Kurz und knapp – darum geht’s
Auf einer Großbaustelle wird unter Bauschutt die Leiche der jungen Anja Bindseil entdeckt. Schon bald steht fest, dass sie nicht verunglückt ist, sondern ermordet wurde. Oberleutnant Peter Fuchs und Leutnant Woltersdorf stoßen auf zwei Spuren, die in ganz unterschiedliche Richtungen weisen. Da ist zum einen Heinz Caster, mit dem die Tote ein Verhältnis hatte und von dem sie verlangte, sich für sie scheiden zu lassen. Der verheiratete Familienvater denkt jedoch offenbar nicht daran, sein bequemes Leben aufzugeben. Zum anderen bringt eine verdeckte Revision im Warenhaus, in dem Anja arbeitete, Unregelmäßigkeiten in großem Stil ans Licht. Dass sie davon profitiert hat, ist bald klar. Doch allein kann sie den Betrug kaum eingefädelt haben …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Doppeltes Spiel“
Auf einer Großbaustelle, wo sonst nur Maschinen lärmen und Fahrzeuge kommen und gehen, wird ein grausiger Fund gemacht: In einer Baugrube liegt, verborgen unter einer Schicht Bauschutt, die Leiche einer jungen Frau. Auf den ersten Blick mag man an ein tragisches Unglück glauben. Die Gerichtsmedizin räumt mit dieser Annahme jedoch gründlich auf, denn Anja Bindseil war bereits tot, als sie in die Grube gelangte. Damit ist die Lage für Oberleutnant Peter Fuchs und Leutnant Woltersdorf im Polizeiruf 110 „Doppeltes Spiel“ eindeutig: Sie haben es mit Mord zu tun.
Zwei Menschen können die Tote identifizieren. Der eine ist Arthur Hopfer, Hauptbuchhalter eines Warenhauses und Anjas Vorgesetzter. Die andere ist Susi Brehm, mit der sich die junge Frau eine Wohnung teilte. Die Mitbewohnerin muss nicht lange überlegen und hat sofort einen Namen parat: Heinz Caster. Anja hatte ein Verhältnis mit ihm und erfuhr erst später, dass er verheiratet ist. Statt die Finger von der Sache zu lassen, wie Susi ihr geraten hatte, suchte Anja kurzerhand Casters Ehefrau auf, um reinen Tisch zu machen. Nach diesem Besuch verliert sich ihre Spur.
Bei den Casters treffen die Kriminalisten auf ein Ehepaar, das sich auf eigenwillige Weise arrangiert hat. Heinz Caster arbeitet als Wissenschaftler in der Forschungsabteilung eines Chemiewerks und nimmt es mit der ehelichen Treue nicht allzu genau, denn er hat immer wieder neue Liebschaften. Seine Frau weiß davon und nimmt es hin. Sie ist sich sicher, dass er sie und die beiden Kinder niemals verlassen würde, ebenso wenig wie das Haus, das sich das Paar in mehr als zehn Jahren Ehe aufgebaut hat. Genau das hat sie auch Anja klargemacht. Die junge Frau aber hatte von Caster die Scheidung gefordert, und der wollte auf seinen gewohnten Lebenszuschnitt ganz offensichtlich nicht verzichten. Ist darüber ein Streit eskaliert?
Fuchs mag sich jedoch nicht allein auf die private Spur verlassen. Parallel dazu lässt er im Warenhaus die Bücher prüfen, und zwar verdeckt, ohne dass die Belegschaft etwas davon mitbekommt. Schon die ersten Ergebnisse haben es in sich: Rechnungen sind doppelt ausgestellt worden. Hauptbuchhalter Hopfer wird in die Ermittlungen eingeweiht, und mit seiner Hilfe zeigt sich nach und nach, welches Ausmaß die Machenschaften haben. Was da aus den Unterlagen zum Vorschein kommt, ist keine kleine Schummelei, sondern eine Unterschlagung von beträchtlichem Umfang.
Mittendrin steckt Anja Bindseil. Dass sie von den Manipulationen profitiert hat, steht für die Ermittler im TV-Krimi „Doppeltes Spiel“ bald außer Frage. Ebenso sicher ist aber, dass eine junge Angestellte einen Betrug dieser Größenordnung unmöglich allein durchziehen konnte. Irgendwo muss es einen Partner geben, der eingeweiht war und mitverdient hat. Damit wird die Frage nach dem Komplizen zur entscheidenden, denn wer mit Anja gemeinsame Sache gemacht hat, könnte auch derjenige sein, der sie für immer zum Schweigen bringen wollte …
Hinter den Kulissen
„Doppeltes Spiel“ ist die 54. Folge der Krimireihe Polizeiruf 110. Für Oberleutnant Peter Fuchs (Peter Borgelt) ist es bereits der 33. Fall, für Leutnant Woltersdorf (Werner Tietze) erst der dritte. In weiteren Rollen sind unter anderem Katarina Tomaschewsky als Anja Bindseil, Otto Mellies als Heinz Caster, Rolf Hoppe als Hauptbuchhalter Arthur Hopfer und Marina Krogull als Susi Brehm zu sehen.
Regie führte Ingrid Sander, das Drehbuch schrieb Horst Angermüller. Als Vorlage diente der Kriminalroman „Das sanfte Mädchen“ von Tom Wittgen. Unter diesem Titel lief auch die Produktion: Gedreht wurde unter dem Arbeitstitel „Das sanfte Mädchen“ vom 7. November bis zum 30. Dezember 1977 im Bezirk Cottbus. Die Kostüme entwarf Katrin Johnsen, die Filmbauten stammen von Günther Möller.
Bei der Erstausstrahlung lag die Zuschauerbeteiligung bei 44,5 Prozent.
Besetzung
Oberleutnant Peter Fuchs – Peter Borgelt
Leutnant Woltersdorf – Werner Tietze
Anja Bindseil – Katarina Tomaschewsky
Arthur Hopfer, Hauptbuchhalter – Rolf Hoppe
Heinz Caster – Otto Mellies
Frau Caster – Jessy Rameik
Frau Vogel – Heidemarie Wenzel
Leutnant Büttner – Helmut Schellhardt
Rautenberg – Heinz Rennhack
Susi Brehm, Anjas Mitbewohnerin – Marina Krogull
Platon – Peter Bause
Menke – Christian Stövesand
Kaderleiter – Erich Breese
Kriminalist – Eckhard Bilz
Kriminalist – Lothar Dimke
Wirt – Gerd Ehlers
Renate Beier – Christine Harbort
Polizeiarzt – Günter Maass
Kunde – Helmut Wenzlau
u. v. a.
Stab
Regie – Ingrid Sander
Drehbuch – Horst Angermüller
Literarische Vorlage – Tom Wittgen
Produktion – Dieter Dormeier
Musik – Henry Krtschil
Kamera – Peter Krause
Schnitt – Karin Kusche
Kostüm – Katrin Johnsen
Filmbauten – Günther Möller
Produktionsunternehmen – DEFA für das Fernsehen der DDR










Nächste Kommentarmöglichkeit: Sonntag, 01.11.2026 ab 17:00 Uhr (in ca. 5 Tagen).
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