Anlässlich der mit wilden Spekulationen zusammenhängenden Jahrhundertwende produzierte der ORF unter der Regie von Thomas Roth die am 30. Januar 2000 erstmals ausgestrahlte Tatort-Folge 435 „Der Millenniumsmörder“. Es ermitteln die Wiener Kommissare Eisner (Harald Krassnitzer), Dobos (Alois Frank) und Binder (Loretta Pflaum) in einer Mordserie: Ein Wahnsinniger ist davon überzeugt, die Welt vor einer nahestehenden Katastrophe bewahren zu müssen. Dies ist jedoch nicht von Anfang an eindeutig.

Die Folge beginnt mit einem Einsatz auf einem freien Feld. Inmitten eines in die Erde gegrabenen Zeichens steht ein brennendes Auto. In diesem befindet sich ein toter Mann. Es stellt sich heraus, dass er der Besitzer einen großen Wiener Peepshow war, sein Mörder also auch aus dem Rotlichtmilieu kommen könnte. Auf der anderen Seite könnte das mysteriöse Zeichen auch ein Indiz für einen Ritualmord sein. Deshalb sucht Kommissar Eisner zunächst einen Nostradamus-Experten auf. Dieser bestätigt die Befürchtung, dass die Ermittler im Tatort „Der Millenniumsmörder“ es mit einem Psychopathen zu tun haben könnten.

Unterdessen stellt sich bei der Obduktion der Leiche heraus, dass das Opfer vor seinem Tod eine hohe Dosis eines Antidepressivums konsumiert hatte und somit auch ein Selbstmord nicht auszuschließen ist. Gleichzeitig hätten auch mehrere Personen aus dem Umfeld des Ermordeten Motive für die Tat gehabt. Für die Wiener Tatort-Kommissare führt diese Fülle an unterschiedlichen Theorien und Indizien zu Verwirrung. Bald jedoch taucht in der Presse ein Foto auf, welches nur der Mörder aufgenommen haben kann. Er kündigt weitere Zeichen an und schon bald darauf wird eine zweiter Leiche gefunden. Dieser Mord steht, nach den Eingrabungen in der Erde, nun mit dem Element Wasser im Zusammenhang, sodass die Befürchtung aufkommt, es könnten bald noch zwei weitere Menschen getötet werden.

Die Spuren führen Dobos zu den Kolleginnen einer vermissten Prostituierten, welche von einem Unbekannten vor einem nahenden Weltuntergang gewarnt wurde. Die Ermittler begeben sich daraufhin in eine psychiatrische Klinik, um herauszufinden, ob dort Menschen mit Endzeitängsten bekannt sind. Sie erfahren von dem psychisch kranken Michael Novotny, der tatsächlich mit den Morden im Zusammenhang steht. Die Theorie, dass es sich bei dem „Millenniumsmörder“ um einen Wahnsinnigen handelt, der die Männer ermordet hat, wird bestätigt.

Es stellt sich heraus, dass das Motiv des Mörders die Erlösung der Welt von schlechten Menschen ist. Er möchte die Menschheit vor allen bösen Taten, wie Betreiben von Prostitution, beschützen und die Welt zu einem besseren Ort machen. Die Ermittler erkennen dies nun auch und können nur knapp verhindern, dass der Täter seinen Plan ganz vollendet.

Die Tatort-Folge endet mit einem spannenden Showdown und zeigt, dass auch die noch recht unbekannten Kommissare aus Wien ein hohes Potential zu vielen weiteren Folgen haben und sich schon bald im Sonntagabend-Programm der ARD etablieren könnten.

Besetzung

Chefinspektor Moritz Eisner – Harald Krassnitzer
Norbert Dobos – Alois Frank
Ernst Novotny – Michael Schottenberg
Gerichtsmedizinerin Dr. Renata Lang – Gundula Rapsch
Peter Leubner – Georg Seberg
Dr. Pfeiffer – Franziska Sztavjanik
Suza Binder – Loretta Pflaum
u.a.

Stab

Drehbuch – Peter Moser
Regie – Thomas Roth
Kamera – Helmut Pirnat
Musik – Lothar Scherpe

Bilder: MDR/ORF/Ali Schafler