Kurz und knapp – darum geht’s
Ein mysteriöser Sturz beim Leichenschmaus der verstorbenen Mutter – der Stuttgarter Kommissar Ernst Bienzle muss den Tod des Industrieeinkäufers Mike Dippon aufklären, der mit zahlreichen Menschen im Konflikt stand. Die Ermittlungen führen Bienzle zwischen die scheinbar gegensätzlichen Welten eines traditionellen Weinguts und eines modernen Maschinenbaukonzerns. Als der Hauptkommissar einer Spur nachgeht, die auf einen erbitterten Streit unter Brüdern hindeutet, steht plötzlich nicht nur ein Mordmotiv im Raum, sondern auch die Zukunft des traditionsreichen Familienbetriebs auf dem Spiel…
Inhalt der Tatort-Folge „Bienzle und der Tod im Weinberg“
Mürrisch betrachtet Kommissar Bienzle das kleine Wesen, das die Stille seiner Wohnung mit lautem Schreien durchbricht – ein Baby, das seine Lebensgefährtin Hannelore ohne Rücksprache für ein paar Tage in Pflege genommen hat. Die Ruhe, die der Kommissar so schätzt, ist dahin, und sein Unmut staut sich hinter seiner stoischen Fassade. Doch zum Austragen des häuslichen Konflikts bleibt keine Zeit: Ein Todesfall verlangt nach seiner Aufmerksamkeit.
An den sonnenbeschienenen Hängen Stuttgarts, wo sich Weinreben in symmetrischen Reihen den Hang hinaufziehen, hat sich eine Tragödie ereignet. Ausgerechnet beim Leichenschmaus für seine kürzlich verstorbene Mutter ist Mike Dippon über ein Geländer gestürzt und zu Tode gekommen. Die letzten Weinblätter des Herbstes wehen über den Tatort, als würden sie Geheimnisse flüstern, die nur der Weinberg kennt.
Im Laufe seiner Ermittlungen stößt Bienzle auf ein Netz aus Konflikten, Konkurrenz und versteckten Motiven. Der Tote war Einkäufer beim Maschinenbaukonzern WÜWAG und hatte sich mit seiner kompromisslosen Preispolitik Feinde gemacht. „Ich konnte nicht mehr wirtschaftlich arbeiten“, gesteht Zulieferer Ralf Schaufler während des Verhörs, dessen Existenz durch Dippons Preisdruck bedroht war. Doch nicht nur berufliche Konflikte belasten den Fall – Mike hatte auch eine Affäre mit Schauflers Ehefrau.
Innerhalb des Konzerns war der Tote ebenfalls alles andere als beliebt. Sein Kollege Stefan Butz, der gegen ihn um eine Beförderung gekämpft und verloren hatte, war am Tatort, hat dies aber verschwiegen. „Ich wollte nicht in Verdacht geraten“, erklärt er später, doch Bienzle spürt, dass mehr dahintersteckt. Die Ermittlungen gleichen einem Spaziergang durch ein Minenfeld – hinter jeder neuen Information könnte eine explosive Erkenntnis lauern.
Während die herbstliche Abendsonne die Weinberge in goldenes Licht taucht, entdeckt Bienzle eine weitere Spur. Die Beziehung zwischen den ungleichen Brüdern Mike und Karl Dippon scheint komplizierter als gedacht. Während Karl dem Weinbau treu geblieben ist und das Familienweingut mit Leidenschaft führt, hatte sich Mike für die Industrie entschieden – und scheint nun nach dem Tod der Mutter Ansprüche auf das Erbe zu stellen. Auch Mikes Ehefrau Nadja zeigt auffälliges Interesse am Testament der Schwiegermutter.
Im Weinkeller des Guts, zwischen schweren Eichenfässern und dem erdigen Duft des gärenden Mosts, führt Bienzle ein entscheidendes Gespräch mit Karl Dippon. „Ein Weinberg ist kein Stück Land, das man einfach verkauft“, sagt der Winzer mit bebender Stimme. „Es ist die Arbeit von Generationen.“ Der Kommissar ahnt: Hinter der Fassade familiärer Trauer könnten sich tiefere Abgründe verbergen als zunächst angenommen…
Hinter den Kulissen
Der Tatort „Bienzle und der Tod im Weinberg“ ist die 641. Episode der beliebten Krimireihe und der dreiundzwanzigste Fall mit dem Stuttgarter Kommissar Ernst Bienzle, verkörpert von Dietz Werner Steck. Die Dreharbeiten zu diesem Krimi fanden vom 7. September bis zum 7. Oktober 2004 an verschiedenen Orten statt: In Stuttgart und seinen Teilorten Obertürkheim und Untertürkheim, in Karlsruhe, Baden-Baden sowie im benachbarten Elsass.
In diesem Fall ermittelt Bienzle gemeinsam mit seinem Kollegen Gächter, und auch seine Lebensgefährtin Hannelore, gespielt von Rita Russek, bringt mit einem Pflegekind frischen Wind in den Alltag des Kommissars. In den Rollen der ungleichen Brüder Karl und Mike Dippon sind etablierte Charakterdarsteller zu sehen, während Heinrich Schmieder als verzweifelter Zulieferer Ralf Schaufler eine beeindruckende Darstellung abliefert.
Die Erstausstrahlung des vom Südwestrundfunk produzierten Films erfolgte am 1. Oktober 2006 im Ersten Deutschen Fernsehen und erreichte 5,67 Millionen Zuschauer, was einem Marktanteil von 16,4 Prozent entsprach – trotz dieser soliden Quote die niedrigste Einschaltquote aller 25 Bienzle-Fälle. Dennoch erhielt der Film bei der Romyverleihung 2007 die prestigeträchtige Goldene Romy für das Beste Drehbuch, das von Felix Ruby zusammen mit Dieter de Lazzer verfasst wurde. Regie führte Jochen Nitsch.
Das besondere Lokalkolorit dieses Tatorts liegt in der authentischen Darstellung des schwäbischen Weinbaus, der an den Hängen rund um Stuttgart eine lange Tradition hat. Der Begriff „Wingerter“, die mundartliche Bezeichnung für einen Weingärtner, spielt eine zentrale Rolle für das Verständnis der regionalen Verwurzelung des Falles. Der Fall verknüpft gekonnt traditionelles Handwerk mit moderner Industrie und spiegelt damit den wirtschaftlichen Wandel der Region wider.
Der Tatort aus Stuttgart mit der Nummer 641. Hauptkommissar Bienzle und Kommissar Gächter ermitteln in schöner schwäbischer Gegend an unschönen Tatsachen. Zwei Morde haben die beiden Ermittler aufzuklären und werden mal wieder hilfreich durch Hilfs-Kommissarin Schmiedinger unterstützt. Wenn Bienzle die nicht hätte. Der Fall selbst zieht sich durch die Zeit, wie die Weinberge durch die Gegend. Zwei Morde, unterschiedlicher Natur und dennoch in einem gewissen Zusammenhang, in kurzen Zeitabständen in diesem Ländlestreifen, nimmt man dem Film einfach nicht ab. Ehrlich. Und wiederholtes Schauen dem interessierten Zuschauer auch nicht. Doppel-Ehrlich.
Lol das mit dem Bavy ist echt nicht so der Bringer. Sonst aber absolut ok 3 Sterne.