Kurz und knapp – darum geht’s
Auf einem großen Güterbahnhof verschwinden immer wieder hochwertige Waren aus den Waggons: Uhren, Schuhe, Kassettenrekorder. Oberleutnant Jürgen Hübner ist überzeugt, dass die Diebe das Gelände bestens kennen und unter den Eisenbahnern selbst zu suchen sind. Deshalb mischt sich Wachtmeister Lutz Subras verdeckt unter die Belegschaft. Im Betriebslokal lernt er den jungen Rangierer Manfred Petzold kennen, der gerade von der Armee zurückgekehrt ist. Zu Hause wartet auf Manfred allerdings ein handfester Familienkonflikt. Sein Vater leitet den Bahnhof und will den Sohn lieber im Hörsaal als auf dem Rangiergleis sehen. Außerdem hat er inzwischen eine deutlich jüngere Frau geheiratet und mit ihr von einer angeblichen Erbschaft ein altes Haus gekauft. Dann erwischt Manfred seinen Freund Spinner beim Aufbrechen eines Waggons …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Zwischen den Gleisen“
Der Fundort könnte kaum unpassender sein: Auf einer Müllhalde liegen 40 fabrikneue Uhren aus Ruhla, noch ordentlich in ihrer Originalverpackung. Oberleutnant Jürgen Hübner und Wachtmeister Lutz Subras finden bald heraus, dass die Ware auf dem Schienenweg abhandengekommen ist. Sie ist längst nicht die einzige verschwundene Fracht. Immer wieder fehlt ein Teil der Ladung aus Güterwagen, die über den Bahnhof Hornstein rollen. Auf Nachfrage melden die betroffenen Betriebe unter anderem gestohlene Schuhe und Kassettenrekorder.
Gemeinsam mit einem Kollegen von der Transportpolizei sieht sich Hübner auf dem weitläufigen Gelände um. Sein Eindruck ist eindeutig: Wer hier die Waggons plündert, bewegt sich zwischen Gleisen und Stellwerken wie zu Hause. Die Täter dürften also unter den Mitarbeitern des Bahnhofs zu finden sein. Für Subras heißt das im TV-Krimi „Zwischen den Gleisen“, in Zivil zu ermitteln. Er gibt sich als Mann aus, der auf dem Güterbahnhof Arbeit sucht. Im Betriebslokal versucht er, mit den Eisenbahnern ins Gespräch zu kommen.
Gleich bei seinem ersten Besuch gerät der verdeckte Ermittler mitten in eine Feier. Manfred Petzold gibt seinen Einstand, nachdem er seinen Grundwehrdienst bei der NVA hinter sich gebracht hat. Nun arbeitet er wieder als Rangierer. Sein Herz hängt an der Kellnerin Susanne, sehr zum Missfallen seines Vaters, der den Bahnhof leitet. Der hat für den Sohn ganz andere Pläne: Manfred soll studieren und nicht länger Waggons rangieren. Auch von dessen Umgang hält der Vater wenig. Susanne und Manfreds Freund Spinner hätten in seinen Augen einen schlechten Einfluss auf den Jungen.
Doch Manfred denkt nicht daran, sich in sein Leben hineinreden zu lassen. Ihm gefällt nämlich ebenso wenig, was der Vater während seiner Abwesenheit getrieben hat. Paul Petzold hat Inge geheiratet, eine Frau, die 25 Jahre jünger ist als er. Weil Inge angeblich geerbt hat, gehört dem Paar nun ein baufälliges altes Haus. Jede freie Minute steckt der Vater in die Renovierung. Mit diesem neuen Lebenswandel kann sich Manfred nicht anfreunden, und zwischen Vater und Sohn hängt der Haussegen bald gehörig schief.
Dann wird der junge Rangierer im Polizeiruf 110 „Zwischen den Gleisen“ unverhofft Zeuge eines Diebstahls. Ausgerechnet Spinner erwischt er dabei, wie er einen Waggon aufbricht. Manfred stellt den Freund zur Rede, und der lässt eine ungeheuerliche Andeutung fallen: Auch Manfreds Vater sei in die Einbrüche verwickelt. Manfred will davon nichts wissen. Ganz loslassen kann ihn der Verdacht aber nicht, und so legt er sich im Büro des Vaters auf die Lauer. Dort hört er mit an, wie Paul Petzold Spinner verrät, was in den Waggons geladen ist …
Hinter den Kulissen
„Zwischen den Gleisen“ ist die 35. Folge der Reihe Polizeiruf 110. Oberleutnant Jürgen Hübner (Jürgen Frohriep) löst hier seinen 16. Fall, und Wachtmeister Lutz Subras (Alfred Rücker) ist zum 18. Mal im Einsatz, diesmal undercover. Federführend ermittelt die Deutsche Volkspolizei. Daneben kommen im Film auch die Transportpolizei und die Freiwilligen Helfer der Volkspolizei zur Sprache. Die Episodenrollen der Familie Petzold spielen Leon Niemczyk (Paul), Michael Christian (Manfred) und Dorit Gäbler (Inge). Michael Narloch verkörpert Spinner, Manja Göring ist als Kellnerin Susanne zu sehen.
Regie führte Werner Röwekamp nach einem Drehbuch von Günter Mehnert. Die Dreharbeiten fanden vom 7. April bis zum 16. Mai 1975 statt. Gedreht wurde in Halle, vor allem auf dem Rangierbahnhof und dort meist am Ablaufberg Süd, außerdem am Riveufer an der Saale sowie in Berlin und Umgebung. Für die Kostüme waren Margot Berndt und Doris Seifert verantwortlich, die Filmbauten stammen von Gudrun Müller.
Bei der Erstausstrahlung lag die Zuschauerbeteiligung bei 57,6 Prozent.
Besetzung
Oberleutnant Jürgen Hübner – Jürgen Frohriep
Wachtmeister Lutz Subras – Alfred Rücker
Oberleutnant Ambroß – Lothar Schellhorn
Unterleutnant Meißner – Christl Jährig
Paul Petzold, Leiter des Güterbahnhofs – Leon Niemczyk
Inge Petzold, seine Frau – Dorit Gäbler
Manfred Petzold, Rangierer – Michael Christian
Günter „Spinner“ Wustmann – Michael Narloch
Alfred Losansky – Helmut Schellhardt
Gerd Gericke – Erhard Köster
Werner Peto – Ernst-Georg Schwill
Thea Muck – Traute Sense
Dieter Schaffrath – Wolfgang Ostberg
Susanne, Kellnerin – Manja Göring
Peter – Peter Heiland
Polizist – Erich Breese
Hotelangestellte – Hannelore Wüst
u. v. a.
Stab
Regie – Werner Röwekamp
Drehbuch – Günter Mehnert
Produktion – Erich Biedermann
Musik – Ciril Cibulka
Kamera – Kurt Bobek
Schnitt – Monika Wille
Kostüm – Margot Berndt, Doris Seifert
Filmbauten – Gudrun Müller
Produktionsunternehmen – Fernsehen der DDR



Nächste Kommentarmöglichkeit: Sonntag, 01.11.2026 ab 17:00 Uhr (in ca. 5 Tagen).
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