber mit einem mit einem Messer bewaffneten Angreifer wohl kaum ihre Waffen auf den Boden gelegt.
Das einzig Positive, was ich aus diesem Film mitnehme, ist die Darstellung, dass fanatisches Sektierertum (hier am Beispiel der Prepper-Szene gezeigt), immer in Abgründe führ.
Dafür 1 Punkt und noch zusätzlich zwei sympathie-Punkte, weil ich das Kölner Team so gern mag – also insgesamt 3 von 10 Punkten. Zu mehr reicht’s beim besten Willen nicht.
@Der Wanderer: Ich finde, Sie haben das ziemlich gut und treffend zusammengefaßt! 👍
Und natürlich gibt es Logikfehler und -löcher. Ich bemühe mich, diese nicht überzubewerten – stattdessen lasse ich mich lieber auf die Stimmung ein, die transportiert wird, und die hat mich dieses Mal wirklich gefesselt! ☺️
@Der Wanderer:
Danke für die gute Zusammenfassung, bin im Wesentlichen d’accord!
Bezüglich des Kölner Teams bin ich der Ansicht, dass dessen beste Folgen seehr lange zurückliegen (Höhepunkt 2014: „Der Fall Reinhardt“); aus den letzten Jahren fällt mir keine herausragende Folge dieses Teams mehr ein …😔
Da ist ein Mann, der für etwa Dreiviertel des Films als ein Monster verkauft wird… stattdessen war er lediglich durch seinen eigenen Überlebensegoismus traumatisiert und hat deshalb ein Monster gezüchtet. Nicht ganz glaubwürdig war das plötzliche Erwachen des Herrn Papa, finde ich. Wie die Cousine ihr Verhalten vor sich selber gerechtfertigt hat, ließ mich erstaunt zurück, doch ich glaube, manche Leute sind wirklich so. Ansonsten gibt es einen Einblick in die Preper-Szene, etwas Vergangenheitsbewältigung (Flut) und eine Elara, die am Ende für die Handlung gar nicht so eine große Rolle spielt, wie man lange glauben konnte. Der Auslöser der ganzen Tragödie schien mir reichlich konstruiert, doch den Film an sich schmälert das meiner Meinung nach nicht.
@Henning: Ein Monster? Ich fand, durch die immer wiederkehrenden Halluzinationen von dem Flutopfer, die er auf dem Gewissen hatte, war doch recht früh klar, daß er irgendeine schwere Schuld mit sich herumschleppt und dies nur hinter der Maske des harten Überlebenskämpfers versteckt…?
@Imki: ja, womöglich war die Bezeichnung nicht passend, das räume ich ein. Aber sein plötzliches Erwachen aus dem Trauma und die selbstreflektierte Ansprache an seinen Sohn in so kurzer Zeit nach der Flucht aus dem Bunker habe ich der Story auch nicht abgekauft.
Mein Urteil fällt eindeutig aus: kein Meisterwerk, aber eine rundum gelungene Inszenierung.
Was mich besonders gepackt hat: die Wahl des Ortes. Ich war selbst zweimal am Luftschutzbunker des Denkmals – und kann seitdem ohne Übertreibung sagen, dass ich dort nicht einmal zehn Minuten durchhalten könnte. Beim zweiten Mal bin ich einer jungen Frau begegnet, der es offensichtlich genauso ging; sie musste schließlich zusammenbrechen. Genau diese Enge, dieses Eingesperrtsein, lebt das Stück hervorragend aus.
Hinzu kommt die ständige, von den Geflohenen ungewisse Bedrohung durch die Bombardierung. Und dann dieser schleichende Prozess, in dem nach und nach jede letzte Spur an Mitmenschlichkeit erlischt – bis die unbequeme Frage auf den Tisch kommt: Was geschieht mit jenen im Bunker, die zur Bedrohung für die anderen werden? Diese Themenstränge fand ich außerordentlich spannend erzählt.
Und dann da Ann-Kathrin Kramer als die Cousine, für die ihre Tierchen schlicht und einfach mehr zählen als alles andere. Eine Figur, die man so schnell nicht vergisst.
Und welche Rolle spielte nun eigentlich der Tod des Vaters von Linus und Elara und hat ihn jemand ungebracht?
Es wurde ja immer wieder die Beerdigung thematisiert….
Cool fand ich den Volvo 262 C. Zur Handlung: das Ende mit Auflösung bizarr, und unglaubwürdig, wie oben schon bemerkt, ansonsten vielschichtig und für mich gar nicht langweilig. Die Assoziation, Kombination, hier die echte alte Bombe. dort der alte Schutzbunker, und die Angst der Prepper vor neuen Angriffen, hat schon etwas.
Guten Tag.
In einer Zeit des Umbruchs und der Angst kommt dieser Film. Na ja, die Tatort Serie muss sich ja anpassen, jüngeres Publikum bewerben, dem Anspruch gerecht werden.
Gäbe es soviel Morde, wie in den Krimis gezeigt werden, würden wir auch ohne Atombombe aussterben. Fernsehn soll Unterhalten, mich hat die erste Hälfte nicht unterhalten. Habe dann umgeschaltet zu Hercules Poirot auf One, Tot auf dem Nil. Immerhin 5 Tote…
Vielen Dank für Ihr Interesse.
Liebe Grüße vom noch lebenden Hartmut Albrecht aus Stolberg bei Aachen.
(Noch Tatort-Fan)