Kurz und knapp – darum geht’s

Ausgerechnet während die Brigade bei einer Feier zusammensitzt, schlägt jemand zu: Aus dem Geldschrank verschwinden die Lohngelder und mit ihnen auch die Solidaritätsgelder. Für Oberleutnant Jürgen Hübner und Kriminalmeister Lutz Subras beginnt damit ein Fall, der weit über die gestohlene Summe hinausreicht. Denn die Tat trifft den Betrieb an einer empfindlichen Stelle – schließlich geht es um den Lohn der Kollegen und um Gelder, die für die Solidarität bestimmt waren. Entsprechend groß ist die Unruhe in der Belegschaft, überall wird debattiert und gemutmaßt. Hübner und Subras müssen herausfinden, wer die ausgelassene Stimmung genutzt hat, um ungestört an den Safe zu kommen …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Der Spezialist“

Die Brigade feiert, man sitzt beisammen, der Arbeitsalltag ruht für ein paar Stunden – und genau in dieser Zeit macht sich jemand am Geldschrank zu schaffen. Am Ende fehlt, was dort verwahrt wurde: die Lohngelder und dazu die Solidaritätsgelder. Der Dieb hat sich für seinen Coup also ausgerechnet den Abend ausgesucht, an dem die Gedanken aller beim Feiern und nicht bei der Arbeit waren.

Mit der Aufklärung werden Oberleutnant Jürgen Hübner und Kriminalmeister Lutz Subras betraut. Für die beiden Kriminalisten ist im Polizeiruf 110 „Der Spezialist“ schnell klar, dass sie es nicht mit einem gewöhnlichen Gelddiebstahl zu tun haben. Wer den Lohn stiehlt, trifft die Menschen dort, wo es wehtut – und wer obendrein die Solidaritätsgelder einsteckt, vergreift sich an etwas, das ausdrücklich nicht für den eigenen Geldbeutel gedacht war.

Dementsprechend hoch schlagen die Wellen im Betrieb. Die Tat ist in aller Munde, unter den Kollegen wird hitzig diskutiert, und an Ruhe ist so bald nicht zu denken. Hübner und Subras ermitteln im DDR-Krimi „Der Spezialist“ damit in einem Umfeld, in dem die Gemüter erhitzt sind und jede Frage der Polizei zusätzlichen Gesprächsstoff liefert.

Vor allem eine Frage lässt die beiden Ermittler nicht los: Wer hat den Moment abgepasst, in dem die ganze Brigade mit der Feier beschäftigt war – und wer hatte überhaupt die Gelegenheit, an den Geldschrank heranzukommen …

Hinter den Kulissen

„Der Spezialist“ ist die 33. Folge der Reihe Polizeiruf 110. Für Oberleutnant Jürgen Hübner (Jürgen Frohriep) ist es der 15. Fall, sein Kollege Kriminalmeister Lutz Subras (Alfred Rücker) ermittelt zum 16. Mal. Regie führte Edgar Kaufmann, das Drehbuch stammt von Peter Graetz.

Gedreht wurde vom 10. Februar bis zum 1. März 1975 in Leipzig und Berlin. Bei der Erstausstrahlung lag die Zuschauerbeteiligung bei 53,8 Prozent. Bis 1978 wurde der Film insgesamt dreimal gesendet.

Die Folge gehört zu den nur bruchstückhaft erhaltenen Filmen der Reihe: Lange Zeit galt sie als verschollen, bis Nachforschungen ein Kameranegativ zutage förderten. Das Bildmaterial ist damit vollständig vorhanden, die Tonspur dagegen ist nach wie vor nicht wieder aufgetaucht.

Besetzung

Oberleutnant Jürgen Hübner – Jürgen Frohriep
Kriminalmeister Lutz Subras – Alfred Rücker
Monika Müller – Karin Schersinski
Hein Thornow – Horst Preusker
Otto Masurke, Schlosser – Werner Dissel
Herr Hempel – Wolfram Handel
Frau Hempel – Käte Koch
Frau Scheinert – Erika Stiska
Meister Schramm – Ernst Kahler
Schweißer Wandtke – Michael Christian
Schweißer Mahlke – Dieter Bellmann
Frank Thornow, Schweißer – Michael May
Schweißer – Horst Manz
Schweißer – Hans-Edgar Stecher
Barkeeper Charley – Ezard Haußmann
Dame an der Bar – Friederike Raschke-Retzlaff
Betriebsschutzmann – Heinz Gothe
Rentner – Hermann Hiesgen
Mitarbeiter KI – Alexander Leuschen
Garderobenfrau – Bertl Haller
Buchmacher beim Pferderennen – Willi Partisch
u. v. a.

Stab

Regie – Edgar Kaufmann
Drehbuch – Peter Graetz
Produktion – Ralf Siebenhörl
Musik – Hermann Anders
Kamera – Helmut Borkmann
Schnitt – Renate Földesi
Kostüm – Beate Faeth
Filmbauten – Werner Jagodzinski
Produktionsunternehmen – Fernsehen der DDR