Kurz und knapp – darum geht’s

Ein Überfall auf einen Juwelier in Potsdam ruft die Kommissare Vincent Ross und Karl Rogov vom deutsch-polnischen Kommissariat Swiecko auf den Plan: Womöglich handelt es sich um den nächsten Coup der „Clownsbande“, die bisher vor allem im Grenzgebiet aktiv war. Jetzt also ein Raub in der Landeshauptstadt, genauer: Raubmord. Denn Inhaber Jan Michalski liegt tot in seinem eigenen Laden – erschossen. Von den Tätern und der Tatwaffe fehlt jede Spur, erbeutet haben sie eine Schmucksammlung von beträchtlichem Wert. Alles deutet also darauf hin, dass hier Profis am Werk waren, doch im Laufe der Ermittlungen wachsen bei Ross und Rogov die Zweifel daran, dass der Überfall tatsächlich auf das Konto der Clownsbande geht: Es gibt zu viele Ungereimtheiten. Ist das ein Ablenkungsmanöver? Auch die Familie von Juwelier Michalski scheint einiges zu verbergen …

„Goldraub“, die neueste Episode des Brandenburger Polizeirufs 110, ist am Sonntag, den 29.03.2026 um 20:15 Uhr im Ersten zu sehen.

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Goldraub“

Hat die Clownsbande wieder zugeschlagen? Alles spricht dafür, als die Ermittler Vincent Ross und Karl Rogov vom deutsch-polnischen Kommissariat Swiecko zu einem Einsatz in Potsdam gerufen werden: Juwelier Jan Michalski liegt tot in seinem Geschäft: Ein Schuss traf ihn mitten ins Herz. Auf Bildern der Überwachungskamera ist zu sehen, wie zwei Männer den Laden kurz zuvor überfallen haben, ihre Gesichter mit Clownsmasken bedeckt – das Markenzeichen der berüchtigten Bande. Geflohen sind die Einbrecher offenbar durch ein Fenster zum Hinterhof; Blutspuren am Fensterrahmen lassen darauf schließen, dass sich die Räuber dabei verletzt haben.

Bisher operierte die Clownsbande vor allem in der Grenzregion, und Morde gehören eigentlich nicht zu ihrem Repertoire, aber, wie es der lebenskluge Kommissar Rogov ausdrückt: „Die Zeiten werden härter.“ Da von den Tätern jede Spur fehlt, macht sich Rogov zusammen mit der ortskundigen Polizistin Grit Klempke und ihrem Spürhund auf die Suche, die sich allerdings sehr mühsam gestaltet.
Zeit genug also für Rogovs Kollegen Ross im rbb-Polizeiruf 110 „Goldraub“, das geschäftliche und familiäre Umfeld der Michalskis zu durchleuchten. Noch am Morgen hatte Bettina Michalski, die Ehefrau des Mordopfers, eine wertvolle Schmucksammlung aus dem Potsdam-Museum in ihre Obhut genommen, um sie für eine große Sonderausstellung zu restaurieren – auf solche Arbeiten hat sich die Goldschmiedin spezialisiert. Ausgerechnet diese Sammlung aus dem Bestand der Familie Stolzenburg ist nun verschwunden – offenbar haben es die Täter gezielt auf diese Beute abgesehen. Henrik Feldmann, der Direktor des Potsdam-Museums, schätzt den Wert aller Schmuckstücke auf 1,5 Millionen Euro, doch schwerer als der materielle wiegt für den Kunstkenner natürlich der ideelle Verlust, der nicht mit Geld aufzuwiegen ist. Die Diebe müssen gewusst haben, dass Juwelier Michalski die wertvollen Stücke im Laden aufbewahrt – doch Bettina, die immer noch unter Schock steht, meint, nur sehr wenige Personen wären eingeweiht.

Mittlerweile können Rogov und seine Potsdamer Kollegin Klempke einen ersten Erfolg vermelden: Der Spürhund ist den Blutspuren vom Ladengeschäft der Michalskis bis zu einer Gartenlaube gefolgt, wo die Fahnder im TV-Krimi „Goldraub“ eine männliche Leiche finden – Identität unbekannt. Mit dem Foto des Toten durchforstet Kommissar Ross einige einschlägige Onlinedating-Portale – und landet tatsächlich einen Treffer: Matti Sobotka hieß er und lebte mit einem gewissen Dennis Berger zusammen. Der gibt sich zwar ahnungslos, doch das Kokain und die Clownsmasken, die die Polizei in ihrer gemeinsamen Wohnung findet, lassen Berger und seinen verstorbenen Freund Matti Sobotka sehr verdächtig erscheinen. Parallel fahndet Ross’ polnischer Kollege Wiktor Krol nach einem Lieferwagen, der der Clownsbande zugeordnet wird, und spürt ihn samt Fahrer auf.

Die Aufklärung der zahlreichen Raube, die auf das Konto der Bande gehen, scheint zum Greifen nah, doch das Ermittlerteam Ross und Rogov bekommt das Puzzle einfach nicht zusammen. Zunehmend zweifeln die Kriminalisten daran, dass die Clownsbande auch für den Mord an Jan Michalski verantwortlich ist. Es gibt zu viele Ungereimtheiten, und von Beute und Tatwaffe fehlt weiterhin jede Spur. Ist das Absicht? Soll die Polizei bewusst auf eine falsche Fährte gelockt werden? Die Kommissare stochern im Nebel – bis sie zufällig eine Verbindung zwischen dem toten Matti Sobotka und der Familie Michalski entdecken, die sie stutzig werden lässt …

Hinter den Kulissen

Der Brandenburger Polizeiruf 110, sonst zumeist im ländlichen Milieu beheimatet, spielt diesmal fast ausschließlich in der Landeshauptstadt Potsdam. Produzentin Heike Streich zu den verschiedenen Schauplätzen: „Wir erzählen in ‚Goldraub‘ sehr unterschiedliche urbane Milieus. Der Juwelierladen im Holländischen Viertel, die Villa der Juwelierladenbesitzer in Potsdam-Babelsberg und das Potsdam Museum mit der teuren Schmucksammlung am Alten Markt spielen eine zentrale Rolle innerhalb der Geschichte. Aber auch die Plattenbausiedlung, die Gartenlaube, der Park Sanssouci und die Spielothek sind wichtige Bestandteile der Erzählung.“ Am Leitmotiv „Gold“ fasziniert die Filmemacherin vor allem die Funktion als „Klammer für das historische, barocke Potsdam und gleichzeitig die profane Gier und Besessenheit von Menschen im Hier und Jetzt“.

Gedreht wurde vom 12. August bis zum 12. September 2025 an den bereits erwähnten Locations in Potsdam, außerdem in Königs Wusterhausen und Blankenfelde-Mahlow. Im TV ist die neue Episode des rbb-Polizeirufs am Sonntag, den 19. März 2026 zu sehen, wie gewohnt um 20:15 Uhr im Ersten.

Polizeiruf-Kritik

Die Redaktion von Tatort-Fans meint:

Vom spektakulären Intro sollte sich niemand täuschen lassen: Der Polizeiruf aus Brandenburg bleibt seiner ruhigen Erzählweise treu, auch wenn das Thema und die Story durchaus Stoff für etwas mehr Action geboten hätten. So sind es – wie so oft – die leisen Zwischentöne, die kleinen Gesten, das Unausgesprochene, die am Ende entscheidend sind. Beruhigend wirkt auch der lässig-entspannte Umgangston, auf den sich die beiden Ermittler inzwischen eingegroovt haben. Räuberjagd, ganz unspektakulär und trotzdem unterhaltsam: Potsdam zeigt, wie’s geht.

Besetzung

Kriminalhauptkommissar Vincent Ross – André Kaczmarczyk
Kriminalhauptkommissar Karl Rogov – Frank Leo Schröder
Inspektor Karol Pawlak – Robert Gonera
Komisarz Wiktor Krol – Klaudiusz Kaufmann
Rechtsmediziner Marian Kaminski – Tomek Nowicki
Viola Reusch – Johanna Asch
Grit Klempke – Anne Müller
Bettina Michalski – Deborah Kaufmann
Jan Michalski – Stephan Bürgi
Nico Wilke – Jakob Fliess
Romy Berger – Meira Durand
Dennis Berger – Theo Trebs
Matti Sobotka – Dennis Scheuermann
Katrin Gollwitz – Esther Esche
Henrik Feldmann – Thomas Bading
Frank Schmelzer – Andreas Schröders
u. v. a.

Stab

Drehbuch – Peter Dommaschk, Ralf Leuther, Felix Karolus
Regie – Felix Karolus
Kamera – Wolfgang Aichholzer
Szenenbild – Jörg Baumgarten
Kostümbild – Majie Pötschke
Schnitt – Florian Leitl
Ton – David Kammerer
Musik – Andrej Melita
Casting – Tina Böckenhauer
Produzentin – Heike Streich
Producerin – Lisa-Marie Eigenbrod
Produktionsleitung – Jörgen Radach
Herstellungsleitung – Torsten Klein, Ira Wysocki
Redaktion – Daria Moheb Zandi (rbb)