Kurz und knapp – darum geht’s
Eine nächtliche Auseinandersetzung auf einer Autobahnraststätte wird zum Ausgangspunkt eines tödlichen Rachedramas: Silvia Blankenberg erfährt von der Affäre ihres Mannes und verschwindet spurlos mit einem Fremden. Als ihr Ehemann Horst, ein wohlhabender Anlageberater, kurz darauf eine Lösegeldforderung über zwei Millionen Mark erhält, scheint es sich um eine Entführung zu handeln. Doch dann wird Blankenberg tot aufgefunden, und als Kommissar Brinkmann die vermeintlich entführte Ehefrau wenig später lebend entdeckt, beginnt er zu ahnen, dass nichts so ist, wie es scheint. Als kurz darauf eine weitere Leiche auftaucht, gerät der Fall vollends zur Zerreißprobe für den erfahrenen Ermittler…
Inhalt der Tatort-Folge „Todesbote“
Neonlichter einer Autobahnraststätte durchschneiden die Dunkelheit, als das Ehepaar Blankenberg seinen letzten gemeinsamen Halt einlegt. Die aufgebrachte Silvia hat soeben erfahren, dass ihr Mann sie mit einer jüngeren Frau betrügt – eine Erkenntnis, die ihr Leben in dieser Nacht fundamental verändern wird.
Kommissar Edgar Brinkmann, der mit seiner bedächtigen Art schon viele Fälle gelöst hat, ahnt noch nicht, dass dieser Fall ihn besonders fordern wird. Sein Gespür für menschliche Abgründe wird auf eine harte Probe gestellt, als er die verschiedenen Versionen der Ereignisse zu einem schlüssigen Bild zusammenfügen muss.
Die Ermittlungen führen Brinkmann durch ein Labyrinth aus Lügen und Täuschungen. In den modernen Kunstgalerien Frankfurts trifft er auf die sensible Künstlerin Senta Sando, die ihre keramischen Plastiken wie Schutzschilde um sich aufbaut. In schäbigen Hinterhöfen begegnet er dem arbeitslosen Schauspieler Baltruschat, dessen scheinbar harmlose Rachepläne eine tödliche Eigendynamik entwickeln.
Wie ein roter Faden zieht sich die Frage nach Wahrheit und Täuschung durch den Fall. Die nächtliche Autobahnraststätte wird zur Bühne für ein perfides Schauspiel, bei dem niemand seine wahren Absichten preisgibt. Brinkmanns Ermittlungen gleichen einem Pokerspiel, bei dem jeder Beteiligte seine Karten dicht an der Brust hält – doch anders als beim Kartenspiel geht es hier um Leben und Tod.
Hinter den Kulissen
„Todesbote“ wurde unter der Regie von Sylvia Hoffman produziert, die bereits zuvor neun Tatort-Episoden inszeniert hatte. Die Dreharbeiten fanden in Frankfurt und Umgebung statt, wobei die Stadt mit ihren Kontrasten zwischen Bankenviertel und Hinterhöfen als atmosphärischer Schauplatz dient.
In den Hauptrollen brillieren Karl-Heinz von Hassel als Kommissar Brinkmann, Rosel Zech als Silvia Blankenberg und Jacques Breuer in der Rolle des Gerd Baltruschat. Einen besonderen Gastauftritt hatte die Berliner Radio- und Fernsehmoderatorin Juliane Bartel, die tragischerweise noch vor der Erstausstrahlung am 3. April 1998 verstarb.
Die Erstausstrahlung am 30. August 1998 im Ersten erwies sich als großer Publikumserfolg: 9,08 Millionen Zuschauer verfolgten die 395. Tatort-Folge, was einem Marktanteil von beachtlichen 28,09 Prozent entsprach.
Besetzung
Kommissar Brinkmann – Karl-Heinz von Hassel
Robert Wegener – Günter Waidacher
Horst Blankenberg – Dietrich Mattausch
Silvia Blankenberg – Rosel Zech
Gerd Baltruschat – Jacques Breuer
Birgit Schöpf – Jeannine Burch
Renate Knof – Jutta Schmidt
Senta Sando – Marie – Lou Sellem
Walter Bodner – Achim Buch
Wegener – Günter Waidacher
Stab
Regie – Sylvia Hoffman
Buch – Hans Kelch
Kamera – Jürgen Herrmann
Schnitt – Beate Gottschall
Musik – Jo Löw · Ralf Zang
Produktion – HR
Der Tatort mit der Nummer 395 aus Frankfurt. Hauptkommissar Brinkmann, der Schauspieler der ihn über viele Jahre hervorragend darstellte, ist im April leider verstorben und sein Assistent, Kommissar Wegener, ermitteln in einem Mordfall, welcher die beiden vor erheblichen Rätseln stellt. Als ein weiterer Mord passiert, erkennen die beiden Mordermittler, in was für ein perfides und mörderisches Geschehen, bestehend aus Eifersucht, Erpressung, Rache und Mord sie ihre Untersuchungen betreiben. Sehenswerte Aktionen und intelligente Dialoge lassen Spannung in diesem undurchsichtigen Tatort-Kriminalfilm aufkommen. Man muss kein Brinkmann-Fan sein, um diesen Klassiker aus dem Jahr 1998 zu schauen.
Mittelmäßiger Fall mit Kommissar Brinkmann. Er wirkt hier leider schon etwas müde in diesem Fall. Dennoch ganz Nett Mal wieder zu schauen. Eine Zeitreise 20 Jahre zurück. Interessant aber nicht wirklich spannend.
Tja, Ehebruch … es ist inzwischen schon fast lachhaft. Bin gespannt, wann das mal aufhört. Von den 80ern (mindestens) jetzt schon bis Ende der 90er zieht sich diese Verhaltensweise als Motiv oder zumindest Beiwerk durch gefühlt 75-80% aller Tatorte. Ich mag Brinkmann und an sich ist der Tatort ok. Nur dieses Brechmittel Jacques Breuer stört mich in jedem Film, in dem er mitspielt. Aber das ist eine persönliche Aversion gegen diesen Schauspieler. Was sich hier auch wieder zeigt, ist, dass offensichtlich viele Schauspieler jeweils gleich für mehrere Tatorte in kurzer Folge unterschrieben haben. Rosel Zech war auch in Folge 393 als Juwelierin zu sehen. Das zieht sich wie ein Roter Faden durch die Serie, wenn man ein wenig aufmerksam ist.