Kurz und knapp – darum geht’s
Drei Tage im Dienst von Oberleutnant Lutz Zimmermann – und keiner gleicht dem anderen. Gemeinsam mit Leutnant Thomas Grawe ist er einem Täter auf der Spur, der im Park immer wieder Frauen überfällt und vergewaltigt. Kaum ist ein Verdächtiger gestellt, wird mitten in der Nacht ein Toter vor einem Hochhaus gefunden: Horst Westphal wurde aus einem Fenster gestoßen, und seine Frau hat seit Jahren einen Geliebten. Doch der Kriminalist kämpft nicht nur im Dienst. Seine neue Freundin Irene Haberkorn hat es satt, ständig versetzt zu werden, und stellt die Beziehung infrage. Zimmermann muss sich fragen, wie viel Platz neben dem Beruf in seinem Leben überhaupt noch bleibt …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Kein Tag ist wie der andere“
Für Oberleutnant Lutz Zimmermann reiht sich derzeit ein Einsatz an den nächsten. Schon seit einiger Zeit treibt im Park ein Serientäter sein Unwesen, der Frauen überfällt, ausraubt und teils vergewaltigt – auffälligerweise stets an einem Dienstag. Zusammen mit Leutnant Thomas Grawe soll Zimmermann dem ein Ende machen. Doch unter den Kollegen hat er den Ruf, vorschnell zu handeln, und tatsächlich erschwert seine Ungeduld die Ermittlungen erheblich.
Um den Mann aus der Deckung zu locken, greifen die Ermittler zu einer List: Eine Polizistin schlendert als vermeintlich arglose Passantin durch den Park, während die Kollegen auf der Lauer liegen. Und wirklich – ein Mann taucht auf, der der Gesuchte sein könnte. Doch im entscheidenden Moment gehen Zimmermann die Nerven durch: Er stürzt sich auf den Verdächtigen, noch ehe dieser die Kollegin auch nur angreifen kann. Dass er den Richtigen erwischt hat, daran zweifelt der Oberleutnant keine Sekunde. Wie er das beweisen will, ist im TV-Krimi „Kein Tag ist wie der andere“ allerdings eine ganz andere Frage.
Auch privat läuft es alles andere als rund. Mit Irene Haberkorn hat Zimmermann eine neue Freundin gefunden, doch eine Verabredung nach der anderen lässt er platzen, weil der Dienst wieder einmal vorgeht. Irene hat es gründlich satt, ständig vertröstet zu werden, und droht, die Beziehung zu beenden. Ohnehin steckt der Kriminalist in einer Sinnkrise: Seine leere Wohnung meidet er, so gut es geht, er hängt Überstunde an Überstunde und übernachtet notfalls in der Dienststelle. Selbst der Feierabend hält Überraschungen bereit – etwa wenn ihm ein junges Mädchen vors Auto läuft und behauptet, ein Mann sei hinter ihr her.
In einer Nacht, in der er wieder einmal keinen Schlaf findet, zieht es Zimmermann auf die Wache, wo Oberleutnant Jürgen Hübner Nachtdienst hat. Kaum hat er sich dort aufs Ohr gelegt, klingelt das Telefon: Ein alter Bekannter meldet einen Todesfall. Im Hof eines Hochhauses liegt die Leiche des Mieters Horst Westphal, entdeckt von einem Hausmeister. Der Mann ist aus einem Flurfenster in den oberen Etagen gestoßen worden.
Der Hochhausfall gibt Rätsel auf. Westphals Frau Sylvia steht unter Schock und kann zunächst nicht befragt werden. Ein Junge aus der Wohnung darunter will in der Nacht einen Streit gehört haben. Und der Hausmeister weiß zu berichten, dass die Witwe seit Jahren einen Liebhaber hat. Darauf angesprochen, räumt sie die Affäre ein: Eigentlich habe sie Schluss machen wollen, sei dafür aber emotional zu schwach gewesen. Ihr Mann wiederum hatte vor, ihretwegen seinen Beruf aufzugeben. Hat die Untreue der Ehefrau etwas mit seinem Tod zu tun?
Der Gedanke trifft bei Zimmermann einen wunden Punkt, denn längst fragt er sich selbst, ob er für Irene seinen Job an den Nagel hängen müsste. Zum Grübeln bleibt im DDR-Polizeiruf „Kein Tag ist wie der andere“ jedoch kaum Gelegenheit: Der Beweis gegen den Verdächtigen aus dem Park steht noch aus, im Hochhaus sind viele Fragen offen – und Irene zählt auf den freien Tag, den die beiden längst gemeinsam verplant haben …
Hinter den Kulissen
In der 107. Folge der Reihe Polizeiruf 110 sind gleich drei Ermittler im Einsatz: Oberleutnant Jürgen Hübner (Jürgen Frohriep) löst hier seinen 52. Fall, Oberleutnant Lutz Zimmermann (Lutz Riemann) seinen zehnten und Leutnant Thomas Grawe (Andreas Schmidt-Schaller) seinen vierten.
Die Folge gehört zu den wenigen der Reihe, die das Privatleben eines Ermittlers und die Spannungen zwischen Beruf und Beziehung deutlich in den Vordergrund rücken. Zimmermann ist dabei der erste Ermittler im Polizeiruf, der sein Recht auf ein eigenes Liebesleben konsequent einfordert. Seine Freundin Irene Haberkorn spielt Friederike Aust.
Das Drehbuch schrieb Ulrich Frohriep, ein Bruder von Hauptdarsteller Jürgen Frohriep; Regie führte Thomas Jacob. Gedreht wurde vom 21. Januar bis 15. März 1986 in Rostock und Umgebung sowie in Stralsund, Dresden und Großenhain – unter den Arbeitstiteln „Ein Tag wie jeder andere“ und „72-Stunden-Dienst“. Die Kostüme stammen von Ruth Völker, die Filmbauten von Hans Völker. Bei der Erstausstrahlung im Fernsehen der DDR lag die Zuschauerbeteiligung bei 56,6 Prozent.
Besetzung
Oberleutnant Lutz Zimmermann – Lutz Riemann
Leutnant Thomas Grawe – Andreas Schmidt-Schaller
Oberleutnant Jürgen Hübner – Jürgen Frohriep
Major Berger – Peter Hölzel
Irene Haberkorn, Zimmermanns Freundin – Friederike Aust
Sylvia Westphal – Angelika Perdelwitz
Herr Johannsen – Axel Werner
Elsa – Monika Hildebrand
Kriminalistin Schmitz – Gabriele Möller-Lukasz
Herr Beckmann – Victor Deiß
Peter Braun – Johannes Terne
Walter – Gerhard Vogt
Kapitän – Willi Schrade
Herr Berndt – Thomas Just
Katharina – Antje Godmann
Frau Krull – Renate Bahn
Frau Hertel – Ellen Rappus
Frau Meißner – Helga Werner
Spurensicherer – Walter Nickel
Pathologe – Hans-Hartmut Krüger
Otto Mellenthin – Curt W. Franke
Frau Mellenthin – Gabriele Böttger
Olaf – Danny Awege
Arzt – Heinz Drewniok
Fräulein Klewe – Kerstin Frankenstein
Tanzpartner – Wolfgang Gorks
Dispatcher – Manfred Gorr
Hauptwachtmeister – Herbert Graedtke
Arzt – Albrecht Goette
Schriftsteller – Thomas Jacob
Horst Westphal – Hans Klima
u. v. a.
Stab
Regie – Thomas Jacob
Drehbuch – Ulrich Frohriep
Produktion – Hans-Jörg Gläser, Wolfram Klieme
Musik – Arnold Fritzsch
Kamera – Horst Klewe
Schnitt – Bert Schultz
Produktionsunternehmen – Fernsehen der DDR








Nächste Kommentarmöglichkeit: Sonntag, 01.11.2026 ab 17:00 Uhr (in ca. 3 Tagen).
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