Kurz und knapp – darum geht’s
Fünf Jahre hat Gerhard Wagenknecht hinter Gittern verbracht, weil er 80.000 Mark gestohlen hatte. Angeblich hat er das Geld gleich nach der Tat verbrannt. Kaum ist er auf freiem Fuß, wird in das Haus der Familie eingebrochen, und die Rentnerin Irma Werner, die dort nach dem Rechten sieht, überlebt die Begegnung mit dem Täter nicht. Für Leutnant Vera Arndt wird der Fall zu einem Wiedersehen mit der eigenen Vergangenheit: Die Ermittlungen gegen Wagenknecht waren einst ihr allererster Einsatz, und sie hatte ihm die Geschichte vom verbrannten Geld geglaubt. Gemeinsam mit Oberleutnant Jürgen Hübner und Hauptmann Peter Fuchs muss sie nun herausfinden, ob die Beute noch existiert und wer außer Gerhard davon wusste …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Barry schwieg“
Mehr als fünf Jahre hat Gerhard Wagenknecht für den Diebstahl von 80.000 Mark eingesessen. Nun kommt er vorzeitig frei und muss feststellen, dass draußen niemand die Uhr für ihn angehalten hat. Seine Frau Eva hat in der Zwischenzeit aus eigener Kraft ein gut laufendes Kosmetikstudio aufgebaut und denkt gar nicht daran, ihr neues Leben für den Heimkehrer aufzugeben: Sie will die Scheidung. An ihrer Seite steht längst ein anderer, der Fernsehmechaniker Andreas Hahn. Gerhard bleibt kaum etwas anderes übrig, als bei seinem Vater unterzukommen.
Kurz nach seiner Entlassung wird in das Haus der Wagenknechts eingebrochen. Der Täter stellt sämtliche Räume auf den Kopf, offenbar auf der Suche nach etwas ganz Bestimmtem. Dabei wird er von Irma Werner überrascht, einer Rentnerin, die während der Abwesenheit des Hausherrn das Haus hütet. Der Eindringling schlägt die alte Dame nieder. Bald darauf erfährt die Polizei durch einen anonymen Anruf von dem Einbruch. Irma Werner wird mit inneren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht, wo sie wenig später stirbt.
Die Ermittlungen übernimmt Leutnant Vera Arndt, unterstützt von Oberleutnant Jürgen Hübner; bei Hauptmann Peter Fuchs holt sie sich hin und wieder Rat. Für die Kriminalistin im DDR-Polizeiruf „Barry schwieg“ ist der Tatort kein unbekanntes Terrain: Der Fall Wagenknecht war einst ihr erster bei der Kriminalpolizei. Damals hatte Gerhard ihr erzählt, er habe die Beute verbrannt, und als tatsächlich verkohlte Geldscheine auftauchten, nahm sie ihm die Geschichte ab. Jetzt nagt der Zweifel an ihr: Hat sie sich vor Jahren an der Nase herumführen lassen?
Ein seltsames Detail liefert ausgerechnet der Schäferhund, der dem TV-Krimi seinen Titel gibt. Während das Haus durchwühlt wird, bleibt Barry stumm. Erst als ein Mann vom Grundstück flieht, bellt er los – so jedenfalls lässt es sich anhand der Beobachtungen einer Nachbarin zeitlich einordnen. Wer im Haus war, muss also das Gehorsamswort gekannt haben, auf das der Hund hört. Damit stehen die Ermittler gleich vor zwei Rätseln: Wer kennt dieses Kommando? Und gibt es das gestohlene Geld noch, und wenn ja, wo?
Gerhard selbst gibt sich überrascht, als die Kriminalisten ihn mit dem Einbruch und dem Tod der Rentnerin konfrontieren. Doch Vera Arndt lässt nicht locker, und nach zähen Verhören rückt er schließlich mit der Wahrheit heraus: Verbrannt hat er das Geld nie, sondern im Haus seines Vaters versteckt. Ist er also zurückgekehrt, um seine Beute zu holen, und musste Irma Werner sterben, weil sie ihm dabei in den Weg geriet …
Hinter den Kulissen
„Barry schwieg“ ist die 61. Folge der Reihe Polizeiruf 110. Hauptmann Peter Fuchs (Peter Borgelt) ermittelt hier in seinem 37. Fall, Leutnant Vera Arndt (Sigrid Göhler) in ihrem 38. und Oberleutnant Jürgen Hübner (Jürgen Frohriep) in seinem 27. Fall. In den Episodenrollen sind unter anderem Jörg Gillner als Gerhard Wagenknecht, Uta Schorn als seine Frau Eva und Jörg Gudzuhn als Gerhards früherer Zellengenosse Günter Helm zu sehen.
Regie führte Hans Knötzsch, der das Drehbuch gemeinsam mit Manfred Drews verfasste. Gedreht wurde der vom Fernsehen der DDR produzierte Krimi vom 1. März bis zum 20. April 1979 in Berlin und Umgebung. Für die Kostüme war Elisabeth Lützenberg verantwortlich, die Filmbauten stammen von Günther Möller.
Bei der Erstausstrahlung im 1. Programm des Fernsehens der DDR lag die Zuschauerbeteiligung bei 54,7 Prozent.
Besetzung
Hauptmann Peter Fuchs – Peter Borgelt
Leutnant Vera Arndt – Sigrid Göhler
Oberleutnant Jürgen Hübner – Jürgen Frohriep
Eva Wagenknecht, Gerhards Ehefrau – Uta Schorn
Gerhard Wagenknecht – Jörg Gillner
Günter Helm, Gerhards Zellengenosse – Jörg Gudzuhn
Andreas Hahn, Fernsehmechaniker – Peter Reusse
Heinz Wagenknecht – Ernst Kahler
Nachbarin Zimm – Ursula Braun
Kosmetikerin Grit – Katarina Tomaschewsky
Heinz Damm – Rudolf Ulrich
Sabine Helm – Helga Korén
ABV Hoffmann – Klaus-Jürgen Steinmann
Kriminaltechniker Weißkittel – Harald Moszdorf
Irma Werner, Rentnerin – Else Sanden
Arzt – Hermann Matt
Strafvollzugsbeamter – Heinz Laggies
u. v. a.
Stab
Regie – Hans Knötzsch
Drehbuch – Hans Knötzsch, Manfred Drews
Produktion – Erich Biedermann
Musik – Helmut Frommhold
Kamera – Walter Küppers
Schnitt – Marion Mahnecke
Produktionsunternehmen – Fernsehen der DDR







Nächste Kommentarmöglichkeit: Sonntag, 01.11.2026 ab 17:00 Uhr (in ca. 5 Tagen).
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