Kurz und knapp – darum geht’s

Seit dem Tod seiner Frau zieht es Automechaniker Reinhold Krüger nur noch ans Grab und in die Kneipe, während seine Kinder Heike und Bernhard verzweifelt versuchen, den Familienbetrieb über Wasser zu halten. Dann die Überraschung: Eines Tages steht der Vater wieder an seinem alten Arbeitsplatz, ganz so, als wäre nichts gewesen. Die Krügers rücken zusammen, und Heike fiebert ihrer Hochzeit mit dem Fotografen Tommy Kellner entgegen. Zur selben Zeit fahnden Hauptmann Fuchs und die Oberleutnants Hübner und Grawe nach einem Trickbetrüger, der mit gestohlenen Ausweisen Autos verkauft, die er nie herausgibt – unterstützt von einer Komplizin. Und die Spur dieser Betrugsserie führt ausgerechnet zu den Krügers …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Tödliche Träume“

Fast täglich führt Reinhold Krügers Weg auf den Friedhof, an das Grab seiner Frau. Ihr Suizid hat den einst so tatkräftigen Mann völlig aus der Bahn geworfen: Die Autowerkstatt, die er mit viel Fleiß aufgebaut hat, ist ihm inzwischen genauso gleichgültig wie alles andere. Nach dem Besuch am Grab landet er meist in der Kneipe, wo er seinen Kummer in Alkohol ertränkt. Gesellschaft leistet ihm dort häufig Tommy Kellner, der künftige Mann seiner Tochter Heike – ein Fotograf, der davon träumt, bald ein eigenes Geschäft zu eröffnen und sein eigener Chef zu sein.

Den Betrieb hält derweil Sohn Bernhard mehr schlecht als recht am Laufen, unterstützt von Heike, die sich um den Papierkram kümmert. Ohne den Vater wächst dem jungen Mann die Verantwortung zunehmend über den Kopf. Ersatzteile kommen nur schleppend, und die verärgerten Kunden lassen ihren Frust ausgerechnet an Bernhard aus. Als Mario, seit Jahren in der Werkstatt angestellt, seine Hilfe anbietet, lässt Bernhard ihn ungnädig abblitzen. Mario hat allerdings nicht nur das Geschäft im Blick: Er liebt Heike. Die beiden haben einmal miteinander geschlafen, doch für Heike war das nicht mehr als ein Ausrutscher.

Ganz andere Sorgen haben Hauptmann Peter Fuchs und seine Kollegen, die Oberleutnants Jürgen Hübner und Thomas Grawe. Bei ihnen häufen sich Anzeigen von Leuten, die beim Autokauf über den Tisch gezogen wurden. Die Masche ist immer dieselbe: Der angebliche Verkäufer kassiert den Kaufpreis und macht sich anschließend samt dem eben verkauften Wagen aus dem Staub. Die Ausweise, die er dabei vorlegt, stammen allesamt aus Diebstählen, und eine Komplizin geht ihm bei seinen Coups zur Hand. Aus den Beschreibungen der Geschädigten lassen die Ermittler im TV-Krimi „Tödliche Träume“ ein Phantombild anfertigen, das in der Zeitung veröffentlicht wird. Nach und nach verdichten sich die Hinweise – und sie zeigen in Richtung der Werkstatt Krüger.

Bei den Krügers sorgt unterdessen ein Fund für Aufruhr: In einem Ordner stoßen Heike und Bernhard auf einen Kontoauszug ihres Vaters, und der offenbart, dass 45.000 Mark verschwunden sind. Bernhard ist außer sich und macht dem Vater schwere Vorwürfe. Umso verblüffter sind er, Mario und die übrigen Angestellten, als Reinhold eines Morgens wieder in der Werkstatt auftaucht und das Heft in die Hand nimmt, als hätte es die Zeit der Trauer und des Trinkens nie gegeben. Bernhard fällt ihm vor Erleichterung um den Hals.

Endlich scheint die Familie wieder zusammenzuhalten, und Heike kann sich ganz auf die bevorstehende Hochzeit mit Tommy freuen. Doch das wiedergewonnene Glück im Polizeiruf 110 „Tödliche Träume“ steht auf wackligen Füßen. Denn während die Krügers neue Pläne schmieden, zieht die Fahndung ihre Kreise immer enger, und die Ermittler wollen wissen, welche Rolle der Betrieb in der Betrugsserie spielt …

Hinter den Kulissen

„Tödliche Träume“ ist die 136. Folge der Krimireihe Polizeiruf 110 und dreht sich um kriminelle Machenschaften auf dem Gebrauchtwagenmarkt der DDR. Gemeinsam mit Hauptmann Peter Fuchs (Peter Borgelt) ermitteln die Oberleutnants Jürgen Hübner (Jürgen Frohriep) und Thomas Grawe (Andreas Schmidt-Schaller) – für Hübner ist es der 59., für Grawe der 25. Fall.

Die Familie Krüger spielen Joachim Zschocke als Vater Reinhold, Anja Kling als Tochter Heike und Torsten Ranft als Sohn Bernhard. Joachim Lätsch ist als Tommy Kellner zu sehen, Jörg Schüttauf als Werkstattangestellter Mario.

Gedreht wurde der Film, der zunächst den Arbeitstitel „Fehlzündung“ trug, vom 9. September bis zum 30. Oktober 1989 in Sachsen: in Dresden, Stolpen, Großenhain, Weßnitz und Riesa. Produziert hat ihn das Fernsehen der DDR. Das Drehbuch schrieb Percy Dreger zusammen mit Regisseur Thomas Jacob, der im Film außerdem in einer kleinen Rolle als Arzt auftritt.

Besetzung

Hauptmann Peter Fuchs – Peter Borgelt
Oberleutnant Jürgen Hübner – Jürgen Frohriep
Oberleutnant Thomas Grawe – Andreas Schmidt-Schaller
Reinhold Krüger, Automechaniker – Joachim Zschocke
Heike Krüger, seine Tochter – Anja Kling
Bernhard Krüger, sein Sohn – Torsten Ranft
Tommy Kellner, Fotograf – Joachim Lätsch
Nina Merkowicz – Janina Hartwig
Karin Gellweit – Karin Düwel
Nico Gellweit, ihr Sohn – Danny Awege
Leutnant Klüter – Hans-Georg Körbel
Oberleutnant Mergel – Harry Merkel
Herr Schmal – Wolfgang Gorks
Frau Nerz – Monika Berndt
Herr Müller – Michael Heuser
Herr Krause – Jürgen Wolters
Herr Meier – Paul Berndt
Mario, Angestellter der Werkstatt – Jörg Schüttauf
Käufer – Stefan Saborowski
Kriminalistin – Susanne Schwab
Kellnerin – Kati Grasse
Abschnittsbevollmächtigter – Walter Nickel
Fotograf – Rolf Mey-Dahl
Maskenbildnerin – Brigitte Heinrich
FSTW-Fahrer – Ernst Dollwetzel
Kriminalist – Peter Friedrichson
1. Maurer – Bodo Krämer
2. Maurer – Klaus Tilsner
1. Kriminaltechniker – Holger Franke
2. Kriminaltechniker – Olaf Hörbe
3. Kriminaltechniker – Hans-Joachim Brieske
Brigadier – Peter Piepenhagen
Arzt – Thomas Jacob
Kundin – Gerti Eichler
u. v. a.

Stab

Regie – Thomas Jacob
Drehbuch – Percy Dreger, Thomas Jacob
Produktion – Hans-Jörg Gläser
Musik – Arnold Fritzsch
Kamera – Wolfgang Huthmann
Schnitt – Imke Gerber
Produktionsunternehmen – Fernsehen der DDR