Kurz und knapp – darum geht’s

Überall Blut, aber keine Leiche: Die Medizinstudentin Laura Karaca ist verschwunden, und die Umstände erinnern frappierend an den Mord an einer Kinderärztin vor einigen Monaten. Dieser Fall galt als gelöst, ein Laborassistent hat gestanden und sitzt in Haft. Für Hauptkommissar Peter Faber ist deshalb klar, dass ein Nachahmer am Werk ist. Daniel Kossik, vom Landeskriminalamt erneut nach Dortmund geschickt, sieht das völlig anders: Der alte Rivale vermutet einen Serienmörder und lässt an Fabers bisheriger Arbeit kein gutes Haar. Während die beiden in entgegengesetzte Richtungen ermitteln, muss Chefin Ira Klasnić immer wieder schlichten – und Kossiks Spur führt in die Welt des Medizin-Start-ups „Healing“ …

Inhalt der Tatort-Folge „Heilung“

Ein Bild der Verwüstung, Blut in der ganzen Wohnung – doch die Bewohnerin selbst ist nirgends zu finden. Die Medizinstudentin Laura Karaca ist verschwunden, und was sich den Ermittlern hier bietet, kommt Hauptkommissar Peter Faber nur zu bekannt vor. Monate zuvor hatte er es mit einem sehr ähnlichen Fall zu tun: Damals war die Kinderärztin Agnes Polyakov unter vergleichbaren Umständen verschwunden. Die Akte schien geschlossen, denn Ramin Azar, Laborassistent bei dem Medizin-Start-up „Healing“, hat die Tat gestanden und die Polizei sogar zur Leiche der Ärztin geführt.

Für das Verschwinden der Studentin kann Azar allerdings nicht verantwortlich sein – er sitzt in seiner Zelle und hat damit ein Alibi, an dem es nichts zu rütteln gibt. Faber legt sich schnell fest: Hier kopiert ein Trittbrettfahrer die erste Tat. Ganz anders sieht es Daniel Kossik, der überzeugt ist, dass in Dortmund ein Serienmörder umgeht. Zwei Theorien, die sich gegenseitig ausschließen – und zwei Männer, von denen keiner auch nur einen Millimeter nachgeben will.

Dass ausgerechnet Kossik an seiner Seite ermittelt, macht die Lage für Faber nicht einfacher. Der frühere Kollege, inzwischen beim Landeskriminalamt, wird von dort ein weiteres Mal nach Dortmund beordert und hält mit seiner Meinung über die bisherige Arbeit des Kommissars nicht hinter dem Berg. In Kossiks Augen hat Faber schlicht versagt. Also zerlegt er die Ermittlungen im Fall Polyakov Stück für Stück und rollt den ersten Fall noch einmal von vorn auf. Für Faber ist es zudem der erste Einsatz ohne Rosa, die ihm so oft moralischen und emotionalen Halt gegeben hat. Die Ereignisse um sie lässt er diesmal allerdings weniger nah an sich heran als frühere Schicksalsschläge – und an Kossik kann er sich ohnehin bestens abreagieren.

Zwischen den Fronten steht im WDR-Tatort „Heilung“ Hauptkommissarin Ira Klasnić, die eigentlich genug mit sich selbst zu tun hat. Der vorangegangene Fall „Schmerz“ wirkt bei ihr noch spürbar nach: Die Begegnung mit ihrer traumatischen Vergangenheit hat sie längst nicht verarbeitet, und das schlägt ihr auf den Körper wie auf die Stimmung. Für das Kräftemessen ihrer beiden Ermittler bleibt da wenig Geduld. Als sich Faber und Kossik mehr ums Rechtbehalten als um die Aufklärung kümmern, greift die Chefin energisch durch: Persönliche Eitelkeiten haben zurückzustehen, es zählt allein die Lösung des Falls. Erst danach kommt die Sache richtig in Schwung.

Trotzdem geht jeder zunächst seiner eigenen Spur nach. Faber nimmt sich Lauras Umfeld vor und landet bei Sinan Atai, dem Ex-Freund der Studentin. Was weiß er über ihre letzten Monate? Und könnte jemand aus ihrem Leben die Tat an der Kinderärztin als Vorlage genutzt haben?

Kossik dagegen zieht es in eine ganz andere Welt – zu „Healing“, jenem Unternehmen, für das auch Ramin Azar im Labor tätig war. An der Spitze steht CEO Jan Frederiksson, und das Start-up verspricht nichts Geringeres als einen Blick in die gesundheitliche Zukunft: Ein Bluttest soll vorhersagen können, was einem Menschen medizinisch bevorsteht. Eine verheißungsvolle Idee, die zugleich Unbehagen weckt. Für das ungleiche Duo im Tatort „Heilung“ zählt vorerst nur eins: herauszufinden, ob die Taten an der Kinderärztin und der jungen Studentin tatsächlich zusammenhängen – oder ob in Dortmund zwei verschiedene Täter ihr Unwesen treiben …

Hinter den Kulissen

„Heilung“ ist die 1349. Folge der Reihe und der 30. Fall für Hauptkommissar Peter Faber (Jörg Hartmann). Mit ihm ermitteln Hauptkommissarin Ira Klasnić (Alessija Lause) und Daniel Kossik (Stefan Konarske), der als LKA-Beamter nach Dortmund zurückkehrt. Hartmann sagt über seine Figur im Presseheft: „Die gemeinsame Arbeit mit seinem Dauerrivalen Kossik ist zudem ein nahezu idealer Blitzableiter.“ Lause beschreibt die Rolle ihrer Kommissarin so: „Ira muss […] die beiden des Öfteren daran erinnern, worum es hier wirklich geht, nämlich einen Fall zu lösen, und nicht darum, Recht zu haben.“

Der Film berührt auch eine moralische Frage: ob man per Bluttest die eigene medizinische Zukunft kennen möchte. Hartmanns persönliche Antwort fällt deutlich aus: „Alles in allem: Wir sollten nicht zu viel wissen.“

Produziert wurde der Krimi von Zeitsprung Pictures im Auftrag des WDR. Gedreht wurde vom 1. bis zum 30. September 2025 in Dortmund, Köln und Umgebung, unter anderem in einem stillgelegten Freibad. Konarske über diesen „Lost Place“: „Ein stiller, trostloser Ort, an dem die Vergangenheit spürbar bleibt.“ Seine Premiere feierte der Film am 5. Juni 2026 auf dem Kinofest Lünen.

Erstausstrahlung: Sonntag, 13. Dezember 2026, 20:15 Uhr im Ersten.

Musik

Fat Freddy’s Drop – Ernie

Besetzung

Hauptkommissar Peter Faber – Jörg Hartmann
Hauptkommissarin Ira Klasnić – Alessija Lause
LKA-Beamter Daniel Kossik – Stefan Konarske
Rechtsmedizinerin Dr. Greta Leitner – Sybille J. Schedwill
Jan Frederiksson – Mads Hjulmand
Ramin Azar – Hadi Khanjanpour
Sinan Atai – David Ali Rashed
Sonya Albrecht – Lilli Fichtner
Laura Karaca – Alinda Yamaci
Brigitte Krajewski – Hildegard Lena Kuhlenberg
Jenny Breuer – Talisa Lara Schmid
Prof. Kerscher – Dirk Ossig
Sabri Karaca – Özgür Karadeniz
u. v. a.

Stab

Regie – Richard Huber
Drehbuch – Daniel Bickermann, Magdalena Grazewicz
Bildgestaltung – Hendrik A. Kley
Musik – Sven Rossenbach, Florian van Volxem
Kostümbild – Eugenia Giesbrecht
Szenenbild – Julian Augustin
Montage – Knut Hake
Casting – Marc Schötteldreier
Produzenten – Katrin Kuhn, Michael Souvignier, Till Derenbach
Redaktion – Frank Tönsmann (WDR)