Kurz und knapp – darum geht’s

Achtundvierzig Stunden bis zur großen Münzausstellung im Schlossmuseum, und ausgerechnet die wertvollsten Stücke sind über Nacht verschwunden. Oberleutnant Peter Fuchs und sein Kollege Lutz Subras bleibt kaum Zeit: Bis zur Eröffnung muss nicht nur der Dieb gefunden sein, auch die Münzen sollen dann wieder in ihren Vitrinen liegen. An Verdächtigen herrscht im Haus kein Mangel. Restaurator Romer hielt in jener Nacht Wache und will nichts bemerkt haben. Museumsdirektor Illinger tauchte zu ungewöhnlich später Stunde auf und kann kein Alibi vorweisen. Zwischen den Kollegen herrscht tiefes Misstrauen, die Mitarbeiterinnen beäugen einander eifersüchtig – und bald stellt sich die Frage, wer hier eigentlich wem etwas verschweigt …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Heiße Münzen“

Mitten in der Nacht, zwei Tage bevor sich die Türen einer lange vorbereiteten Münzausstellung öffnen sollen, steigen Unbekannte in ein Schlossmuseum ein. Sie nehmen ausgerechnet die kostbarsten Stücke mit: Münzen im Wert von mehr als 200.000 Mark. Allzu schwer hatten es die Diebe dabei nicht, denn um die Sicherheit des Hauses war es schlecht bestellt. Bemerkt wird der Einbruch nicht etwa von Restaurator Romer, der in dieser Nacht als Wache seine Runden dreht. Es ist Museumsdirektor Illinger, der überraschend im Gebäude auftaucht, den Diebstahl entdeckt und umgehend die Polizei alarmiert.

Für Oberleutnant Peter Fuchs und Lutz Subras beginnt damit ein Countdown, denn bis zur Eröffnung sollen die Münzen zurück an ihrem Platz sein. Schnell zeigt sich, dass im Polizeiruf 110 „Heiße Münzen“ einiges im Argen liegt. Illinger hatte für den Morgen nach der Tatnacht eine Abnahme der Ausstellung angesetzt. Romer allerdings legte die Münzen schon am Vorabend in die Schaukästen, ohne sich mit irgendwem abzusprechen, obwohl sie bis zuletzt im Tresor hätten bleiben sollen. Dass der Restaurator und sein Direktor einander nicht ausstehen können, macht die Sache nicht einfacher. Und der Gedanke liegt nahe, dass jemand aus dem Museum seine Finger im Spiel hat.

Entsprechend genau nehmen sich die Ermittler die beiden Streithähne vor. Romer hat in der Nacht mehrere Kontrollgänge gemacht, will vom Einbruch aber nichts mitbekommen haben. Außerdem war er es, der die Münzen vorzeitig aus dem Tresor holte. Illinger wiederum ist selbst leidenschaftlicher Numismatiker und hat für die fragliche Nacht kein Alibi. Seine Version, er sei direkt von einer Dienstreise noch einmal ins Museum gefahren, hält nicht stand: Tatsächlich war er vorher zu Hause. Er habe nur aus einer diffusen Unruhe heraus wieder aufgestanden sein, um nach dem Rechten zu sehen.

Zur Abnahme am Morgen erscheinen alle Mitarbeiter bis auf eine: Romers Tochter Sabine Fechner. Die junge Frau kommt erst verspätet und ahnungslos zur Arbeit, denn sie hat die Nacht mit dem Kunstkeramiker Hans-Joachim Geschke im Hotel Zernitz verbracht. Von der geplanten Abnahme will sie nichts gewusst haben, und auch ihr Vater versichert, ihr nichts davon erzählt zu haben.

Hinzu kommt, dass im Museum kaum einer dem anderen über den Weg traut. Unter den Kollegen gärt das Misstrauen, unter den Mitarbeiterinnen sorgen Eifersüchteleien für dicke Luft, und auch privat ist so manches miteinander verwoben. Romer etwa betrachtet die Beziehung seiner Tochter zu Geschke mit Argwohn und macht doch zugleich Geschäfte mit ihm, bei denen es um antiquarische Möbel geht. Jede Befragung im TV-Krimi „Heiße Münzen“ fördert neue Verbindungen zutage, nur keine, die die Kriminalisten wirklich weiterbringt. Und während die Eröffnung unaufhaltsam näher rückt, wächst der Verdacht, dass irgendjemand im Umfeld des Museums mehr weiß, als er zugibt …

Hinter den Kulissen

Mit „Heiße Münzen“ ging die Krimireihe Polizeiruf 110 in ihre 31. Folge. Für Oberleutnant Peter Fuchs (Peter Borgelt) war es bereits der 20. Fall, sein Kollege Lutz Subras (Alfred Rücker) ermittelte zum 14. Mal. In weiteren Rollen sind unter anderem Joachim Tomaschewsky als Restaurator Romer, Carl-Hermann Risse als Museumsdirektor Illinger und Gisela Hess als Sabine Fechner zu sehen.

Regie führte Hans Joachim Hildebrandt, der gemeinsam mit Dieter Frenzel auch das Drehbuch schrieb. Gedreht wurde vom 18. November 1974 bis zum 15. Januar 1975 in Berlin, Eichwalde und Bergen auf Rügen. Das Rügenhotel Sassnitz wurde für die Dreharbeiten zum Hotel Zernitz, als Schloss diente Schloss Branitz bei Cottbus. Für die Filmbauten zeichnete Jürgen Malitz verantwortlich, produziert wurde der Krimi vom Fernsehen der DDR.

Bei seiner Erstausstrahlung erreichte der Film eine Zuschauerbeteiligung von 51,8 Prozent.

Besetzung

Oberleutnant Peter Fuchs – Peter Borgelt
Lutz Subras – Alfred Rücker
Sabine Fechner, Romers Tochter – Gisela Hess
Hans-Joachim Geschke, Kunstkeramiker – Justus Fritzsche
Museumsdirektor Illinger – Carl-Hermann Risse
Restaurator Romer – Joachim Tomaschewsky
Grit Heßler – Ute Boeden
Hans „Hänschen“ Seiler, Barmixer – Fred Alexander
Frau Röhnisch – Evamaria Bath
Inge Schneider – Kerstin Sanders
Leiter der K – Rudolf Christoph
Rudi Wallert – Arnim Mühlstädt
Unterleutnant Kramer – Erich Breese
Zimmermädchen – Ursula Schucht
u. v. a.

Stab

Regie – Hans Joachim Hildebrandt
Drehbuch – Hans Joachim Hildebrandt, Dieter Frenzel
Produktion – Heinz Wennemann
Musik – Ciril Cibulka
Kamera – Walter Laaß
Schnitt – Bert Schultz
Filmbauten – Jürgen Malitz
Produktionsunternehmen – Fernsehen der DDR