Kurz und knapp – darum geht’s

Eine Handtasche, ein Schlüsselbund und eine leer geräumte Wohnung: Mit einer ebenso simplen wie raffinierten Masche hält eine Diebesbande Oberleutnant Peter Fuchs und Leutnant Vera Arndt in Atem. Zwei junge Männer und eine junge Frau stehlen ihren Opfern beim Einkaufen die Tasche, tauschen den Wohnungsschlüssel aus und nehmen sich anschließend in aller Ruhe deren Zuhause vor. Kopf des Trios ist der gewiefte Bernd. An seiner Seite agieren der Schichtarbeiter Keule und Rosi Voss, die bei einem Juwelier arbeitet. Lange geht alles glatt – bis die drei bei einem Einbruch auf ein krankes Kind treffen und aus dem Spiel plötzlich bitterer Ernst wird …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Eine fast perfekte Sache“

Ein unbeobachteter Augenblick beim Einkaufen genügt, und die Handtasche ist verschwunden – samt Ausweis und Schlüsselbund. Kurz darauf scheint sich das Blatt zu wenden: Die Besitzerin wird an die Information des Ladens gerufen, wo jemand ihre Tasche abgegeben hat. Mit Ehrlichkeit hat diese Geste im TV-Krimi „Eine fast perfekte Sache“ allerdings nichts zu tun, sondern allein mit Berechnung. Denn der Hausschlüssel ist gegen einen fremden Schlüsselbund vertauscht worden. Bis die Bestohlene das bemerkt, haben die Diebe ihre Wohnung längst nach Wertsachen durchsucht und sich aus dem Staub gemacht.

Am Werk ist ein Trio, das kaum etwas dem Zufall überlässt. Bevor die drei zuschlagen, nehmen sie ihr Ziel genau unter die Lupe. Als etwa eine Dame per Inserat ihr Silberbesteck zum Verkauf anbietet, meldet sich einer der Einbrecher als Kaufinteressent. Bei der Gelegenheit bekommt er nicht nur das Besteck vorgeführt, sondern gleich die ganze Wohnung zu sehen. Bei Professorin Rita Geier wiederum tauchen die drei als angebliche Klempner auf, sodass selbst die Nachbarn keinen Argwohn hegen. Mehrere Einbrüche nach diesem Muster gehen bereits auf das Konto der Bande.

Dabei führen die drei nach außen ein ganz gewöhnliches Leben. Bernd, der intellektuelle Kopf des Gespanns, arbeitet in der Bäckerei seines Vaters. Keule verdient sein Geld als Schichtarbeiter, und Rosi Voss ist bei dem Juwelier und Goldschmied Friedrich Bader angestellt. Gerade diese Unauffälligkeit macht sie so schwer zu fassen. Als Anführer gibt Bernd die Richtung vor, die beiden anderen folgen seinen Plänen. Zwischen ihm und Rosi läuft zudem eine Liebschaft.

Doch dann gerät ein Einbruch gefährlich aus dem Ruder. In der Wohnung von Frau Hirte, in der die Bande als Ärzte getarnt auftritt, ist entgegen aller Planung jemand zu Hause. Es ist Isa, die kranke Enkelin der Wohnungsinhaberin, und sie fragt den vermeintlichen Doktoren neugierig Löcher in den Bauch. Bevor sich das Trio über die Wertsachen hermacht, bekommt das Mädchen eine Überdosis Schlaftabletten verabreicht. Erst ein anonymer Anruf bei der Polizei schlägt Alarm. Für die Kleine zählt nun jede Minute.

Aus einer Serie von Diebstählen ist damit ein Fall geworden, bei dem ein Kinderleben auf dem Spiel steht. Für Oberleutnant Peter Fuchs und Leutnant Vera Arndt drängt nun die Zeit. Gemeinsam mit Wachtmeister Lutz Subras nehmen sie die Jagd nach den skrupellosen Einbrechern auf. Wie wählen die Täter ihre Opfer aus, und wo werden sie als Nächstes aktiv? Doch die Gegner im DDR-Polizeiruf „Eine fast perfekte Sache“ sind gerissen und haben ein feines Gespür dafür, wann ihnen jemand zu nahe kommt. Wer sie überführen will, muss ihnen erst einmal einen Schritt voraus sein …

Hinter den Kulissen

„Eine fast perfekte Sache“ ist die 40. Folge der Reihe Polizeiruf 110. Oberleutnant Peter Fuchs (Peter Borgelt) ermittelt darin in seinem 24. Fall, Leutnant Vera Arndt (Sigrid Göhler) in ihrem 29. Fall und Wachtmeister Lutz Subras (Alfred Rücker) in seinem 23. Fall. Ihnen gegenüber steht das Diebestrio mit Rosi Voss (Regina Beyer), Bernd (Rolf Römer) und Keule (Kaspar Eichel). In weiteren Rollen sind unter anderem Alfred Struwe als Juwelier Friedrich Bader und Jutta Krause als Isabell Hirte zu sehen.

Helmut Krätzig führte Regie und schrieb auch das Drehbuch. Die Dreharbeiten fanden vom 17. Februar bis zum 26. März 1976 in Berlin, Potsdam, Gera und Wittenberg statt. Die Kostüme entwarf Waltraud Damm, die Filmbauten stammen von K.P.M. Wulff. Die Musik komponierte Christian Steyer. Produziert wurde der Krimi vom Fernsehen der DDR.

Bei seiner Erstausstrahlung im 1. Programm des Fernsehens der DDR erreichte der Film eine Zuschauerbeteiligung von 58,3 Prozent.

Besetzung

Oberleutnant Peter Fuchs – Peter Borgelt
Leutnant Vera Arndt – Sigrid Göhler
Wachtmeister Lutz Subras – Alfred Rücker
Rosi Voss – Regina Beyer
Bernd – Rolf Römer
Keule – Kaspar Eichel
Friedrich Bader, Juwelier und Goldschmied – Alfred Struwe
Prof. Rita Geier – Antje Ruge
Frau Hirte – Ursula Braun
Isabell Hirte – Jutta Krause
Frau Bernhardt – Marga Legal
Herr Moritz – Egon Geißler
Herr Frieder – Willi Neuenhahn
Herr Bürger – Karl-Heinz Danowski
Genosse Lüder – Klaus Tilsner
Disco-Pitt – Peter Friedrichson
Nachbar – Gert Hänsch
Bernds Vater – Gerhard Lau
Nachbarin – Liselott Baumgarten
Wartburg-Fahrer – Walter Lendrich
Kind – Henning Weiß
Erster Abschnittsbevollmächtigter – Willi Schrade
Zweiter Abschnittsbevollmächtigter – Klaus-Jürgen Steinmann
Erster Kriminaltechniker – Peter Kalisch
Zweiter Kriminaltechniker – Frank-Burkhard Habel
Ärztin – Christl Jährig
u. v. a.

Stab

Regie – Helmut Krätzig
Drehbuch – Helmut Krätzig
Produktion – Hans W. Reichel
Musik – Christian Steyer
Kamera – Walter Küppers
Schnitt – Bert Schultz
Kostüme – Waltraud Damm
Filmbauten – K.P.M. Wulff
Produktionsunternehmen – Fernsehen der DDR