Kurz und knapp – darum geht’s

Zertrümmertes Glas, leergeräumte Vitrinen und ein Museumsdirektor, der fassungslos vor dem Verlust seiner schönsten Stücke steht: Im Schlossmuseum von Altenstein haben Diebe Kunstgegenstände im Wert von mehr als 150.000 Mark erbeutet. Oberleutnant Peter Fuchs und Wachtmeister Lutz Subras setzen alles daran, die Beute aufzuspüren, bevor sie unter der Hand verkauft wird und für immer verloren ist. Den Einbruch hat der vorbestrafte Golo Meßmer begangen – allerdings nicht auf eigene Rechnung. Doch wer hat ihn beauftragt? Und wo sollen Stadtchronik, Kaminuhr und Porzellanfiguren an den Mann gebracht werden? Ausgerechnet in diesen Tagen steht Golo plötzlich wieder vor seiner geschiedenen Frau Karin, die in einem Bahnhofsblumenladen arbeitet und mit ihm eigentlich längst abgeschlossen hat …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Reklamierte Rosen“

Seit ihrer Scheidung geht Karin Röder ihren eigenen Weg. Sie arbeitet als Verkäuferin in einem Blumengeschäft im Bahnhof, kümmert sich um ihren kleinen Sohn Dieter und ist mit dem Uhrmacher Sebastian Engel liiert. Der Alltag zwischen Sträußen, Kundschaft und Kinderbetreuung ist überschaubar, aber er gehört ihr. Einen weiteren Verehrer hat sie obendrein: ihren Chef, Herrn Wels.

Doch dann steht eines Tages Golo Meßmer vor ihr – ihr früherer Ehemann. Er möchte Karin zurückgewinnen, aber sie lässt ihn nur für eine einzige Nacht bei sich wohnen. Lange braucht sie nicht, um zu durchschauen, was den geltungssüchtigen Golo tatsächlich antreibt: Er will über sie verfügen, um sich selbst bestätigt zu sehen. Erstaunlich schnell hat er dann auch eine lukrative Arbeit gefunden und versucht, seine Ex-Frau mit Geschenken umzustimmen. Karin allerdings bleibt hart – auf eine neue Beziehung mit ihm lässt sie sich nicht ein.

Unterdessen bietet sich im Schlossmuseum von Altenstein ein trostloser Anblick: Zwischen Glasscherben steht ein verzweifelter Direktor. Ausgerechnet die Vitrine mit den wertvollsten Stücken hat ein Einbrecher eingeschlagen – offenbar hatte er sich über Nacht im Gebäude einschließen lassen und konnte dann in aller Ruhe zugreifen. Verschwunden sind die Stadtchronik, eine kostbare Kaminuhr und mehrere Porzellanfiguren von Kändler. Oberleutnant Fuchs und Wachtmeister Subras lassen sofort eine groß angelegte Fahndung anlaufen. Ihnen ist klar, dass sie gegen die Uhr arbeiten: Gelingt es den Tätern, die Beute im Wert von über 150.000 Mark abzusetzen, sieht das Museum seine Schätze nie wieder.

Bei der Befragung des Personals ergibt sich im Polizeiruf 110 „Reklamierte Rosen“ schließlich ein erster Ansatzpunkt. Die Angestellten erinnern sich an einen Besucher, der kurz vor dem Einbruch gleich zweimal ins Museum kam und die Exponate mit großem Interesse betrachtete. Außerdem kaufte er von jedem Ausstellungsstück eine Postkarte, und einer Mitarbeiterin verriet er, dass er Uhrmacher sei. Weil der Mann zudem vom Museum aus telefonierte, können Fuchs und Subras die Stadt eingrenzen, in der er seinem Handwerk nachgeht. Viel ist das nicht – ein Beruf und ein Ort –, aber für die Ermittler ist es ein Anfang.

Den Einbruch hat der vorbestrafte Golo Meßmer begangen, so viel steht im TV-Krimi „Reklamierte Rosen“ fest. Doch die Tat geht nicht allein auf sein Konto: Golo hat im Auftrag anderer gehandelt, von Hintermännern, deren Namen bislang niemand kennt. Und die Frage, wie er so plötzlich zu Geld gekommen ist, bekommt ein ganz neues Gewicht. Für Fuchs und Subras beginnt damit die eigentliche Arbeit, denn ein Einbrecher allein macht noch kein Geschäft mit gestohlener Kunst. Wer hat Golo angeheuert – und wo soll die wertvolle Beute ihren Käufer finden …

Hinter den Kulissen

„Reklamierte Rosen“ ist die 37. Folge der Krimireihe Polizeiruf 110. Für Oberleutnant Peter Fuchs (Peter Borgelt) ist es der 22. Fall, sein Kollege Wachtmeister Lutz Subras (Alfred Rücker) ermittelt zum 20. Mal. In weiteren Rollen sind unter anderem Hannelore Koch als Karin Röder, Wolf-Dieter Lingk als Golo Meßmer und Heinz-Martin Benecke als Sebastian Engel zu sehen. Regie führte Thomas Jacob, das Drehbuch schrieb Rudolf Böhm.

Gedreht wurde vom 25. September bis zum 4. November 1975 in Leipzig, Halle (Saale) und Quedlinburg. Die Szenen am Blumenladen entstanden im Hauptbahnhof von Karl-Marx-Stadt, dem heutigen Chemnitz. Für die Kostüme war Tamara Schramm-Bansen verantwortlich, die Filmbauten stammen von Werner Jagodzinski.

Bei der Erstausstrahlung im Fernsehen der DDR lag die Zuschauerbeteiligung bei 63,3 Prozent.

Besetzung

Oberleutnant Peter Fuchs – Peter Borgelt
Wachtmeister Lutz Subras – Alfred Rücker
Karin Röder, Verkäuferin – Hannelore Koch
Golo Meßmer, Karins geschiedener Mann – Wolf-Dieter Lingk
Sebastian Engel, Uhrmacher – Heinz-Martin Benecke
Werner Hegenbarth, Lehrer – Werner Hahn
Ilse Bender – Else Sanden
Frau Matthes – Annelene Hischer
Herr Wels, Karins Chef – Helmut Straßburger
Gudrun – Ute Boeden
Museumsdirektor – Justus Fritzsche
Verkäuferin im Uhrladen – Kerstin Sanders
Putzfrau im Museum – Wiebke Fuhrken
u. v. a.

Stab

Regie – Thomas Jacob
Drehbuch – Rudolf Böhm
Produktion – Ralf Siebenhörl
Musik – Peter Gotthardt
Kamera – Walter Laaß
Schnitt – Bert Schultz
Kostüm – Tamara Schramm-Bansen
Filmbauten – Werner Jagodzinski
Produktionsunternehmen – Fernsehen der DDR

Bild rbb / DRA / Walter Laaß