Kurz und knapp – darum geht’s
Kameramann Stefan Glück, von allen nur „Happy“ genannt, gehörte von Beginn an zum Team der beliebten Kindersendung „Sachen und Lachen“. Nun liegt er tot im Kofferraum seines ausgebrannten Autos, die Leiche ist durch den Brand komplett entstellt. Wie die Kölner Kommissare Max Ballauf und Freddy Schenk bald herausfinden, hatte das Mordopfer nicht so viel Glück im Leben, wie sein Name vermuten lässt: Stefan war spielsüchtig, hat bei Pferdewetten jede Menge Geld verloren und Schulden angehäuft.
Und auch hinter den Kulissen des Kinderfernsehens herrscht alles andere als Harmonie: Vor allem Moderator Frank Anders – der Star der Sendung – macht sich durch sein aggressives Verhalten verdächtig, aber auch sonst gibt es jede Menge Rivalitäten, Missgunst und Neid im Produktionsteam. Ballauf und Schenk blicken in wahre Abgründe des Showgeschäfts, während sie nach dem Täter und seinem Motiv suchen …
Der neue Tatort Köln „Showtime“ mit Komiker Max Giermann in der Gast-Hauptrolle ist am Sonntag, den 12. April 2026 um 20:15 Uhr im Ersten zu sehen.
Inhalt der Tatort-Folge „Showtime“
Freddy Schenk ist sofort elektrisiert, als der Kommissar erfährt, wo das Mordopfer gearbeitet hat: als Kameramann des Kindershow-Klassikers „Sachen und Lachen“. Sofort werden Erinnerungen wach: Wie viele Stunden hat Freddy einst mit seiner Enkelin Frida vor dem Fernseher verbracht! Keine Folge der Sendung haben sie verpasst, in der Moderator Frank Anders komplizierte Dinge gewitzt und kindgerecht auf den Punkt bringt. Geradezu ehrfürchtig betritt Schenk die Studios der Produktionsfirma, um die Hiobsbotschaft vom Tod des langjährigen Mitarbeiters zu überbringen.
Kollege Ballauf hingegen kann dem ganzen Getue nichts abgewinnen und fürchtet, Freddy Schenk könnte sich vom Glanz und Glamour um ihn herum allzu sehr blenden lassen. Schließlich ist ihr aktueller Mordfall schon kompliziert genug: Kameramann Stefan Glück, am Set von allen nur „Happy“ genannt, wurde mit einem schweren spitzen Gegenstand erschlagen – Blutspuren in seiner Wohnung zeugen davon – und anschließend zusammen mit seinem eigenen Auto im Kofferraum verbrannt, irgendwo am Kölner Stadtrand. Ein Albtraum für KTU und Spusi im WDR-Tatort „Showtime“, die größte Mühe haben, verwertbare Spuren zu sichern und Stefan Glücks sterbliche Überreste zu identifizieren. Und Freddy Schenk fällt nichts Besseres ein, als in alten Erinnerungen zu schwelgen – bis hin zum unvermeidbaren Selfie mit Frank Anders persönlich!
Am Set von „Sachen und Lachen“ herrscht derweil große Trauer und Bestürzung, gehörte Stefan Glück doch quasi zum Inventar der Sendung. Bei allen Mitarbeitenden war er beliebt, seine einzige Schwäche sei seine Spielsucht gewesen, gibt Frank Anders zu Protokoll, der gemeinsam mit seiner Frau Caro die Produktionsfirma leitet. Sie die kühl kalkulierende Geschäftsfrau, er der kreative Kopf und charismatische Präsentator: ein Dreamteam seit über zwei Jahrzehnten. Wo sollen Ballauf und Schenk in dieser gut geölten Fernsehmaschinerie, die läuft wie am Schnürchen, ein Mordmotiv finden?
Also konzentrieren sich die Ermittler im TV-Krimi „Showtime“ zunächst auf die prekäre finanzielle Situation des Mordopfers: Tatsächlich hatte Stefan Glück durch verlorene Wetten bei Pferderennen jede Menge Schulden angehäuft; im Grunde war er pleite. Da half es auch nichts, dass sein Gehalt als Kameramann erst vor kurzem glatt verdoppelt wurde. So viel Großzügigkeit macht das kölsche Kriminalisten-Duo Ballauf und Schenk dann doch stutzig: Was bringt Caro und Frank Anders dazu, die Entlohnung ihres Kameramanns mal eben um satte 100 % zu erhöhen? Obendrein meldet sich Jütte mit der wichtigen Info, dass ein Busfahrer Frank Anders in der Tatnacht ganz in der Nähe des Leichenfundorts gesehen haben will. Haben die Fernsehleute also doch mehr mit dem Mord zu tun, als es zunächst schien?
Als Ballauf und Schenk Frank Anders mit ihren neuen Erkenntnissen konfrontieren, lernen sie den vor der Kamera stets freundlich-sympathischen Moderator von einer ganz anderen Seite kennen: Geradezu cholerisch-aggressiv reagiert er auf die Bitte der Kommissare im Tatort „Showtime“, ihn aufs Präsidium zu begleiten. Zwar stellt sich Caro schützend vor ihren Ehemann – die beiden geben sich gegenseitig Alibis –, doch die Illusion vom grundsympathischen, allseits beliebten Star des Kinderfernsehens ist jetzt auch bei Freddy Schenk endgültig zerstört.
Je länger Ballauf und Schenk nach dem Mörder und seinem Motiv suchen, desto tiefer blicken sie in die menschlichen und moralischen Abgründe des Showgeschäfts. Und dann gibt es plötzlich eine zweite Leiche …
Hinter den Kulissen
„Nach über 90 Fällen für Ballauf und Schenk war es für uns einfach höchste Zeit, dass sie mal den Bösewichten hinter den Kulissen des Fernsehgeschäfts das Handwerk legen.“ So erklären die Autoren Arne Nolting und Jan Martin Scharf, die bereits mehrere Drehbücher für den Kölner „Tatort“ geschrieben haben, ihre Motivation für den aktuellen Fall des eingespielten Duos Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär). Natürlich wollten die Autoren keinerlei Analogien zu „realen WDR-Kinderfernsehproduktionen und darin involvierten Personen“ herstellen, „die nämlich alle sehr nette Menschen und jeder mörderischen Tendenz unverdächtig sind“, wie sie betonen.
Für die tragende Rolle des Frank Anders, eines „charmanten Entertainer[s], der sich als abgründiger Narzisst entpuppt“ (J. M. Scharf), konnte Max Giermann gewonnen werden, bekannt für seine Parodien zahlreicher prominenter Persönlichkeiten. Dies war für den Komiker eine besondere Herausforderung, ging es doch vor allem darum, „sich in diesen exzentrischen Charakter hineinzufühlen und eine imaginäre Welt zu erschaffen“.
Der Tatort „Showtime“, der 95. Fall für Ballauf und Schenk, wurde vom 12. November bis zum 12. Dezember 2024 in Köln gedreht und ist am Sonntag, den 12. April 2026 um 20:15 Uhr im Ersten und in der ARD Mediathek zu sehen.





















Der Soundtrack bekommt heute einen Sonderpunkt von mir.
absolut, super Songs!!!
…und natürlich gute Story mit tollen Schauspieler*innen😉
Die Musikauswahl war grandios. Für mich wird die Handlung hier nochmals verstärkt.
Hallo, liebe Community. Ich bemühe mich aufrichtig, nicht zu spoilern… hab den neuesten TO aus dem schönen Köln gerade in der ARD-Mediathek geschaut.
Und ich muß leider sagen, so gern ich Ballauf und Schenk habe, das war einer ihrer absolut schlechtesten Folgen.
Vermutlich liegt das unter anderem an Max Giermann in der Rolle des Frank Anders. Ich mag Max Giermann als Comedian, bekannt wurde er ja unter anderem durch seine brillianten Parodien, von Donald Trump bis hin zu Klaus Kinski. Dabei sollte er bleiben. Als Schauspieler wirkte er allerhöchstens wie eine schlechte Parodie seiner selbst auf mich.
Die seltsame Selbstfindungs-Meditation seiner Witwe, als die Ermittler sie befragen wollten… hä???
Hinzu kommt diese nervige Split-Screen-Kamera, und völlig unpassende Musik, die oftmals in die Dialoge hineingespielt wurde… sorry, aber von mir nur zwei Sterne. Einen für Norbert Jütte, und den zweiten für die Kriminaltechnikerin Natalie.
„ … durch seine brillianten Parodien …“
Darum passt es hier ja gerade!
@Antje: Bitte entschuldigen Sie, aber ganz ganau das fand ich für die ganze Story eher unpassend.
@Imki:
Halli, hallo KHKin Imki,
in einigen Punkten bin ich nicht auf deiner Seite. Mir hat die Folge gut gefallen, speziell die „Time Warp “ Szenen. Die „Story“ im Großen und Ganzen auch recht gut
Die Splitscreen Szenen hätte man sich auch sparen können. Viel mehr kann ich jetzt nicht von mir geben ohne zu spoilern.
Was ich noch sagen möchte ist, dass genau genommen das die 103. Folge von Max Ballauf war, sofern man die 8 Düsseldorffolgen mit KHK Flemming, wo Ballauf als Kriminalhauptmeister mitermittelt hat.
Also 3 Folgen mehr als Franz und Ivo. aber Quantität hat ja nicht wirklich was mit Qualitätzu tun …
Grüße … Franky
Ergänzung: mitrechnet.
@Franky: Immer nett, Sie zu treffen!!!
Leider war ich wirklich enttäuscht. Irgendwie war für mich die Grenze zwischen Farce und Ironie und ernstgemeintem Krimi nicht klar.
@Imki
Aber für diese/Ihre Meinung ist keine Entschuldigung nötig!
Fand ich auch @Imki, das mit Giermann war mE deplatziert.
Soooo langweilig. Und Splitscreens sind seit den 70ern out.
😠 So langsam werden auch die altbewährten Tatortteams merkwüdig.
Kennen Sie „Green Hornet“ aus 2011? Da waren es glaube ich 16 Splitscreens.
Na ja.
Die Geschichte war ganz okay, hatte Tiefgang und Wendungen. Aber trotzdem hat mich der Krimi nicht richtig abgeholt, bis auf wenige Momente, die herausragten.
Von Max Giermann werde ich sicher weiterhin kein Fan sein, oder werden, viel zu aufgesetzt und überzogen.
Insgesamt drei von fünf Sternen. ⭐️⭐️⭐️
Gerade ist der Tatort zu Ende, und ich muss sagen, er hat mir gefallen. Es ging hier nicht wie in (leider) so vielen Krimiproduktionen um die Selbstdarstellung der Kommissare, Schenk und Ballauf hatten hier ganz unprätentiöse Rollen. Und doch wurde das Prätenzöse in Filmproduktionen, hier im Kinderfernsehen, mittelbar zum Thema gemacht. Das Zwitterhafte der Schauspielkunst, die Fantasiewelt, die beim Zuschauer aufgebaut wird (beim Kinderpublikum stärker als bei Erwachsenen), das waren die Hintergründe der Handlung hier. Die Kriminalhandlung blieb dabei durchaus glaubwürdig, bis zum Narrativ am Ende, in einer Szene, da der eigentlich tote Hauptdarsteller wieder zum Leben erwacht in seiner Rolle als Leitfigur für Kinder und im geradezu schizophrenen Wechsel, dann der Wutausbruch, quasi als Schlußsatire. Fünf Sterne für das Drehbuch und für das teils überragende Spiel des „guten“ Bösewichts.
Ja, auch in Kindersendungen mag es Menschen mit einer guten und einer bösen Seite geben. So ist eben die Welt. Das zeigen schon die alten Grimmschen Märchen.
Sehr gute Schauspieler (m/w), Kamera, Regie und Drehbuch, Ton gut. 5 von 5 Sterne für sehr gute Satire!
Köstlich Freddy: „… davon sollte es viel mehr geben, statt der vielen Krimis ….“
was soll das ständig mit dem gesplitteten Bild? bringt gar nicht. da hat sich der regisseur drauf einen abgewichst.
völlig unnötig.
Max Giermann war auch eine Fehlbesetzung, kann nur affektiert spielen.
Ballauf und Schenk sind zu alt. der Running Gag mit den nie sichtbaren Frauen Schenks zog noch nie.
der andere Running Gag mit den Straßenkreuzern zog auch noch nie.
die Story? Millionen Kinder mögen ihn und die glauben ernsthaft, man könnte dann die Sendung weiterlaufen lassen, wenn er ermordet wird? grober Unfug.
Mal wieder ein schwacher Tatort. wie eigentlich immer, wenn ich zufällig mal wieder einen aktuellen sehe.
Ich empfehle: Nicht mehr „zufällig einschalten“!
Dann vermeiden Sie auch „Vergaloppierungen“ (wie abgewichst).
Übrigens ist Schenks Tochter in anderen Tatorten schon mal aufgetaucht. Ein Teil der Zuschauer bemängelt wiederum die Filme, die (ihrer Meinung nach) zu viel Privates einstreuen. Kommissare müssen sich nicht früh erschießen lassen und dürfen ruhig im Dienst altern ohne unbrauchbar zu werden.
Ich scheine mit meiner Meinung (bis jetzt) allein dazustehen, aber das wäre okay. Ich frag mich allerdings… weshalb die Morde, wenn ein anständiger Batzen Geld, welches ja wohl vorhanden war, alle Beteiligten zum Schweigen und Weitermachen-wie-bisher gebracht hätte???
Es war nur ein Mord.
Der Mord an dem Erpresser.
Und ein Batzen Geld?
Wo hätte der Batzen herkommen sollen?
Aus Produktionsgelder des WDR sicher nicht.
Eine andere Erpressung gab es doch nicht.
Der Tod von Frank Anders war schlimmstenfalls Körperverletzung mit Todesfolge, wenn nicht sogar nur ein Unfall während einer Notwehr.
Und ein Batzen Geld?
Wo hätte der Batzen herkommen sollen?
Aus Produktionsgelder des WDR sicher nicht.
@Bruno: Als sich der Mörder und spätere Ermordete mit wiederum seiner Mörderin (der Praktikantin) auf dem Dach wiederfabd, da hat er ihr sehr wohl Geld angeboten…
War ja nur ein Mord und ein Unfall.
Vielleicht auch kein Mord, sondern Todschlag nach Streit?
Nicht so sehr nach Logik fragen, zurücklehnen und genießen.
@schauinsland: Der Sturz vom Dach des Opfers Frank Anders war sehr wohl ein Mord. Die Täterin hatte ihm immerhin eine anständige Ladung Pfefferspray in die Augen gesprüht und somit seinen Tod „billigend in Kauf genommen“.
@Imki
Nein. Mord ist es dabei eben nicht. Sie hat das Pfefferspray benutzt, weil er sie angegriffen hat. Dass sie dabei grade so im Türrahmen mit Tendenz zum Vordach stand, dass er in der dynamischen Handlung anschließend vom Dach fiel, war weder geplant noch spontan beabsichtigt oder nur in Kauf genommen.
Genialer Tatort. Massive Selbstreflexion und vierte Wand durchbrochen. Es war ein klassischer Who-Done-It (Pluspunkt dafür!), aber in einer gleichzeitig lustigen und nachdenklich-machenden Art.
So geht Out-of-the-Box-Story-Telling. Dem Format im Wesentlichen treu, aber dennoch mit experimentellen Elementen.
5/5.
„Showtime“: Eine bitterböse Satire über die Entmoralisierung der Informations- und Unterhaltungsindustrie und den Boulevard-Konsum?
Vielmehr bietet der Kölner Tatort am Vorbild einer kultigen Wissenssendung eine frische, spitze Perspektive auf die Absurditäten einer von der aktuellen Medienlandschaft dominierten Welt.
Schenk & Ballauf geraten darin in eine toxische Dynamik zwischenmenschlicher Beziehungen in einem Genre, von dem man eigentlich annimmt, diese Welt in fünf, sechs, sieben Minuten erklären zu können und Fragen zu beantworten, die man sich zum Teil noch gar nicht gestellt hat.
Spiegelt die “queer-feministische Besetzung und Dynamik“ (O-Ton Regisseurin Isabell Šuba) hierbei die Vielfalt des vermeintlich Gleichen?
Nun ja, es war ein flamboyantes Amüsement …
@Max Ballauf:
»Warum muss man Hände waschen / wie kommt Limo in die Flaschen /
Wer weiß, wie das geht / dass im Bauch ein Pups entsteht?«*
@Freddy Schenk:
»Irgendwas ist immer / frag doch mal die Maus!«*
(* 🎼 Anke Engelke singt für die Maus – Irgendwas ist immer)
Max Giermann war mir absolut unbekannt, da mir diese sog. Comedians eh am … vorbeigehen.
Die Handlung fand ich von Anfang bis Ende durchdacht und stimmig.
Ob nun Splitscreen oder Hintergrundmusik passen oder nicht passen; ist das nicht Geschmackssache und hat mit der Handlung rein gar nichts zu tun?
Der einzige Kritikpunkt, den ich habe, war die „undurchsichtige“ Marianne, wo es bis zum Ende keinerlei Hinweis darauf gab, dass es „Szenen aus der Vergangenheit“ waren.
Beeindruckend Bineta Hansen wieder einmal, hier als Praktikantin Marie.
Aber auch Ballauf & Schenk fand ich gut wie immer.
Hier besonders den Unterschied zwischen dem Opa, der schon mit seiner Enkelin die Sendung sah und als Gegenpol Max Ballauf, der sich gar nichts aus dieser Art Kindersendung machte. ⭐⭐⭐⭐⭐
Ja Hut ab, Köln kann auch lustig! Von A bis Z ein gelungener Krimikomödien) Film.
Wie ich schon öfter schrieb, reizt es mich immer sehr, Schauspieler in verschiedenen Rollen zu sehen. Max Giermann sonst lustig, hier ernst mit Abrutschern zu seiner Kinski Parodie incl Schlusswort ;)
Julia Riedler kann auch lustig („Ein Mord mit Aussicht“), kann hier auch ernster.
Max und Freddy diesmal beide echt sympathisch – wie konnte das denn passieren? 😉
Diese Folge schaue ich mir gerne nochmal an.
Ein 1A-Krimi, dem das Kunststück gelang, in einer abgründigen Tragödie humoristische Aspekte unterzubringen, ohne dass entweder diese läppisch oder deplatziert gewirkt hätten oder aber umgekehrt die tragischen Aspekte dadurch an Wirkung verloren hätten.
In der Schlussphase des Films hatte ich den Verdacht, das Mädchen, dessen Bewerbung für die Show abgelehnt worden war, könnte den Moderator umgebracht haben – es hat durchaus schon Krimis gegeben, in denen Kinder die Täter waren, und vom Dach schubsen hätte sie ihn können.
Dass die Täterin dieses Mädchen als erwachsene Frau war, das war wirklich eine raffinierte Wendung. Dadurch wurde zum einen vor Augen geführt, wie sehr enttäuschte Illusionen schmerzen können, und zum anderen, wohin diese Enttäuschung einen Menschen treiben kann. Und damit meine ich nicht die Tatsache, dass Marie den Tod von Frank verursacht hat. Damit meine ich etwas anderes, dass durch die Aufklärung der Tötung etwas unterging: Marie war bereit, Franks Mord an Happy vertuschen zu helfen – und das wäre schon eine Straftat gewesen, die in meinen Augen noch schwerer gewogen hätte als ihr Beitrag zum Tod von Frank, denn sie hätte dadurch einen Mörder vor der Justiz bewahrt. Als Gegenleistung wollte sie kein Geld, sondern dass Frank sich wieder so verhält, wie es ihrem Bild von ihm entsprach. Sie wäre also bereit gewesen, um der Aufrechterhaltung ihrer Illusion willen kriminell zu werden.
Eine ganz hervorragende Idee war es, zum Schluss eine Videosequenz zu zeigen, in der Frank zunächst tiefgründige Worte spricht, um dann doch wieder herumzupöbeln, weil er seinen Text vergessen hat: Alles nur Show bei diesem Typen, in Wahrheit ist und bleibt er ein Widerling.
Zum Schluss noch ein ganz großes Kompliment an die Macher dieses Tatorts, denen es endlich gelungen ist, die Figuren „Norbert Jütte“ und „Natalie Förster“ gleich zu behandeln: Natalie leistet zu ersten Mal wiederholt substantielle Beiträge zu den Ermittlungen und leistet sich auch ein paar neckische „Frechheiten“ in Richtung Ballauf und Schenk. Bitte mehr davon in den kommenden Folgen!
10 von 10 Punkten und großen Dank für einen rundum unterhaltsamen Fernsehabend mit Humor und Tiefgang!
@Der Wanderer: Bitte entschuldigen Sie… aber, daß Marianne das kleine Mädchen war, welches gemobbt wurde, und tatsächlich einen Praktikumsplatz in der Kindersendung bekam… Jütte dann auch noch den entscheidenden Off-Topic-Filmschnipsel zeigt… also, spätestens in dem Moment war doch wohl alles klar???
Ergo – Spannung gleich Null.
Für mich war das Krimi-‚Fließbandware‘. Von dieser Folge wird in meinem Gedächtnis so viel übrigbleiben, wie wenn ich Sand durch die Finger rieseln lasse …😏
Am interessantesten war für mich noch Bineta Hansen, welche dieses Mal im TO nicht einen weiblichen blauhaarigen Fußball-Hooligan darstellte (wie in der SB-Folge „Die Kälte der Erde“), sondern eine junge Erwachsene, welche ihrer Kindheits-Illusionen beraubt wurde. Das tat sie m.E. halbwegs authentisch!
@Der Fremde: Bitte entschuldigen Sie… aber einer Kindheitserinnerung beraubt worden zu sein… (Oops? Ernie und Bert sind nur Puppen??? Oder auch… was – Erik Ode ist gar kein echter Kommissar???) berechtigt ja wohl – hoffentlich nicht – zum Mord???
@Imki
Die Praktikantin hat ihr Idol nicht ermordet.
Sie hatte es auch nicht vor.
Wie hier schon geschrieben wurde, das Gegenteil ist der Fall: sie wollte erzwingen, dass ihr Idol wieder so liebenswert werden sollte, wie es in ihrer Kindheit (vermeintlich) war.
Es war kein Mord, „Mordmerkmale“ fehlen, vor allem Vorsatz/Heimtücke/niedere Beweggründe.
Nun, liebe Community… es scheint, als wäre ich bislang die einzige, die diesen Kölner ZO bei aller Zuneigung zu den Ermittlern sterbenslangweilig fand. Nichts für ungut… ich fand selbst Max und Freddie seltsam blutleer und desinterressiert.
Vielleicht war es nur ein kleiner Ausrutscher…???
…TO, meinte ich natürlich. 😆 Sorry für den Tippfehlerteufel.
@Imki:
Vielen gefällt etas nicht und vielen gefällt etwas gar nicht. Vielen gefällt etwas gut und vielen gefällt etwas sehr gut. Das ist sehr gut so. Das zeichnet uns als Menschen aus. Für unsere Geschmäcker müssen wir uns nicht entschuldigen oder gar genieren, solange wir damit nicht gegen gute Sitten verstoßen oder jemanden damit weh tun.
Doch zu dieser Folge. Wie schon erwähnt haben mir die Time Wraps mit der kleinen Marianne und der Praktikantin Marie gut gefallen. Das war schon was, was die Tatort Folge 1172: Der Reiz des Bösen, aus dem Jahr 2021, auch mit Max und Freddy, für mich zu einer sehr sehenswerten Folge gemacht hat. Die Splitscreen Einlagen wiederum fand ich absolut unnötig.
Max Giermann hat den Kinderliebling, der eigentlich ein A****loch ist auch recht gut gespielt. Viele so, genannte, Puplikumslieblinge sind im realen Leben gar nicht so liebenswert, wie ich es in meiner Arbeit als Beleuchtungsassistent beim Film oft erlebt habe. Zum beispiel waren Stan Laurel und auch Hans Moser Familientyranne. Mit denen habe ich natürlich nie gearbeitet, aber das ist weithin bekannt.
Max und Freddy gallopieren auch schon auf die Zielgerade, in Richtung letzte Folge zu und haben den Schwung der Jugend schon verloren. Für Max ist es ja schon der 103. Fall gewesen, zählt man die 8 Folgen im Düsseldorf Tatort dazu und für Freddy der 95.
Vielen gefällt etwas …
Grüße … Franky
Wir waren übrigens schon beim vertrauten du.
Mit „das ist weithin bekannt“ meinte ich, dass sie Familientyranne waren und natürlich nicht, dass ich mit denen nie gearbeitet habe, was sich ja vom Altersunterschied nicht ausgeht.
@Franky: Nun, vielleicht waren meine Erwartungen auch zu hoch? Max und Freddie haben mich eigentlich nie enttäuscht… dieses Mal haben fehlte es mir allerdings an Spannung und wirklich gut durchdacht fand ich das ganze auch nicht. Die Witwe Anders hat mich sogar massiv genervt, Satire hin oder her…
Aber, wie du ganz richtig sagst, die Geschmäcker sind verschieden! Liebe Grüße!!!
Die Hauptermittlungsarbeit besteht aus Sachlichkeit. Actionszenen sind eher die Prise für fiction (um die Zuschauerbegierde nach Spannung zu befriedigen), ist aber nicht immer angebracht. Ich mag die ruhigeren Abläufe lieber.
Durch die Bank ⭐⭐⭐ gutes Mittelmaß. Der Anfang und die erste Hälfte waren gut, da hätte es noch in alle Richtungen gehen können.
Es war dann aber gewollt pathetisch. Und dafür war mir die Geschichte dann doch zu dünn.
Max Giermann hat seine Rolle gut gespielt, Klaus Kinski lässt grüßen. Er kann halt seine Schublade, in der er steckt, schwerlich verlassen. Insofern: Schwierige Besetzung.
Schauspieler allesamt recht gut. Bei Jütte sollten die Kölner aufpassen, dass es nicht allzu in den Klamauk abrutscht wie in Münster.
Da war doch noch was… ach ja, irgendjemand hat wohl den Schalter für den Split Screen gefunden. 😋
@HerrBert: 😆😆😆
Und ich dachte immer, dieses Split-Screen-Verfahren ist seit den späten 80ern „out“…
Ja, Imki, der neueste Schrei ist das wohl nicht. Aber in Köln?
Nichtsdestotrotz kann ein geteiltes Bild hilfreich sein, eine Geschichte zu erzählen, also Sinn machen. Bei diesem Tatort war es jedoch ziemlich überflüssig.
Zuerst fand ich dieses geteilte Bild nervig, doch als es dann endgültig ad absurdum geführt wurde, da Max und Freddy nebeneinander im PKW sitzend getrennt gezeigt wurden, bin ich vor Lachen fast vom Sofa gepurzelt.
Out sind die Zigaretten- und Alkoholmengen (im Dienst und anderswo). Splitscreen generell ist Sache des Gestalters. Ob er hier Sinn machte, kann man vielleicht anzweifeln, ist aber nebensächlich.
Die Chemie zwischen den beiden Ermittlern macht einfach Spaß – besonders ihr ständiges Necken und die bodenständige Art, mit der sie an Fälle herangehen. Als der Verdächtige flüchtet und einer von ihnen nur trocken „Och, bitte nich“ murmelt, musste ich herzlich lachen. Diese stoische Gelassenheit hat echten Unterhaltungswert.
Max Giermann ist wie immer eine Freude – der Mann liefert einfach konstant ab. Auch Jütte bekommt endlich mehr Screentime, was mich sehr freut. In den letzten Folgen wurden seine Auftritte spürbar größer, und diesmal hatte er wieder eine tragende Rolle. Ich könnte mir gut vorstellen, dass er ähnlich wie einst Kalli in München langfristig bei Ballauf und Schenk einsteigt – vielleicht sogar als Nachfolger, wenn die beiden irgendwann in Rente gehen.
Die Splitscreen-Technik ist zugegebenermaßen kein Novum, aber die Umsetzung auf der Rennbahn hatte optisch wirklich was. Besonders stark fand ich den Schnitt am Ende, als Anders‘ Tod parallel zum Suizidversuch montiert wurde – das hatte emotionale Wucht.
Super amüsant, richtig gute Auswahl der Filmmusik, Schnitt. Der Kinski am Schluss musste ja sein. ;)
Ich gebe es zu, mir hat es gefallen.
Der Wanderer hat es auf den Punkt gebracht, danke für den perfekten Kommentar, da war alles dabei was auch mir durch den Kopf ging.
Ein schöner Krimiabend, der mir das eine oder andere Lächeln aufs Gesicht gezaubert hat (herrlich zB, was für Gestalten auf dem Filmgelände unterwegs waren😄).
Warum dürfen das nur die Münsteraner?
Köln jedenfalls hat die Balance zwischen angemessener Ernsthaftigkeit und Humor prima hinbekommen (was in ihren Anfangszeiten den Münsteranern auch noch glückte). Die Mischung macht’s halt.
Und dann der Schluss – anstatt zum Schlafengehen das traurige Leben der kleinen Marianne im Kopf zu haben gab es noch mal einen herzhaften Lacher.
Gut gemacht, Köln!
Einziger Wermutstropfen:
Diese Kamera- Splittingszenen haben mich massiv gestört und bleiben hoffentlich ein einmaliger Ausrutscher.
Ein Film soll ja beim Zuschauer eine gewisse Stimmung erzeugen, man „versinkt“ sozusagen in der Handlung. Diese Stimmung wird mit dem Bildsplitting gnadenlos zerstört.
Man stelle sich diese Technik nur mal bei einer romantischen Szene vor…😬
Gibt es aber (z.B. als „Harry und Sally“ telefonieren, jeder in seinem eigenen Schlafzimmer).
Dieser Tatort war einfach unterirdisch. Die Umsetzung des grotesken Drehbuchs gelang nicht. Nervige Splitscreens, unpassende Musik und vor allem mit Max Giermann eine schauspielerische Fehlbesetzung – so gern ich ihn als Parodisten mag.
Nach dem öden Schmonzzes, der so seit einiger Zeit als TO veröffentlicht wird, endlich wieder eine in jeder Weise richtig gute Unterhaltung.
Falls es irgendwen interessiert:
Cadillac Seville 1980 bis 1985.
Danke für den Hinweis auf das Auto!
Genau das hatte mich interessiert.😀
Das visuelle Konzept der Folge fand ich sehr gelungen. Regisseurin Isabell Šuba wusste offensichtlich, was sie wollte und hat es konsequent umgesetzt. Ihr ist es gelungen, der Geschichte Dynamik zu geben und immer wieder kleine feine (passende!) visuelle Spielereien einzubauen, z.B. als plötzlich die Büro-Kulisse hinter Caro Anders abgebaut wurde, in der sie gerade noch befragt wurde.
Grundsätzlich ist das Thema Realität und Konstruktion von Realität ein Motiv, dass sich wie ein roter Faden durch den Film zieht, verpackt in eine fein austarierte Mischung aus Humor und tragischem Ernst.
Die Besetzung mit Max Giermann erweist sich als Glücksfall – die dunkle Seite seiner Figur überrascht und überzeugt nicht weniger als sein bereits wohlbekanntes Können im komischen Fach.
Kennt jemand den Edgar-Wallace-Film „Der Bucklige von Soho“? Eddi Arents Rolle in diesem Film weist gewisse Parallelen auf, zunächst scheint er die für ihn typische komische Figur zu spielen, um dann jedoch relativ schnell die Maske fallen zu lassen und einen wirklich abgründigen Fiesling herauszukehren.
Der gestrige Kölner Tatort war vielleicht nicht der innovativste oder raffinierteste (obwohl das eigentlich eine Stärke der Autoren Nolting/Scharf ist, siehe „Der Reiz des Bösen“ oder „Alles, was sie sagen“) – aber sehr stimmig in seiner Umsetzung. Mir hat er sehr gut gefallen.
Grandios! Sehr gute Besetzung, gutes Drehbuch. Dankeschön, weiter so.
Recht amüsanter Tatort, phasenweise auch leidlich spannend, kölntypisch eher unaufgeregt mit originellem Setting … das konnte man gut ansehen, ohne dass es einem den Schlaf geraubt hat. Die dramaturgische Überlegung hinter den Splitscreens hat sich mir nicht erschlossen, das war wohl eine Spielerei nach dem Motto „kann man ja mal machen“ und damit komplett überflüssig. Max Giermann (oder doch Klaus Kinski?) herrlich, auch herrlich nervig, hat mir gefallen, ich verstehe aber auch, wenn einer gar nichts damit anfangen kann. Das war halt weniger Rollengestaltung als tatsächlich Abziehbild, das aber wiederum in wünschenswertem Wahnwitz durchgezogen. Generell sehr ordentliche schauspielerische Leistungen, Ballauf und Schenk in gewohnter Form. Hat schon gepasst, das alles, gute drei Sterne, zum Aufrunden reicht’s bei mir nicht ganz.
***/5
Ich mag den Kölner Tatort, und auch Max Giermann. Aber es tut mir leid, der Tatort war echt nicht gut, maximal eine 4/10. Spannung 0, die Ermittlungen waren so linear und uninspiriert wie ich sie lange nicht mehr erlebt habe. Die versuchten Lacher, die man mit einer absolut dämlichen Verfolgungsjagd noch holen wollte, waren höchstens aus Mitleid. Ja Max Giermann hat Mimik echt drauf, trotzdem eine sehr unsymphatische Rolle wo man direkt wusste das er es war. Auch die 2.Täterin war super offensichtlich… Sorry das war mal gar nichts…
@Christoph Nittel: Ganz genau auch mein erstes Resümee. Aber vielleicht erschließt sich mir die Farce/Satire beim zweiten Schauen, ich geb „Showtime“ noch eine Chance!
Unterste Schublade, was für ein Quatsch. Der das Drehbuch geschrieben hat, sofort entlassen. So etwas anzubieten ist eine Frechheit. 😠
Zum Glück werden Jobentscheidungen nicht aufgrund einzelner Zuschauer getroffen.
@Antje: 👍
Ich fand’s gut! 😉
Nun, liebe Community, ich denke, ich schau mir den TO an einem verregneten Tag nochmal in der Mediathek an. Es scheint, als hätte ich das eine oder andere gar nicht mitbekommen… 😉 …bis demnächst und liebe Grüße an euch alle!!!
Auch eine schöne Idee! Auch liebe Grüße
konnte den Tatort gestern nicht sehen. Schaue ihn also heute Abend. Kommentieren ginge also erst nächste Woche… Bis dann schenk ich mir das. Schade, aber mit der neuen Regel hat sich die Seite für mich erledigt… Also, liebe Fangemeinde, macht’s gut!
@M.S.: Das ist schade, aber nachvollziehbar… liebe Grüße zurück!
einen letzten noch:
ist mal aufgefallen dass sich der Kreis der Kommentierer drastisch reduziert hat. Gutes Dutzend, mehr ist nicht mehr. Grüße an den verbleibenden Kreis.
mir hat der Tatort gut gefallen, besonders die Musik!
Max Giermann hat sehr dominiert, aber er spielte die 2 Seiten des Hauptdarstellers gut aus. Ich sehe ihn gerne.
Einer der besten TOs mit den beiden, starkes Thema, m. Erachtens ohne Fehler oder Unstimmigkeiten umgesetzt, gewürzt mit Humor und auch mal der 3. Mann im Büro in einem eher seltenen Außeneinsatz.
Dass doch (immer) am Schluss die „finale Rettung“ gelingen muss, sei diesmal entschuldigt, war ja noch ohne Blaulicht etc.. Passende Musik.
Solche schwierigeren Themen sind ja oft eher „Polizeiruf“ Sache. Danke!
Die Regeln sind die Regeln dessen, der die Arbeit hat. Und dann ist‘s gut, wie es ist. Ansprüche an kostenlose Arbeit sind fehl am Platz.
Ich habe auch keinerlei Ansprüche gestellt.
2 Sachen, die mich genervt haben:
1. Die Kamera-Splittingszenen
2. Das englischsprachige „Gedudele“
@Bina: Es gab ja schon etliche Gaststars im TO, ich denke da zum Beispiel an Roland Kaiser als Schlagerstar „Robert König“ im Münsteraner TO „Summ-summ-summ“. Da dachte ich auch erst… oha!
Aber Kaiser spielte mit soviel Selbstironie und Raffinesse, daß ich den ansonsten mittelmäßigen TO voll und ganz genossen habe!
Und Hugo Egon Balder spielte mal einen alternden Rockstar… Frank Zander einen Zuhälter…
Ich will damit sagen, daß ich nichts dagegen hab, wenn Darsteller Rollen übernehmen, in denen man sie so nicht kennt. Aber Max Giermann scheint aus seiner „Klaus-Kinski-Nummer“ nicht mehr heraus zu können… und das passte m.E. nicht. Grüße!!!