Kurz und knapp – darum geht’s
Einen Urlaub in Bulgarien hatte Autoschlosser Peter Schnok fest eingeplant – doch in die Maschine nach Burgas ist er nie gestiegen. Seither fehlt von dem Mann, dessen geringe Körpergröße ein Kollege immer wieder zum Anlass für Spott nimmt, jede Spur. Oberleutnant Peter Fuchs, Leutnant Vera Arndt und Kriminalmeister Lutz Subras nehmen die Ermittlungen auf und stoßen dabei auf Stoff: In Schnoks Zimmer und in seinem Reisegepäck taucht gleich meterweise davon auf. Der Weg führt in den VEB Damenmode, wo seit Monaten wertvolle Textilien abhandenkommen, ohne dass jemand weiß, wie. Und dann ist da noch der verheiratete Fleischer Günter Decker, einst mit Schnoks neuer Freundin Eva Klein liiert, dem die Zukunftspläne der beiden gründlich gegen den Strich gehen …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Vermisst wird Peter Schnok“
Kleine Sticheleien, große Pläne: Am Tag vor seinem Urlaub muss sich Peter Schnok an seinem Arbeitsplatz wieder einmal die Spötteleien seines Kollegen Ede gefallen lassen. Der Grund ist immer derselbe – Schnok misst keine 1,60 Meter. Doch an diesem Tag hat der Autoschlosser anderes im Kopf: Schon morgen soll ihn das Flugzeug nach Burgas in Bulgarien bringen, und auch in der Liebe scheint es für ihn endlich bergauf zu gehen.
Am Nachmittag besucht er die Postangestellte Eva Klein, in die er verliebt ist, und überrascht sie mit einem Farbfernseher. Die beiden schmieden bereits Pläne für ein gemeinsames Leben. Genau das passt Günter Decker überhaupt nicht. Der Fleischer, dessen Laden direkt gegenüber liegt, hatte selbst ein Verhältnis mit Eva – bis sie ihn verließ, weil er sich nicht von seiner Frau trennen mochte. Als Decker auftaucht, während Schnok noch bei ihr ist, geraten die beiden Männer heftig aneinander.
Zwei Wochen später steht Eva Klein am Flughafen und wartet auf ihren Peter – vergeblich. Dort erfährt sie, dass er die Reise nie angetreten hat. Alarmiert wird die Polizei schließlich von Schnoks Zimmerwirtin Birgit Peukert. Den Fall übernehmen Oberleutnant Peter Fuchs, Leutnant Vera Arndt und Kriminalmeister Lutz Subras, und schon in Schnoks Zimmer machen sie einen seltsamen Fund: ein an Frau Peukert adressiertes Päckchen mit einem Ballen Stoff. Auch in den Reisetaschen des Vermissten, die Subras am Bahnhof Lichtenberg sicherstellt, stecken etliche Meter davon.
Damit rückt im Polizeiruf 110 „Vermisst wird Peter Schnok“ der VEB Damenmode ins Visier der Kripo. In dem Textilbetrieb sind in den vergangenen Monaten rund 4000 Meter Stoff abhandengekommen, der Schaden beläuft sich auf 168.000 Mark. Erst eine Inventur und verschärfte Kontrollen haben den Verlusten zuletzt ein Ende gesetzt – doch auf welchem Weg die wertvolle Ware aus dem Werk gelangt ist, konnte niemand herausfinden. Fuchs’ Vorgesetzter Major Lehn kann zunächst ohnehin keinen Zusammenhang zwischen dem vermissten Autoschlosser und den Diebstählen erkennen.
Auch andere Spuren führen ins Nichts. In Schnoks Zimmer hängt das signierte Foto des Jockeys Harald Büttner, doch persönlich kannten sich die beiden nicht. Weil die Ermittler auf der Stelle treten, lassen sie eine Vermisstenanzeige in der Zeitung veröffentlichen. Eva Klein wiederum sucht ihren früheren Geliebten auf und will ihn dazu bringen, bei der Polizei auszusagen – doch Decker lehnt rundheraus ab.
Was ist mit Peter Schnok geschehen, und was hat der Stoff in seinem Gepäck zu bedeuten? Um im TV-Krimi „Vermisst wird Peter Schnok“ Antworten auf diese Fragen zu finden, müssen Fuchs, Arndt und Subras schließlich zu höchst ungewöhnlichen Mitteln greifen …
Hinter den Kulissen
Die 44. Folge der Reihe Polizeiruf 110 schickt Oberleutnant Peter Fuchs (Peter Borgelt) in seinen 26. Fall; für Leutnant Vera Arndt (Sigrid Göhler) ist es der 31., für Kriminalmeister Lutz Subras (Alfred Rücker) der 25. Einsatz. Ihren Vorgesetzten Major Lehn spielt Werner Senftleben, den vermissten Peter Schnok verkörpert Victor Deiß, an seiner Seite ist Monika Woytowicz als Eva Klein zu sehen.
Regie führte Otto Holub, der gemeinsam mit Eberhard Görner auch das Drehbuch verfasste. Vorlage war die Erzählung „Vermißt wird: Helmut Schnok“ von Hans Siebe.
Gedreht wurde vom 2. August bis zum 10. September 1976 unter dem Arbeitstitel „Der kleine Mann“ – in Berlin, in Zeuthen, auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld und auf der Galopprennbahn Hoppegarten. Die Kostüme schuf Helga Alschner, die Filmbauten stammen von Anna-Sabine Diestel. Bei der Erstausstrahlung lag die Zuschauerbeteiligung bei 56,9 Prozent.
Besetzung
Oberleutnant Peter Fuchs – Peter Borgelt
Leutnant Vera Arndt – Sigrid Göhler
Kriminalmeister Lutz Subras – Alfred Rücker
Major Lehn, Fuchs’ Vorgesetzter – Werner Senftleben
Peter Schnok, Autoschlosser – Victor Deiß
Arthur Peltzer – Winfried Glatzeder
Eva Klein, Postangestellte – Monika Woytowicz
Gitta Gabler, Reinigungskraft – Ilona Grandke
Günter Decker, Fleischer – Günter Naumann
Birgit Peukert, Schnoks Zimmerwirtin – Marga Legal
Jockey Harald Büttner – Wolfgang Ostberg
Erna Schütz – Charlotte Freygang
Jockey Wegner – Dietmar Obst
Nachbar Schütz – Hermann Hiesgen
Putzfrau Olga – Carola Braunbock
Putzfrau Adele – Gertrud Brendler
Autoschlosser Ede – Peter Dommisch
Autoschlosser Scholli – Otmar Richter
Fleischergeselle – Gunter Sonneson
Betriebsleiterin – Gisela Bestehorn
Fernsehreporter – Klaus Nietz
Feuerwehrmann – Günter Maass
Erster Kriminalist – Wolfgang Ernst
Zweiter Kriminalist – Wolfgang Franke
Reiseleiter – Mathias Blochwitz
Kriminaltechniker – Peter Kalisch
u. v. a.
Stab
Regie – Otto Holub
Drehbuch – Otto Holub, Eberhard Görner
Produktion – Rainer Gericke
Musik – Rudi Werion
Kamera – Bernd Sperberg
Schnitt – Brigitte Hujer
Produktionsunternehmen – Fernsehen der DDR






Nächste Kommentarmöglichkeit: Sonntag, 01.11.2026 ab 17:00 Uhr (in ca. 5 Tagen).
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