Kurz und knapp – darum geht’s

Ausgerechnet in der Nacht vor einer kurzfristig angesetzten Inventur wird in ein Lager für Haushaltselektrik eingebrochen – und Lagermeister Rottmann findet sich mit seinem Betrieb unversehens im Visier der Kriminalpolizei wieder. Oberleutnant Peter Fuchs und Wachtmeister Lutz Subras merken schnell, dass an diesem Fall etwas faul ist: Die Spuren sind viel zu offensichtlich, der Einbruch wirkt inszeniert. Offenbar soll er verdecken, dass schon seit Langem in großem Stil Ware verschwindet. Für die fragliche Nacht kann allerdings jeder einzelne Mitarbeiter ein Alibi vorweisen. Trotzdem sind die beiden Kriminalisten überzeugt, dass sie den Täter in der Belegschaft suchen müssen. Bleibt die Frage, wie sich über so lange Zeit derart viel Ware unbemerkt beiseiteschaffen ließ – und warum keine Kontrolle die Lücken bemerkt hat …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Schwarze Ladung“

Gute Laune in einem Großmarkt-Lager für elektrische Haushaltsgeräte: Die Kollegen der Brigade Rottmann feiern den 43. Geburtstag von Fahrer Rolf Gürtner, und auch Buchhalterin Irmgard Meyer ist wieder mit von der Partie – gerade erst aus dem Urlaub zurückgekehrt. Doch die gesellige Runde im TV-Krimi „Schwarze Ladung“ bekommt einen spürbaren Dämpfer, als Lagermeister Rottmann eine Neuigkeit verkündet: Schon am nächsten Tag steht eine Inventur an.

Für Irmgard ist diese Nachricht alles andere als eine Kleinigkeit. Die nervlich angeschlagene Buchhalterin greift sofort wieder zu ihrer Medizin und verabschiedet sich früher als die anderen von der Feier. Am folgenden Morgen ist sie dafür umso zeitiger im Betrieb, denn während ihrer Abwesenheit hat sich reichlich Arbeit angesammelt. Kaum ist sie da, macht sie allerdings eine beunruhigende Entdeckung: In der Nacht ist jemand ins Lager eingedrungen.

Die Ermittlungen übernehmen Oberleutnant Peter Fuchs und Wachtmeister Lutz Subras. Viel Zeit brauchen die beiden nicht, um misstrauisch zu werden – die Einbruchsspuren springen geradezu ins Auge, und genau das macht sie verdächtig. Spezialisten der Kriminalpolizei prüfen das Lager gründlich, und ihre Ergebnisse untermauern, was die Ermittler längst ahnen: Der Einbruch wurde bloß inszeniert. Er soll kaschieren, dass ein erheblicher Teil der Ware fehlt, und zwar nicht erst seit gestern, sondern infolge von Diebstählen, die sich schon über einen längeren Zeitraum hinziehen.

Für Rottmann ist das ein Schock. Ausgerechnet sein Lager ist auf einmal ein Fall für die Kripo. Subras hat bald eine Vermutung, wohin die Spur führt: nicht zu fremden Einbrechern, sondern mitten in die Brigade hinein – also zu jenen Kollegen, die am Abend zuvor noch gemeinsam gefeiert haben. Denn wer einen Einbruch nur vortäuscht, um einen Fehlbestand zu verschleiern, muss von diesem Fehlbestand wissen. Und ebenso von der bevorstehenden Inventur.

Allerdings stoßen die Ermittler im Polizeiruf 110 „Schwarze Ladung“ rasch an Grenzen, denn für die Nacht des Einbruchs hat jeder Mitarbeiter ein Alibi. Fuchs und Subras lassen sich davon nicht beirren: Sie bleiben dabei, dass der Täter unter den Beschäftigten zu finden ist. Damit beginnt die eigentliche Puzzlearbeit, und zwei Fragen stehen im Raum. Wer konnte über so lange Zeit große Mengen Ware aus dem Lager schaffen, ohne dass es jemandem auffiel? Und wie ist es möglich, dass die Fehlbestände trotz aller Kontrollen nie ans Licht kamen …

Hinter den Kulissen

„Schwarze Ladung“ ist die 38. Folge der Reihe Polizeiruf 110. Für Oberleutnant Peter Fuchs (Peter Borgelt) ist es bereits der 23. Fall, Wachtmeister Lutz Subras (Alfred Rücker) ermittelt zum 21. Mal. Lagermeister Rottmann wird von Gerd Ehlers verkörpert, Buchhalterin Irmgard Meyer von Irma Münch; in weiteren Rollen sind unter anderem Fred Delmare, Renate Krößner, Giso Weißbach, Marga Legal und Hertha Thiele zu sehen.

Regie führte Otto Holub (1928–1977), der das Drehbuch gemeinsam mit Hans Siebe schrieb. Gedreht wurde vom 21. Juli bis zum 28. August 1975 in Berlin und Umgebung, und zwar unter den Arbeitstiteln „Tiefenprüfung“ und „Fische vom Amazonas“. Für die Kostüme war Margot Berndt verantwortlich, die Filmbauten stammen von Britta Bastian.

Bei der Erstausstrahlung im 1. Programm des Fernsehens der DDR lag die Zuschauerbeteiligung bei 57,6 Prozent. Ein Detail am Rande: Als Subras in einer Szene auf einem Stadtplan einen Umkreis markiert, handelt es sich um einen älteren Plan von München – also einer Stadt außerhalb der DDR.

Besetzung

Oberleutnant Peter Fuchs – Peter Borgelt
Wachtmeister Lutz Subras – Alfred Rücker
Irmgard Meyer, Buchhalterin – Irma Münch
Rolf Gürtner, Fahrer – Fred Delmare
Harald Röhl – Giso Weißbach
Clara Menge – Marga Legal
Margit Schirmer – Renate Krößner
Horst Rasch – Horst Lebinsky
Paul Krämer – Harry Küster
Hans Ritter – Alfred Lux
Lagerverwalter Rottmann – Gerd Ehlers
Beifahrer Schreiber – Ingolf Gorges
Frau Liebig – Iris Bohnau
Frau Pluschke – Ruth Kommerell
Frau Brinkmann – Hertha Thiele
Herr Löffler – Gert Hänsch
Bereichsstellenleiter – Günter Sonnenberg
K-Techniker – Wolfgang Thal
Kriminalist – Wolfgang Ernst
Ärztin – Gudrun Wendler
Nachbarin – Charlotte Stähnisch
Taxifahrer – Willi Schrade
Abschnittsbevollmächtigter – Erik Veldre
u. v. a.

Stab

Regie – Otto Holub
Drehbuch – Otto Holub, Hans Siebe
Produktion – Peter Sommer, Lutz Clasen
Musik – Rudi Werion
Kamera – Helmut Borkmann
Schnitt – Gisela Schmidt
Kostüm – Margot Berndt
Filmbauten – Britta Bastian
Produktionsunternehmen – Fernsehen der DDR