Kurz und knapp – darum geht’s
Was wie ein tragischer Arbeitsunfall aussieht, wird für Hauptmann Peter Fuchs und Leutnant Vera Arndt rasch zum Mordfall: Der Arbeiter Kuhl, genannt „Kulle“, liegt tot unter einer eingestürzten Hallendecke. Doch die Gerichtsmedizin stellt fest, dass er bereits erschlagen worden war, bevor das Gebälk nachgab. Dazu kommt ein handfester Schwindel, denn die Decke wurde nie wie angeordnet erneuert. Das dafür bestimmte Holz ist verschwunden, offenbar unter der Hand verkauft. Steckte der Tote selbst hinter der Schiebung? Seine Frau Hanne hält das für ausgeschlossen. Und auch der junge Fred Hübner, für den das Ehepaar Kuhl einst zur Familie wurde, ist eng mit dem Toten verbunden. Wer in Kulles Umfeld hatte etwas zu verbergen …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Zeuge gesucht“
Ein Geräusch aus einer Halle, dann die bittere Gewissheit: In einem Betrieb ist eine Zwischendecke eingebrochen, und unter den Trümmern liegt der Arbeiter Kuhl, den alle Welt nur als „Kulle“ kennt. Für ihn kommt jede Hilfe zu spät. Auf den ersten Blick deutet alles auf ein Unglück hin, wie es in einem Betrieb eben passieren kann. Trotzdem wird die Kriminalpolizei hinzugezogen, und Hauptmann Peter Fuchs und Leutnant Vera Arndt übernehmen im DDR-Krimi „Zeuge gesucht“ die Ermittlungen.
Rätselhaft ist zunächst, wie die Decke überhaupt nachgeben konnte. Sicherheitsinspektor Dieter beteuert, sie sei erst vor einem halben Jahr mit neuen Balken ausgestattet worden. Die Trümmer erzählen allerdings eine andere Geschichte: Statt neuer Hölzer wurden lediglich die alten Balken umgedreht. Von der angeordneten Erneuerung kann also keine Rede sein – und das Material, das eigentlich hätte verbaut werden sollen, ist allem Anschein nach unter der Hand verkauft worden. Jemand hat hier kräftig in die eigene Tasche gewirtschaftet. Doch wer? Und welche Rolle spielte dabei der Mann, der nun tot ist?
Für Hanne Kuhl steht fest, dass ihr Mann mit krummen Geschäften nichts zu tun haben kann. Die Witwe will an keine Unehrlichkeit glauben, und wer ihm etwas Böses gewollt haben könnte, weiß sie ebenso wenig. Eines ist ihr in den vergangenen Wochen jedoch aufgefallen: Kulle machte sich nur noch widerwillig auf den Weg zur Arbeit. Was ihm den Betrieb so verleidet hat, darauf hat sie keine Antwort.
Eng mit den Kuhls verbunden ist auch der junge Arbeiter Fred Hübner. Ohne Eltern und ohne Verwandte hatte er einst bei Kulle Unterschlupf gefunden, und mit der Zeit wurde aus dem Untermieter fast so etwas wie ein Sohn. Entsprechend schwer nahm Kulle es, als Fred zu seiner großen Liebe Doris zog, der Tochter eines Gastwirts, die mit ihren Eltern unter einem Dach lebt. Dass der Junge dort wenig zu sagen haben würde, hatte Kulle ihm vorausgesagt. Nach der Hochzeit zeigt sich, wie recht er hatte: Die Schwiegereltern geben den Ton an, und Fred fühlt sich in dem Haus zunehmend eingeengt.
Dann bringt der Befund der Gerichtsmedizin den Fall im Polizeiruf 110 „Zeuge gesucht“ ins Wanken: Kulle war bereits tot, als die Decke einstürzte. Den Verletzungen nach wurde er mit einer Eisenstange oder einem vergleichbaren Werkzeug erschlagen. Aus dem Unglück ist ein Verbrechen geworden, und Fuchs und Arndt müssen nun nicht mehr nur klären, wohin das Holz verschwunden ist, sondern auch, wer einen Grund hatte, den Arbeiter zu töten. Irgendwo in Kulles Umfeld gibt es jemanden, der mehr weiß, als er bislang preisgibt …
Hinter den Kulissen
„Zeuge gesucht“ ist die 67. Folge der Reihe Polizeiruf 110. Für Hauptmann Peter Fuchs (Peter Borgelt) ist es der 41. Fall, für seine Kollegin Leutnant Vera Arndt (Sigrid Göhler) bereits der 42. In weiteren Rollen sind unter anderem Günter Naumann als Kulle, Barbara Dittus als dessen Frau Hanne sowie Frank Lienert und Margot Busse als das junge Ehepaar Fred und Doris Hübner zu sehen.
Regie führte Vera Loebner, die auch die Musik zu dem Film beisteuerte; das Drehbuch stammt von Ulrich Waldner. Produziert wurde die Folge vom Fernsehen der DDR, gedreht vom 12. Februar bis zum 20. März 1980 in Berlin und Umgebung. Bei der Erstausstrahlung lag die Zuschauerbeteiligung bei 60,6 Prozent.
Eine Besonderheit betrifft den Titel: Im Vorspann ist „Zeuge gesucht“ in der Einzahl zu lesen, in den offiziellen Dokumentationen – dem Schriftgutbestand des Deutschen Rundfunkarchivs in Potsdam-Babelsberg und den filmografischen Jahresberichten der Hochschule für Film und Fernsehen der DDR – wird die Folge dagegen als „Zeugen gesucht“ geführt.
Besetzung
Hauptmann Peter Fuchs – Peter Borgelt
Leutnant Vera Arndt – Sigrid Göhler
Harry Reis – Peter Friedrichson
Doris Hübner, Gastwirtstochter – Margot Busse
Fred „Sohni“ Hübner, Arbeiter – Frank Lienert
Hanne Kuhl, Kulles Ehefrau – Barbara Dittus
Herr Kuhl, genannt „Kulle“, Arbeiter – Günter Naumann
Klaus Radtke – Günter Wolf
Frau Radtke – Ingrid Rentsch
Arbeiter Uhlig – Burkhard Kurth
Schliese, genannt „Schlitzohr“, Arbeiter – Manfred Richter
Dieter, Sicherheitsinspektor – Peter Bause
Werksleiter – Günter Junghans
BGL-Vorsitzender – Günter Drescher
Fahrdienstleiter – Fred Ludwig
Ärztin – Ellen Rappus
Erster Kraftfahrer – Ernst-Georg Schwill
Zweiter Kraftfahrer – Klaus-Jürgen Steinmann
u. v. a.
Stab
Regie – Vera Loebner
Drehbuch – Ulrich Waldner
Produktion – Erich Biedermann
Musik – Vera Loebner
Kamera – Kurt Bobek
Schnitt – Silvia Hebel
Produktionsunternehmen – Fernsehen der DDR




Nächste Kommentarmöglichkeit: Sonntag, 01.11.2026 ab 17:00 Uhr (in ca. 4 Tagen).
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