Kurz und knapp – darum geht’s
Im beschaulichen Bern erschüttert ein brutaler Mord die Eishockey-Szene: Der Trainer des aufstrebenden EHC Biel, Fredi Cortesi, wird erschlagen in der Stadiongarderobe aufgefunden. In seinem Spind entdecken die Ermittler eine größere Menge Kokain – ausgerechnet bei dem Ex-Profi, der seine eigene Drogensucht scheinbar überwunden hatte. Für Kommissar Philipp von Burg wird es der letzte Fall vor seinem Wechsel zu Scotland Yard, doch als er und sein Partner Markus Gertsch zwischen eifersüchtigen Liebhabern, ehrgeizigen Konkurrenten und zwielichtigen Dealern ermitteln, ahnen sie nicht, dass der Mörder ihnen viel näher ist als gedacht…
Inhalt der Tatort-Folge „Time-Out“
Ein kalter Abend in der Bieler Eishockey-Arena. Trainer Fredi Cortesi bereitet sich auf die Nachbesprechung des Trainings vor, als sich ihm im Zwielicht der Kabine eine maskierte Gestalt nähert. Wenig später liegt der ehemalige SCB-Star tot am Boden – erschlagen von einem Täter, der graue Wildlederhandschuhe trug.
Für Kommissar Philipp von Burg ist es ein besonderer Fall: Nach zehn Jahren bei der Berner Mordkommission lockt ihn ein Angebot von Scotland Yard nach London. Doch zunächst muss er gemeinsam mit seinem Partner Markus Gertsch, einem leidenschaftlichen Eishockey-Fan, in einem Gewirr aus Beziehungen, Rivalitäten und Drogengeschäften den Mörder finden. Die Ermittlungen führen sie in eine Welt, in der der sportliche Erfolg des aufstrebenden EHC Biel manchem ein Dorn im Auge ist.
Die Liste der Verdächtigen ist lang wie eine Matchstrafe: Da ist der temperamentvolle Jungstar Reto Knop, der eine Affäre mit Cortesis Freundin Alberta Cerda haben soll. Alberta selbst kämpft noch immer mit ihrer Kokainsucht. Retos Bruder Herbie dealt gelegentlich mit Drogen. Und dann sind da noch die Vertreter des großen Stadtrivalen SC Bern: Manager Arsène Renweg, ein ehemaliger Teamkollege Cortesis, und der einflussreiche Clubpräsident Alex Kerger, dem der Erfolg des kleinen Provinzvereins zunehmend missfällt. Die Suche nach dem Täter gleicht einem Powerplay auf dem Eis – viele Spielzüge, aber nur einer führt zum Erfolg.
Hinter den Kulissen
„Time-Out“ markiert einen historischen Moment in der Tatort-Geschichte: Es ist nicht nur der letzte Fall für das Ermittlerduo von Burg (László I. Kish) und Gertsch (Ernst C. Sigrist), sondern auch die allerletzte Schweizer Tatort-Produktion bis es 2011 mit dem Luzern Tatort wieder neue Produktionen vom SRF gab. Gedreht wurde der Film unter der Regie von Bernhard Giger, der damit einen Kreis schloss – er hatte bereits 1993 bei „Gehirnwäsche“, dem ersten Fall des Duos, Regie geführt.
Mit der Besetzung glänzt der Film durch namhafte Schweizer Schauspieler wie Mathias Gnädinger als SCB-Präsident und Andrea Bürgin als Alberta Cerda. Sogar der Berner Mundartrocker Polo Hofer hat einen Gastauftritt. Die Erstausstrahlung erfolgte am 23. September 2001 in Österreich und der Schweiz, während die deutsche TV-Premiere wegen der Ereignisse des 11. September 2001 auf den 22. Dezember 2002 verschoben wurde. Bei der ARD-Ausstrahlung erreichte der Film 5,41 Millionen Zuschauer.
Der Tatort Nummer 519 mit den Berner Kommissaren (Inspektoren) Burg und Gertsch. Die beiden Schweizer Polizeibeamten ermitteln letztmalig gemeinsam in Sache Mord, dann trennen sich ihre jahrelangen zusammen geschusterten Wege. Untersucht wird der Mord an einen ehemals erfolgreichen Eishockey – Spieler, welcher nunmehr Trainer eines unterbelichteten Vereins ist und mit neuem Vor-Turner wieder die ersten Erfolge verbuchen kann. Burg und Gertsch gehen der Spur einer möglichen Tat aus Neid nach, die Konkurrenz im Sportgeschäft ist groß, aber auch die Schicki-Micki-Droge Koks könnte eine Rolle spielen und Frauen sind auch im Rennen. Die letzte Tatort-Folge dieses Ermittlergespanns ist so aufregend wie alle anderen vorherigen auch. Eingefleischte Berner Tatort-Zuschauer mögen sie wollen, mir reicht endgültig ein zweites Mal. Für die Musik verantwortlich war Peter von Siebenthal – und nur der.