Kurz und knapp – darum geht’s
Hauptkommissar Till Ritter bekommt nicht nur einen neuen Partner, sondern auch einen Mordfall, der seine Urlaubspläne zunichtemacht. In der Villa eines Kunstsammlers wurde ein Mord verübt, dessen einziger Zeuge ein illegal beschäftigter polnischer Handwerker ist, der nun verschwunden bleibt. Als die Ermittlungen Ritter und Stark in die Welt der illegalen polnischen Einwanderer in Berlin führen, decken sie eine raffinierte Einbruchserie auf – und geraten dabei selbst zwischen die Fronten eines gefährlichen Kunsthehlerrings…
Inhalt der Tatort-Folge „Berliner Bärchen“
Genervt steht Till Ritter vor dem Präsidium, das Flugticket für Kuba bereits in der Tasche. Die Frühlingssonne Berlins kann seine Laune nicht heben – erst recht nicht, als ein anderer Autofahrer ihm den letzten freien Parkplatz vor der Nase wegschnappt. Der Streit eskaliert, doch keiner der beiden Streithähne ahnt, dass sie schon bald zusammenarbeiten müssen: Der Mann vom Parkplatz ist ausgerechnet Felix Stark, Ritters neuer Partner.
Die Grunewalder Villa des Kunstsammlers Gawehn liegt still und elegant im Sonnenlicht. Doch die beschauliche Atmosphäre ist trügerisch. Im Inneren knarzen die Holzdielen unter den Füßen des polnischen Handwerkers Dariusz, der an diesem verhängnisvollen Tag an den teuren Fliesen arbeitet. Das plötzliche Klingeln an der Tür durchschneidet die Stille. Zwei falsche Beamte der Ausländerbehörde, dann der überraschend heimkehrende Hausherr, schließlich ein Schuss, der die Luft zerreißt. Dariusz, selbst verletzt, flieht in Panik.
Ritter und Stark, wie Hund und Katze, müssen trotz gegenseitiger Abneigung zusammenarbeiten. Stark, der ehemalige Kunststudent mit analytischem Blick, und Ritter, der impulsive Einzelgänger, sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Während Ritter von seinem Lottogewinn träumt, den er ausgerechnet in Theresas Kiosk getätigt hat, erkennt Stark ein Muster in den Einbrüchen: Stets werden Bilder des „Blauen Reiters“ gestohlen, stets arbeiten polnische Putzfrauen in den betroffenen Villen.
Die Suche nach dem Zeugen führt die Kommissare in eine verborgene Parallelwelt mitten in Berlin. In der Tomasz-Kirche, wo die Kerzen im Dämmerlicht flackern und leise polnische Gebete geflüstert werden, begegnen sie dem Priester Emil Sowa. Die polnische Gemeinde gleicht einer Festung, undurchdringlich für Außenstehende, ein Schutzschild für die Illegalen, die zwischen Angst und Hoffnung leben.
Theresa, die schöne Kioskinhaberin und heimliche Verlobte von Dariusz, laviert zwischen allen Fronten. Die blutige Binde im Müll ihres Kiosks verrät sie. Mit jedem Schritt, den die Ermittler vorangehen, ziehen sich die Schlinge um den Hals der Beteiligten enger. Die Jagd nach dem wertvollen Bild, nach Dariusz und nach der Wahrheit gleicht einem Tanz auf Messers Schneide – während Marco Köhler mit eiskalter Präzision seine Spuren verwischt.
Hinter den Kulissen
Der Tatort „Berliner Bärchen“ wurde im Jahr 2000 in Berlin gedreht und am 25. März 2001 erstmals in der ARD ausgestrahlt. Als 466. Folge der Tatort-Reihe markiert er den Beginn des neuen Ermittlerduos Ritter und Stark, nachdem Dominic Raacke zuvor sechs Fälle mit Stefan Jürgens als Hellmann gelöst hatte.
In den Hauptrollen brillieren Dominic Raacke als Till Ritter und Boris Aljinovic, der hier sein TV-Krimi-Debüt als Felix Stark gibt. Zu den Gaststars gehören die herausragende Dana Vavrova als polnische Kioskinhaberin Theresa sowie Alexander Radszun als eiskalter Gangster Marco Köhler. Der hochkarätige Cast wird komplettiert durch Veit Stübner als Vorgesetzter Wiegand.
Bei seiner Erstausstrahlung erreichte „Berliner Bärchen“ 7,40 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil von 21,00 Prozent – ein starker Auftakt für das neue Ermittlerduo. Die Produktion des Senders Freies Berlin (SFB) unter der Regie von Detlef Rönfeldt etablierte mit dieser Folge ein Ermittlerteam, das bis 2014 zusammen ermitteln sollte.
Nach der Ausstrahlung diskutierten Fans besonders über die ungewöhnliche Chemie zwischen den beiden Hauptfiguren und die realistische Darstellung der polnischen Community in Berlin. Die Geschichte um illegale Einwanderer traf den Nerv der Zeit und griff ein gesellschaftlich relevantes Thema auf, das in den frühen 2000er Jahren in Berlin allgegenwärtig war.
Besetzung
Kommissar Till Ritter – Dominic Raacke
Kommissar Felix Stark – Boris Aljinovic
Theresa – Dana Vavrova
Siggi Köhler – Gilbert von Sohlern
Jakob Steinmüller – Manfred Andrae
Dariusz – Peter Davor
Emil Sowa – Christian Doermer
Weber – Ernst-Georg Schwill
u.a.
Stab
Drehbuch – Pim Richter, Andreas Pflügler
Regie – Detlef Rönfeldt
Kamera – James Jacobs
Musik – Andreas Koslik
Bilder: MDR/RBB
Der Tatort mit der Nummer 466 aus Berlin im Jahr 2001. Schön war es da, wie heute auch. Die Hauptkommissare Ritter und Stark erleben ihren ersten gemeinsamen Fall und raufen sich nach anfänglichen hektischen und verbalen Auseinandersetzungen zusammen. Bleibt den beiden Mordermittlern vom Landeskriminalamt auch nichts anderes übrig, denn sie haben einen Tötungsfall aufzuklären und der einzige Zeuge ist von dannen, da illegal in Berlin kassierend. Wohl gleich einer der besten Tatort-Kriminalfilme des beliebten Tatort-Kommissar-Duos aus der Bundeshauptstadt. Spannend und packend aufgezeigt, wird die relative stille Unterwelt der Kunst- und Raubmörder, mit ihren unzähligen, teilweise unwissenden, Helferchen. Ritter und Stark geben alles in diesem sehens- und wiederholungswerten Klassikers, kommen am Ende ihres langen Ermittlungsweges ohne die aktive Hilfe eines im Geschehen involvierten Polen aber nicht zum Ziel. Gut.
Ritter ist neu im Revier und da gibts erstmal zoff. Guter Start eines wirklich STARKen Teams. Yeah
I found this Tatort boring and predictable. The preacher with his confession dilemma, the lost Lottery ticket, the nasty police boss, the way Ritter and Stark meet, the good and the bad brother (and one kills the other), the charming rich man who turns out to be the major criminal…. . There was not one scene that I haven’t seen before.
Irgendwie tröge und zäh. Eigentlich alles klar und um das Ende hinaus zu zögern und die 90 min voll zu machen, macht die Geschichte einen Schlenker nach dem anderen. Man weiß wie der Hase läuft und sehnt sich nach dem Ende, ob es wirklich so kommt, wie man es erwartet. Es kommt dann so.
Was ganz lustig ist, wie sich die beiden Kommisare annähern. Ist ja der Anfang einer langjährigen Zusammenarbeit.
Klar, die Geschichte ist schwer konstruiert und trotzdem ist der Film sehenswert.
Schade fand ich nur, dass man Marcs wohl bekanntestes Bild in diesem Film „benutzt“ hat. Das Bild kennt zwar praktisch jeder und es wird auch direkt mit ‚Der Blaue Reiter‘ in Verbindung gebracht, aber es hängt eben auch in einem Museum. Man hätte hier eigentlich ‚Der Turm der blauen Pferde‘ benutzen müssen – ähnlich bekannt wie ‚Das blaue Pferd‘, wäre es aber als verschollenes Werk wenigstens noch passend in einer Berliner Villa gewesen. So als kleines Augenzwinkern.
Diese schöne Folge war der Start in eine tolle Berliner Tatort Ära. Stark und Ritter in ihrem ersten Fall gemeinsam. Ich habe ihn heute morgen geschaut und davor 2017 das letzte Mal. In Vier Jahren wieder! 4 Sterne
Ist er denn wirklich schon so alt ? … der Tatort mit der Nummer 466 aus dem Jahr 2001und aus Berlin.
Die Meinung vom 23.06.2016 halte ich.